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Der Wiener Kongress 1814/15

Robespierre, Danton, Umsturz, Ancien Regime, Napoleon, Kaisertum, Französische Kriege

Moderator: Barbarossa

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Barbarossa
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»19. Dezember 1814 - Ein Franzose rettet Sachsen vor der totalen Annexion

Während der Wiener Kongress im Winter 1814 die Neuordnung Europas beriet, erreichte die diplomatische Spannung am 19. Dezember einen kritischen Scheitelpunkt. Für Preußen stand an diesem Tag nichts Geringeres als seine künftige Stellung innerhalb des deutschen Machtgefüges auf dem Spiel.

Das Ringen um die sächsische Masse

Nach den für Preußen entsetzlich verlustreichen Befreiungskriegen, forderte die preußische Delegation unter Staatskanzler Karl August von Hardenberg die vollständige Annexion des Königreichs Sachsen als Kompensation für seine in Polen verlorenen Gebiete. Der sächsische König, der bis zuletzt an Napoleons Seite geblieben war, galt als Verräter. An Hardenbergs Seite agierte Wilhelm von Humboldt als unermüdlicher Architekt der preußischen Forderungen. Mit analytischer Schärfe entwarf Humboldt Denkschriften, die die Einverleibung Sachsens nicht als bloße Eroberung, sondern als völkerrechtliche Notwendigkeit zur Sicherung der Mitte Europas begründeten. Es war der Versuch, Preußen im Zentrum des damaligen Deutschland zu konsolidieren und die eigene Position im dualistischen Ringen mit Österreich zu stärken. Schnell formierte sich Widerstand im Verborgenen.

Talleyrands Vorstoß und das Geheimbündnis

Am 19. Dezember 1814 intervenierte der französische Gesandte Talleyrand mit einer wegweisenden Note. Er spielte geschickt das Prinzip der „Legitimität“ gegen die von Humboldt formulierten Ambitionen aus: Ein angestammter Monarch wie der sächsische König dürfe nicht einfach seines Thrones beraubt werden.

Hinter dieser moralischen Argumentation verbarg sich kühle Machtpolitik, die den Gelehrten im Staatsdienst, Humboldt, zutiefst frustrierte. Talleyrands diplomatisches Manöver an diesem Tag legte den entscheidenden Grundstein für das gegen Russland und Preußen gerichtete Geheimbündnis vom 3. Januar 1815. In diesem Pakt verpflichteten sich Frankreich, Österreich und Großbritannien zu gegenseitigem militärischem Beistand gegen Preußen und Russland. Der Kontinent stand unmittelbar vor einem neuen großen Krieg – diesmal innerhalb der vormaligen Allianz gegen Napoleon.

Preußen gab nach

Preußen wurde durch diesen diplomatischen Druck gezwungen, sich mit einer Teilung Sachsens abzufinden und schuf unter Einbeziehung der vormaligen Altmark die neue preußische Provinz Sachsen.

Der 19. Dezember und das Geheimbündnis vom 3. Januar 1815 markiert den Moment, an dem die preußische Expansion an die Grenzen des europäischen Gleichgewichts stieß und die geopolitische Verwundbarkeit des Königreichs zwischen der Habsburgermonarchie und den westlichen Großmächten unterstrich und einen dunklen Schatten auf die Ereignisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts warfen.

Durch diese Korrektur wird deutlich, dass Preußen zu diesem Zeitpunkt keineswegs die alleinige Führung im Deutschen Bund beanspruchen konnte, sondern mühsam um sein Gewicht gegenüber Wien rang.

Die Rückkehr Napoleons 1815, seine neue Offensive ins heutige Belgien hinein und die hieraus entstandene Notwendigkeit erneut den militärischen Schulterschluss der Alliierten zu forcieren, rettete Preußen möglicherweise vor weiteren Verwicklungen, vermochte aber nicht den abermaligen Riss mit Wien zu heilen. Erst wieder unter Friedrich Wilhelm IV. kam es zu vielversprechenden Annäherungen zwischen Wien und Berlin.«
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repo
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Barbarossa hat geschrieben: 19.12.2025, 15:06 .

Talleyrands Vorstoß und das Geheimbündnis

Am 19. Dezember 1814 intervenierte der französische Gesandte Talleyrand mit einer wegweisenden Note. Er spielte geschickt das Prinzip der „Legitimität“ gegen die von Humboldt formulierten Ambitionen aus: Ein angestammter Monarch wie der sächsische König dürfe nicht einfach seines Thrones beraubt werden.

Hinter dieser moralischen Argumentation verbarg sich kühle Machtpolitik, die den Gelehrten im Staatsdienst, Humboldt, zutiefst frustrierte. Talleyrands diplomatisches Manöver an diesem Tag legte den entscheidenden Grundstein für das gegen Russland und Preußen gerichtete Geheimbündnis vom 3. Januar 1815. In diesem Pakt verpflichteten sich Frankreich, Österreich und Großbritannien zu gegenseitigem militärischem Beistand gegen Preußen und Russland. Der Kontinent stand unmittelbar vor einem neuen großen Krieg – diesmal innerhalb der vormaligen Allianz gegen Napoleon.

Preußen gab nach

Preußen wurde durch diesen diplomatischen Druck gezwungen, sich mit einer Teilung Sachsens abzufinden und schuf unter Einbeziehung der vormaligen Altmark die eine/ue preußische Provinz Sachsen.

./.

Die Rückkehr Napoleons 1815, seine neue Offensive ins heutige Belgien hinein und die hieraus entstandene Notwendigkeit erneut den militärischen Schulterschluss der Alliierten zu forcieren, rettete Preußen möglicherweise vor weiteren Verwicklungen, vermochte aber nicht den abermaligen Riss7.s mit Wien zu heilen. Erst wieder unter Friedrich Wilhelm IV. kam es zu vielversprechenden Annäherungen zwischen Wien und Berlin.«
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Es war dreifaches Glück für Preußen
1. Siehe oben
2. Der zweite Pariser Frieden enthielt Kriegsentschädigungen für Staaten, im 1. Pariser Frieden waren die ausgeschlossen worden, um die neue Bourbonen Herrschaft nicht von vorneherein zu belasten. Lediglich Private sollten entschädigt werden.
3. Bekam Preußen große linksrheinische Gebiete zugesprochen, da nur ein starkes Preußen in der Lage gesehen wurde, Frankreich im Zaum zu halten.
Punkt zwei und drei war zuvor vom Zaren explizit ausgeschlossen worden. Der sich da durchgesetzt hatte.

Die 100 Tage kamen Frankreich teuer zu stehen.
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Barbarossa
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.
»Unterzeichnung der Wiener Kongressakte

Am 9. Juni 1815 endete der Wiener Kongress formell mit der Unterzeichnung der Kongressakte. Das Dokument besiegelt eines der bedeutendsten diplomatischen Ereignisse der europäischen Geschichte. Zur Klarstellung sei erwähnt, dass die Wiener Kongressakte nicht mit der Wiener Schlussakte von 1820 zu verwechseln ist; Letztere regelt verfassungsrechtliche Präzisierungen der Deutschen Bundesakte von 1815 und definiert die innere Struktur sowie die Kompetenzen des Deutschen Bundes.

Nach der Epoche der napoleonischen Kriege schufen die europäischen Großmächte ein neues System der „Pentarchie“, das auf dem Prinzip des Gleichgewichts („Balance of Power“) basierte, um künftige hegemoniale Bestrebungen einzelner Mächte – primär Frankreichs – zu verhindern.

Historischer Kontext und Bedeutung

Die Kongressakte fasste die jeweiligen Einzelverträge der Verhandlungen zusammen und legte die territoriale Neugestaltung des europäischen Kontinents fest. Die politische Neuordnung trieb die monarchische Restauration unter dem Leitmotiv der Legitimität voran, stieß aber wegen gekränkter Ansprüche auf Ablehnung seitens zweier Akteure:

Der päpstliche Vertreter, Kardinal Ercole Consalvi, verweigerte die Unterschrift, da die Restauration des Kirchenstaates aus Sicht des Vatikans unvollständig blieb. Besonders das Zugeständnis an Österreich, Garnisonen in den päpstlichen Städten Ferrara und Comacchio unterhalten zu dürfen, sah der Heilige Stuhl als Verletzung der eigenen Souveränität. Zudem forderte der Papst die Wiederherstellung des Ancien Régime, während die Akte die in der Ära Napoleon durchgeführten Säkularisierungen großteils bestätigte.

Der spanische Gesandte, Don Pedro Gómez Labrador, lehnte die Unterzeichnung ebenfalls ab, da Spanien sich als Großmacht übergangen sah. Spanien erhob dynastische Ansprüche auf die italienischen Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla, die jedoch zugunsten von Marie-Louise von Österreich entschieden wurden. Da die „Großen Vier“ (Österreich, Großbritannien, Preußen, Russland) die wesentlichen Entscheidungen in informellen Zirkeln vorwegnahmen, fühlte sich Madrid als Macht zweiter Klasse behandelt. Die Verweigerung der Unterschrift blieb jedoch ein symbolischer Akt, Spanien war zu diesem Zeitpunkt als europäische Großmacht de facto nicht mehr existent und musste sich dem Diktat letztlich beugen.

Ein entscheidender Aspekt für die Eile der Ratifizierung war die Rückkehr Napoleons von Elba. Die ‚Herrschaft der Hundert Tage‘ erzeugte einen immensen Handlungsdruck. Die Delegierten vollendeten das Vertragswerk unter dem unmittelbaren Eindruck der militärischen Nachrichten aus Frankreich und den damaligen Niederlanden, um ein bindendes Dokument gegen Napoleon zu setzen. Nur neun Tage nach der Unterzeichnung fiel bei Waterloo, südlich von Brüssel, die endgültige militärische Entscheidung über das Schicksal des Kaisers der Franzosen.

Der Kongress legte den Grundstein für eine stabile, wenngleich im Sinne des alten Systems geschaffene Friedensordnung, die Europa für Jahrzehnte prägte, jedoch soziale und vor allem nationale Strömungen weitgehend ignorierte.

Territoriale Entwicklung Preußens

Für das aus tiefer Depression erwachte Preußen und dessen territoriale Gestalt war der Vertrag von großer Bedeutung.
Preußen durchlief zwischen 1806 und 1815 einen dramatischen Wandel, der den Staat von einer kontinentalen Macht mit Schwerpunkt im Osten hin zu einem „Wächter am Rhein“ mit heterogener Struktur transformierte.

1. Vor dem Frieden von Tilsit (bis 1806)
Das preußische Territorium erstreckte sich weit in den Osten. Es umfasste das Kernland (Brandenburg, Pommern, Schlesien) sowie ausgedehnte Gebiete, die durch die Teilungen Polens hinzugewonnen worden waren (Südpreußen, Neuostpreußen). Die westlichen und südlichen Besitzungen (Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth, Kleve, Minden, Ravensberg, Neuenburg in der Schweiz) rundeten das stark fragmentierte, über Jahrhunderte entstandene Erscheinungsbild ab.

2. Nach dem Frieden von Tilsit (1807)

Die verheerende Niederlage gegen Napoleon führte zur existenziellen Krise und Demütigung.mPreußen verlor im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Staatsgebietes. Alle Gebiete westlich der Elbe sowie die ehemals polnischen Territorien (mit Ausnahme des östlichen Teils, der unter russischem Einfluss stand) mussten abgetreten werden. Das verbliebene Preußen war auf den Kernbereich – Brandenburg, Schlesien, Preußen (Ost- und Westpreußen) sowie Hinterpommern – reduziert und fungierte faktisch nur noch als französischer Pufferstaat und unterworfener Vasall.

3. Nach der Neuordnung von 1815

Das Ergebnis des Wiener Kongresses bedeutete für Preußen eine fundamentale Neuausrichtung:
Preußen verzichtete auf weite Teile seiner vormaligen polnischen Gebiete (das Herzogtum Warschau fiel großteils an Russland), erhielt jedoch als Kompensation für das nicht vollständig erlangte Sachsen sowie zur Stärkung gegen Frankreich bedeutende Gebiete im Westen am Rhein.

Die Annexion der Rheinprovinz und Westfalens schuf eine neue, gewaltige Machtbasis im Westen. Preußen kontrollierte fortan die hier demnächst entstehende industrielle Kernregion Deutschlands.
Die „preußische Westfälisierung“ führte zu einem geografisch zweigeteilten Staat, dessen Verwaltung und Integration die große innenpolitische Herausforderung des 19. Jahrhunderts darstellte. Die Versetzung an den Rhein kann als eine der zentralen Weichenstellungen für die spätere Rolle Preußens in der deutschen Einigung.

Die Akte von 1815 konsolidierte Preußen als führende Macht in Norddeutschland und legte den Grundstein für den dualistischen Wettbewerb mit Österreich, der die deutsche Geschichte bis 1866 dominieren sollte.«
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Barbarossa
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repo hat geschrieben: 21.12.2025, 15:54 Es war dreifaches Glück für Preußen
1. Siehe oben
2. Der zweite Pariser Frieden enthielt Kriegsentschädigungen für Staaten, im 1. Pariser Frieden waren die ausgeschlossen worden, um die neue Bourbonen Herrschaft nicht von vorneherein zu belasten. Lediglich Private sollten entschädigt werden.
3. Bekam Preußen große linksrheinische Gebiete zugesprochen, da nur ein starkes Preußen in der Lage gesehen wurde, Frankreich im Zaum zu halten.
Punkt zwei und drei war zuvor vom Zaren explizit ausgeschlossen worden. Der sich da durchgesetzt hatte.

Die 100 Tage kamen Frankreich teuer zu stehen.
Ich antworte mal mit einem Zitat von „𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤", wo deine Ausführung in einem Kommentar näher erläutert wird.
Zitat:
»Es gab tatsächlich mehrere Konzepte für das Rheinland, die weit über das hinausgingen, was wir heute als preußische Lösung kennen:
.
1) Der ‚Dritte Deutschland‘-Block: Lange Zeit wurde diskutiert, ob man zwischen Frankreich und Preußen einen starken, unabhängigen mittelgroßen Staat oder einen Block aus mehreren kleineren Fürstentümern (unter dem Protektorat Österreichs oder einer anderen Großmacht) schaffen sollte. Dies sollte als dauerhafter Puffer gegen Frankreich dienen.
.
2) Österreichische Interessen: Österreich hatte ursprünglich wenig Interesse an den rheinischen, vor allem linksrheinischen Gebieten, da diese geografisch zu weit vom eigenen Kernland entfernt lagen. Wien favorisierte daher zunächst eine Pufferlösung, um sich selbst aus der direkten Konfrontation mit Frankreich am Rhein herauszuhalten.
.
3) Die ‚Wacht am Rhein‘ als Kompensation: Dass Preußen das Rheinland schließlich erhielt, war letztlich ein Kompromiss: Da Preußen auf weite Teile Polens und seine fränkischen Gebiete um Ansbach und Bayreuth zugunsten Bayerns verzichten musste, drängte es massiv auf eine Entschädigung im Westen. Metternich (Österreich) erkannte schließlich den strategischen Vorteil, Preußen als dauerhaften ‚Wächter am Rhein‘ zu etablieren, um Preußen permanent in die Pflicht zu nehmen, den Schutz gegen Frankreich zu garantieren – und um Preußen zugleich durch diese territoriale Zersplitterung in eine schwierige Verwaltungsaufgabe zu verstricken. Ein Geschenk war es zunächst nicht. Dass das Herz der deutschen Schwerindustrie dort entstehen würde, war 1815 nicht vorhersehbar.«
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