Was geschah vor Kolumbus?

Maya, Inka, Seevölker

Moderator: Barbarossa

maleku
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Unter den Weltmännern, die ausgezogen waren, in anständiger Weise eine indigene Hochkultur zu zerstören, befanden sich auch deutsche Bürger. Hernan Cortez hatte in seiner Truppe einen gewissen Juan Aleman, der, wie es hieß, Johann von Hotzenplotz geheißen haben soll und Waffenschmied war.
Eine Flotte von 14 Schiffen segelte 1525 in das traumhafte Paradies der Indigena. An Bord waren 2500 Soldaten. Eines der Schiffe gehörte dem skrupellosen Augsburger Bankier Sebastian Meithart, der es mit 80 Deutschen besetzt hatte, um das Gold der Indigena zu rauben. Ulrich Schmiedel, einer der Landsknechte, schrieb später eine Broschüre darüber. Die "Wahrhaftigen Historien einer wunderbaren Schiffahrt" nannte er das Werk, das 1567 in Deutschland erschien.
Dort, wo in Südamerika das heutige Buenos Aires liegt, die Stadt der "guten Luft", bauten sie ein paar Hütten, die durch Palisaden geschützt worden waren. Doch die Not und der Hunger wurden so groß, klagte der Eroberer, "dass weder Ratzen noch Maus, Schlangen oder anderes Ungeziefer vorhanden war zur Sättigung. Auch Schuh und Leder musste alles gegessen werden". War wohl nichts, mit der weltmännischen Jagd auf Indigena.
Drei Spanier aus der verwahrlosten Truppe schlachteten allerdings in aller Heimlichkeit ihre Pferde und fraßen sie auf. Dafür wurden sie durch ihre eigenen Leute erst gefoltert und anschließend aufgehängt. In der Nacht, in der die Leichen noch am Baum baumelten, schlichen sich einige Landsknechte zu den Leichen der Gehängten, zückten die Messer und schnitten sich das Fleisch der Toten heraus. Es wurde anschließend gebraten und verspeist. So viel zum Kannibalismus, der als Argument für die berechtigte Vernichtung des roten Menschen herhalten musste.
maleku
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Ja, anscheinend reitzt das niemanden so richtig zum reagieren. Darum will ich einen Link reinsetzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Schmidl
Spartaner
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Ich lese hier heraus, dass Neidhart als Kaufmann tätig war und ein Unternehmen in Neuspanien für die Fugger gegründet hat und Perlen einkaufen sollte. http://books.google.de/books?id=JSZZM-V ... rt&f=false
maleku
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Ja ja die Fugger.Die hatten ja bereits ganz Brasilien aufgeteilt, das heist, dafuer dass sie Geld fuer die Conquista gaben, verlangten sie Land, und zwar mehr als das ganze Brasilien heute! Es gibt noch alte Landkarten in denen die Gebiete der Fugger gekennzeichnet sind.
Gier ist Gier und bleibt Gier.
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Peppone
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maleku hat geschrieben:Ja ja die Fugger.Die hatten ja bereits ganz Brasilien aufgeteilt, das heist, dafuer dass sie Geld fuer die Conquista gaben, verlangten sie Land, und zwar mehr als das ganze Brasilien heute! Es gibt noch alte Landkarten in denen die Gebiete der Fugger gekennzeichnet sind.
Gier ist Gier und bleibt Gier.
Man wusste doch noch gar nicht, was man da aufteilte! Die Fugger-Gebiete waren rein hypothetisch, die Europäer hatten keine Ahnung, wie groß oder klein das Gebiet war, das es aufzuteilen galt. Insofern waren die Landzuteilungen erstens nur ein Abstecken der Handelsgebiete, keine Kolonien, und zweitens quasi eine Hypothek auf die Zukunft, in der Hoffnung, dass das verteilte Land auch wirklich da war...im Übrigen lassen sich die im Link beschriebenen Tätigkeiten Neidharts und anderer Faktoren ganz zwanglos in die Aktivitäten des damals weltweit größten Handelshauses eingliedern. Gier? Man musste eine Riesenfirma am Laufen halten!
Wobei die Fugger in Sachen Kolonialismus sogar noch relativ bescheiden waren, denn sie waren im frühen 16.Jh. noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt, z.B. sich einen Kaiser zu kaufen (Karl V.) bzw. diesen erhalten. Die Welser waren gieriger, wollten Nägel mit Köpfen machen und ließen sich Venezuela überschreiben, das sie als Privatkolonie auch gleich tatkräftig ausbeuteten - bis sie daran pleite gingen, weil die Erlöse in Form von Unmengen von Gold ausblieben, aber schon ausgegeben waren...

Beppe
Marga
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Peppone/Marek, in Geschichte macht Dir so schnell keiner etwas vor - klasse!

Marga
Por favor Consejo error disculpas

Marga
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Peppone
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Marga hat geschrieben:Peppone/Marek, in Geschichte macht Dir so schnell keiner etwas vor - klasse!

Marga
Mag für uns beide gelten, aber Peppone ist nicht Marek...

Beppe
Paul
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In Partnerbörsen geben US Bürger immer ihre Abstammung an. Viele geben eine gemischte Abstammung an, darunter auch eine indianische. In den USA ist Abstammungsforschung modern. Es gibt kaum "Weisse" Amerikaner, die nicht auch schwarze und undianische Vorfahren haben und das betrifft schon die bekannten Vorfahren. Die Vermischung in den frühen Pioniergebieten ist dabei kaum berücksichtigt.
In Chile und Argentinien sieht man den "Weissen" Südamerikanern den hohen Anteil indianischer Abstammung auch an.
Die meisten Amerikaner sind auch Ureinwohner.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha
Marianne E.
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Vielleicht ist eine andere Fragestellung (als die nach den Kartoffeln) auch interessant.
Welchen Stellenwert hätte die sog. Entdeckung Amerikas bekommen, wenn die Inka nicht diese Unmengen Gold gehabt hätten?
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Barbarossa
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Das ist eine gute Frage.
Ich schätze, kolonisiert worden wäre der Doppelkontinent wohl trotzdem. Es gab ja auch die Legende von Eldorado. Das hat man bis heute nicht gefunden, glaube ich. Aber es hat eben zahlreiche Abenteurer und Goldsucher nach Südamerika gezogen. Möglicherweise hat der tatsächliche Goldschatz der Inkas diese Legende noch befeuert. Ich denke, letztlich wäre nichts anders verlaufen, wie es verlaufen ist. Ohne das viele Raubgold wäre es in Europa nicht zu der gewaltigen Inflation gekommen, die der Goldpreis dann erlebte - wäre also wahrscheinlich sogar für die Europäer besser gewesen.
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