Hintergrund der Tschetschenienkriege
Heute jährt sich das Ende des 1. Tschetschenienkrieges mit dem Waffenstillstand am 27. Mai 1996 zum 30. Mal. Dieser Waffenstillstand war jedoch nur von kurzer Dauer.
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Hintergrund war die Unabhängigkeitserklärung der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Norden der Kaukasusregion am 1. November 1991 durch den damaligen tschetschenischen Präsidenten Dschochar Dudajew - also noch kurz vor der Auflösung der UdSSR am 26. Dezember 1991.
Sofort begann die russische Regierung in Moskau mit Maßnahmen gegen die abtrünnige Teilrepublik.
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Am 29. November 1994 beschloss der Sicherheitsrat der Russischen Föderation unter seinem Ersten Sekretär Oleg Lobow ohne Konsultation der übrigen Institutionen die Intervention in Tschetschenien.
Am 11. Dezember 1994 erteilte der russische Präsident Boris Jelzin den Befehl zur militärischen Intervention in Tschetschenien, obwohl der tschetschenische Präsident Dudajew Verhandlungsbereitschaft signalisiert hatte.
Gleich an diesem 11. Dezember begann die russische Armee mit dem Einmarsch in Tschetschenien zunächst mit 20.000, Anfang 1995 mit noch weiteren 40.000 Soldaten. Die tschetschenischen Truppen verteidigten sich so hartnäckig, dass die schnelle Einnahme der Hauptstadt Grosny unter hohen Verlusten bei der russischen Armee zunächst scheiterte.
Erst nach zweimonatigen Straßenkämpfen auch mit Artilleriebeschuss in der Stadt und mit
Luftangriffen, die ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung durchgeführt wurden, wurde Grosny von den russischen Truppen erobert.
Nach Schätzungen starben allein hier bei den Kämpfen 25.000 Menschen, was internationale Proteste hervor rief.
Man muss hier wohl vom ersten Massaker von Grosny sprechen.
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Bis zum April 1995 wurde die Teilrepublik größtenteils militärisch besetzt.
Ein am 2. August 1995 unter Vermittlung der OSZE geschlossener Waffenstillstand war nicht von Dauer, da tschetschenische Separatisten ihre Angriffe fortsetzten.
Somit setzte auch die russische Armee die Kämpfe gegen die inzwischen mit Guerillataktik agierenden Separatisten unter dem früheren Präsidenten Dudajew fort. Dieser wurde am 21. April 1996 in der Nähe des Dorfes Gechi-Tschu durch Einsatz einer ballistischen Rakete vom Typ SS-21 Scarab getötet.
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So kam es am 27. Mai 1996 zum Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens - also noch vor der der Präsidentschaftswahl in Russland am 16. Juni 1996, in der Präsident Boris Jelzin wiedergewählt wurde.
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Der Waffenstillstand war jedoch brüchig und wurde von beiden Seiten nicht eingehalten.
Erst im August 1996 konnte der russische General Alexander Lebed mit dem Chef der tschetschenischen Übergangsregierung Aslan Maschadow ein neues Waffenstillstandsabkommen aushandeln, welches auch den Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien beinhaltete. Maschadow hatte im August 1996 mit 5000 Kämpfern die von der russischen Armee kontrollierte Stadt Grosny zurückerobert. Der Krieg hatte damit für die russische Seite eine ungünstige Wende genommen.
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Insgesamt kostete dieser fast 2 Jahre dauernde 1.Tschetschenienkrieg etwa 80.000 Menschenleben.
Sowohl Jelzin als auch die russische Armee haben dabei bei der russischen Bevölkerung an Ansehen verloren.
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Der Frieden dauerte nicht sehr lange. Schon ab August 1999 kam es zu Angriffen von tschetschenischen Freischerlern auf die Nachbarrepublik Dagestan, bei denen es wiederum zu Kämpfen und Toten auch bei russischen Soldaten kam. Als es nach dieser erneuten Eskalation auch noch zu Sprengstoffanschlägen mit Hunderten Toten in Moskau kam, nahm das der seit August 1999 amtierende Ministerpräsident Wladimir Putin zum Anlass für den 2. Tschetschnienkrieg.
Bei der sogenannten 2. Schlacht um Grosny wurde dieses Mal fast die gesamte Stadt zerstört. Schätzungen zufolge schwankt die Zahl der Toten unter der Zivilbevölkerung zwischen 5000 und 8000 Menschen.
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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Ts ... enienkrieg
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_ ... 80%932000)
Der 2. Tschetschenienkrieg ebnete Putin den Weg zur Präsidentschaft in Russland. Es gibt Hinweise dafür, dass die Anschläge in Moskau inszeniert waren, um einen Anlass für den Angriff auf Tschetschenien zu haben.
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Nicht so ganz bewusst war mir bisher, dass nicht erst Putin sondern auch schon Jelzin eine sehr aggressive Politik betrieb, die keine Rücksicht auf Zivilisten nahm.