Gulag als Therapie

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Re: Gulag als Therapie

von Triton » 09.11.2014, 13:23

Gontscharow hat geschrieben:Wenn diese Menschen sich oder andere gefährden, bleibt der Gesellschaft nur das Wegsperren,
und die Behandlung mit Psychopharmaka zur Ruhigstellung ,um Schlimmeres zu vermeiden.
In meiner Umgebung (leider Verwandschaft) habe ich es auch mit solchen Problemfällen zu tun, alle mit diagnostizierten "Defiziten", und Du hast da völlig Recht, diese Menschen sind tickende Zeitbomben. Vor allem, wenn sie auf das Leben anderer Einfluß nehmen können, erkennt man ihre kranke Seele sehr schnell.

Meiner Erfahrung nach therapieren sich solche Menschen oft selbst mit Drogen, vor allem Alkohol (weil legal). Das kann gutgehen, muss aber nicht.

Re: Gulag als Therapie

von Gontscharow » 09.11.2014, 11:35

Laut Wikipedia sollen 9,4 % der Gesamtbevölkerung an Persönlichkeitsstörungen leiden -
die Zahl ist mit Vorsicht zu genießen, weil es wenige Statistiken dazu gibt und die Abgrenzung
sehr schwierig ist.
Nach meiner bisherigen Erfahrung, sind Menschen, die an schweren Persönlichkeitsstörungen leiden,
nicht therapiebar. Die können natürlich schon im jugendlichen Alter auftreten, und da
wird weder der Gulag noch der Nicht-Gulag helfen.
Wenn diese Menschen sich oder andere gefährden, bleibt der Gesellschaft nur das Wegsperren,
und die Behandlung mit Psychopharmaka zur Ruhigstellung ,um Schlimmeres zu vermeiden.

Im übrigen ist mein Kollege, der "Arbeit macht frei" geschrieben hat, kein Ukrainer und dieses Thema
hat nicht wirklich etwas mit Rußland und der Ukraine zu tun, Spartaner. Vielleicht liest du meinen Eingangspost
noch mal. Mein Kollege hat einen Bezug zum Umgang mit Drogenabhängigen in Rußland hergestellt
und dann auch noch "Arbeit macht frei" hinzugefügt. Er hat das absichtlich provokativ gemacht, um Dampf
abzulassen.Wir haben eine sehr schwierige Situation bei unserer Arbeit, und es wird immer noch schlimmer
statt besser. Drogenabhängigkeit und die Konsequenzen daraus ( Beschaffungskriminalität) als zusätzliches Problem ist das Letzte was wir brauchen.
Eigentlich ist mein Kollege aber genau so wenig empathielos wie ich - und aus meinen Posts in diesem Thema kann man
eindeutig erkennen, daß ich vom Gulag als Therapie nichts halte.

Re: Gulag als Therapie

von Lia » 09.11.2014, 11:13

@ Spartaner:
Du hast Recht, dass der Begriff Gulag missbraucht wird.
Spartaner hat geschrieben:Der Mensch soll mit dem Einsatz im Gulag nicht in erster Linie bestraft werden, sondern er soll wieder zu einem geregelten Tagesablauf, die Arbeit beinhaltet finden und das hilft bei der Eingewöhnung in das normale Leben mehr, als wenn man jahrelang in der Zelle schmort.
Völlig Deiner Meinung. Nur- siehe oben- scheint schon das heute unter den Begriff " Gulag" zu fallen, weil mit leisem Zwang verbunden der allerdings unter den von Dir genannten Bedingungen und mit den Zielen mit guter Absicht verbunden ist.
Selbstverständlich ist es richtig, wenn anders als früher nicht nach Belieben missliebige Personen eingesperrt werden, ohne Therapie und ohne Aussichten, manchmal denke ich inzwischen aber, dass es zu viele Hürden gibt, gut gemeint, aber rechtzeitiges Handeln im Sinne junger Menschen und letztlich der Geselllschaft verhindernd.

Re: Gulag als Therapie

von dieter » 09.11.2014, 10:15

Lieber Spartaner,
ich würde schon deshalb den Gulag nicht mit dem KZ vergleichen, weil man als Außenstehender beide Lager Gott sei Dank nicht in ihrer Funktion erlebt haben und somit keine Vergleiche anstellen sollte. Natürlich den Spruch: "Arbeit macht frei", kann man nur als zynisch empfinden. :roll:

Re: Gulag als Therapie

von Spartaner » 09.11.2014, 01:22

Lia hat geschrieben:
Kannani hat geschrieben:Einen gereglten Arbeitsdienst könnte ich mir auch für Hartz-Empfänger ... vorstellen, sei es bei der Straßenreinigung, Winterdienst usw.; entsprechende Zuschläge neben dem "Hartz-Endgeld" sind Programm.
Eine geregelte Sozialerziehung wäre auch für Dich zu empfehlen. Dazu ein Intensiv-Kurs zur Suchtproblematik und Abhängigkeit, aber soviel medizinisch- psychologisches Faktenwissen überfordert viele.
Der Gulag von heute íst bei weitem nicht mit dem Gulag vor 1945 zu vergleichen. Der Mensch soll mit dem Einsatz im Gulag nicht in erster Linie bestraft werden, sondern er soll wieder zu einem geregelten Tagesablauf, die Arbeit beinhaltet finden und das hilft bei der Eingewöhnung in das normale Leben mehr, als wenn man jahrelang in der Zelle schmort.
Leider wird der Begriff Gulag in heutiger Zeit immer mehr politisiert und falsch dargestellt, als Überbeleibsel der sibirischen Gefangenlager vor 1945. Das ist aber bewusste Irreführung der Medien.
Auch finde ich es gewissenlos, wenn man den Spruch vom Eingangstor des Konzentrationslager Buchenwald: "Arbeit macht frei" damit in Verbindung bringt.
Das sind ganz und gar zwei verschiedene Sachen. Egal wieviel Wut man auf die Russen hat, auch wenn man vl Ukrainer ist, ist so etwas mehr als gedankenlos und unentschuldbar.

Re: Gulag als Therapie

von Lia » 08.11.2014, 14:39

Wie oft ich in den vergangenen Tagen an diesen Faden gedacht habe, weil ich live mitbekomme, dass " in Freiheit zur (Eigen)verantwortung erziehen", nicht funktioniert.
Wo mal gesagt wird, man sei verantwortlich, wenn es Kleinigkeiten geht, dort aber Verantwortung ablehnt, wenn es brenzlig wird.
Derzeit kann ich nicht so konkret zum Fall schreiben. Nur, dass manches etwas zu idealistisch im Umgang mit Jugendlichen, die Probleme haben, gesehen wird, was krass an der Realität und Wunschdenken vorbeigeht, das allerdings bekomme ich in den letzten Wochen oft live und nächtens mit.
( Geht nicht mehr um pubertären Aufruhr, da müssen alle Eltern durch, das ist so harter Tobak, dass es mir mehr als einmal die Sprache verschlug. Ich dachte, derlei gäbe es nur auf RTL, aber nein, das gibt es wirklich.)
Nein, kein Problem-Elternhaus, keine Prügelfamilie, kein sexueller Missbrauch, kein strukturloser Alltag, aber auch nicht überreguliert.
Ein Kind läuft in der Spur, trotz der Ereignisse seit dem letzten Jahr, in das es übelst vom anderen hineingezogen wurde und immer wird, das andere völlig daneben bis hin zur Eigengefährdung.
Jugendamt und Jugendhilfe schon lange und frühzeitig auf Wunsch der Eltern engagiert, nachdem man schon vorher auf privater Basis um Hilfe bemüht war.
Kooperation läuft auf der Schiene Jugendamt/ Jugendhilfe/ Familienhilfe sehr gut.
( Die Zusammenhänge sind sehr komplex, was die möglichen Ursachen des Verhaltens betrifft, die üblichen Klischées passen nicht, aber dazu kann ich eben nicht mehr rauslassen.)
Auf einer anderen Schiene läuft es nur mühsam. Kind ist- auf eigenen Wunsch, und "weil es dort leben kann, wie es will," in einer öffentlichen Einrichtung.
Klar gibt es dort Regeln, doch die werden ignoriert, "Wir reden dann mal mit Kind drüber.", nun zum x.Mal, weil man vertraut hatte.
Inzwischen waren etliche Polizei-Einsätze nötig. Die letzten beiden Male konnte man schon von Eigenfährdung sprechen, bzw. tat es die Polizei...
In dem Fall wäre wirklich eine Unterbringung ohne Ausreißmöglichkeit samt einer intensiven psycho-sozialen Betreuung / Therapie die bessere Lösung. Ich meine wirklich Therapie, die allerdings Arbeit als Pflicht nicht ausschließt.
Wegsperren allein kann es nicht sein und hilft nicht. Das Gedusel von der "Erziehung zur Verantwortung" in der Freiheit endete inzwischen denn mit einigen nächtlichen Polizei-Einsätzenweiter weg und Rückbringen in eine Einrichtung.
Fürsorge? Betreuung im Sinne der eigenen Ansprüche? Beschränkt sich auf Ernährung und Schlafgelegenheit. Und mal netten Gesprächen: "Dududu, das ist aber nicht gut, was Du da machst!"
Insofern wird es wieder Nächte geben, in denen die Eltern, die immer noch das Sorgerecht haben und sich kümmern, weil es keinen Grund zur Entziehung gibt, mit einiger Sorge auf den Anruf warten: " Wir haben sie!"
Doch Gulag, aber eben nicht mit Zwangsarbeit als alleiniger Therapie...

Re: Gulag als Therapie

von Triton » 28.10.2014, 09:58

Wenn mit GULAG produktive Arbeit gemeint ist, dann bin ich auch dafür, dass Menschen, die solche nicht leisten, wenigstens einmal im Leben über längere Zeit zu solcher gezwungen werden. Einen Zwangsdienst für die Gesellschaft für die Dauer eines Jahres für JEDEN ohne Ausnahme bei Eintritt ins Erwachsenenalter und das Thema ist erledigt.

Meiner Erfahrung nach sind gerade die Mitmenschen, die Biographien ohne produktive Arbeit, ohne Wehr- bzw. Zivildienst vorzuweisen haben, sprich Schmarotzer, diejenigen, die andere antreiben wollen. Ist ja auch konsequent logisch, nur so können sie von den Leistungen anderer herunterleben.

Geregelter Tagesablauf als "Drohung" finde ich in Zeiten hoher Flexibilität geradezu grotesk. Davon konnte ich viele Jahre nur träumen, gleiche Tätigkeiten und 5 Tage - Arbeitswoche. Ja, so erreicht man natürlich nichts. Für alle Leistungsträger, Selbstständige, Schichtdienstler der Gesellschaft sind das ja paradiesische Zustände. Viele Krankenschwestern, Polizisten, Handwerker, Verkäufer würden sich so einen GULAG wünschen.
Dampfplauderei.

Re: Gulag als Therapie

von Gontscharow » 28.10.2014, 09:45

Von der Idee des "Gulag als Therapie" ist mein Kollege inzwischen abgerückt,
als Stalinist möchte er dann doch nicht gelten ....
Dafür hat er eine Kurzgeschichte von Stephen King entdeckt und begeistert sich für folgende Methode :

"Die Nonfumo-Gesellschaft in Kings Kurzgeschichte Quitters, Inc. verfolgt, wie Vic Donatti erläutert, eine wohl einzigartige Therapie, um ihren Kunden mit einer Erfolgsquote von 98 Prozent das Rauchen abzugewöhnen:
Der Kunde wird konstant und in unregelmäßigen Abstanden überwacht (während des ersten Monats rund um die Uhr, dann zwei Monate lang 18 beliebige Stunden am Tag, im vierten Monat, dem häufigsten Rückfallmonat, wieder 24 Stunden, dann acht Monate lang 12 beliebige Stunden, danach stichprobenartige Überwachung für den Rest des Lebens).
Nonfumos Zehn-Punkte-Skala bei Rückfällen, am Beispiel von Kunde Richard Morrison:
Rückfall 1: Seine Frau bekommt Elektroschocks im Kaninchenzimmer. Rückfall 2: Er selbst bekommt Elektroschocks. Rückfall 3: Beide bekommen Elektroschocks. Rückfall 4: Sein Sohn wird verprügelt. Rückfall 5: Er und seine Frau bekommen Elektroschocks; Sohn und Frau werden verprügelt. Rückfälle 6 - 8: Elektroschocks bei erhöhter Stromstärke. Rückfall 9: Seinem Sohn werden die Arme gebrochen. Rückfall 10: Morrison wird erschossen. Die Überwachung des Gewichts: Da viele nach der Aufgabe des Rauchens an Gewicht zulegen, wird auch dies überwacht und eine Überschreitung geahndet: Seiner Frau würde ein kleiner Finger abgeschnitten werden.

Richard Morrison erlebt nur einen Rückfall; sein Freund Jimmy McCann kann sein Gewicht nicht halten – seine Frau verliert einen Finger."


Ich kann nur sagen : LOOOOL, einige Leute merken einfach nicht, daß sie ...nunja "Nicht-Demokraten" sind, sagen wir es mal so :-)

Re: Gulag als Therapie

von Marek1964 » 27.10.2014, 23:40

Barbarossa hat geschrieben:
Karlheinz hat geschrieben:...
Gibt es nicht irgendein Zitat von Heinrich Himmler oder Göring? Zumindest Göring war doch auch Held der Luftwaffe.
Von Göring weiß ich, dass er Meier heißen wollte, wenn nur ein feindlicher Flieger über Deutschland auftauchte - er hat sich sozusagen "angemeiert".
Kommt der Ausdruck eigentlich auch von da?
:problem:

Göring hat mal grossspurig verlauten lassen, dass wenn ein britischer Bomber Berlin errreichen sollte, er Meier heissen wolle. Churchill hat damals, sehr genial, in einer Art Doolitle Raid, Berlin angegriffen. Und das mitten in der Luftschlacht um England, Die Luftwaffe hatte dann ihr Ziel, britische Flugehäfen zu bombardieren, was strategisch wichtiger gewesen wäre, zu Gunsten dem Bombardieren britischer Städte aufgegeben.

Dies hatte dann für die Luftschlacht um England wenn nicht entscheidende, so doch gravierende Nachteile (aus deutscher Sicht).

Der Doolitle Raid wiederum führte wiederum zur Schlacht um die Midway Islands und damit zum ersten Sieg der Amerikaner gegen Japan führte - auch ein Bluff - wie der Angriff auf "Meier". Aber ähnlich wirksam.

Psychologie. Angriff des vermeintlich unbesiegbaren dort, wo es ihm am meisten weh tut - und wenn es nur ein Nadelstich ist.

Re: Gulag als Therapie

von Barbarossa » 27.10.2014, 23:24

Karlheinz hat geschrieben:...
Gibt es nicht irgendein Zitat von Heinrich Himmler oder Göring? Zumindest Göring war doch auch Held der Luftwaffe.
Von Göring weiß ich, dass er Meier heißen wollte, wenn nur ein feindlicher Flieger über Deutschland auftauchte - er hat sich sozusagen "angemeiert".
Kommt der Ausdruck eigentlich auch von da?
:problem:

Re: Gulag als Therapie

von Lia » 26.10.2014, 13:39

Gontscharow hat geschrieben:Aber eine solche Behandlung für Süchtige wünschen sich auch hierzulande jede Menge Stammtischpolitiker - solange es nicht um ihren eigenen Alkoholkonsum geht...
Die Kritiker der Elche sind in vielen Fällen selber welche... .
Gulags für Drogenabhängige- also auch Alkoholiker, Gulag für Alte, die "nichts mehr bringen", Gulag für alle, die nicht ins Schema passen- bequeme Lösung für bequeme, empathielose und unwissende Schreiber wie derzeit Kannini.

Re: Gulag als Therapie

von ehemaliger Autor K. » 26.10.2014, 13:16

Kanani:
Oberst Rudel hat einmal gesagt: "Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt"
Möglicherweise hast du dich in der Adresse geirrt. Dies ist hier nicht unbedingt ein Fanclub von dem Altnazi Rudel und auch kein Kameradschaftstreffen von Angehörigen der alten Wehrmacht.
Oberst Rudel hat vielen Nazis zur Flucht nach Argentinien verholfen und unterstützte auch die rechtsextreme Deutsche Reichspartei (DRP) nach dem Krieg. Und natürlich, nicht zu vergessen, als der beste Schlachtflieger war er außerdem der einzige Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten, der höchsten Verleihungsstufe des Ritterkreuzes überhaupt.
Dies mag ja in gewisser Weise verdienstvoll sein und das will ich auch gar nicht kleinreden, aber darüber gehen die Meinungen heutzutage auseinander.
Gibt es nicht irgendein Zitat von Heinrich Himmler oder Göring? Zumindest Göring war doch auch Held der Luftwaffe.

Re: Gulag als Therapie

von Harald » 26.10.2014, 12:34

Woher kenne ich nur den hier genannten Slogan "Arbeit macht frei"?
Ach so, jetzt fällt es mir ein: Der stand über den Eingängen der Konzentrationslager.

[ Post made via iPad ] Bild

Re: Gulag als Therapie

von Gontscharow » 26.10.2014, 11:12

Übrigens, daß diese Brachialmethoden nicht funktionieren, wissen auch die Russen längst - aber für die ist nur das sozialverträgliche Frühableben der Süchtigen wichtig.
Die Vorstellung, daß das Wegsperren, Zwangsarbeit und "psychisch Zerbrechen" zu irgendetwas nützlich ist, hat etwas Stalinistisches an sich - Gulag jetzt als Therapie.
Aber eine solche Behandlung für Süchtige wünschen sich auch hierzulande jede Menge Stammtischpolitiker - solange es nicht um ihren eigenen Alkoholkonsum geht...

Die einzige Möglichkeit für Menschen, sich aus solchen Situationen wie Sucht etc. zu befreien, ist ihr
e i g e n e r Wille. Wenn es ihr eigener Wille ist, daß sie in eine Zelle gesperrt werden bei kaltem Entzug
und hinterher beaufsichtigt arbeiten - um den regelmäßigen Tagesablauf wieder zu erlernen - dann ist das ok.
Aber nicht, wenn er dazu gezwungen werden soll, denn dann ist das Unterfangen zum Scheitern verurteilt,
und, wie Lia schon schrieb, der Rückfall vorprogrammiert.

Um es noch einmal drastisch deutlich zu machen : Ich habe gestern mit einem heroinabhängigen Freund
auf der Couch ein bißchen gekuschelt :) , wir haben den Film "Trainspotting" angeschaut, der noch mal
sehr drastisch vor Augen führt, warum ein Leben als Junkie komplett perspektivlos ist und wie
Angehörige und Freunde durch die Drogensucht eines Abhängigen seelisch gefoltert werden ...
Als letzten Satz habe ich meinem Freund gesagt : "Solange nur e i n e r von uns beiden ein drogenfreies
Leben wünscht, sind ohnehin alle Bemühungen vergeblich.".

Re: Gulag als Therapie

von Lia » 26.10.2014, 11:08

Kannani hat geschrieben:Einen gereglten Arbeitsdienst könnte ich mir auch für Hartz-Empfänger ... vorstellen, sei es bei der Straßenreinigung, Winterdienst usw.; entsprechende Zuschläge neben dem "Hartz-Endgeld" sind Programm.
Eine geregelte Sozialerziehung wäre auch für Dich zu empfehlen. Dazu ein Intensiv-Kurs zur Suchtproblematik und Abhängigkeit, aber soviel medizinisch- psychologisches Faktenwissen überfordert viele.

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