Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
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Triton
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Re: Coraline95: Zukunft und Industrialisierung

05.11.2014, 21:41

Karlheinz hat geschrieben:
So etwas muss finanziert werden. Schon heute erhalten viele Menschen Transfereinkommen wie Renten, Arbeitslosengeld I und II, Kindergeld, Wohngeld. Das wird aber alles bezahlt von der berufstätigen Bevölkerung, also von Besteuerung ihrer Einkommen. Schrumpft diese Bevölkerung, müssen sie stärker besteuert werden, es müssten immer weniger tätige Menschen immer mehr untätige Menschen finanzieren. Dies wird auf die Dauer nicht funktionieren. Dies wird auch alle Leistungsanreize zerstören.

Zur Berichtigung: Steuern zahlen alle. Der Anteil der Lohnsteuer, also der Beitrag der "berufstätigen Bevölkerung" macht gerade mal 25 Prozent des Gesamtsteueraufkommens aus.

Das bedingungslose Grundeinkommen kann man kostenneutral gestalten - der Steuerfreibetrag fiele natürlich auch weg - in dem man die heutigen Transferleistungen einfach bedingungslos und gleich weitergibt. Heute schon kostet ein Durchschnitts-Bundesbürger den Staat ca. 800 € im Monat an Transferleistungen.

Es ist genau umgekehrt, das jetzige System lässt Menschen danach streben, möglichst hohe Transferleistungen zu ergattern, die nicht im Verhältnis zur Leistung stehen. Egal ob jetzt Hartz IV oder überversorgte Pensionisten.
Das bedingungslose Grundeinkommen schafft den Anreiz, aktiv zur Verbesserung gegenüber dem Ausgangszustand zu werden, schon damit es einem besser als Anderen geht. Außerdem gibt es jedem Kind Chancengleichheit.

Für den besten Vorschlag halte ich immer noch ein Grundeinkommen und eine Finanzierung des Staates nur über Verbrauchssteuern. Und bevor wieder der nächste Unsinn: Nein, die Preise steigen im Toto nicht, in den jetzigen Preisen sind genauso alle Steuern enthalten.
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
Skini91
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Re: Coraline95: Zukunft und Industrialisierung

13.11.2014, 01:18

Ich habe mittlerweile eins als Geschichtsstudent verstanden, man kann nie voraussagen was kommt. Ich denke viele werden mir recht geben das die Geschichte einen lediglich lehrt wie man es nicht mehr machen sollte. Gerade wir Menschen haben ein unglaubliches Talent , Fehler nochmal zu begehen aber in völlig anderer Form. Man sollte meinen, man hätte aus den Immobilienkrisen der letzetn Jahrhunderte was gelernt. Siehe das Jahr 2009 nein haben wir nicht.
Was ich damit sagen will ist man kann wenn man sich die Geschichte anschaut lediglich ein Urteil über das Hier und Jetzt verschaffen und dieses bewerten. Aber man wird keine Prognosen stellen können.
LG
suum cuique - Jedem das seine

Selbst heute kann man damit viel Stress aus dem Weg gehen.

Lg der Skini
 
Renegat
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Re: Coraline95: Zukunft und Industrialisierung

14.11.2014, 09:44

Interessantes Thema, auch in einem Geschichtsforum. Man geht Zukunft meist doch mit den Erfahrungen und Prägungen der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit an. Was sehr oft den Blick verstellt.

Nach Betrachtung der bisherigen Beiträge möchte ich sortieren.
Energie
Marek1964 hat geschrieben:
Ja, eine weitere industrielle Revolution wäre nötig, und zwar, um die Ressourcen dieses Planeten schonend nutzen zu können. Sonst kommt eine gigantische Energiekrise auf uns zu. Ob es Sonnenenergie oder sonst was sein wird - irgendwas muss gefunden werden.

Spartaner hat geschrieben:
Die fast völlige Ausbeutung der globalen Ölvorräte wird die Beweglichkeit der Menschen auf der Erde einschränken und wird den Ausbau der Bahn, der Strecken kleiner privater Bahnbetreiber und der Aufstockung der Schifffahrt erforderlich machen . Es wird "Energiestädte" geben die sich vollends auf die Sonnenenergie stützen werden.
Energie wird grösstenteils aus Sonnenenergie oder Windkraft gewonnen. Die Atomenergie wird weiterhin in einigen Ländern ein fester Bestandteil sein. Es wird neue Energiegewinnungssysteme geben.

Beim Thema Energie braucht man keine Glaskugel, um zu erkennen, dass die ungleiche Verteilung der Energieverbräuche zu Problemen führen muß. Dabei funktioniert sogar der Preis als Anzeiger so einigermaßen. Wir denken es nur nicht zu Ende und überlegen, wie der Einzelne mit weniger Energie auskommt. Denn weniger Energieverbrauch hieße wahrscheinlich weniger Wachstum und Nachfrage bei der Großindustrie, z.B. Auto, Machinen, Straßenbau.

Roboter und Automaten:
Barbarossas These verkürzt lautet ungefähr: Industrieroboter, Fertigungsautomaten etc machen den Menschen in der Güterproduktion weitgehend überflüssig. Zum Teil ist das schon eingetreten und die Entwicklung geht im Dienstleistungsbereich weiter, z.B. Telefonberatungsautomaten, Selbstbedienungssysteme. Braucht man immer weniger Arbeitskräfte in diesen Bereichen, gibt es 2 Möglichkeiten.
1. Man verteilt Grundeinkommen und schafft einen Hartz IV-Markt, dort hat man dann ein gewisses Wachstum/Nachfrage auf niedrigem Niveau. Funktioniert aber nur, wenn die Großindustrie, dass durch Steuern finanziert.
2. Man denkt sich was neues aus, um woanders neue Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, der klassische Weg, wie ihn Karlheinz vorschlägt. Interessant bei diesem Weg ist China, dort sollen sich bisher selbstversorgende Bauern in Städte umgesiedelt werden, um neue Binnennachfrager zu generieren. Das könnte man natürlich weltweit machen.

Die weiteren Stichworte: Trend in die Städte, Geburtenrückgang, Konkurrenz aus Asien und Islamisierung wären dann mit letzterem Punkt im Zusammenhang zu betrachten.