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Paul
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

05.02.2016, 02:28

Paul hat geschrieben:
Viele Privilegien für Eheleute z.B. der Splittingvorteil sollten erstmal abgeschafft werden, bevor der Kreis der Begünstigten ausgeweitet wird. Steuerliche Vorteile kann es für Kinder geben, aber nicht für eine Heirat.


Also erst die Ehe und das Steuerrecht reformieren, dann kann man den Personenkreis erweitern. Also wenn das Steuerrecht reformiert ist, bleiben nur die Probleme um Adoption und Kinder allgemein, wobei das Vormundschaftgericht nach dem Tod der Eltern z.B. einer alleinstehenden Mutter sowieso zum Wohl der Kinder entscheiden müssen.
viele Grüße

Paul

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Paul
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

18.06.2017, 12:14

Paul hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:
Viele Privilegien für Eheleute z.B. der Splittingvorteil sollten erstmal abgeschafft werden, bevor der Kreis der Begünstigten ausgeweitet wird. Steuerliche Vorteile kann es für Kinder geben, aber nicht für eine Heirat.


Also erst die Ehe und das Steuerrecht reformieren, dann kann man den Personenkreis erweitern. Also wenn das Steuerrecht reformiert ist, bleiben nur die Probleme um Adoption und Kinder allgemein, wobei das Vormundschaftgericht nach dem Tod der Eltern z.B. einer alleinstehenden Mutter sowieso zum Wohl der Kinder entscheiden müssen.

Zur Zeit disskutieren die Grünen zu ihrem Wahlprogramm auch die Ausweitung der Ehe. Es wurde nicht veröffentlich, wie sie auf die Kririkpunkte eingehen, denn warum sollen weitere Personengruppen nur für die Heirat steuerliche Vorteile erhalten? Erst den Splittingvorteil abschaffen, dann können andere Partnerschaften eine schriftliche Form erhalten. Ich muß mal nachlesen, was eingetragene Partnerschaften regeln.
viele Grüße

Paul

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Barbarossa
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

25.06.2017, 20:18

Nach den Grünen und der SPD will nun wohl auch die FDP die ,,Ehe für alle'' zur Bedingung für Koalitionsverandlungen machen - so will es jedenfalls Christian Lindner vorschlagen. Von den etablierten Parteien mit demokratischer Gesinnung sind damit alle Parteien außer der CDU und CSU klar dafür. Ein Gegenargument aus der Union besagt, dass dann auch andere Lebensmodelle, wie die Mehrehe, gefordert werden könnten.

So ganz weit hergeholt ist das auch nicht, denn Monogamie ist bei der Menscheit ohnehin eher die Ausnahme, als die Regel und im Grunde nur eine Idealvorstellung, siehe Artikel: hier klicken
Und - vor kurzem wurde tatsächlich eine Mehrfachehe in Kolumbien, einem katholischen Land, geschlossen: Eine ,,Ehe'' zwischen drei Männern (laut Artikel sollten es ursprünglich sogar vier ,,Ehepartner'' werden), siehe Artikel: hier klicken

Wenn das Schule macht, dann könnten auch weitere Konstellationen möglich werden, wie zwei Männer und eine Frau oder eine bisexuelle Konstellation, wie etwa zwei Männer und zwei Frauen. Und Muslime könnten dann auch fordern, dass ein Mann gemäß seiner Religion mehrere Frauen haben möchte.

Also, wie weit soll denn die ,,Ehe für alle'' geöffnet werden?
Oder sollte ein bisschen Tradition erhalten bleiben und das Modell Ehe konservativ behandelt werden?
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snoerch
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

26.06.2017, 09:05

Barbarossa hat geschrieben:
Wenn das Schule macht, dann könnten auch weitere Konstellationen möglich werden, wie zwei Männer und eine Frau oder eine bisexuelle Konstellation, wie etwa zwei Männer und zwei Frauen. Und Muslime könnten dann auch fordern, dass ein Mann gemäß seiner Religion mehrere Frauen haben möchte.

Also, wie weit soll denn die ,,Ehe für alle'' geöffnet werden?
Oder sollte ein bisschen Tradition erhalten bleiben und das Modell Ehe konservativ behandelt werden?

Also ich könnte mir nur schwer vorstellen, dass eine Vielehe per Gesetz legitimiert werden würde, schon aufgrund der administrativen Probleme (welcher Partner hat welches Recht? Gibt es einen erst-, Zweit- oder Drittpartner?)
Persönlich finde ich, dass es zwei Bürgern dieses Staates ungeachtet ihres Geschlechts erlaubt und möglich sein sollte, zu heiraten und die damit verbundenen Rechte und
Pflichten zu geniessen.
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Paul
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

26.06.2017, 11:05

snoerch hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Wenn das Schule macht, dann könnten auch weitere Konstellationen möglich werden, wie zwei Männer und eine Frau oder eine bisexuelle Konstellation, wie etwa zwei Männer und zwei Frauen. Und Muslime könnten dann auch fordern, dass ein Mann gemäß seiner Religion mehrere Frauen haben möchte.

Also, wie weit soll denn die ,,Ehe für alle'' geöffnet werden?
Oder sollte ein bisschen Tradition erhalten bleiben und das Modell Ehe konservativ behandelt werden?

Also ich könnte mir nur schwer vorstellen, dass eine Vielehe per Gesetz legitimiert werden würde, schon aufgrund der administrativen Probleme (welcher Partner hat welches Recht? Gibt es einen erst-, Zweit- oder Drittpartner?)
Persönlich finde ich, dass es zwei Bürgern dieses Staates ungeachtet ihres Geschlechts erlaubt und möglich sein sollte, zu heiraten und die damit verbundenen Rechte und
Pflichten zu geniessen.

Die Vielehe mit Erst- u. Zweitpartner hatten wir schonmal im heutigen Deutschland. Es ist gut, das sie abgeschafft wurde u. Polygamie nicht eingetragen wird. Kinderehen sind sicherlich zu untersagen. Sklaverei muß weltweit verfolgt werden, also auch in Deutschland.
viele Grüße

Paul

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Cherusker
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

26.06.2017, 13:16

Dürfen Priester heiraten ? Ja, wenn sie sich lieben...
 
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Balduin
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

27.06.2017, 09:29

Die Forderung der Ehe für alle kommt verlässlich jedes Jahr im Sommerloch... und das Thema, das ja nur für eine gesellschaftliche Minderheit relevant ist, wird jedes Mal aufgegriffen. Homosexuelle Paare können nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz eine Lebenspartnerschaft begründen, die im Wesentlichen der Ehe gleichgestellt ist: https://dejure.org/gesetze/LPartG

Warum bedarf es darüber hinaus der Ehe für alle? Was das besondere Rechtsinstitut der Ehe ausmacht, ist:
 
Zum Gehalt der Ehe, wie er sich ungeachtet des gesellschaftlichen Wandels und der damit einhergehenden Änderungen ihrer rechtlichen Gestaltung bewahrt und durch das Grundgesetz seine Prägung bekommen hat, gehört, dass sie die Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft ist, begründet auf freiem Entschluss unter Mitwirkung des Staates (vgl. BVerfGE 10, 59 <66>; 29, 166 <176>; 62, 323 <330>), in der Mann und Frau in gleichberechtigter Partnerschaft zueinander stehen (vgl. BVerfGE 37, 217 <249 ff.>; 103, 89 <101>) und über die Ausgestaltung ihres Zusammenlebens frei entscheiden können (vgl. BVerfGE 39, 169 <183>; 48, 327 <338>; 66, 84 <94>).

https://www.bundesverfassungsgericht.de ... 00101.html

Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 GG liegt gerade in der Verwirklichung dieser Lebensgemeinschaft, die jedenfalls nach traditionellem Verständnis auf die Schaffung einer Familie, also der Zeugung von Nachkommen, angelegt ist. Die Familie ist das Fundament der Gesellschaft. Dieses Verständnis ist über Jahrhunderte gewachsen und durch unsere christliche Kultur geprägt.

Ich sehe nicht, dass homosexuelle Paare nach dieser Rechtslage in Deutschland benachteiligt werden. Es gibt verschiedenartige Lebensformen und diese werden in unserer liberalen Gesellschaft auch akzeptiert und gelebt. Diese Menschen vor Diskriminierung zu schützen, ist Aufgabe des Staates - die Aufgabe des Staates ist aber nicht, jegliche Unterschiede zu nivellieren. Denn die Familie aus Mann, Frau und Kind(ern) ist etwas anderes als eine gleichgeschlechtliche Beziehung.

Nachvollziehen kann ich es in gewissem Maße, dass Homosexuelle dieses Recht fordern, weil sie sich wohl selbst mit ihrer Lebenspartnerschaft als Lebensform 2. Klasse sehen. Ich denke aber eher, dass diese Menschen diese Einstellung hinterfragen und akzeptieren sollten, dass sie nicht schlechter behandelt werden, sondern nur anders.


 
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Barbarossa
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

27.06.2017, 18:01

Danke für deine Ausführungen, Balduin.
Ich sehe das im Grunde ähnlich, wie in der Begründung des BVerfG steht. Unterschiede gibt es nach dem, was ich gehört habe, vor allem im Adoptionsrecht, Erbrecht und im Steuerrecht. Homosexuelle Paare dürften  zudem argumentieren, dass auch sie Kinder großziehen können, in dem sie z. B. ein Kind adoptieren. Bei einem lesbischen Paar bestünde soger die Möglichkeit einer künstichen Befruchtung, so dass wenigstens eine der Partnerinnen die biologische Mutter sein könnte.
Wie auch immer, es gibt durchaus einige Bedenken meinerseits, ob das Aufwachsen in einer solchen Beziehung sich nicht doch nachteilig auf ein Kind auswirken könnte. Ich hatte das hier im Pfad schon angesprochen:

Barbarossa hat geschrieben:
...
Mir persönlich ist es auch egal - ich halte es mit dem "Alten Fritz", der meinte, jeder soll nach seiner Facon seelig werden.
Ein gesellschaftliches Problem sehe ich jedoch, wenn solche Paare Kinder adoptierenn und großziehen wollen. Denn sie werden sich darauf einstellen müssen, dass die Kinder etwa gehänselt werden, nach dem Motto:
"Hi hi, zwei Mütter bzw. Väter, das geht ja gar nicht."
Diese Eltern werden immer wieder die passenden Antworten parat haben müssen, und zwar solche, die die anderen Kinder im entsprechenden Alter auch verstehen. Das wäre das Problem, das ich dabei sehen würde.

Hänseleinen unter Kindern gibt es immer (auch schon wegen viel geringerer Dinge) und darauf muss dabei besonderes Augenmerk gelegt werden, denn sonst sehe ich da wirklich die Gefahr eines seelischen Schadens bei Kindern aus solchen Partnerschaften.

Und noch die aktuelle Entwicklung dazu:
In einer Talkrunde hat sich Merkel dafür ausgesprochen, das Thema per Gewissensentscheidung im Bundestag abstimmen zu lassen. Die SPD hat dies als Steilvorlage angenommen und drängt nun auf einen raschen Bundestagsbeschluss.

Es scheint ein ideologisch besonders aufgeladenes Thema zu sein.
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

27.06.2017, 18:25

Eine Frau hat ja eigentlich kein Problem, unbedingt zu adoptieren. Es gibt ja genügend Mütter ohne Trauschein. Sie lassen sich durchaus von anderen bei der Erziehung unterstützen.
viele Grüße

Paul

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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

27.06.2017, 18:34

Das stimmt. Das alte Rollenbild, dass der Vater die Familie versorgt und die Mutter die Kindererziehung übernimmt, hat sich gewandelt. Das spiegelt sich auch im Unterhaltsrecht wieder - seit Anfang des neuen Jahrtausends wird von den Müttern erwartet, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, soweit es die Erziehung der Kinder zulässt.
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Ruaidhri
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

28.06.2017, 18:06

Balduin hat geschrieben:
Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 GG liegt gerade in der Verwirklichung dieser Lebensgemeinschaft, die jedenfalls nach traditionellem Verständnis auf die Schaffung einer Familie, also der Zeugung von Nachkommen, angelegt ist. Die Familie ist das Fundament der Gesellschaft. Dieses Verständnis ist über Jahrhunderte gewachsen und durch unsere christliche Kultur geprägt.

Dieses Verständnis ist aber nicht mehr Grundkonens in der Gesellschaft, das sehen geügend Heterosexuelle inzwischen auch so. Sogar das fromme Irland erlaubt diese Form der Ehe.
Barbarossa hat geschrieben:
Hänseleinen unter Kindern gibt es immer (auch schon wegen viel geringerer Dinge) und darauf muss dabei besonderes Augenmerk gelegt werden, denn sonst sehe ich da wirklich die Gefahr eines seelischen Schadens bei Kindern aus solchen Partnerschaften.

Man kann nie alles verhindern, es ist jedoch eine Aufgabe aller Erziehenden,  allen Kindern klarzumachen, dass Homo-Eltern normal und in Ordnung sind und nicht gemobbt werden darf.
Ich habe zufällig Kinder aus einer solchen Partnerschaft kennengelernt, denen geht nichts ab, Hetero-Ehe ist halt auch keine Garantie für eine gute Ehe und gute Elternschaft.
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland

29.06.2017, 08:48

Barbarossa hat geschrieben:
Hänseleinen unter Kindern gibt es immer (auch schon wegen viel geringerer Dinge) und darauf muss dabei besonderes Augenmerk gelegt werden, denn sonst sehe ich da wirklich die Gefahr eines seelischen Schadens bei Kindern aus solchen Partnerschaften.

Diese Gefahr besteht bei vielen Dingen, wenn Kinder gemobbt werden, leider ist das so.
Ich habe ähnlich gedacht wie Du, allerdings habe ich vor Jahren mal einen interessanten Artikel zu diesem Thema gelesen, und das Fazit war (sinngemäss):
Viel wichtiger als die Tatsache, ob die Eltern des Kindes gleichen Geschlechts sind, ist, ob das Kind von den Eltern geliebt wird und Respekt und Zuneigung erfährt.
Das leuchtete mir ein, und deswegen bin ich mittlerweile für ein Adoptionsrecht auch für gleichgeschlechtliche (Ehe)paare.



Ruaidhri:
Als hätten wir nicht dringendere Themen- und Merkel hat mal wieder geschickt ein Wahlkampfthea der SPD, der Linken und Grünen in Luft aufgelöst und dem bevorzugten Koalitionspartner das FDP das Bet gewärmt.

So sieht's aus.
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

30.06.2017, 09:00

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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

30.06.2017, 17:07

Ich teile ja eigentlich auch eher die konservative Definition von Ehe und Familie mit Mutter, Vater und Kind(er). ,,Mutter, Vater, Kind'' - das war auch ein Spiel, welches wir als Kinder manchmal gespielt haben. 
Und noch einmal zu meinen Bedenken, bezüglich des Kindeswohls in einer homosexuellen Beziehung bzw. Ehe: 
Ich weiß nicht, ob es Studien darüber gibt, aber meines Erachtens ist hier in Ostdeutschland die gesellschaftliche Akzeptanz bzw. Toleranz gegenüber Homosexuellen noch sehr viel geringer, als das im Westen der Fall ist. 

Aber: Nimmt man das Grundgesetz wörtlich, dann heißt es ja in Art. 6:

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) 1Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. 2Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Bei ,,Eltern'' ist kein bestimmtes Geschlecht definiert. Das können genau genommen eben auch zwei Mütter oder zwei Väter sein, die dann mit Kind auch eine Familie bilden. 

Zudem heißt es in der Europäischen Menschenrechtskonvention in Art. 12:
Recht auf Eheschließung
Männer und Frauen im heiratsfähigen Alter haben das Recht, nach den innerstaatlichen Gesetzen, welche die Ausübung dieses Rechts regeln, eine Ehe einzugehen und eine Familie zu gründen.

Und weiter in Art. 14:
Diskriminierungsverbot
Der Genuß der in dieser Konvention anerkannten Rechte und Freiheiten ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt oder eines sonstigen Status zu gewährleisten.
Quelle: https://dejure.org/gesetze/MRK/14.html

Unter ,,sonstiger Status'' könnte theoretisch auch die sexuelle Orientierung fallen. Homosexuellen Paaren die Eheschließung zu verweigern, könnten diese als Diskriminierung werten. 

Aber im Bundestag wurde heute die ,,Ehe für alle'' beschlossen. In einer namentlichen Abstimmung ohne ,,Fraktionszwang'' (ich mag dieses Wort nicht besonders, weil auch schon Grundgesetzwidrig) stimmten 393 Abgeordnete mit Ja, (darunter 75 Unions-Abgeordnete), 226 mit Nein und vier Abgeordnete (alle von der Union) enthielten sich.
Quelle: https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article166094688/Bundestag-sagt-Ja-zur-Ehe-fuer-alle.html
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Re: Streit um die Homoehe in Deutschland: Wie weit geht ,,Ehe für alle''?

30.06.2017, 17:51

Was kommt als nächstes ?  Vielehe (Polygamie), Kinderehe ,...? :roll: Die Grünen werden doch bestimmt was finden.... :wink: