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Breslau 1945 - Die Menschen

Bundeswehr und deren Einsätze, Rüstung, Wehrpflicht

Moderator: Barbarossa

Marianne E.
Mitglied
Beiträge: 1983
Registriert: 13.04.2019, 16:51

Was ist Krieg? Wie sieht Krieg aus?

Ist der Tod an der Front anonym? Für die Menschen, die in Breslau den Tod gesehen haben, wurde er bekannt, vertraut und gefürchtet bis zu ihrem eigenen Tod.

Die Bevölkerung Breslaus wird für den Mai 1945 mit 202.000 Personen angegeben. Nicht gezählt sind die Flüchtlinge, die sich kurzzeitig in Breslau aufhielten.

Breslau war eine schöne Stadt, modern mit geeigneten Wohnmöglichkeiten, einem hervorragenden Bildungssystem, guter medizinischer Versorgung und kurzum mit allem, was das Leben der Breslauer angenehm gemacht hat.

Es war in den ersten Tagen des Jahres 1945. Aber in Breslau ging das Leben ganz normal weiter. Die Fabriken, die Behörden, die Geschäfte hatten nach einer kurzen Weihnachtsruhe ihre Arbeit wieder aufgenommen. Aber die von Mund-zu-Mund-Nachrichten verhießen nichts Gutes, wonach die Russen die deutschen Frontlinien durchbrochen hätten und sich in schnellem Vormarsch durch Polen auf die deutsche Grenze zu befänden. Fliegerangriffe schienen ein Zeichen dafür zu sein, dass die Rückzüge der Wehrmacht im Osten Realität wurden.

Nun trafen auch die ersten Flüchtlinge in Breslau ein. Erst einzeln, dann zu mehreren kamen diese Menschen in die Stadt. Schließlich waren es ganze Züge voller Geflohener, die herbeirollten. „Wie steht es im Osten?“ „Wo kommt ihr her?“ lauteten die Fragen der Breslauer. „Aus dem Wartheland!“ „Aus dem Grenzland!“ so hallte es zurück. So kamen tausende Menschen durch die Stadt; manche hatten viel, andere wenig Gepäck bei sich. Ohne warme Kleidung, ohne die nötigsten Nahrungsmittel, so zogen sie in der Januarkälte dahin.

Es folgten unentwegt neue Anschläge, Aufrufe, Erlasse, einer immer unsinniger als der andere. Befehle, kaum erlassen, wurden kurz darauf wieder zurückgezogen, widerrufen oder geändert. „Gehfähige Personen machen sich zu Fuß auf den Weg.“, so lautete einer der Befehle.
Viele Menschen machten sich auf den Weg über die vereisten Landstraßen. Sie kamen nicht weit. Erst war es das Gepäck, das zu schwer wurde. Die Vernünftigsten von ihnen kehrten wieder um. Aber die anderen? Augenzeugen berichteten, dass man anfangs nur weggeworfene Gepäckstücke im Graben liegen sah. Dann aber lagen die Menschen selbst am Straßenrand. Sie konnten sich nicht mehr weiterschleppen. Verhungert und erfroren blieben sie zurück.

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