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Moderator: Barbarossa

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Soll die Türkei in die EU?

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Schmiddey
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Die Türkei in die EU?

07.01.2009, 21:53

Was haltet ihr davon? Und falls ja, unter welchen Bedingungen? Was hätte die EU davon, die Türkei aufzunehmen?
 
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Balduin
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08.01.2009, 14:04

Ich bin gegen eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union:

- Zypern Frage
- Menschenrechte
- Soweit ich weiß, liegt kein anderes Land mehr auf der asiatischen Seite
- Starkes Konfliktpotenzial mit den Nachbarländern
- Kurdenkonflikt
- noch fehlende Reformbereitschaft innerhalb der Türkei

Wirtschaftliche Punkte ausgenommen.




Was hätte die EU davon, die Türkei aufzunehmen?


http://www.td-ihk-kongress.de/files/business_power_kaleagasi_1_tusiad.pdf
PDF-Dokument zu den Vorteilen einer Türkei-Mitgliedschaft in der EU

Achtung: Der Aufsatz ist von dem Verband türkischer Industrieller und Unternehmen, also keineswegs als "neutrale" Quelle ansehen.

http://www.bpb.de/themen/80VDVN,0,0,%DCberlastet_ein_T%FCrkeiBeitritt_die_EU.html

"Überlastet ein Türkei-Beitritt die EU" von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
 
JetLeechan
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08.01.2009, 14:23

Ich bin ebenfalls dagegen.

Die EU war schon vor der großen Osterweiterung ein Bürokratiemonster und fast handlungsunfähig.
Es immer noch keine Einigung zu einer EU Verfassung, gemeinsame Armee, gemeinsame Außenpolitik etc.
Im Moment kommt sie gar nicht voran. Weitere Länder aufzunehmen bedeutete noch mehr Bürokratie und noch weniger Handlungsfähikeit.

Was die Türkei im Speziellen angeht hat Belduin die wichtigsten Punkte schon aufgezählt.
 
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Balduin
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08.01.2009, 15:48

JetLeechan hat geschrieben:
Ich bin ebenfalls dagegen.

Die EU war schon vor der großen Osterweiterung ein Bürokratiemonster und fast handlungsunfähig.
Es immer noch keine Einigung zu einer EU Verfassung, gemeinsame Armee, gemeinsame Außenpolitik etc.
Im Moment kommt sie gar nicht voran. Weitere Länder aufzunehmen bedeutete noch mehr Bürokratie und noch weniger Handlungsfähikeit.

Was die Türkei im Speziellen angeht hat Belduin die wichtigsten Punkte schon aufgezählt.


Vor allem ist zu beachten, dass Europa die EU braucht um weltpolitisch etwas unternehmen zu können. Deutschland ist ohne die EU absolut machtlos in der Welt. Es heißt ja, dass eine Krise immer auch noch eine Chance beinhaltet, in dem Fall die Chance die EU zu stärken.


Das mit dem Bürokratieabbau richtet der Ede schon
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,517985,00.html
 
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Barbarossa
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08.01.2009, 22:58

Ich habe ebenfall mit "nein" gestimmt. Die wichtigsten Gründe wurden bereits aufgezählt.
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JetLeechan
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09.01.2009, 16:47

Balduin hat geschrieben:
Vor allem ist zu beachten, dass Europa die EU braucht um weltpolitisch etwas unternehmen zu können. Deutschland ist ohne die EU absolut machtlos in der Welt. Es heißt ja, dass eine Krise immer auch noch eine Chance beinhaltet, in dem Fall die Chance die EU zu stärken.

Deutschland ist mit und ohne die EU machtlos im großen Poker, aber immer noch ganz ansehnlich im mittleren Bereich.

Europa braucht die EU nicht, wir brauchen so etwas wie die EU, nur in gut. :lol:
 
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Naphae
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09.01.2009, 19:48

Ich habe auch aus den bereits genannten Gründen mit "nein" auf diese Frage geantwortet.

Die EU nur in gut? Ok, hier und da hat sie Schwächen (untertrieben ausgedrückt). :lol:
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~Thomas Cromwell~
 
elysian
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10.01.2009, 01:46

JetLeechan hat geschrieben:
Deutschland ist mit und ohne die EU machtlos im großen Poker,


Das sehe ich durchaus anders. Europa ist ein wirtschaftlich immens starker Raum, der durchaus in der Lage ist, auf die USA, Russland, China oder andere Staaten Einfluss zu nehmen.
Die EU ist ein Ansatz, damit die europäischen Mittelmächte weltpolitische Relevanz erlangen können. Allerdings müsste die EU hierzu politisch vertieft werden, um sich nicht immer durch interne Rangeleien selbst zu blockieren.
Dennoch verfügt z.B. Deutschland aufgrund der Mitgliedschaft in der EU mittelbar über deutlich mehr Gewicht, als wenn es die EU nicht gäbe.
sic transit gloria mundi
 
JetLeechan
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10.01.2009, 23:46

elysian hat geschrieben:
Das sehe ich durchaus anders. Europa ist ein wirtschaftlich immens starker Raum, der durchaus in der Lage ist, auf die USA, Russland, China oder andere Staaten Einfluss zu nehmen.

Das meinte ich mit "wir stehen gut da im mittleren Bereich".

"Deutschland" als Staat hat keinen großen Einfluss auf das Weltgeschehen. Anders sieht es auf transnationaler Ebene aus. Deutsche Unternehmen haben sehr viel mehr Einfluss als die deutsche Regierung.

"Europa" als Staat(enverbund) wäre richtig einflussreich wenn die EU konsequent einheitlich auftreten würde. Sehr viel Konjunktiv.

Natürlich immer aus der Perspektive des hohen Weltpoker. Im weltweiten Vergleich stehen wir immer noch sehr gut da.

Die EU ist ein Ansatz, damit die europäischen Mittelmächte weltpolitische Relevanz erlangen können. Allerdings müsste die EU hierzu politisch vertieft werden, um sich nicht immer durch interne Rangeleien selbst zu blockieren.
Dennoch verfügt z.B. Deutschland aufgrund der Mitgliedschaft in der EU mittelbar über deutlich mehr Gewicht, als wenn es die EU nicht gäbe.

Richtig, ein Ansatz. Der zweite Abschnitt tritt aber nur in Kraft wenn der Erste eingehalten wird. Interne Rangeleien schwächen die Verhandlungsposition denn im gleichen Maße, wie der Zusammenhalt stärkt. Da die EU in wichtigen Fragen allerdings selten geschlossen Auftritt...
Paradebeispiel Irakkrieg, ein Drittel dafür, ein Drittel dagegen und der Rest verhält sich neutral. Ende vom Lied: Die USA setzen sich durch.
 
elysian
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11.01.2009, 14:34

Ich denke zwar, dass die USA auch dann Krieg geführt hätten, wäre Europa geschlossen gegen diesen Krieg gewesen. Wobei man anmerken muss, dass selbst Deutschland trotz des offiziellen NEIN, inoffiziell mit allerlei ABER hantierte (Entlastung in Afghanistan, Informationen aus dem Irak, Nutzung Deutschlands für Transporte, etc.).
Im übrigen stimme ich Dir allerdings zu.
Es gibt aber auch Beispiele, in denen Europa erfolgreich gemeinschaftlich handelt. Ich denke da an die us-amerikanischen Schutzzölle auf Stahl, den Streit um die Bananenmarktverordnung, usw.
Man könnte sagen, soweit es um weltwirtschaftspolitische Fragen geht, reagiert Europa nicht selten geschlossen.
Anders verhält es sich bei Fragen der globalen Sicherheit und bezüglich traditioneller Einflussgebiete. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Reise Sarkozys in die Levante.
Hierbei fällt mir ein, die Türkei würde besser in eine Mittelmeer-Union als Annex zur EU passen.
Die für die Türkei aufgestellten Kriterien lassen sich ja letztlich durch alle Staaten dieser Welt erfüllen. Sollen diese dann alle in die EU?
Das kann ja wohl nicht das Ziel dieses Projektes sein!
sic transit gloria mundi
 
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Barbarossa
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11.01.2009, 14:36

JetLeechan hat geschrieben:
...Paradebeispiel Irakkrieg, ein Drittel dafür, ein Drittel dagegen und der Rest verhält sich neutral. Ende vom Lied: Die USA setzen sich durch.

Die USA hätten "ihr Ding" aber auch bei einem geschlossenem Auftreten der EU gemacht - notfalls auch ganz alleine, davon bin ich überzeugt.
Größtenteils waren am letzten Irakkrieg ohnehin nur die USA un Großbritannien beteiligt und hatten selbst die UN gegen sich.
Ergo: Die EU hätte so oder so nur eine Zuschauerrolle gespielt.

Edit:
Manchmal ist´s komisch: da hab ich und Elysan zeitgleich zum Irak in etwa das gleiche geschrieben...
:lol:
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elysian
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13.01.2009, 01:48

Zwei Doofe, ein Gedanke.^^ ;)
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JetLeechan
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13.01.2009, 22:28

elysian hat geschrieben:
Die für die Türkei aufgestellten Kriterien lassen sich ja letztlich durch alle Staaten dieser Welt erfüllen. Sollen diese dann alle in die EU? Das kann ja wohl nicht das Ziel dieses Projektes sein!

Hihi, frag mal den Herrn Kant, der würde Dir jetzt sagen DAS ist das Endziel. :lol:

Aber der Meinung bin ich auch, wenn diese Kriterien ein Kriterium wären ( 8) ) dann Herzlich Willkommen Japan!
 
JetLeechan
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13.01.2009, 22:37

Barbarossa hat geschrieben:
JetLeechan hat geschrieben:
...Paradebeispiel Irakkrieg, ein Drittel dafür, ein Drittel dagegen und der Rest verhält sich neutral. Ende vom Lied: Die USA setzen sich durch.

Die USA hätten "ihr Ding" aber auch bei einem geschlossenem Auftreten der EU gemacht - notfalls auch ganz alleine, davon bin ich überzeugt.
Größtenteils waren am letzten Irakkrieg ohnehin nur die USA un Großbritannien beteiligt und hatten selbst die UN gegen sich.
Ergo: Die EU hätte so oder so nur eine Zuschauerrolle gespielt.

Was macht Dich denn so sicher das die USA ihr Ding durchgezogen hätten?

Die Drecksarbeit haben sie Größtenteils alleine gemacht, richtig. Aber an so einer Operation hängen noch andere Sachen wie Versorgung, Flugrechte, Überwachung usw. Daneben hatten EU Staaten aber ca 17.500 Mann im Irak!
 
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Barbarossa
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13.01.2009, 23:50

JetLeechan hat geschrieben:
Was macht Dich denn so sicher das die USA ihr Ding durchgezogen hätten?

Weil Busch jr. von Anfang an auf diesem Einmarsch hin gearbeitet hat. Ich weiß noch genau, was die erste Amtshandlung nach seiner Amtseinführung war: Eine Bombe auf den Irak zu werfen.
Er hätte den Irak besetzt - mit oder ohne die Europäer
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