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Barbarossa
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G20-Gipfel in Argentinien: Konsequenzen im Fall Jamal Khashoggi?

03.12.2018, 12:42

Der Türkische Präsident Erdogan wollte den Mord an Jamal Khashoggi auf dem G20-Gipfel zur Sprache bringen, doch er fand wenig Gehör. Andere Themen, wie die neu aufgeflammte Krise zwischen der Ukraine und Russland sind inzwischen wichtiger geworden.

Was ist im Fall Jamal Khashoggi passiert? - Eine kleine Zusammenfassung:

Jamal Khashoggi war bis 2017 einer der wichtigsten Journalisten für das saudische Königshaus. Nachdem er jedoch in mehreren Artikeln das Regime kritisiert hatte, überwarf er sich mit den Saudis und ging 2017 ins Exil in die USA. Dort schrieb er weitere kritische Kolumnen für die Washington Post über sein Heimatland und dessen Regierung.

Am 2. Oktober 2018 betrat Jamal Khashoggi das saudi-arabische Konsulat in Istanbul, um Unterlagen abzuholen, die er für seine Hochzeit benötigte. Er verließ das Konulat nicht mehr lebend. Der Aufschrei der internationalen Staatengemeinschaft war groß und türkische Sicherheitskräfte führten entgegen der internationalen Gepflogenheiten eine Durchsuchung im Konsulat durch - jedoch ohne Ergebnis, da inzwischen wohl genug Zeit war, das Gebäude von allen Beweisen zu säubern.

Zunächst stritten die Saudis jede Verantwortung am Verschwinden Khashoggis ab, gaben in der Folgezeit aber immer mehr zu - auch den Tod
Khashoggis und verstrickten sich dabei in Widersprüche. 18 saudische Staatsbürger werden vom Regime offiziell des Mordes verdächtigt und sollen am 20. Oktober in Saudi-Arabien festgenommen worden sein. Eine Auslieferung der mutmaßlichen Täter etwa an die Türkei lehnen die Saudis ab.

Die Türkei soll über Audio- und Videomaterial verfügen, das die Ermordung Khashoggis beweisen soll und man habe das Material auch mit anderen Ländern geteilt - darunter auch mit Deutschland. Präsident Erdoğan macht höchste Regierungskreise des Saudischen Königshauses für den Mord verantwortlich.

Die amerikanischen Geheimdienste verfügen nach Angaben von US-Aussenminister Mike Pompeo über keine Beweise, die den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich machen. US-Präsident Trump hatte den Mord zunächst kritisiert und verhängte Sanktionen gegen 17 Einzelpersonen, hat inzwischen aber eine Kehrtwende vollzogen.

Deutschland hat einen zweimonatigen Stopp aller Waffenlieferungen an Saudi-Arabien verhängt - auch von vorher bereits genehmigten Lieferungen. Weitere Konsequenzen wird es aber wohl nicht geben.

Die Leiche von Jamal Khashoggi ist bisher noch nicht gefunden worden.

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... m-outbrain
https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... en-die-usa
https://www.nzz.ch/international/berich ... ld.1441224
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