Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
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dieter
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

22.07.2012, 15:49

Barbarossa hat geschrieben:
Hier noch ein sehr guter Kommentar, wie ich finde (auch wenn man zum lesen erst etwas komisches tun muß... :? ):

Elternpflichten vs. Kinderrechte
Was uns das Beschneidungs-Urteil lehrt

Erwachsene sind die bestimmende Macht über Minderjährige. Aber wo sind die Grenzen dessen, was sie verfügen dürfen? Auch darum geht es in der Debatte um das Beschneidungs-Urteil...
hier: weiterlesen

Auch wenn er drei Seiten lang ist, es lohnt sich zu lesen, finde ich.
:wink:

Lieber Barbarossa,
wie willst Du verhindern, dass Erwachsene Macht über Säuglinge (Bei Juden Beschneidung am achten Tag) oder wie bei Muslimen während Kindheit haben :?: Wenn die aufgrund von religiösen Vorstellungen durchgeführten Beschneidungen weiter vorgenommen werden sollen, dann muß ein neues Gesetz her. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Peppone
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

22.07.2012, 19:02

Frage (nur zufällig als Antwort auf dieters Mail, meine Frage ist generell gemeint): Wo wird das enden?
Sollen Kleinkinder künftig nie mehr zum Friseur gehen und dort die Frisur der Wahl ihrer Eltern verpasst bekommen? Sollen Schulkinder künftig über ihre Zeit frei bestimmen dürfen - also auch zur Schule gehen können, wann sie wollen?
Widerspricht es nicht auch dem Recht der freien Persönlichkeitsentfaltung von Kindern, wenn sie - gegen ihren erklärten Willen! - nach dem Betthupferl oder dem Sandmann ins Bett geschickt werden?

Eltern haben das Recht, über die Zukunft und Gegenwart ihrer Kinder zu bestimmen, solange sie das noch nicht selbst tun können. Wenn ein Christ seine Kinder mit in die Kirche nimmt, wo sie ein Gebilde aus Holzbalken ansehen müssen, an dem ein fast nackter, männlicher Leichnam mit deutlichen Spuren von Folter hängt - ist das verbietenswürdig? Wenn einem zweijährigen Kleinkind die Ohren durchstochen werden, damit Ohrringe reinpassen - ist das nicht auch Verstümmelung? Und das noch nicht einmal aus höheren - religiösen - Gründen!

Beschneidung von männlichen Kindern mag erst einmal die Entfernung von Körpergewebe sein - aber mehr auch nicht. Kinder zu schlagen, ja, das ist schlimm. Aber doch nicht die Beschneidung!
Die Herren Richter sollten doch die Kirche im Dorf lassen.
Und, wie gesagt, die elterlichen Rechte nicht derart einschränken, sondern lieber etwas mehr dagegen tun, wenn Eltern wirklich ihre Rechte mißbrauchen.

Beppe
 
Renegat
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

22.07.2012, 19:44

Peppone hat geschrieben:
Beschneidung von männlichen Kindern mag erst einmal die Entfernung von Körpergewebe sein - aber mehr auch nicht. Kinder zu schlagen, ja, das ist schlimm. Aber doch nicht die Beschneidung!
Die Herren Richter sollten doch die Kirche im Dorf lassen.
Und, wie gesagt, die elterlichen Rechte nicht derart einschränken, sondern lieber etwas mehr dagegen tun, wenn Eltern wirklich ihre Rechte mißbrauchen.


Du sprichst mir aus dem Herzen, ich hatte ja weiter oben schon den Hartmannbund mit seinem Segelohrenargument verlinkt.

Wie gesagt, die Diskussion ist gut, weil sie auch einige Unklarheiten beseitigt. Scheinbar herrscht in D eine besorgniserregende Unkenntnis. Ich dachte eigentlich nach der Resolution, die ich sehr richtig und nötig fand, gehen die Kontrahenten aufeinander zu.
Vielleicht tun sie das noch, wenn jetzt das Aufheulen der fundamentalen Kinderrechtler vorüber ist.
Bei allem fehlt mir der goldene Mittelweg, der Kompromiss, das leben und leben lassen, bei dem Veränderungen in Gesellschaften dem natürlichen Rythmus der Generationenfolge überlassen werden.
 
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Barbarossa
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

22.07.2012, 22:25

Ich stehe tatsächlich nach wie vor auf dem Standpunkt, daß physische Veränderungen am Körper des Kindes (und nur darum geht es hier doch) ausschließlich das Kind selbst entscheiden können soll. Solange das Kind darüber nicht selbst entscheiden kann (z. B. weil es noch zu jung ist) müssen natürlich die Eltern darüber entscheiden, wobei es hier anerkannte Gründe geben muß - also keine unnötigen Schmerzen. Anerkannte Gründe sind hier medizinisch Gründe.
Nun ist die Frage, ob religiöse Gründe mit dazugenommen werden sollen, oder nicht.
Ich denke eher nicht, weil es nicht lebenserhaltende Maßnahmen sind, wie es medizinische Gründe oft sind.
Physische Veränderungen können daher aufgeschoben werden, bis der Heranwachsende selbst über seine Religion und damit auch über physische Veränderungen seines Körpers entscheiden kann. Es geht hier eigentlich nur um den Faktor Zeit. Niemand möchte Religionen und deren Praktiken in Frage stellen - auch ich nicht. Man kann auch über einiges reden, selbst über eine Herabsenkung des Alters der Religionsmündigkeit von 14 auf 13 oder 12 Jahre - um einfach mal ein Beispiel zu nennen.
Was das Ohrlochstechen angeht, da kann man sich streiten. Ich hab nun einen Sohn, da kam die Frage nicht so auf. Aber generell würde ich damit auch solange warten, bis das Kind den Wunsch selbst äußert und nicht etwa dazu drängen. Außerdem gibt es ja auch Clips, wo kein Loch gestochen werden muß. Also ihr seht, ich wäre da tatsächlich auch konsequent. Ich halte einfach nichts davon, einem Kind unnötig Schmerzen zuzufügen und seien die Gründe noch so gut gemeint oder einer noch so altehrwürdigen "Tradition" folgend.

Warum bin ich so kompromisslos?
Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird.
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Renegat
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

22.07.2012, 22:44

Barbarossa hat geschrieben:
Ich hab nun einen Sohn, da kam die Frage nicht so auf. Aber generell würde ich damit auch solange warten, bis das Kind den Wunsch selbst äußert und nicht etwa dazu drängen. Außerdem gibt es ja auch Clips, wo kein Loch gestochen werden muß.

Und was hättest du gemacht, wenn dein Sohn Segelohren gehabt hätte?
Barbarossa hat geschrieben:
Also ihr seht, ich wäre da tatsächlich auch konsequent. Ich halte einfach nichts davon, einem Kind unnötig Schmerzen zuzufügen und seien die Gründe noch so gut gemeint oder einer noch so altehrwürdigen "Tradition" folgend.

Barbarossa, Schmerzen werden dem Kind doch dabei nicht zugefügt. Die meisten Zirkumzisionen werden mit Narkose von einem Arzt durchgeführt. Und darum geht es, dass die Ärzte das weiter so praktizieren können.
Hast du Zahlen darüber, wieviele Zirkumzisionen im frühen Kindesalter wegen einer Phimose durchgeführt werden müssen? Das müssen etliche sein, denn Phimose ist recht häufig. Von daher ist das für Urologen ein Standardeingriff.
 
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Barbarossa
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

23.07.2012, 00:58

Renegat hat geschrieben:
Und was hättest du gemacht, wenn dein Sohn Segelohren gehabt hätte?

Weiß ich nicht. Wahrscheinlich nichts. Grundsätzlich ist es meine (eigene) Philosophie, daß man wirklich nur dann an sich herumschneiden lassen sollte, wenn es sich aus medizinischen Gründen nicht umgehen lässt. Ich halte auch von "Schönheitsoperationen" nichts.
Renegat hat geschrieben:
Barbarossa, Schmerzen werden dem Kind doch dabei nicht zugefügt. Die meisten Zirkumzisionen werden mit Narkose von einem Arzt durchgeführt. Und darum geht es, dass die Ärzte das weiter so praktizieren können.
Hast du Zahlen darüber, wieviele Zirkumzisionen im frühen Kindesalter wegen einer Phimose durchgeführt werden müssen? Das müssen etliche sein, denn Phimose ist recht häufig. Von daher ist das für Urologen ein Standardeingriff.

Die Juden machen das nach der Aussage eines Rabiners im Fernsehen ohne Betäbung und die Babys weinen dabei angeblich kaum. Ich weiß nicht...
Bei einer Phimose liegt auch ein medizinischer Grund vor, da eine ausreichende Körperhygiene dadurch nicht mehr gewähleistet ist und dabei Infektionen auftreten können. Das ist etwas ganz anderes.
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dieter
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

23.07.2012, 14:03

[quote="Peppone"]Frage (nur zufällig als Antwort auf dieters Mail, meine Frage ist generell gemeint): Wo wird das nden?
Sollen Kleinkinder künftig nie mehr zum Friseur gehen und dort die Frisur der Wahl ihrer Eltern verpasst bekommen? Sollen Schulkinder künftig über ihre Zeit frei bestimmen dürfen - also auch zur Schule gehen können, wann sie wollen?
Widerspricht es nicht auch dem Recht der freien Persönlichkeitsentfaltung von Kindern, wenn sie - gegen ihren erklärten Willen! - nach dem Betthupferl oder dem Sandmann ins Bett geschickt werden?
Eltern haben das Recht, über die Zukunft und Gegenwart ihrer Kinder zu bestimmen, solange sie das noch nicht selbst tun können. Wenn ein Christ seine Kinder mit in die Kirche nimmt, wo sie ein Gebilde aus Holzbalken ansehen müssen, an dem ein fast nackter, männlicher Leichnam mit deutlichen Spuren von Folter hängt - ist das verbietenswürdig? Wenn einem zweijährigen Kleinkind die Ohren durchstochen werden, damit Ohrringe reinpassen - ist das nicht auch Verstümmelung? Und das noch nicht einmal aus höheren - religiösen - Gründen!
Beschneidung von männlichen Kindern mag erst einmal die Entfernung von Körpergewebe sein - aber mehr auch nicht. Kinder zu schlagen, ja, das ist schlimm. Aber doch nicht die Beschneidung!
Die Herren Richter sollten doch die Kirche im Dorf lassen.
Und, wie gesagt, die elterlichen Rechte nicht derart einschränken, sondern lieber etwas mehr dagegen tun, wenn Eltern wirklich ihre Rechte mißbrauchen.
Lieber Beppe,
wenn das so ist, wie Du schreibst, dann sollte man einen Elternführerschein einführen. Ich lehne es ab, dass ungebildete, vielleicht versoffene oder drogenabhängige Eltern, die mit sich selbst nicht klarkommen, über menschliches Leben entscheiden sollen. Die Beisspiele in jüngster Zeit sprechen eine deutliche Sprache. :oops:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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dieter
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

23.07.2012, 14:07

Barbarossa hat geschrieben:
Ich stehe tatsächlich nach wie vor auf dem Standpunkt, daß physische Veränderungen am Körper des Kindes (und nur darum geht es hier doch) ausschließlich das Kind selbst entscheiden können soll. Solange das Kind darüber nicht selbst entscheiden kann (z. B. weil es noch zu jung ist) müssen natürlich die Eltern darüber entscheiden, wobei es hier anerkannte Gründe geben muß - also keine unnötigen Schmerzen. Anerkannte Gründe sind hier medizinisch Gründe.
Nun ist die Frage, ob religiöse Gründe mit dazugenommen werden sollen, oder nicht.
Ich denke eher nicht, weil es nicht lebenserhaltende Maßnahmen sind, wie es medizinische Gründe oft sind.
Physische Veränderungen können daher aufgeschoben werden, bis der Heranwachsende selbst über seine Religion und damit auch über physische Veränderungen seines Körpers entscheiden kann. Es geht hier eigentlich nur um den Faktor Zeit. Niemand möchte Religionen und deren Praktiken in Frage stellen - auch ich nicht. Man kann auch über einiges reden, selbst über eine Herabsenkung des Alters der Religionsmündigkeit von 14 auf 13 oder 12 Jahre - um einfach mal ein Beispiel zu nennen.
Was das Ohrlochstechen angeht, da kann man sich streiten. Ich hab nun einen Sohn, da kam die Frage nicht so auf. Aber generell würde ich damit auch solange warten, bis das Kind den Wunsch selbst äußert und nicht etwa dazu drängen. Außerdem gibt es ja auch Clips, wo kein Loch gestochen werden muß. Also ihr seht, ich wäre da tatsächlich auch konsequent. Ich halte einfach nichts davon, einem Kind unnötig Schmerzen zuzufügen und seien die Gründe noch so gut gemeint oder einer noch so altehrwürdigen "Tradition" folgend.

Warum bin ich so kompromisslos?
Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird.

Lieber Barbarossa,
so isses. :wink:
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Renegat
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

23.07.2012, 22:27

Zitat Barbarossa:Warum bin ich so kompromisslos?Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird. Zitatende

Dein letzter Absatz befremdet mich sehr, Barbarossa. Habe ich nicht erst vor kurzem in einem Artikel von dir gelesen, dass die Muslime zu Deutschland gehören. Und nun sind sie auf einmal Migranten, von denen eine Gefahr ausgeht, nämlich die gewalttätiger gegenüber ihren Kindern zu sein als andere Eltern.Tut mir leid, bis jetzt konnte ich deinen Standpunkt zumindest nachvollziehen, auch wenn ich ihn nicht teile aber nun outet du dich.

Außerdem verstehe ich euer Forum nicht mehr, warum steht die Diskussion an 2 Stellen, mit unterschiedlichem Stand und Eingabetechnik? Das wird mir hier zu unübersichtlich.
 
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Barbarossa
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

24.07.2012, 01:02

Renegat hat geschrieben:
Zitat Barbarossa:Warum bin ich so kompromisslos?Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird. Zitatende

Dein letzter Absatz befremdet mich sehr, Barbarossa. Habe ich nicht erst vor kurzem in einem Artikel von dir gelesen, dass die Muslime zu Deutschland gehören. Und nun sind sie auf einmal Migranten, von denen eine Gefahr ausgeht, nämlich die gewalttätiger gegenüber ihren Kindern zu sein als andere Eltern.Tut mir leid, bis jetzt konnte ich deinen Standpunkt zumindest nachvollziehen, auch wenn ich ihn nicht teile aber nun outet du dich.

Da hast du nun aber wohl etwas missverstanden.
Bei dieser Aussage bezog ich mich eben bewusst ncht auf Muslime.
Ich meinte, wenn jetzt die Gesetzeslage so aufgeweicht wird, daß möglicherweise jegliche physische Veränderung bereits im Babyalter legal wird, wenn man sie nur als "religiös" deklariert, dann sehe ich das als eine Gefahr an. Und dabei meinete ich jegliche Migranten, die noch nach Deutschland kommen könnten, die möglicherweise noch ganz andere "religiöse Praktiken" haben. Ich meinte das in diesem Fall tatsächlich global und auch mit Blick in die Zukunft.

Renegat hat geschrieben:
Außerdem verstehe ich euer Forum nicht mehr, warum steht die Diskussion an 2 Stellen, mit unterschiedlichem Stand und Eingabetechnik? Das wird mir hier zu unübersichtlich.

Was meinst du?

Edit: Meinst du die Kommentare unter meinem Originalbeitrag? Diesen hier: http://geschichte-wissen.de/nachrichten ... idung.html
Die erscheinen automatisch wenn wir hier schreiben, aber davon mußt du dich nicht stören lassen. Allerdings stimmen die Uhrzeiten nicht mit unserem Pfad überein, das ist mir jetzt auch gerade aufgefallen. Aber da schaue ich sowieso nicht rein. Es ist die selbe Diskussion - nichts extra oder so.
:wink:
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Renegat
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

24.07.2012, 08:52

Barbarossa hat geschrieben:
Zitat Barbarossa:Warum bin ich so kompromisslos?Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird. Zitatende


Renegat hat geschrieben:
Dein letzter Absatz befremdet mich sehr, Barbarossa. Habe ich nicht erst vor kurzem in einem Artikel von dir gelesen, dass die Muslime zu Deutschland gehören. Und nun sind sie auf einmal Migranten, von denen eine Gefahr ausgeht, nämlich die gewalttätiger gegenüber ihren Kindern zu sein als andere Eltern.Tut mir leid, bis jetzt konnte ich deinen Standpunkt zumindest nachvollziehen, auch wenn ich ihn nicht teile aber nun outet du dich.

Barbarossa hat geschrieben:
Da hast du nun aber wohl etwas missverstanden.
Bei dieser Aussage bezog ich mich eben bewusst ncht auf Muslime.
Ich meinte, wenn jetzt die Gesetzeslage so aufgeweicht wird, daß möglicherweise jegliche physische Veränderung bereits im Babyalter legal wird, wenn man sie nur als "religiös" deklariert, dann sehe ich das als eine Gefahr an. Und dabei meinete ich jegliche Migranten, die noch nach Deutschland kommen könnten, die möglicherweise noch ganz andere "religiöse Praktiken" haben. Ich meinte das in diesem Fall tatsächlich global und auch mit Blick in die Zukunft.


Damit machst du deine Aussage nicht verständlicher, du zeigst damit Menschen anderer Länder gegenüber ein tiefes Mißtrauen und stellst den Umgang der Deutschen mit ihren Kindern als richtungsweisendes Positivbeispiel hin.
Traust du außerdem unseren gewählten Politikern, beraten durch Juristen, wirklich keine saubere Formulierung zu?
Das Gesetz wird lediglich die Zirkumzision bei Jungen erlauben, ich würde mir wünschen, dass dabei zumindest eine Lokalanästhesie empfohlen wird und die Durchführung durch eine Fachkraft. Ich finde es wichtig, dass ein noch verbreitetes Ritual nicht in die Illegalität abgedrängt wird.


Renegat hat geschrieben:
Außerdem verstehe ich euer Forum nicht mehr, warum steht die Diskussion an 2 Stellen, mit unterschiedlichem Stand und Eingabetechnik? Das wird mir hier zu unübersichtlich.

Barbarossa hat geschrieben:
Was meinst du?

Deinen befremdlichen Satz habe ich erst durch Dieters Kommentar gelesen, den mußt du also nachträglich unter deinen Artikel gesetzt haben, denn als ich deinen Artikel gelesen habe, ist er mir nicht aufgefallen.
Wenn das so abgelaufen ist, befremdet mich das noch mehr, dann ist eine Diskussion in diesem Forum für mich zukünftig ausgeschlossen.
 
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

24.07.2012, 09:19

Renegat hat geschrieben:
Deinen befremdlichen Satz habe ich erst durch Dieters Kommentar gelesen, den mußt du also nachträglich unter deinen Artikel gesetzt haben, denn als ich deinen Artikel gelesen habe, ist er mir nicht aufgefallen.
Wenn das so abgelaufen ist, befremdet mich das noch mehr, dann ist eine Diskussion in diesem Forum für mich zukünftig ausgeschlossen.

Wie gesagt, ich schreibe meine Texte nicht als "Kommentar" unter den Original Artikel, sondern ausschließlich in der Diskussion im Forum - also hier: viewtopic.php?f=87&t=3293&p=14271#p14271
nicht umsonst eröffne ich nach der Erstellung eines Artikels noch extra einen Beitrag im Forum. Beides ist aber irgenwie miteinander verknüpft. Genaueres weiß Ralph dazu.

Zu meinem "befremdlichen Satz", wie du es immer noch nennst, äußere ich mich nachher nochmal.
Da hast du sicher etwas in den "falschen Hals" bekommen.
:wink:
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

25.07.2012, 00:00

Barbarossa hat geschrieben:
Ich stehe tatsächlich nach wie vor auf dem Standpunkt, daß physische Veränderungen am Körper des Kindes (und nur darum geht es hier doch) ausschließlich das Kind selbst entscheiden können soll. Solange das Kind darüber nicht selbst entscheiden kann (z. B. weil es noch zu jung ist) müssen natürlich die Eltern darüber entscheiden, wobei es hier anerkannte Gründe geben muß - also keine unnötigen Schmerzen. Anerkannte Gründe sind hier medizinisch Gründe.
Nun ist die Frage, ob religiöse Gründe mit dazugenommen werden sollen, oder nicht.
Ich denke eher nicht, weil es nicht lebenserhaltende Maßnahmen sind, wie es medizinische Gründe oft sind.
Physische Veränderungen können daher aufgeschoben werden, bis der Heranwachsende selbst über seine Religion und damit auch über physische Veränderungen seines Körpers entscheiden kann. Es geht hier eigentlich nur um den Faktor Zeit. Niemand möchte Religionen und deren Praktiken in Frage stellen - auch ich nicht. Man kann auch über einiges reden, selbst über eine Herabsenkung des Alters der Religionsmündigkeit von 14 auf 13 oder 12 Jahre - um einfach mal ein Beispiel zu nennen.
Was das Ohrlochstechen angeht, da kann man sich streiten. Ich hab nun einen Sohn, da kam die Frage nicht so auf. Aber generell würde ich damit auch solange warten, bis das Kind den Wunsch selbst äußert und nicht etwa dazu drängen. Außerdem gibt es ja auch Clips, wo kein Loch gestochen werden muß. Also ihr seht, ich wäre da tatsächlich auch konsequent. Ich halte einfach nichts davon, einem Kind unnötig Schmerzen zuzufügen und seien die Gründe noch so gut gemeint oder einer noch so altehrwürdigen "Tradition" folgend.

Warum bin ich so kompromisslos?
Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird
.

Nun noch einmal zum "Stein des Anstoßes" - der jetzt von mir fett markierte Text.
Ich verstehe immer noch nicht ganz, was daran so anstößig ist, denn ich meinte damit eigentlich nur:
Wenn man nun physische Veränderungen auch am 8. Tag nach der Geburt zulassen würde, wäre der Zentralrat der Juden natürlich zufrieden und auch die Muslime, die hier auch zuhause sind, profitieren ebenfalls davon. Diese physische Veränderung ist ja nichts anderes als eine Operation, die bei den Juden anscheinend sogar ohne Betäubung vorgenommen wird.
Lässt man dies aber bei diesen beiden Bevölkerungsgruppen bedingungslos zu, dann könnten auch andere Gruppen - in diesem Fall eventuell Migranten, die noch ganz andere religiöse Praktiken haben, dieses Recht ebenfalls für sich einfordern. Es gibt zahlreiche sehr alte Traditionen, den Körper physisch zu verändern:
- Piercings
- Transdermals
- Tätowierungen
- Skarifizierungen
- Beschneidungen
- Lotosfuß
- Brustbügeln
- Tellerlippen
- Schädeldeformation
- Padaung

siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Body-Modification#Formen

Wo soll das enden?
und
Wollen wir das auch alles in Deutschland ungeprüft zulassen, nur weil es z. T. jahrtausendealte Traditionen sind?
Läßt man eines bedingungslos zu, kann das bedeuten, daß man auch alles andere zulassen muß. Und womöglich auch schon im frühen Kindesalter. Das meinte ich mit "Gefahr".
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

25.07.2012, 00:19

Barbarossa hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Ich stehe tatsächlich nach wie vor auf dem Standpunkt, daß physische Veränderungen am Körper des Kindes (und nur darum geht es hier doch) ausschließlich das Kind selbst entscheiden können soll. Solange das Kind darüber nicht selbst entscheiden kann (z. B. weil es noch zu jung ist) müssen natürlich die Eltern darüber entscheiden, wobei es hier anerkannte Gründe geben muß - also keine unnötigen Schmerzen. Anerkannte Gründe sind hier medizinisch Gründe.
Nun ist die Frage, ob religiöse Gründe mit dazugenommen werden sollen, oder nicht.
Ich denke eher nicht, weil es nicht lebenserhaltende Maßnahmen sind, wie es medizinische Gründe oft sind.
Physische Veränderungen können daher aufgeschoben werden, bis der Heranwachsende selbst über seine Religion und damit auch über physische Veränderungen seines Körpers entscheiden kann. Es geht hier eigentlich nur um den Faktor Zeit. Niemand möchte Religionen und deren Praktiken in Frage stellen - auch ich nicht. Man kann auch über einiges reden, selbst über eine Herabsenkung des Alters der Religionsmündigkeit von 14 auf 13 oder 12 Jahre - um einfach mal ein Beispiel zu nennen.
Was das Ohrlochstechen angeht, da kann man sich streiten. Ich hab nun einen Sohn, da kam die Frage nicht so auf. Aber generell würde ich damit auch solange warten, bis das Kind den Wunsch selbst äußert und nicht etwa dazu drängen. Außerdem gibt es ja auch Clips, wo kein Loch gestochen werden muß. Also ihr seht, ich wäre da tatsächlich auch konsequent. Ich halte einfach nichts davon, einem Kind unnötig Schmerzen zuzufügen und seien die Gründe noch so gut gemeint oder einer noch so altehrwürdigen "Tradition" folgend.

Warum bin ich so kompromisslos?
Weil ich eine ganz große Gefahr sehe: Nämlich die Gefahr, daß Migranten versuchen könnten, unter dem Deckmantel von religiösen Ritualen eigentlich sinnlose Gewalt gegen Kinder auszuüben, ohne daß man gerichtlich dagegen vorgehen kann. Es ist ja vom Recht auf ungestörte Religionsausübung geschützt. Selbst wenn es jetzt tatsächliche religöse Rituale sind, es wird sich immer jemand finden, der solche Gesetzeslücken ausnutzen wird
.

Nun noch einmal zum "Stein des Anstoßes" - der jetzt von mir fett markierte Text.
Ich verstehe immer noch nicht ganz, was daran so anstößig ist, denn ich meinte damit eigentlich nur:
Wenn man nun physische Veränderungen auch am 8. Tag nach der Geburt zulassen würde, wäre der Zentralrat der Juden natürlich zufrieden und auch die Muslime, die hier auch zuhause sind, profitieren ebenfalls davon. Diese physische Veränderung ist ja nichts anderes als eine Operation, die bei den Juden anscheinend sogar ohne Betäubung vorgenommen wird.
Lässt man dies aber bei diesen beiden Bevölkerungsgruppen bedingungslos zu, dann könnten auch andere Gruppen - in diesem Fall eventuell Migranten, die noch ganz andere religiöse Praktiken haben, dieses Recht ebenfalls für sich einfordern. Es gibt zahlreiche sehr alte Traditionen, den Körper physisch zu verändern:
- Piercings
- Transdermals
- Tätowierungen
- Skarifizierungen
- Beschneidungen
- Lotosfuß
- Brustbügeln
- Tellerlippen
- Schädeldeformation
- Padaung

siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Body-Modification#Formen

Wo soll das enden?
und
Wollen wir das auch alles in Deutschland ungeprüft zulassen, nur weil es z. T. jahrtausendealte Traditionen sind?
Läßt man eines bedingungslos zu, kann das bedeuten, daß man auch alles andere zulassen muß. Und womöglich auch schon im frühen Kindesalter. Das meinte ich mit "Gefahr".

Barbarossa, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?
Lotosfüße, Tellerlippen in welchem Jahrhundert...? Tätowierungen und Piercings werden übrigens nicht von gefährlichen Migranten eingeschleppt.
Deine Befürchtung ist doch ganz einfach mit einer sauberen Formulierung zu entkräften.

Worüber ich mich außerdem geärgert habe, ist der Umstand, dass du diesen Satz offensichtlich nach der Resolution in deinen Artikel eingebaut hast, den Artikel selbst hattest du aber davor geschrieben und da hatte ich ihn auch gelesen.
 
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Re: Diskussion: Gerichtsurteil zu religiöser Beschneidung

25.07.2012, 00:24

Renegat hat geschrieben:
...Worüber ich mich außerdem geärgert habe, ist der Umstand, dass du diesen Satz offensichtlich nach der Resolution in deinen Artikel eingebaut hast, den Artikel selbst hattest du aber davor geschrieben und da hatte ich ihn auch gelesen.

Welche Resolution meinst du. Ich bin da anscheinend nicht ganz auf dem Laufenden.
:shock:

Mein PC ging kaputt und nun mußte ich erst zusehen, wo ich günstig einen neuen herbekomme.
Um welche Resolution geht es? Kannst du mich schnell mal aufklären?
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