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Moderator: Barbarossa

 
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Barbarossa
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Finanzkrise: Rettungspaket für Banken von Bund beschlossen

20.10.2008, 17:53

Finanzkrise
Kabinett beschließt Details des Rettungsplans

Banken in Deutschland können seit Montag auf staatliche Hilfe aus dem milliardenschweren Rettungspaket zurückgreifen - unter strengen Auflagen. Das Kabinett beschloss zu Beginn der neuen Börsenwoche unter anderem, dass Managergehälter in notleidenden Banken generell auf maximal 500.000 Euro begrenzt werden sollen.

hier weiter lesen: http://www.tagesspiegel.de/politik/deut ... 22,2640567

Rettungspaket

Würde sich laut einem Magazinbericht schämen, Geld von der Regierung anzunehmen: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann

Harsche Kritik der Bundesregierung an Ackermann

Die Bundesregierung hat an angeschlagene Finanzunternehmen appelliert, das im Eilverfahren beschlossene Rettungspaket nun auch in Anspruch zu nehmen. Für die Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die Regierung kein Verständnis.

hier weiter lesen: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/F ... 71,2640773

An jemanden wie Ackermann sieht man, wie die Manager über das "Rettungspaket" denken. Wenn es kaum von den Banken angenommen werden sollte, dann liegt das für mich in erster Linie an der "Beschneidung" der Manager-Gehälter auf 500.000 € pro Jahr. Das wird denen zu wenig sein - aus der Äußerung von Ackermann kann man das deutlich heraus hören.
Tut mir leid, aber von diesen Leuten habe ich keine sehr hohe Meinung, weswegen ich solche Leute schon lange nur noch als "Geldsäcke" bezeichne.

So, nun hab ich mal schön gemeckert, jetzt geht´s mir etwas besser
:lol:
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Balduin
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20.10.2008, 21:52

Ackermann der Hohe Priester des Kapitalismus...
Und ja, Bänker wie Ackermann tragen dazu bei, dass Bänker sich neuerdings auf der Beliebtheitsscala mit Journalisten und Politiker treffen (ganz weit unten...)
 
elysian
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20.10.2008, 23:11

Allerdings können Banker im Moment eh machen, was sie wollen, es ist eh verkehrt.
Es wird gemeckert, dass den Banken diese Mittel zur Verfügung gestellt werden. Sagt ein Banker, das Geld wolle er nicht nehmen, wird auch gemeckert.
Das ist schon etwas scheinheilig, wie die Öffentlichkeit aktuell reagiert.
Allerdings ist das noch harmlos, wenn ich daran denke, was ich heute im Radio hören musste. Thema waren die Äußerungen des Präsidentschaftskandidaten der Linken.
Es riefen nicht wenige an, die seiner Aussage zu Ackermann zustimmten und es wurde sogar ernsthaft vorgeschlagen, alle Banker nach Guantanamo zu verfrachten. 60 Jahre und zwei sozialistische Diktaturen später ist in Deutschland offensichtlich immer noch ein beachtlicher antidemokratischer Bodensatz vorhanden.
Aber man kann noch weitere Punkte nennen:
Ackermann gibt bekannt, auf seine Bonuszahlungen verzichten zu wollen und wird dafür prompt belächelt. Obwohl man davon ausgehen darf, dass sein Vertrag erfolgsbezogen ist und er in der Tat auf viel Geld verzichtet.
Hinsichtlich der 500k€-Grenze möchte ich anmerken, dass diese Regel nicht absolut ist. Es sind Ausnahmeregelungen vorgesehen, die dieses Prinzip wieder aufweichen.
Zuletzt gibt es in Deutschland viele Banken, vor allem viele kleine Banken, die von dieser Grenze ohnehin weit entfernt sind. Das wird gern unterschlagen.
Ebenso, wie die Tatsache, dass staatliche Banken mit zahlreichen Politikern in den Aufsichtsräten kein Deut besser waren als die Privaten. Man sollte daher kritisch hinterfragen, woher diese Politiker sich das Recht nehmen, über die Banker herzuziehen. Zudem halte ich es immer für fragwürdig, mit populistischen Maßnahmen Hass und Neid zu schüren.
Bei allen Fehlern und Verfehlungen, die man Bankern zu Recht vorwerfen kann, die Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit dieser Tage bringt mich nicht minder in Rage.
sic transit gloria mundi
 
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Barbarossa
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21.10.2008, 20:13

elysian hat geschrieben:
Allerdings können Banker im Moment eh machen, was sie wollen, es ist eh verkehrt.
Es wird gemeckert, dass den Banken diese Mittel zur Verfügung gestellt werden. Sagt ein Banker, das Geld wolle er nicht nehmen, wird auch gemeckert.
Das ist schon etwas scheinheilig, wie die Öffentlichkeit aktuell reagiert.
(...)
Ebenso, wie die Tatsache, dass staatliche Banken mit zahlreichen Politikern in den Aufsichtsräten kein Deut besser waren als die Privaten. Man sollte daher kritisch hinterfragen, woher diese Politiker sich das Recht nehmen, über die Banker herzuziehen. Zudem halte ich es immer für fragwürdig, mit populistischen Maßnahmen Hass und Neid zu schüren.
Bei allen Fehlern und Verfehlungen, die man Bankern zu Recht vorwerfen kann, die Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit dieser Tage bringt mich nicht minder in Rage.

Das mit den Landesbanken stimmt natürlich und die Landesbank Berlin war ja vor Jahren schon mal fast Pleite und konnte nur durch das Einspringen des Landes Berlin gerettet werden. Das war ein riesen Skandal damals.

Beim "Meckern" (welches auch mich gestern überkam :wink: ) mußt du berücksichtigen, daß die Schere zwischen denen, die in Saus und Braus leben und das Geld mit immer volleren Händen ausgeben können und denen, die sich nicht mal mehr die Wurst auf dem Brot leisten können, immer weiter auseinander klafft. Dies ist auch kein platter Populismus meinerseits (also anders, als bei den Linken), sondern eine durchaus berechtigte Kritik an einer inzwischen bereits demokratiegefährdenden Bereicherung einiger Weniger auf Kosten vieler Bürger. Insofern finde ich die Bedingungen, die an dieses Rettungspaket geknüpft wurden schon in Ordnung.
Und wenn über Ackermann "gemeckert" wird, dann trifft es auf jeden Fall keinen Falschen. Ich möchte noch mal an den Vodafone-Skandal erinnern: http://de.wikipedia.org/wiki/Mannesmann-Prozess
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elysian
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22.10.2008, 01:39

Dass die wirtschaftliche Ungleichheit zugenommen hat, ist natürlich richtig. Warum diese allerdings demokratiegefährdende Ausmaße angenommen hätte oder überhaupt demokratiegefährdend sein könne, muss man mir allerdings mal erklären. Ich glaube nicht, dass wirtschaftliche Ungleichheit Demokratie gefährdet.
Aber selbst wenn man dies so annähme, so ist der Unterschied zwischen den gesellschaftlichen Schichten immer noch nicht so groß, wie er etwa in den 50er und 60er Jahren noch war, als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer z.B. für einen Fernseher deutlich mehr Arbeitsstunden leisten musste als heute. Bei allen Problemen, wir jammern auf hohem Niveau!
Ich stimme mit Dir auch nicht hinsichtlich der Bereicherung auf Kosten der anderen überein. Schau Dir doch mal an, wer wieviel Steuern in diesem Land zahlt. Daneben engagieren sich diese Menschen nicht selten in Stiftungen etc. Das Geld wiederum wird zu einem nicht unwesentlichen Teil im Ausland verdient. Wir sind nun einmal stark exportorientiert.
Allerdings müsste unser Lohnsystem dringend modernisiert und an eine globale Wirtschaft angepasst werden, indem der Arbeitnehmer z.B. mittels Wertpapiere seines Arbeitgebers direkt am Erfolg partizipiert.
Über die Bedingungen des Rettungspakets möchte ich nichts Schlechtes sagen. Die finde ich auch akzeptabel. Sie bieten sogar Denkanreize, jedenfalls meiner Meinung nach. Schade ist vielleicht, dass man nicht bereits hier eine persönliche Haftung der Geschäftsführer verstärkt hat.
Was Ackermann angeht, so hat er sich im Mannesmann-Prozess unangenehm arrogant verhalten und dafür seine öffentlichen Watschen bezogen. Für sein unternehmerisches Fehlverhalten wurde er bestraft. Damit muss es dann aber auch genug sein, wenn uns die christlichen Ideale von Nächstenliebe und Vergebung nicht völlig abhanden gekommen sein sollen. Dieser Vorfall berechtigt nicht, auf Ackermann bei jeder sich bietenden Gelegenheit draufzuhaun, ohne sich zu fragen, ob man zurecht verbal zulangt. Und im aktuellen Beispiel zeigt sich meiner Meinung nach eine gewisse Doppelmoral der allgemeinen Öffentlichkeit, ich meine also nicht Dich ;), wenn man erst das Paket kritisiert und dann Ackermann für diese Aussage angreift. Obendrein ist noch nicht einmal gesichert, dass Ackermann sich tatsächlich mit diesen Worten oder in diesem Sinne geäußert hat. Allerdings auch wenn er das tat, so macht sich offenbar niemand die Mühe, diese Aussage aus der Sicht des Bankers zu betrachten, der durch eine solche Aussage signalisiert:"Wir sind stark!". Besteht nicht ein berechtigtes oder zumindest nachvollziehbares Interesse der Bank, Unabhängigkeit zu demonstrieren?
Was die Landesbanken angeht, so möchte ich hinzufügen, dass die erste Bank, die zugreifen muss, die Landesbank Bayerns ist.
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Barbarossa
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14.05.2009, 19:34

Finanzen
Die Bad Bank geht an den Start

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Modell verabschiedet, mit dem Banken ihre faulen Kredite in Bad Banks entsorgen können. "Wir müssen die Banken von diesem Klotz am Bein befreien", sagte Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin...

weiter lesen: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/F ... 30,2797193
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Barbarossa
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Re: Finanzkrise: Rettungspaket für Banken von Bund beschloss

26.01.2012, 19:44

Donnerstag, 26. Januar 2012
480-Milliarden-Bankenschirm
Bundestag winkt Soffin II durch

Der gigantische Bankenrettungsfonds wird wiederbelebt. Mit dem Soffin II trifft Schwarz-Gelb Vorsorge, um im Notfall Banken unter die Arme zu greifen. Die Opposition kritisiert den Rettungsfonds in Höhe von 480 Milliarden Euro. SPD-Haushaltsexperte Schneider hält es für nicht vertretbar, dass bei einem Ausfall der Steuerzahler zahle...
weiter lesen: http://geschichte-wissen.de/go/soffin-2-beschlossen

Ich bin entsetzt, daß die Regierung den gleichen Mist immer weiter treibt. Ich bin gegen diesen "Banken-Sozialismus".
:evil:
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Re: Finanzkrise: Rettungspaket für Banken von Bund beschloss

23.08.2013, 21:51

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