Ungarn erneut in EU-Kritik

Diskussionen über die Mitgliedsstaaten der EU

Moderator: Barbarossa

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Barbarossa
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Ungarn steht seit einigen Tagen in der EU erneut unter heftiger Kritik. Grund ist ein Gesetz, durch das Minderjährigen Informationen über alternative sexuelle Orientierungen vorenthalten werden sollen. Vielmehr solle das in der Verantwortung des jeweiligen Elternhauses liegen.
Mehrmals wurde deswegen nun bereits die EU-Mitgliedschaft Ungarns infrage gestellt - so jetzt auch von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Wörtlich erklärte er: ,,Ungarn muss sich grundsätzlich entscheiden, ob es Teil der Europäischen Wertegemeinschaft bleiben möchte.''
Es soll wohl auch ein Verfahren gegen Ungarn eröffnet werden.
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... frage.html

Vielerorts werden nun an Rathäusern und anderen öffentlichen Orten in Deutschland Regenbogenflaggen gehisst. Auch das Münchner Stadion, in dem aktuell Spiele der Fußball Europameisterschaft ausgetragen werden, wollte in diesen Farben erscheinen, was jedoch von der UEFA untersagt wurde.
Und wehe, die Stadtverordnetenversammlung einer Stadt entscheidet sich dagegen - wie bspw. die Stadt Brandenburg a. d Havel, dann wird die Entscheidung aufgrund der heftigen Kritik übergangen.
siehe: https://www.radio-potsdam.de/regenbogen ... der-havel/

Ich muss dazu sagen, besonders dieses Hissen der Regenbogenflaggen finde ich übertrieben. Ich könnte nur eine solche Flagge hissen, mit der ich mich selbst irgendwie identifizieren kann. Die Regenbogenflagge gehört definitiv nicht dazu. Überhaupt sind das für mich Leute, die auf jeden Fall irgendwie anders sind - ohne das bewerten zu wollen.
Allerdings widerstrebt es mir auch, alternative sexuelle Orientierungen als ,,normal'' zu betrachten. Das sind sie nicht, weil sie eine Bevölkerungsminderheit darstellen.
Das wären so meine Gedanken dazu.
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Marianne E.
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Sexuelle Orientierung, schon das Wort zeigt, wie man in Deutschland mit einer individuellen Situation umgeht.
Vorweg: Schwul wird man nicht, schwul ist man per Natur.
Homosexuelle werden diskriminiert, wurden verfolgt und ermordet. Nicht nur in Deutschland, aber in den KZs ganz besonders.
Und nun wird mit einer doch recht harmlosen Fahne darauf hingewiesen, dass Schule und Lesben ganz normale Menschen sind und normale Rechte wollen.
Und nach meiner Kenntniss und meinem Rechtsbewußsein, sind Menschenrechte für Alle da. Und solange das nicht im Alltagsleben angekommen ist, gibt es Symbole zur Mahnung.

Mir ganz persönlich gefällt das auch nicht. Mir gefällt auch nicht das Getue einiger, die für Rechte dieser Minderheit auf der Straße halbnackend tanzen. Aber auch das ist individuell.
Cherusker
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Mich kotzt da die Doppelmoral an. :evil: Als in der Dresden ein schwules Paar von einem Islamisten niedergestochen wurde und einer verstarb, da hat es keine Empörung in der Szene gegeben. Auch hat da keiner aus Anteilnahme die Regenbogenfahne gezeigt. Das Thema wurde schnell bei Seite gelegt. Ebenso bei Erdogan und Putin.....spricht da jemand das Thema "Homosexualität" an und zeigt Flagge ? :shock: Wird Manuel Neuer bei der WM in Katar auch die Regenbogen-Kapitänsbinde tragen ? :wink: Schließlich gibt es dort bis zu 5 Jahre Haft auf Homosexualität !
Vielmehr sollte sich dieser Protest ausschließlich gegen Ungarn richten. :twisted: Es wurde wieder ein Land herausgegriffen und man hat die Politik in den Sport gebracht. Dümmer hätte man es nicht anstellen können, weil sich die ungarischen Spieler (egal welcher politischen Meinung sie sind, aber was gegen ihr Land geht....) dadurch besonders motiviert fühlten und Deutschland mit einem glücklichen 2:2 vom Platz gehen konnte. :mrgreen:

Der Protest aus der queeren Szene kommt nur dort, wo sie sich sicher sind, daß sie auf Gehör treffen, d.h. in Deutschland sich wegen jeder Kleinigkeit aufregen, aber in totalitären und muslimischen Ländern meist schön die Klappe halten. :wink:
Ebenso wie die feministische Szene trauen sie sich nicht gegen eine wirkliche Unterdrückung und Verfolgung vorzugehen und zwar gegen eine Verfolgung, die von Islamisten erfolgt. In einigen "schwulen" Großstädten, wie z.B. Köln, Berlin,.....trauen sich Homosexuelle nicht mehr als solche sich erkennbar zu zeigen. Das war schon mal anders. Aber in Duisburg-Marxloh oder Berlin-Neukölln würde das wohl nicht gesundheitsfördernd sein. :mrgreen: Warum gibt es da keine Proteste gegen das homophobe Verhalten von Islamisten ???  
Ruaidhri
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Cherusker hat geschrieben:Als in der Dresden ein schwules Paar von einem Islamisten niedergestochen wurde und einer verstarb, da hat es keine Empörung in der Szene gegeben. Auch hat da keiner aus Anteilnahme die Regenbogenfahne gezeigt.
Es gab reichlich Proteste gegen dieses Verbrechen.
Deine Meinung ist insofern nicht zutreffend, weil Ungarn zur EU gehören will, die sich bestimmte Regeln und Ziele gesetzt hat. Wenn sie die weder teilen noch diese längerfristig umsetzen wolln, sind Ungarn, Polen und die Slowakei im falschen Verein.
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri
Cherusker
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Ruaidhri hat geschrieben: 06.07.2021, 18:06
Es gab reichlich Proteste gegen dieses Verbrechen.
Reichliche Proteste ? Wohl im stillen Kämmerlein ? Ich habe keine großen Demos gesehen ! :shock: Kein CSD für die Opfer. :?
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Barbarossa
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Es gab eine Gedenkveranstaltung, aber die wurde wegen Corona zahlenmäßig begrenzt: https://www.aachener-zeitung.de/nrw-reg ... d-54617479
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