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Moderator: Barbarossa

 
Marianne E.
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Die "Rattenlinien"

05.03.2020, 16:20

Der Begriff "Rattenlinien" war ursprünglich eine Bezeichnung des US-Geheimdienstes für Fluchtrouten von Angehörigen des Nazi-Regimes. Da die Beteiligung der katholischen Kirche bekannt war, nannte man die Rattenlinien gelegentlich auch "Klosterrouten".
Die Fluchtwege gingen zumeist über Italien und Spanien nach Argentinien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es vielen Nazi-Verbrechern, auf diesem Wege einer Strafverfolgung zu entkommen.

Diese Möglichkeit der Fluchtorganisation soll bereits im Jahre 1943 von einem Franziskaner-Priester (Krunoslav Draganovicin) in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Bischof (Alois Hudal) geschaffen worden sein. Das Italienische Rote Kreuz besorgte falsche Pässe und eine Behörde des Papstes die erforderlichen Visa. Das Internationale Rote Kreuz übernahm öfter die Kosten der Schiffsreise, Taschengeld und spendete manchmal auch eine Summe als Startkapital.
Gelegentlich wurde dann mit einer falschen Identität dafür gesorgt, dass Nazi-Täter als Überlebende von Konzentrationslagern galten.

Hierzu gibt es eine umfangreiche Literatur, u.a.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinien
"Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen." Von Ernst Klee, Fischer-Verlag, Frankfurt,1991. 
 
Feldwebel57
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Re: Die "Rattenlinien"

05.03.2020, 17:02

Das ist ja haarsträubend , wie man solchen Leuten geholfen hat .
In diesem Zusammenhang habe ich bisher keine solche Informationen gehabt .
Vielen Dank für diesen Beitrag !
 
Ruaidhri
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Registriert: 06.05.2015, 18:09

Re: Die "Rattenlinien"

05.03.2020, 20:05

Feldwebel57 hat geschrieben:
In diesem Zusammenhang habe ich bisher keine solche Informationen gehabt .
Vielen Dank für diesen Beitrag !

Ohen Mariannes Beitrag dadurch schmälern zu wollen: Eine Doku- Reihe des ZDF gibt dazu, und ganz unbekannt war das nicht, wie und mit wessen Hilfe die Verbrecher nach Argentinien kamen.
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri