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Moderator: Barbarossa

 
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dieter
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 09:52

Triton hat geschrieben:
Glaubst Du wirklich, gerade die Generalität, die die Dolchstoß-Legende wie eine Monstranz vor sich hertrug, musste erst langatmig von einem neuen Krieg überzeugt werden? Mit den Franzosen und Engländern hatte man noch eine Rechnung offen.
Was anderes war dann "Barbarossa", aber nach den Erfolgen im Westen hatte niemand mehr den Mut, Hitler die Stirn zu bieten. Genutzt hätte es sowieso nichts.

Beste Grüße
Joerg


Lieber Joerg,
wieso hätte ein Widerstand nichts genutzt :?: Wenn die Wehrmacht sich einig gewesen wäre, hätte es möglich sein können Hitler abzusetzen. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Peppone
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 10:03

dieter hat geschrieben:
Lieber Joerg,
wieso hätte ein Widerstand nichts genutzt :?: Wenn die Wehrmacht sich einig gewesen wäre, hätte es möglich sein können Hitler abzusetzen. :wink:

Nicht mehr seit 1939. Das hätte nur ein zweites 1934 gegeben ("Röhm-Putsch"). Zwischn 34 und 39 hatte Hitler die Wehrmacht unter Kontrolle gebracht.

Beppe
 
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dieter
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 10:06

Peppone hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Lieber Joerg,
wieso hätte ein Widerstand nichts genutzt :?: Wenn die Wehrmacht sich einig gewesen wäre, hätte es möglich sein können Hitler abzusetzen. :wink:

Nicht mehr seit 1939. Das hätte nur ein zweites 1934 gegeben ("Röhm-Putsch"). Zwischn 34 und 39 hatte Hitler die Wehrmacht unter Kontrolle gebracht.

Beppe

Lieber Beppe,
die Wehrmacht war sich nicht einig und das war der springende Punkt. :roll:
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Peppone
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 10:08

dieter hat geschrieben:
Peppone hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Lieber Joerg,
wieso hätte ein Widerstand nichts genutzt :?: Wenn die Wehrmacht sich einig gewesen wäre, hätte es möglich sein können Hitler abzusetzen. :wink:

Nicht mehr seit 1939. Das hätte nur ein zweites 1934 gegeben ("Röhm-Putsch"). Zwischn 34 und 39 hatte Hitler die Wehrmacht unter Kontrolle gebracht.

Beppe

Lieber Beppe,
die Wehrmacht war sich nicht einig und das war der springende Punkt. :roll:

Der eigentliche Punkt ist, warum sich die Wehrmacht nicht einig war!Der Eid auf Hitler und die Säuberungsaktion anno 34 waren entscheidende Gründe dafür, aber auch die Tatsache, dass Hitler als Oberbefehlshaber natürlich spätestens seit 1934 z.B. auch über Beförderungen und Ernennungen entscheiden konnte. Das hat dan Anteil an überzeugten Nazis in der Wehrmachtsführung bedeutend erhöht...

Beppe
 
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Barbarossa
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 10:37

In den Dokus, die so gezeigt werden, wird aber immer wieder deutlich, dass es 1944 nur darauf ankam, ob Hitler tot war oder nicht. Er war es (leider) nicht, also brach der Staatsstreich zusammen, der eigentlich gut organisiert war.

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Peppone
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 11:10

Barbarossa hat geschrieben:
In den Dokus, die so gezeigt werden, wird aber immer wieder deutlich, dass es 1944 nur darauf ankam, ob Hitler tot war oder nicht. Er war es (leider) nicht, also brach der Staatsstreich zusammen, der eigentlich gut organisiert war.


Triton hatte aber von Kriegsbeginn bzw. Barabrossa geschrieben, darauf bezog ich mich zeitlich.

Beppe
 
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dieter
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

27.03.2013, 14:36

Ihr LIeben,
es ist doch ziemlöich egal, warum Hitler nicht abgesetzt wurde. Es steht fest, dass ein einfacher Geselle in München am Kosequentesten in der Beziehung zu Hitler war. Der wollte anschließend auch nicht herrschen, wie es der Adels- und Generalsclique es wollte. Sonst hätte Stauffenberg ihn erschie0ßen könnrn. Aber der wollte ja in der zukünftigen Regierung noch was werden. :roll:
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

19.12.2013, 09:57

Conzaliss hat geschrieben:
Vor Allem plante der "einfache Geselle" in München das Attentat zu einem Zeitpunkt, an dem der Ausgang des Krieges durch einen Erfolg ganz anders verlaufen wäre.

Stauffenberg konnte Hitler aufgrund seiner schweren Verwundung nicht erschießen. Außerdem mussten die Waffen vor der Zusammenkunft mit dem "Führer" abgegeben werden... 8)

Lieber Conzaliss,
dass die Waffen abgegeben werden mußten, kam erst nach dem Attentat. Wie schwer die Verwundung von Stauffenberg war, kann ich nicht beurteilen, weiß nur, das er bis in den Krieg hinein überzeugter Nazi war. Hätten die konservativen Kräfte von Anfang an die SPD unterstützt, wäre es nie zum 3. Reich gekommen. Aber sie wollten alle bei Hitler etwas werden. :wink:
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

19.12.2013, 14:27

Conzaliss hat geschrieben:
Stauffenberg fehlte eine Hand, und an der anderen hatte er nur 3 Finger.

Die Waffen mussten tatsächlich erst nach dem 20. Juli 44 abgegeben werden. Das wurde in den Stauffenberg-Filmen falsch dargestellt...

Lieber Conzaliss,
dann hatte ich in einem Punkt Recht. :wink:
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Triton
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

19.12.2013, 15:02

Stauffenberg konnte keine Schußwaffe benutzen, weil er dann wohl nur schwerlich hätte aus der Wolfsschanze fliehen können. Er wollte/sollte/musste in Berlin die Operation Walküre leiten.
Sein Fehler war, dass er nur ein Paket Sprengstoff in die Baracke nahm, weil er nur dieses scharf machen konnte. Dabei wäre das zweite bei der Explosion des ersten natürlich gleich mit hochgegangen. Aber in der Hektik und Aufregung muss man ihm das nachsehen.

Beste Grüße
Joerg
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Triton
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

19.12.2013, 20:20

Es war schon ein dummer Fehler eines Berufssoldaten. Da die eingesetzten Zünder (keine Zeitzünder sondern Säurezünder) sowieso nie zur gleichen Zeit scharf geworden wären, wäre in jedem Fall die zweite Bombe durch Detonation der ersten gezündet worden. Der zweite Zünder war nur eine Absicherung. Sowas hätte im Vorfeld besprochen werden müssen.
Ob Hitler damit gestorben wäre, weiß man nicht sicher, weil m.W. der Besprechungstisch auf ihn fiel und er so relativ geschützt war.

Im Grunde hätte eine unwichtigere Person eine sicherere Methode durchführen sollen, aber es war wohl so, dass nach den vielen Fehlschlägen v. Stauffenberg unbedingt die Sache selbst in die Hand nehmen wollte. Himmler und Göring waren abwesend, aber auch das war ihm bekanntlich egal.

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Marvin

Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

20.12.2013, 00:20

Triton hat geschrieben:
Im Grunde hätte eine unwichtigere Person eine sicherere Methode durchführen sollen, aber es war wohl so, dass nach den vielen Fehlschlägen v. Stauffenberg unbedingt die Sache selbst in die Hand nehmen wollte. Himmler und Göring waren abwesend, aber auch das war ihm bekanntlich egal.

Beste Grüße
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Ein unwichtige Person hatte gar nicht die Möglichkeit gehabt in die Nähe von Hitler zu kommen. Von den Verschwörern war Stauffenberg der einzige der diese Möglichkeit hatte. Weil er als Stabschef des Allgemeinen Heersamtes Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier erhielt. Die ersten Attentate waren auf den 11. und 15. Juli 1944 geplant, sie wurden nicht ausgeführt, weil eben Himmler und Göring fehlten. Die Verschwörer wollten das Attentat kein drittes Mal mehr verschieben. Am 18. Juli wurde Stauffenberg befohlen sich am 20. Juli im Führerhauptquartier zu melden um über die neuaufstellung von Truppen zu berichten. Somit war der Zeipunkt des Attentats klar und es hat nichts damit zu unt das es ihm egal war ob Himmler und Göring da waren und dass er es unbedingt selber durchführen musste. Es gab keien andere Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt, da nur Stauffenberg von den Verschwörern zum Führer durchgelassen wurde.

Ob es Sinnvoll war Stauffenberg damit zu beauftragen, darüber kann man disukutieren. Denn er hatte, nach der Versetzung von Henning von Treskow zwei Aufgaben. Die erste das Attentat durchzuführen und die zweite den Umsturz in Berlin zu organisieren.
 
Marvin

Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

20.12.2013, 11:36

Conzaliss hat geschrieben:
Marvin hat geschrieben:
Triton hat geschrieben:
Es gab keine andere Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt, da nur Stauffenberg von den Verschwörern zum Führer durchgelassen wurde.

Ob es Sinnvoll war Stauffenberg damit zu beauftragen, darüber kann man disukutieren. Denn er hatte, nach der Versetzung von Henning von Treskow zwei Aufgaben. Die erste das Attentat durchzuführen und die zweite den Umsturz in Berlin zu organisieren.


Es gab niemanden, der sich in der Lage fühlte, das Attentat durchzuführen. Man hatte an General Stieff gedacht, der Zugang zum Führer hatte. Stieff lehnte - obwohl im Widerstand - aus persönlichen Gründen ab.
Hätte Stauffenberg zwei gesunde Hände gehabt, wäre wahrscheinlich auch die zweite Sprengladung scharf gemacht worden.

Wie sagte Steinbrück im Wahlkampf: Hätte, hätte , Fahrradkette...


Stimmt an Stieff habe ich gestern (besser heute früh) nicht gedacht. Danke für die Ergänzung
 
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

20.12.2013, 15:32

Triton hat geschrieben:
Stauffenberg konnte keine Schußwaffe benutzen, weil er dann wohl nur schwerlich hätte aus der Wolfsschanze fliehen können. Er wollte/sollte/musste in Berlin die Operation Walküre leiten.
Sein Fehler war, dass er nur ein Paket Sprengstoff in die Baracke nahm, weil er nur dieses scharf machen konnte. Dabei wäre das zweite bei der Explosion des ersten natürlich gleich mit hochgegangen. Aber in der Hektik und Aufregung muss man ihm das nachsehen.

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Lieber Joerg,
das kommt dabei raus, wenn einer mehrere Aufgaben durchführen soll. :wink:
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Balduin
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Re: Wie ist der Widerstand der Wehrmacht zu werten?

20.12.2013, 18:04

Wie würdet ihr denn das einschätzen: Hätte der abgeänderte Walküre-Plan tatsächlich den Sturz der NS-Herrschaft herbeigeführt? Ich weiß, man ist hier in einer "Was wäre wenn Konstellation", aber die tatsächlichen Erfolgsaussichten wurden wahrscheinlich schon untersucht.
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