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Moderator: Barbarossa

 
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Re: Haithabu

05.12.2013, 10:32

Lieber Conzaliss,
soviel ich weiß, war Haithabu ein Wickingerstützpunkt. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Re: Haithabu

05.12.2013, 15:34

Conzaliss hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Lieber Conzaliss,
soviel ich weiß, war Haithabu ein Wickingerstützpunkt. :wink:


Das ist richtig. Die Wikinger waren aber nicht nur Krieger. Es gab unter ihnen viele Handwerker, Künstler und Händler.
Haithabu war ein Handelszentrum für diese Waren...

Lieber Conzaliss,
Danke für diese Auskunft. :)
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Paul
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Re: Haithabu

06.12.2013, 19:56

Meines Wissens war Haithabu als Vorgängerstadt von Schleswig eine Stadt der Angeln und lag im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dorthin kamen auch viele Skandinavische Wikinger. Angeln, Sachsen und Jüten werden normalerweise nicht zu den Wikingern gezählt, obwohl ihre Verhaltensweisen ähnlich denen der Wikinger waren. Die Wikinger besuchten diese Stadt, wie viele andere Städte, auf ihren Handelsreisen.
Die Markgrafen des Reichs in der Dänenmark errichteten nördlich von Haithabu das Danewerk, als Verteidigungsanlage gegen Angriffe der Jüten/Dänen. Zeitweise herrschten auch Dänische Könige über Haithabu und bauten die örtlichen Verteidigungsanlagen dann gegen die Abotriten und das Frankenreich weiter aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Karte_Danewerk.jpg
viele Grüße

Paul

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Barbarossa
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Re: Haithabu

07.12.2013, 00:36

Paul hat geschrieben:
Meines Wissens war Haithabu als Vorgängerstadt von Schleswig eine Stadt der Angeln und lag im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation...

Nein, da lag es nicht. Zum HRR(DN) gehörte immer nur die Grafschaft Holstein, nicht aber Schleswig. Haithabu liegt aber im nördlichen Schleswig, kann also nie zum Reich gehört haben.
Die Diskussion ist eröffnet!

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Re: Haithabu

07.12.2013, 09:53

Ihr Lieben ,
ich habe mir Wikipedia zu Haithabu zu Gemüte geführt. Der Besitz Haithabus wechselte mehrmals zwischen Ostfranken (Deutschen) und Dänen bis er im 11. Jahrhundert von Slawen, die im Osten von Schleswig-Holstein saßen gebrandschatzt und zerstört wurde. :wink:
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Re: Haithabu

07.12.2013, 10:18

Conzaliss hat geschrieben:
http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/wikinger/haithabu.jsp

So eindeutig ist das nicht, lieber Dieter.

Es gab damals keine Geschichtsschreibung - weder bei den Angeln noch bei den Wikingern. Im Englischen gibt es den Ausdruck: Said to be...

Lieber Conzaliss,
natürlich war es nicht eindeutig, da die Besitzverhältnisse sich mehrfach änderten. :wink:
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Paul
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Re: Haithabu

07.12.2013, 17:39

Barbarossa hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:
Meines Wissens war Haithabu als Vorgängerstadt von Schleswig eine Stadt der Angeln und lag im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation...

Nein, da lag es nicht. Zum HRR(DN) gehörte immer nur die Grafschaft Holstein, nicht aber Schleswig. Haithabu liegt aber im nördlichen Schleswig, kann also nie zum Reich gehört haben.


Schleswig ist ziemlich identisch mit der von Karl dem Großen gegründeten Nordmark. Im Krieg gegen die Sachsen eroberte er kurzfristig auch Jütland und legte die Nordmark an. Die Grenzgrafen bauten das Danewerk als Grenzbefestigung. Dieses Grenzland wurde später auch immer wieder von den Dänen erobert und zeitweise beherrscht. Das heutige Dänemark wurde nach diesem Grenzland des Heiligen Römischen Reiches benannt. Teilweise benutzten später die Dänen das Danewerk als Grenzbefestigung - Verteidigungswerk gegen das Reich und die Obodriten.
viele Grüße

Paul

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Re: Haithabu

08.12.2013, 10:12

Conzaliss hat geschrieben:
Was Wikipedia anbetrifft, habe ich festgestellt, dass man sich auf die Angaben nicht immer verlassen kann.

Bevor ich es tue, prüfe ich den Sachverhalt woanders...

Lieber Conzaliss,
wo denn, damit ich mich dort auch informieren kann :?:
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Re: Haithabu

08.12.2013, 14:28

Conzaliss hat geschrieben:
Lieber Dieter,

wenn du Haithabu in den Browser eingibst, findest du auch andere Quellen.

Ich habe vor Jahren versucht, bei Wikipedia eine Falschinformation über die Zeugen Jehovas zu ändern - ohne Erfolg.

Und da kenne ich mich nun wirklich aus... :roll:

Lieber Conzaliss,
die Zeugen Jehovas und Haithabu sind verschiedene paar Schuhe. Natürlich bis Du für die Zeugen Jehovas der Fachmann. :wink:
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Re: Haithabu

09.12.2013, 13:24

Lieber Conzaliss,
ich auch, aber die berichtigen sich ja ständig. :wink:
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Re: Haithabu

04.01.2014, 10:24

Lieber Conzaliss,
Danke für die Auskünfte. :D
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Re: Haithabu

04.01.2014, 15:11

Für einen Bewohner von Cordoba muss Haitabu ein Kulturschock gewesen sein. Die Stadt Cordoba besaß damals 200.000 Einwohner, hatte gepflasterte Straßen, eine große Bibliothek, war hochentwickelt. Haitabu war damit verglichen tiefste Provinz. Das änderte sich ja alles sehr langsam.
 
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Re: Haithabu

04.01.2014, 23:43

Der Vergleich hängt natürlich auf verschiedenen Ebenen. Vergleichsstädte im Reich wären z.B. Köln und Hamburg, nicht eine kleinere Provinz-Grenzstadt. Was Forschung und Lehre anging hätte hier Cordoba trotzdem die Nase vorne gehabt. Die erste deutsche Universität war die Karlsuniversität in Prag. Mit Jan Kopernik gewann die deutsche Wissenschaft langsam Anschluß an die Weltelite. Die Universitäten schossen damals im Deutschen Raum wie Pilze aus dem Boden.
In der Metallverarbeitung und vielen Handwerken hatten wir immer ein hohes Know How. China war allerdings schon damals in der Massenproduktion voraus.
viele Grüße

Paul

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Re: Haithabu

05.01.2014, 09:59

Lieber Paul,
was willst Du uns mit deinen Worten sagen :?: Eine Verbindung zwischen China und dem damaligen Deutschland wird es nicht gegeben haben. Auch Haithabu kannst Du nicht mit Köln, Mainz oder Trier vergleichen. :wink:
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Re: Haithabu

05.01.2014, 13:09

Paul
Der Vergleich hängt natürlich auf verschiedenen Ebenen. Vergleichsstädte im Reich wären z.B. Köln und Hamburg, nicht eine kleinere Provinz-Grenzstadt. Was Forschung und Lehre anging hätte hier Cordoba trotzdem die Nase vorne gehabt. Die erste deutsche Universität war die Karlsuniversität in Prag. Mit Jan Kopernik gewann die deutsche Wissenschaft langsam Anschluß an die Weltelite. Die Universitäten schossen damals im Deutschen Raum wie Pilze aus dem Boden.
In der Metallverarbeitung und vielen Handwerken hatten wir immer ein hohes Know How. China war allerdings schon damals in der Massenproduktion voraus.
viele Grüße


Beitragvon dieter » 05.01.2014, 10:59
Lieber Paul,
was willst Du uns mit deinen Worten sagen :?: Eine Verbindung zwischen China und dem damaligen Deutschland wird es nicht gegeben haben. Auch Haithabu kannst Du nicht mit Köln, Mainz oder Trier vergleichen. :wink:


Mir sind diese Worte auch nicht ganz klar. Ein Besucher im 10.Jahrhundert konnte ja nur seine eigene Stadt Cordoba als Maßstab nehmen. Mainz oder Köln wären für ihn auch nur primitive Ansiedlungen gewesen, über die er die Nase gerümpft hätte. Vergleichsorte, die für ihn damals erreichbar gewesen wären, könnten allenfalls Bagdad oder Konstantinopel gewesen sein. Die hatten ungefähr das gleiche kulturelle Niveau.