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Moderator: Barbarossa

 
Paul
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Mugabe gestürzt

15.11.2017, 14:03

Scheinbar hat das Militär endlich den grausamen Diktator Mugawe gestürzt. Dieser hatte die Kornkammer Afrikas, das ehemalige Südrodesien zum Armenhaus gemacht, in welchem die Menschen hungern mußten. Der Putsch verlief wohl unblutig. Mugawes Frau durfte nach Namibia ausreisen. Ob das Militär Mugawe ins Exil gehen lassen, ist unklar, denn es darf ja keine weitere Gefahr von ihm ausgehen.

http://www.bild.de/politik/ausland/vere ... .bild.html 
viele Grüße

Paul

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Re: Mugawe gestürzt

15.11.2017, 15:13

Gute Info von Spiegel Online: http://www.spiegel.de/politik/ausland/robert-mugabe-in-simbabwe-vom-freiheitskaempfer-zum-tyrannen-a-1178044.html
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He has called on the best that was in us. There was no such thing as half-trying. Whether it was running a race or catching a football, competing in school—we were to try. And we were to try harder than anyone else. We might not be the best, and none of us were, but we were to make the effort to be the best. "After you have done the best you can", he used to say, "the hell with it". Robert F. Kennedy - Tribute to his father
 
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Barbarossa
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Re: Mugawe gestürzt

17.11.2017, 11:28

Mugabe war sicher ein autoritärer Machthaber, dennoch finde ich es erstaunlich, dass sich das Militär in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern immer wieder anmaßt, in die Politik ihres eigenen Landes auf diese Weise einzugreifen. Als ich gestern in der Botschaft der Côte d'Ivoire saß und auf mein Visum wartete, lief im Fernsehen dort auch ein Bericht über die Vorgänge in Simbabwe. Eine ebenfalls wartende Ivoirerin schüttelte dabei mehrmals mit dem Kopf und schien damit überhaupt nicht einverstanden gewesen zu sein. 
Ich denke auch, dass das Militär nicht das Recht hat, die Regierung ihres eigenen Landes von der Macht zu putschen. Das Volk müsste die Regierung aus dem Amt jagen, wenn sie sich als unfähig oder zu korrupt erweist.

Im Fall von Simbabwe scheint das Militär aber quasi im Auftrag gehandelt zu haben. Denn kurz vor dem Putsch hat Präsident Mugabe seinen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa entlassen, der dann ins Ausland floh. Allerdings scheint Mnangagwa sehr gut mit dem Militär vernetzt gewesen zu sein, das er dann für seinen Putsch einschaltete. Mnangagwa ist inzwischen offenbar auch wieder im Lande und wird nun auch als möglicher Nachfolger Mugabes gehandelt. Es scheint lediglich ein Machtkampf zwischen Präsident und Vizepräsident zu sein.
Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 4-amp.html
http://www.zeit.de/amp/politik/ausland/ ... eckgekehrt


--> Ich habe den Namen Mugabe im Titel des Themas korrigiert. [Mod. aus]
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Paul
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Re: Mugabe gestürzt

17.11.2017, 13:38

Es wäre der Idealfall, wenn die Bevölkerung einen Diktator stürzen könnte. Meist haben sie nicht die Mittel dazu. Selbst das Militär hat es oft schwer, wenn noch ein Teil der Bevölkerung an einem Diktator hängt z.B. weil er ihnen Privilegien gibt.
In der Türkei war das Militär nicht mehr in der Lage, für die Bevölkerungsmehrheit zu handeln und den Diktator zu stürzen. Oft fürchtet das Militär einen Bürgerkrieg, denn nicht alle Diktatoren haben die Bevölkerung so gegen sich wie Mugabe und Kim.
viele Grüße

Paul

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Re: Mugabe gestürzt

18.11.2017, 15:43

Laut der aktuellen Nachrichten ist die Situation so, dass Mugabe formal noch im Amt ist - er ist gestern sogar in seiner Funktion noch einmal öffentlich aufgetreten. Er wurde aber von verschiedenen Stellen zum Rücktritt aufgefordert - er verliert auch innerhalb seiner Partei an Rückhalt und heute gibt es Demonstrationen zehntausender Menschen, auf denen der Rücktritt des Präsidenten gefordert wird.

Es geht doch...
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Barbarossa
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Re: Mugabe gestürzt

22.11.2017, 14:31

Gestern ist Mugabe mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er kam damit einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvor. Der Jubel in Simbabwe ist groß.
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Re: Mugabe gestürzt

26.11.2017, 13:54

Ein kleiner Nachtrag:
Vorgestern, also am Freitag, ist wie eigentlich erwartet der ehemalige Vizepräsident Emmerson Mnangagwa als neuer Präsident vereidigt worden. Er folgt nun also Mugabe im Amt nach - erst einmal per Putsch und nicht per Wahl. Er versprach eine demokratisierung des Landes. Der erste Schritt wäre dann aber eine Präsidentschaftswahl, damit er demokratisch legitimiert ist.
Zum Nachlesen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/simbabwe-emmerson-mnangagwa-als-nachfolger-von-robert-mugabe-vereidigt-a-1180095-amp.html
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Re: Mugabe gestürzt

06.12.2017, 23:05

Bin gespannt ob sich in Simbabwe nun in Sachen Demokratisierung und Witschaftsbelebung was tut. Schwer zu sagen ob es sich der neue Präsident erlauben kann, weiterzumachen wie sein Vorgänger.

Der Grund für den Putsch, war denke ich weniger die katastrophale Lage an sich, das Militär und der jetzige Staatschef wollten verhindern, dass Mugabe seine Ämter an seine Frau abgeben kann. Diese soll alles andere als beliebt gewesen sein.
 
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Re: Mugawe gestürzt

06.12.2017, 23:31

Barbarossa hat geschrieben:
Mugabe war sicher ein autoritärer Machthaber, dennoch finde ich es erstaunlich, dass sich das Militär in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern immer wieder anmaßt, in die Politik ihres eigenen Landes auf diese Weise einzugreifen. Als ich gestern in der Botschaft der Côte d'Ivoire saß und auf mein Visum wartete, lief im Fernsehen dort auch ein Bericht über die Vorgänge in Simbabwe. Eine ebenfalls wartende Ivoirerin schüttelte dabei mehrmals mit dem Kopf und schien damit überhaupt nicht einverstanden gewesen zu sein. 
Ich denke auch, dass das Militär nicht das Recht hat, die Regierung ihres eigenen Landes von der Macht zu putschen. Das Volk müsste die Regierung aus dem Amt jagen, wenn sie sich als unfähig oder zu korrupt erweist.

Im Fall von Simbabwe scheint das Militär aber quasi im Auftrag gehandelt zu haben. Denn kurz vor dem Putsch hat Präsident Mugabe seinen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa entlassen, der dann ins Ausland floh........


Natürlich kann man sagen eine Machtübernahme nach dem Militärputsch bringt Probleme mit der Legitimation.

Aber Mugabe war, so scheint es, ebenfalls jedes Mittel recht um an der Macht zu bleiben und zB Herausforderer Tsvangirai von dieser Fern zu halten.

Mich wundert es das Tsvangirais Name, jetzt wo Mugabe weg ist, nicht öfter zu hören ist. Immerhin hat er Mugabe einmal in einem ersten Wahlgang geschlagen und ihn zur kurzfristigen Zusammenarbeit "gezwungen".

Das öfter das Militär als die Bevölkerung gegen Diktatoren putscht wundert mich nicht so. Das Militär spielt oft eine Schlüsselrolle. Hat ein Machthaber die Armee auf seiner Seite wird es schwer gegen ihn anzukommen. Das Militär in solchen Staaten ist sich dieser Rolle wohl bewusst und Putscht so, im Anlassfall selbst (ohne Mithilfe der Bevölkerung).

Was ich gelesen habe, ist der Militärchef ein enger Verbündeter des jetzigen Machthabers gewesen. Aus diesem Grund stellte sich das Militär gegen Mugabe.
 
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Barbarossa
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Re: Mugabe gestürzt

07.12.2017, 08:45

Ja, das ist so. Wohl aus gutem Grund steht in unserem Grundgesetz, dass die Bundeswehr eben nicht im Inland eingesetzt werden darf - auch nicht in einem Krisenfall.
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Re: Mugabe gestürzt

07.12.2017, 09:37

Barbarossa hat geschrieben:
Ja, das ist so. Wohl aus gutem Grund steht in unserem Grundgesetz, dass die Bundeswehr eben nicht im Inland eingesetzt werden darf - auch nicht in einem Krisenfall.


Wusste ich gar nicht. Schließt das nicht eigentlich auch einen Katastropheneinsatz aus?

Denke man kann das auch nicht wirklich vergleichen. Auch wenn Merkel es nicht einfach hat eine Regierungskoalition zu finden und regieren schon mal einfacher war. Leute wie Merkel, Kurz usw. sind zu Wahlen angetreten und sind gewählt worden. Können auch wieder abgewählt werden.

Mugabe, Kabila und co hingegen biegen sich die Verfassung zu recht wie es ihnen passt, oft auch über Jahrzehnte.
 
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Re: Mugabe gestürzt

07.12.2017, 11:15

WDPG hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Ja, das ist so. Wohl aus gutem Grund steht in unserem Grundgesetz, dass die Bundeswehr eben nicht im Inland eingesetzt werden darf - auch nicht in einem Krisenfall.


Wusste ich gar nicht. Schließt das nicht eigentlich  auch einen Katastropheneinsatz aus?

...

Ja. Und selbst Helmut Schmidt hat zugegeben, dass er beim Einsatz der Bundeswehr bei der Hochwasserkatastrophe in Hamburg 1962 eigentlich das Grundgesetz gebrochen hat. Aber das war ihm egal, da es um die Rettung von Menschenleben ging. Aber auch in näherer Vergangenheit wurde bei Hochwasserkatastrophen schon mal die Bundeswehr mit eingesetzt. Auf welcher rechtlichen Grundlage das geschah, weiß ich nicht.
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Re: Mugabe gestürzt

07.12.2017, 12:53

Barbarossa hat geschrieben:
WDPG hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Ja. Und selbst Helmut Schmidt hat zugegeben, dass er beim Einsatz der Bundeswehr bei der Hochwasserkatastrophe in Hamburg 1962 eigentlich das Grundgesetz gebrochen hat. Aber das war ihm egal, da es um die Rettung von Menschenleben ging. Aber auch in näherer Vergangenheit wurde bei Hochwasserkatastrophen schon mal die Bundeswehr mit eingesetzt. Auf welcher rechtlichen Grundlage das geschah, weiß ich nicht.


Dachte ich mir fast, weil in Österreich ist es eine wichtige Aufgabe des Heeres im Katastrophrnfall mitzuhelfen.

Wird sicher in Deutschland irgendwelche Ausnahmeregelungen geben, denke ich.

Bei uns weiß ich nicht wie das geregelt ist, aber sehr viel Gefahr geht von unserem Heer wohl nicht aus.
 
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Re: Mugabe gestürzt

07.12.2017, 16:28

Letzteres glaube ich auch nicht. ;-)
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