Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

27.01.2014, 11:43

Lieber Titus,
finde ich auch. :)
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Balduin
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

27.01.2014, 19:24

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He has called on the best that was in us. There was no such thing as half-trying. Whether it was running a race or catching a football, competing in school—we were to try. And we were to try harder than anyone else. We might not be the best, and none of us were, but we were to make the effort to be the best. "After you have done the best you can", he used to say, "the hell with it". Robert F. Kennedy - Tribute to his father
 
Noswell
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

27.01.2014, 21:26

Man darf auch Wilsons 14-Punkte-Programm nicht vergessen. Eine stärkere bzw. überhaupt die Partizipation der USA in Nachkriegsangelegenheiten in Europa hätte womöglich auch das Dritte Reich verhindern können, aufgrund der geringeren Einbuße für Deutschland.
Jedoch bleibt die Frage offen, ob das Programm auch wirklich so umgesetzt worden wäre...
 
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Barbarossa
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

28.01.2014, 00:07

Ralph hat geschrieben:

:clap:
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
 
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

28.01.2014, 10:09

Noswell hat geschrieben:
Man darf auch Wilsons 14-Punkte-Programm nicht vergessen. Eine stärkere bzw. überhaupt die Partizipation der USA in Nachkriegsangelegenheiten in Europa hätte womöglich auch das Dritte Reich verhindern können, aufgrund der geringeren Einbuße für Deutschland.
Jedoch bleibt die Frage offen, ob das Programm auch wirklich so umgesetzt worden wäre...

Lieber Noswell,
der größte Fehler der Amis war, sich nach dem WKI aus Europa zurückgezogen zu haben. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Triton
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

28.01.2014, 12:19

Weiss nicht, die "Amis" hatten mit sich selbst zu tun (Weltwirtschaftskrise) und waren in den 30er Jahren militärisch eine Randmacht. Mit Ausnahme ihrer Flotte natürlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich zum Beispiel Hitler von Ihnen hätte irgendetwas sagen lassen.

Gab es eigentlich deutsche Kriegsziele im ersten Weltkrieg? Mir ist kein sinnvolles bekannt. Kolonien?
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

28.01.2014, 14:02

Triton:
Gab es eigentlich deutsche Kriegsziele im ersten Weltkrieg? Mir ist kein sinnvolles bekannt. Kolonien?

Natürlich gab es sie. Ob sie sinnvoll waren, ist eine andere Frage.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsziel ... _Weltkrieg
 
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Triton
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

28.01.2014, 14:12

Ja gut, da steht, man hat mal angefangen und sich dann überlegt, warum...
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

29.01.2014, 09:47

Triton hat geschrieben:
Weiss nicht, die "Amis" hatten mit sich selbst zu tun (Weltwirtschaftskrise) und waren in den 30er Jahren militärisch eine Randmacht. Mit Ausnahme ihrer Flotte natürlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich zum Beispiel Hitler von Ihnen hätte irgendetwas sagen lassen.

Gab es eigentlich deutsche Kriegsziele im ersten Weltkrieg? Mir ist kein sinnvolles bekannt. Kolonien?

Lieber Joerg,
natürlich gab es die, zum Beispiel sollte Belgien unter Preußen und Bayern aufgeteilt werden. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
ehemaliger Autor K.

Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

29.01.2014, 12:02

dieter hat geschrieben:
Triton hat geschrieben:
Weiss nicht, die "Amis" hatten mit sich selbst zu tun (Weltwirtschaftskrise) und waren in den 30er Jahren militärisch eine Randmacht. Mit Ausnahme ihrer Flotte natürlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich zum Beispiel Hitler von Ihnen hätte irgendetwas sagen lassen.

Gab es eigentlich deutsche Kriegsziele im ersten Weltkrieg? Mir ist kein sinnvolles bekannt. Kolonien?

Lieber Joerg,
natürlich gab es die, zum Beispiel sollte Belgien unter Preußen und Bayern aufgeteilt werden. :wink:


Sehr witzig, Dieter. Tatsächlich haben die Bajuwaren kuriose Kriegsziele im Ersten Weltkrieg unter König Ludwig III und ihrem Ministerpräsidenten Hertling entwickelt, der 1917 Reichskanzler wurde.

Je nach Kriegsglück wechselten ihre Pläne. Ziel war eine beträchtliche Vergrößerung der damals bayrischen Pfalz. Sie beanspruchten große Teile von dem Reichsland Elsass-Lothringen und ganz Belgien. Diese kuriosen „Burgund-Pläne“ stießen in Berlin aber auf wenig Gegenliebe, da die kaiserliche Regierung an einer solchen Vergrößerung Bayerns kein Interesse hatte und Preußen eigene Pläne entwickelte. Hertling konnte 1918 aber durchsetzen, das zumindest Elsass an Bayern fällt und Lothringen an Preußen. Das alte Reichsland sollte aufgelöst und den Bundesstaaten angegliedert werden. Aus diesen Phantastereien wurde aber nichts.

Auch andere deutsche Staaten entwickelten Annexionspläne. Sachsen interessierte sich für Litauen. Dort sollte ein sächsischer Prinz regieren.

In Polen plante man ein vom Reich abhängiges Königreich mit einem Württemberger als Herzog.
Der November 1918 brachte die Politiker unsanft in die Realität zurück.

(Karl-Heinz Janßen: Macht und Verblendung. Kriegsziele der deutschen Bundesstaaten 1914-1918, Göttingen 1963)
 
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

29.01.2014, 14:44

Lieber Karlheinz,
vielen Dank für diese Informationen. :)
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Pryde
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

20.03.2014, 14:33

dieter hat geschrieben:
Für mich waren es die Angriffe Napoleons und Hitlers auf Russland und die Sowjetunion. Napoleon hatte Moskau, es hat ihm nichts genutzt, selbst wenn Hitler die SU bis zum Ural besetzt hätte, wäre das nur ein Siebtel des Landes gewesen und es hätte immer Partisanenkrieg gegeben. :wink:

Ich habs auch nie verstanden. "Oh ich kann nicht gegen die Briten gewinnen, dann eröffne ich mal einen Zweifrontenkrieg." Wasn das für ne Logik? War das nur deswegen weil er die Bolschewiken hasste oder ging es um Geld und Arbeitskraft?
Achso die Aussage "Ich bring mal einfach so alle Juden um, weil ichs kann." kann man wohl auch als fatalen Irrtum sehen.
 
Pryde
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

20.03.2014, 15:04

Paul hat geschrieben:
Ich bin auch der Auffassung, das Hitler ohne Versailes und St. Germain nicht möglich gewesen wäre.
Der Kommunismus hat keine Rolle gespielt.

Ja ohne die Reparaturkosten die die WR zahlen musste hätte Deutschland die Weltwirtschaftskrise besser überstanden.
Ohne die Weltwirtschaftskrise hätte man die Reparaturen besser zahlen können.
Ohne den aktiven Kommunismus hätte es keine KPD gegeben und dadurch mehr Stimmen für gemäßigte Parteien im Parlament.
Je nachdem wie eng man Deutschland an Frankreich oder Großbritanien hätte binden können, ähnlich der EU, hätte es auch kein Hass oder Rachgelüste gegeben.

Alles in allem tragen meiner Meinung nach Deutschland und Frankreich die Hauptschuld an dem 30 jährigen Weltkrieg. Das fing mit Napoleon an, ging dann über Kaiserproklamation, Großmachtfantasierer Wilhelm II, Versailles bis Hitler. Von einer Teilschuld kann man eigentlich bei allen anderen sprechen die groß und mächtig genug gewesen wären, den Wahnsinn zu beenden. Namentlich: Österreich, Italien, Russland, USA, UK.
Man kann eigentlich nur vom Glück sagen dass Europa 45 komplett zerstört war und Amerika genug Geld übrig hatte.
 
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

20.03.2014, 16:00

Pryde hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Für mich waren es die Angriffe Napoleons und Hitlers auf Russland und die Sowjetunion. Napoleon hatte Moskau, es hat ihm nichts genutzt, selbst wenn Hitler die SU bis zum Ural besetzt hätte, wäre das nur ein Siebtel des Landes gewesen und es hätte immer Partisanenkrieg gegeben. :wink:

Ich habs auch nie verstanden. "Oh ich kann nicht gegen die Briten gewinnen, dann eröffne ich mal einen Zweifrontenkrieg." Wasn das für ne Logik? War das nur deswegen weil er die Bolschewiken hasste oder ging es um Geld und Arbeitskraft?
Achso die Aussage "Ich bring mal einfach so alle Juden um, weil ichs kann." kann man wohl auch als fatalen Irrtum sehen.

Lieber Pryde,
Du hast völlig Recht. :wink:
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Marek1964
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

20.03.2014, 21:01

Pryde hat geschrieben:
Paul hat geschrieben:
Ich bin auch der Auffassung, das Hitler ohne Versailes und St. Germain nicht möglich gewesen wäre.
Der Kommunismus hat keine Rolle gespielt.

Ja ohne die Reparaturkosten die die WR zahlen musste hätte Deutschland die Weltwirtschaftskrise besser überstanden.
Ohne die Weltwirtschaftskrise hätte man die Reparaturen besser zahlen können.
Ohne den aktiven Kommunismus hätte es keine KPD gegeben und dadurch mehr Stimmen für gemäßigte Parteien im Parlament.
Je nachdem wie eng man Deutschland an Frankreich oder Großbritanien hätte binden können, ähnlich der EU, hätte es auch kein Hass oder Rachgelüste gegeben.

Alles in allem tragen meiner Meinung nach Deutschland und Frankreich die Hauptschuld an dem 30 jährigen Weltkrieg. Das fing mit Napoleon an, ging dann über Kaiserproklamation, Großmachtfantasierer Wilhelm II, Versailles bis Hitler. Von einer Teilschuld kann man eigentlich bei allen anderen sprechen die groß und mächtig genug gewesen wären, den Wahnsinn zu beenden. Namentlich: Österreich, Italien, Russland, USA, UK.
Man kann eigentlich nur vom Glück sagen dass Europa 45 komplett zerstört war und Amerika genug Geld übrig hatte.


Ohne Versailles hätte es Hitler nicht gegeben, aber ebenso sinnvoll wäre es zu sagen gewesen dass es ohne den Kaiser, Hindenburg, die mangelnde Aufarbeitung der Niederlage von 1918, Dolchstosslegenden, Inflation, die zu späte Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise, von Papen und nochmals Hindenburg hätten Hitler ebenso verhindern können, zumindest seine Machtergreifung.

Die immer wiederkehrende aber zumindest sehr einseitige und isolierte Behauptung, die vor ein paar Jahren selbst der Spiegel auf seinen Titel über Versailles setzte: Warum auf den ersten der zweite Weltkrieg folgen musste halte, ich für eine Fehlinterpretation. Der Spielgel Artikel war dann zwar einiges besser, als der Titel vermuten lassen könnte. Versailles war wohl nicht der Weisheit letzter Schluss, aber was war schon rund um den Ersten Weltkrieg vernünftig?

Die Mittelmächte haben den Krieg bewusst begonnen und verloren, sodass Reparationen die logische Folge waren. Die Höhe der Reparationen betrug aber nicht einmal pro Jahr soviel wie zuvor ein Monat Krieg. Da zudem Deutschland sich nahezu alle Rüstungskosten sparen konnte, kann man mit gutem Grund sagen, dass die Reparationen keinsefalls die wirtschaftliche Entwicklung Deutschland entscheiden beeinträchtigen konnte.

Europa war nach 1945 bis auf die Sowjetunion wirtschaftlich nicht so schlecht dran, die meisten Länder erholten sich schnell noch bevor der Marshallplan zu laufen begann. In Deutschland (West) half dann vor allem die Währungsreform, zerstört war vor allem viel Wohnraum, aber auch hier war die Industriesubstanz besser als man denken konnte, allerdings belasteten die 12 Mio Flüchtlinge schwer.

Das soll natürlich die Bedeutung der amerikanischen Hilfe nicht schmälern.