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Moderator: Barbarossa

 
Cherusker1
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Wie viele Staaten sollten noch gegründet werden ?

19.10.2017, 17:21

Gestern Kosowo, heute Andalusien morgen........?. Das Gründen von Staaten und Staatengebilden ist, zumindest
wie es den Anschein hat, inflationär.
Sollte es , von wem auch immer, nicht ein Nachweis darüber geführt werden, daß neugegründete Staaten überhaupt
existenzfähig sind ?
Natürlich sind SIE existenzfähig, denn nur die reichsten Provinzen wollen sich verselbständigen. z.B. Biafra.
Die Abspaltung
von reichen Teilen von Staaten beinhaltet aber auch, daß der Rest verarmt.
]Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen
 
Paul
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Re: Wie viele Staaten sollten noch gegründet werden ?

19.10.2017, 17:42

Reichtum für sich behalten zu wollen, ist ein mögliches Motiv, sich gegen Unterdrückung zu wehren ist ein anderes häufiges Motiv. Wenn man sich anschaut, wieviele Sprachnationen es gibt, kann es noch viele Staatsgründungen geben. Darunter dann auch größere Völker wie Kurden, Tibeter, Uiguren. Es könnte natürlich auch Zusammenschlüsse geben. Dafür wären Korea, Albanien/Kosovo, Serbien/Mazedonien/Bulgarien, Griechenland/Zypern, Arabische Staaten...Kandidaten.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha
 
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Barbarossa
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Re: Wie viele Staaten sollten noch gegründet werden ?

19.10.2017, 18:59

Ich glaube, wenn Minderheiten in allen Ländern ordentlich geschützt wären, würde es gar nicht so viel Rufe nach Abspaltung und Unabhängigkeit geben. Aber auch die so oft gepriesene 'Solidarität' kann zu Misstimmungen führen, wenn eine Region der ständige Zahlmeister einer anderen Region ist. Am besten wäre es, wenn beide Seiten Vorteile aus einer Verbindung ziehen können. Das ist aber leider nicht immer so. Und wenn ein Land früher einmal eine Diktatur war, die bestimmten Regionen sogar verbot, ihre eigene Sprache zu sprechen, dann kann es besonders heikel werden. Solche Ungerechtigkeiten prägen sich ins kollektive Bewusstsein ein und können auch dann noch zu Streitigkeiten führen, wenn das Land inzwischen demokratisiert wurde - bis hin zum Partisanenkrieg bzw. Terrorismus. Das war in Italien in Südtirol so und auch in Spanien im Baskenland. Und auch Katalanisch zu sprechen, war unter Franco verboten. Ich glaube, was wir jetzt in Katalonien sehen, ist zumindest zum Teil auch noch eine Spätfolge der Diktatur. Aber ich sehe auch einen allgemeinen Trend einer Entsolidarisierung der Nationen und sogar der Regionen innerhalb von Nationen.
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