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Chronik zu Kampf um die Ostsee

Die Alleinherrschaft wurde durch die Ideen der Aufklärung abgelöst.

Moderator: Barbarossa

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dieter
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1674 bis 1679
Der Nordische Krieg war eine Auseinandersetzung zwischen Brandenburg-Preußen, Dänemark und dem Königreich Schweden im parallel verlaufenden Holländischen Krieg zwischen den Niederlanden und Frankreich (1672 bis 1679).Schweden war ein Verbündeter Frankreichs, während Österreich, Brandenburg-Preußen, Dänemark und Spanien europaweit auf Seiten der Niederlande kämpften.
Quelle: http://www.terra-x.zdf.de
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Ruaidhri
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Spezifisch zum Nordischen Krieg:
Ausstellung im Landesmuseum Schloss Gottorf.
Natürlich unter Einbeziehung des Fundes der Hedvig Sophia, die den Impuls für die hervorragende Ausstellung gan:
http://www.schloss-gottorf.de/archaeolo ... nd-kanonen
Die HP der beteiligten Forschungsinstitute:
http://www.amla-kiel.de/cms2/index.php/ ... wig-sophia
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri
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dieter
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1679
Dänemark und Schweden schließen am 26.9. en Frieden von Lund. Zwischen den beiden Königreichen wird der Besitzstand vor dem Kriegsausbruch wiederhergestellt.
1690
Der spätere dänisch-norwegische Marineoffizier Wessel wird am 7.11. im norwegischen Trondheim geboren.
1699
Der spätere polnische König und Kurfürst von Sachsen August II. ( August der Starke) verbündet sich mit Dänemark und Russland gegen Schweden.
1700 bis 1721 Großer Nordischer Krieg
In Nord-, Mittel- und Osteuropa geführter Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
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dieter
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1700
Beginn des Großen Nordischen Krieges der Verbündeten Sachsen-Polen, Dänemark und Russland gegen Schweden. Am
11. März erklärt Dänemark Schweden den Krieg und marschiert in das Schleswig-holsteinische Teiherzogtum Schleswig-Holstein-Gottdorf ein.
1703
Peter der Große gründet mit dem Bau einer Festung gegen die Schweden die Stadt Sankt Petersburg.
1706
Karl XII. von Schweden siegt über Russen und Sachsen bei Fraustadt.
1710
Das Osmanische Reich tritt auf Seiten Schwedens in den Krieg gegen Russland ein.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
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dieter
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1715
Die Erzrivalen Dänemark und Schweden liegen im Dauerstreit um die Handelswege und Küstengebiete.
Am. 22. April entdeckt das dänische Spähschiff von Peter Wessel die Schiffe des schwedischen Gegners. Wie auf dem Präsentierteller liegt die Hedvig Sophia samt Flotte im Wasser.
Am 24. April fällt der Startschuss für eine verheerende Schlacht auf See.
Siebzehn Schiffe im Einsatz für König und Vaterland.
1716
Am 24.2. 1716 wird Peter Wessel unter dem Tordenskjold (Donnerschild) für seine Verdienst in der Schlacht um die Ostsee von 1715 geadelt.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
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dieter
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1718
Mit dem Tod des schwedischen Königs Karl XII. zerfällt die schwedische Großmachtstellung und das seit 1611 währende Ringen um die Ostseeherrschaft.
1720
Im Juli beenden Dänemark und Schweden den Krieg im Frieden von Frederiksborg.
Peter Wessel stirbt am 12. November im Alter von 30 Jahren in Gleidingen nach einem Duell mit dem schwedischen Oberst Jakob Axel Stael von Holstein.
1721
Ende des Großen Nordischen Krieges mit dem Frieden von Nystad am 10. September.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
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Barbarossa
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Hier ein Beitrag dazu aus Brandenburg-Preußischer Sicht, als vollständiges Textzitat:
.
»1. Februar 1720 - Der Frieden von Stockholm

Der Frieden von Stockholm war einer der abschließenden Verträge des Großen Nordischen Kriegs (1700–1721). Schweden hatte gegen eine übermächtige Koalition aus Russland, Dänemark, Sachsen-Polen, Preußen und Hannover tapfer, aber chancenlos gekämpft. Der Konflikt führte zur endgültigen Zerschlagung der schwedischen Großmachtstellung im Ostseeraum. Der Vertrag zwischen Schweden und Preußen war vor allem ein wirtschaftlicher Zugewinn für das noch junge Königreich Preußen unter König Friedrich Wilhelm I. Es war zugleich der einzige Krieg des preußischen Königs, den man den Soldatenkönig nannte.

Historischer Hintergrund

Der Große Nordische Krieg begann 1700 mit Angriffen auf schwedische Gebiete im Baltikum durch eine Allianz, die von Zar Peter I. von Russland initiiert wurde. Schweden unter Karl XII. konnte anfänglich Erfolge erzielen, litt jedoch dauerhaft unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, die die anhaltenden militärischen Belastungen mit sich brachten. Preußen, das sich 1701 unter Kurfürst Friedrich III. zum Königreich erhob, blieb zunächst neutral. Es hatte ohnehin mit dem zeitgleich tobenden Spanischen Erbfolgekrieg an der Seite des Kaisers alle Hände voll zu tun. Erst 1715 trat Preußen unter König Friedrich Wilhelm I., mehr wiederwillig, in den Krieg ein. Der junge Monarch hatte 1713 einen fast hoffnungslos verschuldeten Staat vom Vater geerbt und wollte vor allem die Finanzen des Landes sanieren und nicht mit einem Krieg die Lage noch verschlimmern.
Die preußischen Truppen besetzten schließlich Schwedisch-Pommern, darunter besonders Stettin, in der Absicht, alte, von Schweden gekränkte, brandenburgische Erbansprüche durchzusetzen. Diese Gebiete waren im Zuge der Zwangslage seit dem Westfälischen Frieden 1648 an Schweden gefallen, doch aus Sicht Brandenburg-Preußens handelte es sich um Territorien, auf die man einen legitimen Anspruch hatte.

Der zweifelsfreie Anspruch Brandenburgs auf Pommern basierte auf dem Vertrag von Grimnitz vom 26. August 1529 zwischen dem Haus Hohenzollern und dem pommerschen Herzogshaus der Greifen. Dieser Vertrag sicherte den Markgrafen von Brandenburg die einseitige Erbfolge in Pommern, falls die Greifenlinie im Mannesstamm erlöschen sollte. Dies trat 1637 mit dem Tod des letzten Greifenherzogs Herzogs Bogislaw XIV. ein, der kinderlos verstorben war. Schweden, das Pommern während des Dreißigjährigen Kriegs ab 1630 als Invasor besetzt hatte, erhielt die Gebiete im Westfälischen Frieden 1648 als Reichslehen zugesprochen. Brandenburg hatte während des gesamten Dreißigjährigen Krieges nie auch nur annähernd die Kraft sein pommersches Erbe durchzusetzen, nicht einmal die Unversehrtheit des eigenen Gebiets zu sichern. Diese Ohnmacht führte überhaupt erst dazu, dass ab 1640 unter dem späteren Großen Kurfürsten ein stehendes Heer von ständig steigender Zahl entstand.
Schweden bekam jedoch nicht ganz Pommern, sondern mit Vorpommern, Rügen, den Odermündungsinseln Usedom und Wollin, Stettin und einem Streifen östlich der Oder, den westlichen Teil, der jedoch der mit weitem Abstand wertvollste war, da er den Hafen Stettin und die Odermündung umfasste, sowie die bedeutenden Hafenstädte Stralsund und Greifswald. Separat erhielt Schweden die Hafenstadt Wismar mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als Enklave in Mecklenburg. Brandenburg erhielt den östlichen Teil, das sogenannte Hinterpommern und als Entschädigung für das von Schweden okkupierte Vorpommern, auf das es ein vom Reich de jure verbürgtes aber de facto nicht realisierbares Erbrecht hatte, das Erzstift Magdeburg sowie die Hochstifte Halberstadt, Minden und Cammin. Trotz aller während des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Drangsal und der gekränkten Erbansprüche, konnte man in Berlin dennoch höchst zufrieden sein, immerhin rundete das Herzogtum Magedburg und das ehemalige Fürstbistum Halberstadt das brandenburgische Kerngebiet nach Westen erheblich ab und auch die Bistümer Minden und Cammin waren ein spürbarer Zugewinn gewesen. Dennoch hat Brandenburg-Preußen die schwedische Usurpation Pommerns nicht verwunden und behielt seine ruhenden Erbrechtsansprüche bei.

Preußen sah in den schließlich 1720 erworbenen Gebieten, insbesondere durch die Kontrolle der Odermündung und der Hafenstadt Stettin, einen ganz wesentlichen Vorteil für seinen Exporthandel, vor allem mit Getreide, das nun ohne jeden Zoll über die Oder ausgeführt werden konnte. Doch die ganz große Zeit Stettins war vorbei, der Rückgang der Bedeutung des Ostseehandels im 18. Jahrhundert zugunsten der Nordsee- und Atlantikrouten machte sich bemerkbar. Dennoch war die mittlere und untere Oder, vor allem aber das Mündungsdelta fest in preußischer Hand, dazu die wichtigen vorgelagerten Inseln, über die der schwedische König Gustav Adolf einst seinen legendären Siegeszug im Dreißigjährigen Krieg begonnen hatte.

Bezüglich der Erbansprüche Brandenburgs sei noch erwähnt, dass bereits der gleichnamige Großvater von Friedrich Wilhelm I., der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (reg. 1640–1688), diese Gebiete im Nordischen Krieg 1674–1679 (nicht zu verwechseln mit dem Großen Nordischen Krieg) von den Schweden erobert hatte. Im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Kriegs eroberten brandenburgische Truppen bis 1678 ganz Schwedisch-Pommern, einschließlich Stettin, sowie Bremen-Verden. Der Winterfeldzug 1678/79 gegen schwedische Truppen in Preußen festigte diese Erfolge. Allerdings musste der Kurfürst auf diplomatischen Druck Frankreichs und anderer Mächte im Frieden von Saint-Germain (29. Juni 1679) fast alle Eroberungen wieder abtreten, was das Zerwürfnis mit Habsburg einleitete, die langfristigen Ansprüche Brandenburgs auf Pommern aber unverändert ließ.

Die Verhandlungen in Stockholm 1720 wurden durch die Vermittlung Frankreichs und Großbritanniens vorangetrieben, die ein Gleichgewicht in Nordeuropa anstrebten. Die Gefahr dass Schweden völlig kollabierte und zwischen Russland und Dänemark aufgeteilt würde, war eminent. Schweden, finanziell und militärisch erschöpft, war gezwungen einzulenken. Bereits 1719 hatte Schweden mit Hannover einen ähnlichen Vertrag geschlossen, durch den Bremen und Verden abgetreten wurde. Der preußische Vertrag folgte diesem Muster und formalisierte die preußische Eroberung.

Vertragsinhalt

Der Vertrag vom 1. Februar 1720 sah vor, dass Schweden die Gebiete südlich des Peene-Flusses und östlich des Peenestroms an Preußen abtrat. Dazu gehörten die Stadt Stettin, die Städte Damm und Gollnow sowie die Inseln Usedom und Wollin. Diese Territorien umfassten etwa Vorpommern bis zur Peene, was als “Hither Pomerania” oder “Altvorpommern” bezeichnet wurde. Im Gegenzug verpflichtete sich Preußen zur Zahlung von 2 Millionen Talern an Schweden. Ein zunächst unverständlicher Vorgang, denn man könnte glauben, Friedrich Wilhelm I. hätte das Gebiet gekauft, obwohl er es doch militärisch bereits erobert und gesichert hatte. Diese Entschädigung war jedoch klug: sie diente der diplomatischen Legitimation des Vertrags: Sie ermöglichte Schweden zunächst das Gesicht zu wahren und eine ehrenvolle Abtretung trotz militärischer Niederlage zu ermöglichen und sicherte die internationale Anerkennung durch die Vermittler Frankreich und Großbritannien, ohne dass Preußen weitere Konflikte riskierte. Ein Bismarck hätte nicht weitsichtiger handeln können, als jener Friedrich Wilhelm I., dem man in der Geschichtsschreibung sonst immer nur sehr wenig diplomatisches Geschick nachsagt.

Der Vertrag wurde am 29. Mai 1720 wirksam, als Friedrich Wilhelm I. ein Patent erließ, das die Gebiete als preußisch erklärte. Preußen verzichtete auf weitere Ansprüche, etwa auf Wismar, das an Mecklenburg fiel. Die Übergabe der Gebiete war nur noch ein Formalismus, da sie bereits seit 1715 von preußischen Truppen unter Sequester standen.

Der vollzogene Erwerb erweiterte Preußens Territorium um etwa 4.000 Quadratkilometer und eine Bevölkerung von rund 100.000 Einwohnern. Im Grunde wenig, bedenkt man die enorme Summe von 2 Millionen Talern, die etwa 50% der jährlichen preußischen Staatseinnahmen zu dieser Zeit entsprachen. Stettin als Hafenstadt und seine Festung verbesserte die militärische und wirtschaftliche Position am Oder-Fluss. Der Hafen bildete die erste leistungsfähige Seeverbindung Brandenburgs in die Ostsee. Wenn man bedenkt, dass schon die brandenburgischen Askanier seit Otto I. einen Zugang zur Ostsee suchten, war es ein langer und steiniger Weg bis hierher. Ein Weg, der das oft schwierige nachbarschaftliche Verhältnis Brandenburgs und Pommerns über viele Jahrhunderte aufzeigt. Friedrich Wilhelm I. nutzte die neuen Gebiete auf die ihm typische Art zur Stärkung des preußischen Staates: Er förderte die Kolonisation, baute Festungen aus und integrierte die Region administrativ in die bisherige Provinz preußische Provinz Pommern. Ganz Pommern mit Rügen fiel schließlich erst im Zuge des Wiener Kongress 1815 an Preußen.

Langfristig trug der Gewinn von 1720 zur Konsolidierung Preußens und Aufstieg als fünfte europäische Großmacht bei. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde das Gebiet erneut umkämpft, blieb jedoch preußisch.
Der Frieden von Stockholm war ein pragmatischer Abschluss eines langwierigen Konflikts, der Schwedens Rückzug aus dem südlichen Ostseeraum einleitete.«

Quelle: https://www.facebook.com/share/18qbjg24vU/
mit freundlicher Genehmigung von 𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤
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