Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

03.06.2015, 15:38

Eine forensische Analyse, über die in einem Beitrag (zweite nach oben) berichtet war, hat eine Gegenanalyse bewirkt, die vernichtend für die Analyse ausfällt:
Bellingcat-Analyse MH 17 so unseriös wie BILD und SPON
https://hogymag.wordpress.com/2015/06/02/bellingcat-analyse-mh-17-so-unserios-wie-bild-und-spon/
Interview zu angeblichen MH17-Manipulationen: "Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-satellitenbilder-bellingcat-betreibt-kaffeesatzleserei-a-1036874.html
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

03.06.2015, 19:42

Die Satire-Sendung "Anstalt2 wächst zum Kult. Hier ein eine Sendung in 3Sat über Medien, in dem die Kabarettisten interviewt werden: https://www.youtube.com/watch?v=onIBrPEKTVY

Putinversteher - Verbotene Folge 3 der Sendung Die Anstalt (29.04.2014)
Ausschnitte dieser Sendung (Qualitätsjournalismus ab ca. min. 36:00) wurden durch eine einstweilige Verfügung verboten... also ZENSIERT!
https://www.youtube.com/watch?v=CxSHpp65RNU
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

03.06.2015, 20:15

Glaube, dass ich habe mal schon verlinkt zu diesem aufklärenden Sendung von Anstalt... und zum Lachen. Vorsichtshalber mache ich es noch mal:
Die Anstalt - Tatsachenanalyse zu ISIS und RUSSLAND - auf den Punkt gebracht - September 2014
https://www.youtube.com/watch?v=Uex0TJRB9Hg
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

12.06.2015, 16:27

Interview mit deutschem Historiker J. Baberowski in einem russischen Medium (Hervorhebung von mir):
Und weil dies so ist, sind diese Nationalisten auch so unglaublich aggressiv. Man würde klüger damit fahren, in solchen multiethnischen Kontexten mit Minderheitenrechten, mit Autonomie und ähnlichem zu arbeiten. Und das alles hat die ukrainische Regierung von Anfang an nicht gewollt und leider haben die westlichen Regierungen sie dabei unterstützt, was sehr merkwürdig ist, weil das eigentlich allen Prinzipien widerspricht, die wir in Europa schätzen gelernt haben.
...
Die Russen waren, glaube ich, solange ein Partner, wie sie schwach waren, solange sie akzeptiert haben, dass die Spielregeln nicht in Moskau, sondern woanders gemacht werden. Und nun ist das nicht mehr so. Die Karten werden neu gemischt.
...
Ich glaube, dass die meisten Russen eher noch konservativer sind als ihr Präsident. Alternativen zu Putin sehe ich im Moment nicht. Das mag uns nicht gefallen, aber man muss es verstehen. Politik muss mit dem Machbaren umgehen und nicht mit dem Wünschbaren.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/meinungen/201 ... z3crG74njo
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

19.06.2015, 10:54

Der Ukraine-Konflikt ist nur Eisbergspitze des Konflikts Russland-Westen. Hier ein Ausschnitt aus einer Pressekonferenz:
Die Bundesregierung erklärt euch, warum neue russische Atombomben schlecht, aber neue amerikanische Atombomben in Deutschland (!) wichtig sind. Das ist übrigens dieselbe Bundesregierung, die sich angeblich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzt...
https://www.youtube.com/watch?v=C4RalenYhoY
Man erinnerte plötzlich,
- dass wir uns nicht in kalten Krieg befinden :lolno:
- dass es kein wirklich hilfreiche Beitrag zur Überwindung der Schwierigkeiten... :lolno:
- das eine kann man mit anderen nicht vergleichen :wtf:

Ich kann wetten, dass bei Putin-Pressekonferenz die gleiche Sätze zu finden sind
 
 
Dietrich
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

19.06.2015, 12:56

Aneri hat geschrieben:
Interview mit deutschem Historiker J. Baberowski in einem russischen Medium (Hervorhebung von mir):

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/meinungen/201 ... z3crG74njo


Die von dir verlinkten Sputniknews sind ein Propagandaportal der staatlichen russischen Medien. Es ist ziemlich waghalsig, sich darauf zu berufen.

"Sputnik ist ein Nachrichtenportal, das 2014 vom staatlichen russischen Medienunternehmen Rossija Sewodnja gegründet wurde. Der Name des Unternehmens ist der russisch-internationalen Zeitschrift Sputnik entlehnt, die sich als publizistisches Sprachrohr der Sowjetunion verstand ... Generaldirektor Dmitri Kisseljow bestätigt die politische Ausrichtung des Dienstes.[2] Die britische Wochenzeitung The Economist bezeichnete Kisseljow schon 2013 als Russlands Chefpropagandisten („Russia’s chief propagandist“)."

https://de.wikipedia.org/wiki/Sputnik_%28Nachrichtenportal%29

Aneri hat geschrieben:
Der Ukraine-Konflikt ist nur Eisbergspitze des Konflikts Russland-Westen. Hier ein Ausschnitt aus einer Pressekonferenz:
Die Bundesregierung erklärt euch, warum neue russische Atombomben schlecht, aber neue amerikanische Atombomben in Deutschland (!) wichtig sind. Das ist übrigens dieselbe Bundesregierung, die sich angeblich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzt...


Das ist - mit Verlaub - populistisches Geschwafel.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

21.06.2015, 10:50

Dietrich hat geschrieben:
Die von dir verlinkten Sputniknews sind ein Propagandaportal der staatlichen russischen Medien. Es ist ziemlich waghalsig, sich darauf zu berufen.

Ich habe keinen Berührungsangst mit russischen staatlichen (und oppositionellen) Medien. Wenn du es hasst, dann hast anscheint Angst, dass es deine Ansichten aus Ruder laufen werden :lol:

Übrigens interviewt wird ein deutsche Wissenschaftler (!). Da es gezielt von der russische Seite ausgewählt wurde ist auch ohne Frage. Es macht aber Mainstream der deutsche Medien das Gleiche. Es werden nicht die menschen, die Hinter Putin stehen, immerhin etwa 80% der Bevölkerung, zitiert. Es werden immer Oppositionelle zum Wort gebeten...
Nach meine Beurteilung - die Diskrepanz und Verzerrung in deutsche Medien ist viel stärker, die gezielt dem Mechanismus nachgeht eine Person zu dämonisieren, Im rang des Bösen aufstellen, damit jeder Kampf dagegen legitimiert wird. Um die Wahrheit geht es lange nicht. Wenn du es meinst, dann bist oder sehr naiv, oder...
Die Andersdenkenden, die auf zahlreichen Medien sich äußern, werden todverschwiegen. Da Frage ich mich ernsthaft, was man von - angeblich - freien Medien zu halten ist.
Aneri hat geschrieben:
Der Ukraine-Konflikt ist nur Eisbergspitze des Konflikts Russland-Westen. Hier ein Ausschnitt aus einer Pressekonferenz:
Die Bundesregierung erklärt euch, warum neue russische Atombomben schlecht, aber neue amerikanische Atombomben in Deutschland (!) wichtig sind. Das ist übrigens dieselbe Bundesregierung, die sich angeblich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzt...

Das ist - mit Verlaub - populistisches Geschwafel.

Lieber Dietrich, ich habe schon längst gemerkt, dass du in deiner Wahrnehmung ein ausgedehntes blindes Fleck hast. Was populistisch nennen kann - und muss - sind die Äußerungen in dieser Pressenkonferenz...

Wie haben anscheint sehr verschiedene Ansichten über Moral und Gleichheit.
 
Dietrich
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

21.06.2015, 11:44

Aneri hat geschrieben:
Ich habe keinen Berührungsangst mit russischen staatlichen (und oppositionellen) Medien. Wenn du es hasst, dann hast anscheint Angst, dass es deine Ansichten aus Ruder laufen werden :


Bekanntlich verbreitet die russische Propaganda Lügen und verzerrt die Wahrheit. Von dieser Manipulation lassen sich nur unwissende russische Bürger und verblendete Putinversteher im Westen täuschen.

Aneri hat geschrieben:
Es werden nicht die menschen, die Hinter Putin stehen, immerhin etwa 80% der Bevölkerung, zitiert. Es werden immer Oppositionelle zum Wort gebeten...


Es ist hinreichend bekannt, dass die große Mehrheit der Russen hinter Putin steht. Das macht Putins aggressive Politik allerdings nicht besser.

Aneri hat geschrieben:
Nach meine Beurteilung - die Diskrepanz und Verzerrung in deutsche Medien ist viel stärker, die gezielt dem Mechanismus nachgeht eine Person zu dämonisieren, Im rang des Bösen aufstellen, damit jeder Kampf dagegen legitimiert wird. Um die Wahrheit geht es lange nicht.


Was ist denn die Wahrheit? Putin hat völkerrechtswidrig die Krim annektiert, die Donez-Region faktisch von der Ukraine abgespalten und bedroht gegenwärtig mit einer waffenstarrenden Armee die osteuropäische Staaten.

Wen kann es wundern, dass sich dagegen allmählich Widerstand im Westen regt?

Was dioe deutschen Medien betrifft, so habe ich weder in der FAZ noch der Süddeutschen Zeitung - unsere überregionalen Blätter - verzerrte Russlandbilder oder eine Dämonisierung Putins wahrgenommen. Die Journalisten bemühen sich ganz im Gegenteil um eine ausgewogene und objektive Sichtweise. Allerdings kann niemand umhin, die Völkerrechtsverletzungen Putins hinsichtlich der Krim oder der von ihm in den Donez entsandten russischen Separatistenarmee beim Namen zu nennen.
 
Spartaner
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

21.06.2015, 21:09

Dietrich hat geschrieben:


Es ist hinreichend bekannt, dass die große Mehrheit der Russen hinter Putin steht. Das macht Putins aggressive Politik allerdings nicht besser.

Lieber Dietrich,
aber auch die Ukraine unter Poroschenko und Jazeniuk betreibt eine agressive Politik. Schließlich hat sie es versuchen sie den Konflikt auch jetzt noch militärisch zu lösen. Schließlich besteht eine Lösung des Koflikt besteht nur in Verhandlungen nicht ín militärischen Drohgebährten. Auch Sanktionen werden nicht bringen ,denn die Geschichte hat beweisen, dass es nur eine Spirale weiterer Saktionen in Gang setzt, die ins Ungewisse verläuft.
Dietrich hat geschrieben:
Bekanntlich verbreitet die russische Propaganda Lügen und verzerrt die Wahrheit. Von dieser Manipulation lassen sich nur unwissende russische Bürger und verblendete Putinversteher im Westen täuschen.

Putinversteher ist ein schlechtes propagandistisches abwertendes Wort was die Rhetorik einiger Politiker und medien offenbahrt, welche aggressiv gegen alles reagieren, was eine andere Sichtweise als die Ihrige beinhaltet. Somit sollen Kritiker mundtot gemacht oder als Putinfreunde verstanden werden. Dem ist aber nicht so, denn ich denke es handelt sich um Menschen, die genug politische Weitsicht in ihren Leben entwickelt haben, um sich ihre eigene Meinung zu bilden. Mitlerweile tobt ein Medienkrieg auf beiden Seiten sowohl im Westen als auch im Osten. Wer den Kampf in den Medien entscheidet, entscheidet Auseinandersetuzungen im Vorfeld, lässt den einen als Böse erscheinen und den anderen als vileicht gut .Die Wahrheit kann aber eine andere sein.

Jüngstes Beispiel für merkwürdige Berichterstattung im Westen ist die Befreiung der syrischen Stadt Tel Abyad. Hier haben einige Medien veröffentlicht und geschrieben, was die türkische Regierung den Kurden für Lügen vorwirft und das sie eine ethnische Säuberung des Gebietes von Arabern sich zum Ziel gesetzt haben. Was natürlich völliger Quatssch war. Zur fast gleichen Zeit, des erscheinen der Zeitung kehrten die ersten arabischen Flüchtlinge nach Tel Abyad zurück . Hier ist ersichtlch, wie man durch gezielte Beschuldigungen und deren Veröffentlichungen die Schuld, die gar keine ist, auf die andere Seite verlagern kann. Wie schnell man eine Seite mit Medien und Propaganda verleumden und degradieren kann . Wie schnell die Auffassung über böse und gut wechseln kann.
"Vize-Ministerpräsident Bülent Arinc sagte am Montagabend, die Kurden strebten die Zusammenlegung dreier syrischer Regionen zu einer autonomen kurdischen Region an. Außerdem warf er den Kurden "ethnische Säuberungen" vor."
http://www.salzburg.com/nachrichten/wel ... ck-154381/

Für den Ukraine -Russland Konflikt habe ich bereits auch zahlreiche Pressepropaganda beider Seiten in meine Links gepostet.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 11:07

Dietrich hat geschrieben:
Aneri hat geschrieben:
Ich habe keinen Berührungsangst mit russischen staatlichen (und oppositionellen) Medien. Wenn du es hast, dann hast anscheint Angst, dass es deine Ansichten aus Ruder laufen werden :

Bekanntlich verbreitet die russische Propaganda Lügen und verzerrt die Wahrheit. Von dieser Manipulation lassen sich nur unwissende russische Bürger und verblendete Putinversteher im Westen täuschen.

Bekanntlich?! Woher weiß du es? Du bist angewiesen an das Rosinenherauspickeln, das dir von der hiesigen Medien präsentiert wurden, als es das ganze Kuchen wäre. "Von dieser Manipulation lassen sich nur unwissende russische Bürger und verblendete Putinversteher im Westen täuschen". In diesem Thread gibt es zahlreiche Beispiele wie "unwissende deutsche Bürger" getäuscht werden. Teilweise durch die gleiche unwissende Journalisten, die noch in der Vorstellungen des kalten Kriegs gefangen wurden, teilweise durch offizielle Politik. Die Verflechtungen und Beziehungen zwischen diesen Institutionen sehr trefflich in Anstalt-Video widergeben wurden. Auch nicht zu vergessen, dass es eine Art Monopolisierung der freien Medien stattgefunden hat, die sich nur ein Paar Menschen befinden, die Menschen, die das Sagen haben.

Eines steht für mich fest: Medien werden IMMER für Propaganda mißbraucht. Übrigens das Mechanismus einer Propaganda besteht selten im reine Lüge. Viel mehr die Lüge entsteht durch die Verzerrung, wenn nur einseitig berichtet wird. Wenn eine Seite stetig todgeschwiegen wird, anderer Seite überproportional viel Platz eingeräumt wird.
Übrigens sehe ich es philosophisch an. Es war, nehme ich an, schon immer, weil es ein essentielle Merkmal der Wahrnehmung eines Menschen ist: um etwas wahrzunehmen, müssen wir etwas ausblenden. So etwa alles zu sehen, also auch in infra- und ultra-Lichtspektrum bedeutet im Grunde Nichts-zu sehen. deshalb müsste das Lebewesen sich auf das Spektrum reduzieren, die ihn bestens geholfen hat in der Umwelt zu orientieren. Es heißt auf ein bestimmtes Lichtspektrum sich begrenzen.
So etwa machen wir in informationsmedium. Die Frage ist nur wie optimal die Spektrumsbreite sein sollte, ob es nicht die Mechanismen/Werkzeuge gebaut müssten, die auch andere Lichtwellen fangen könnten, die unsere Wahrnehmung der Welt erweitern könnten.
So ist ein Ausblendung eigentlich unvermeidbar. Zur Propaganda wird es, wenn die ganze Lichtspektrum auf schwarz-weiß reduziert wird.

Du kannst übrigens selbst überprüfen - auf deutsche Sputnik-Medien, dass russischen Medien viel besonnener in dieser Konfliktsituation gehen. Aber dafür muss du schon selbst lesen, bist aber nicht gewillt. Es ist doch schön, wenn jemand dir vorkaut :roll:
Es ist hinreichend bekannt, dass die große Mehrheit der Russen hinter Putin steht. Das macht Putins aggressive Politik allerdings nicht besser.

Dass du nach Gehirnwäsche so siehst, wundert mich nicht. Wenn man aber sein "Sichtspektrum" erweitert, dann kann daran eine Verteidigungspolitik erkennen...
Was ist denn die Wahrheit? Putin hat völkerrechtswidrig die Krim annektiert, die Donez-Region faktisch von der Ukraine abgespalten und bedroht gegenwärtig mit einer waffenstarrenden Armee die osteuropäische Staaten.

Na ja, es ist zwar vökerrechstwidrig, aber Volk scheint recht zufrieden sein :lol:
Du bist doch derjenige, der ohne wenn und aber verteidigt die Politik der USA, eines Staates der ohne Hemmung seine - wirtschaftliche - Interesse auf ganze Welt verteidigt. Warum dann so eine Aufschrei, wenn Russland an seinen Grenzen seine - wirtschaftliche - Interesse verteidigt?! Warum so eine heuchlerei?

Bevor du die Krimanexion hintefragst, muss du erst den Maidan-Putsch hintefragen. Für dich begann Geschichte mit Krim. Für Russen - mit Maidan, mit der Einmischung und Unterstützung der Westen (nachweißlich von Westen finanziert, von vielen Politikern aktiv unterstützt). Mit Anbetracht der Ausbreitung der Nato-Basen, der Ignoranz der Westen der geschwächten Russland (nach Zusammenbruch SU) war es nur logische Vorgehensweise des Russlands. Ich bin echt enttäusch über die Strategen des Westens, die diesen Schritt nicht vorgesehen haben. Ich denke aber, dass so dumm waren sie nicht. Sie haben es vorgesehen!
Wen kann es wundern, dass sich dagegen allmählich Widerstand im Westen regt?

Na ja, wenn man vorher mit verdrehter Information gefüttert war, antwortet man entsprechend :(
Wobei zuletzt wurde zugegebenerweise bemüht etwas neutraler vorgehen. Es gelingt zwar nicht vollständig, aber auffallend ist..., als ob man sich ein Weg zum Rückziehen frei halten wollte...
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 11:41

um eigentliches Thema dieses Threads nicht zu vergessen:
Einer der renommiertesten Russland-Experten Deutschlands hat bei einem Vortrag in Düsseldorf dem Publikum die Machtstrukturen im Kreml erklärt – und dass Putin eher Moderator als Macho ist.
weiterlesen in https://motzmeyer.wordpress.com/2015/06/19/der-starke-mann-putin-ein-pr-produkt/

Derweil setzt die russische Wirtschaft wegen der Sanktionspolitik und den niedrigen Ölpreisen ihre Talfahrt fort. In den ersten fünf Monaten schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 3,2 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium in Moskau mit. Für die kommenden Quartale werden noch höhere Einbrüche erwartet.

Leider kann man wegen sinkenden Ölpreisen nicht die Wirkungsstärke der Sanktionen zu beziffern.
in gleicher Quelle - Hervorhebung von mir (http://www.tagesschau.de/ausland/russland-sanktionen-113.html):
Das Einfrieren von Vermögen russischer Privatpersonen als Teil der EU-Sanktionen gegen das Land ist laut einem Zeitungsbericht fast wirkungslos. In mindestens neun der 28 EU-Mitgliedstaaten seien keinerlei Vermögenswerte von Individuen, Unternehmen und Organisationen auf der EU-Sanktionsliste eingefroren oder beschlagnahmt worden. Das ergaben Recherchen der europäischen Zeitungsallianz Lena, zu der auch "Die Welt" gehört...
Bei lettischen Banken wurden dem Bericht zufolge Vermögen dreier Personen im Gesamtwert mehrerer zehn Millionen Euro gesperrt. Besonders hoch seien die eingefrorenen Werte in Italien. Dort beschlagnahmte die italienische Finanzpolizei im September vergangenen Jahres Werte des russischen Milliardärs Arkadi Rotenberg, einem Vertrauten Putins. Darunter sollen sich ein Luxushotel in Rom, ein Apartment in Tarquinia, eine Villa in Villasimius und zwei Wohnungen an der Costa Smeralda im Wert von rund 30 Millionen Euro befinden. Andere Länder lehnten eine Auskunft dem Bericht zufolge vollständig ab...
So betrage die Summe gesperrter Ressourcen in Schweden gerade einmal 200 Euro. In Zypern, ein bei Russen besonders beliebtes EU-Land, seien es unter 120.000 Euro. In Deutschland wurden nach Informationen des Recherchenetzwerks 124.346 Euro eingefroren.
 
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 11:53

Aneri hat geschrieben:
...
Eines steht für mich fest: Medien werden IMMER für Propaganda mißbraucht. Übrigens das Mechanismus einer Propaganda besteht selten im reine Lüge. Viel mehr die Lüge entsteht durch die Verzerrung, wenn nur einseitig berichtet wird.
...

Tatsächliche Propaganda ist nur in Ländern möglich, in denen es keine wirklich freien Medien gibt. Das ist in Russland der Fall, auch in Weißrussland oder auch in Aserbaidschan und in Kasachstan. Wenn die jeweilige Regierung eines Landes direkten Einfluss auf die Berichterstattung hat, dann kann man von Propaganda sprechen.
In unseren deutschen Medien haben die Regierungen in Bund und Ländern diese Einflussmöglichkeiten nicht. Insofern ist hier jegliche Bezeichnung der Medien als "Propagandainstrument" oder noch derber als "Lügenpresse" völlig fehl am Platze und die Leute die solche Meinungen vertreten, sollten sich selbst einmal hinterfragen, wie indoktriniert sie selbst eigentlich sind.
Was bei freien Medien - wie hier in Deutschland - durchaus mal vorkommen kann, sind Falschmeldungen durch schlechte Recherche oder aufgrund einer undurchsichtigen Situation, wie wir sie in der Ukraine schon mehrfach hatten. Das bestreitet auch niemand, aber das ist dennoch weit entfernt von "Propaganda". Und letztlich werden bei freien Medien auch solche Falschmeldungen korrigiert - nicht aber in autoritären Ländern, in denen echte Propaganda (es sind oft Halbwahrheiten, da stimme ich dir zu) zur Beeinflussung der eigenen Bevölkerung (und ggf. auch ausländischer Bevölkerungsteile, wie in der Ukraine) gezielt verbreitet wird.
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 11:59

Ein Artikel in dem der Folgen der Sanktionen der Westen gegen Russland nachgegangen wird. Es geht um neuerdings erstellte Berechnung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) versus der Berechnungen europäischen Komission. http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/6839090/russland-krise-koennte-fuer-deutschland-teuer-werden.html
Wir - die Zuschauer und unmittelbar beteiligte der europäischen Wirtschaft - werden die Erfahrung sammeln :(
Vielleicht nächstes mal - wenn es überhaupt kommt - werden wir klüger...
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 12:26

Barbarossa hat geschrieben:
In unseren deutschen Medien haben die Regierungen in Bund und Ländern diese Einflussmöglichkeiten nicht.

Haben sie nicht? Wie naiv bist du?!

Zum Anderem, hast gerade du mich doch aufmerksam auf oposittionelle Medien in Russland gemacht. Z.B. Novaja Gazeta (Neue Zeitung). Gibt es auch online. Also über eine vereinheitliche Medien Landschaft in Russland kannst du nicht sprechen. Und Prügel von ihnen Putin bekommt nicht weniger wie Merkel hierzulande...

Insofern ist hier jegliche Bezeichnung der Medien als "Propagandainstrument" oder noch derber als "Lügenpresse" völlig fehl am Platze und die Leute die solche Meinungen vertreten, sollten sich selbst einmal hinterfragen, wie indoktriniert sie selbst eigentlich sind.

Jetzt bitte Ruhe. Schön einatmen und ausatmen. Es ist nicht erste mal, wenn du herausliest das, was ich nicht geschrieben habe bzw. deutest es falsch. Es liegt an Betonung, die du an falsche Stelle gibst. Ich habe geschrieben, wörtlich:
Eines steht für mich fest: Medien werden IMMER für Propaganda mißbraucht.

Welche andere Mittel/Instrumantarien hat Propaganda, wenn nicht Medien, bitte schön? Dafür steht das "immer". Es heißt aber nicht zwangsläufig, dass jedes Medienbericht ein Propaganda ist. Ein logische Verknüpfung "wenn A, dann B" kann nicht in "wenn B, dann A" umdeuten. Es widerspricht der Logik.
Wenn um Propaganda geht, es sind immer die Medien betroffen.
Wenn es um Medien geht, muss es nicht Propaganda sein.
Oder:
Wenn Sonne scheint, ergibt sich immer die Schatten.
Die Schatten müssen nicht von der Sonne erzeugt werden (es kann jede andere leuchtende Objekt erzeugen).

autoritären Ländern, in denen echte Propaganda...
Dass Russland ein autoritäres Land ist, es ist ein Propaganda. Dass es zum einem autoritären Land sich entwickelt - mit stolze Unterstützung der Westen - , es ist Wahrheit.

Ich hoffe du unterscheidest "ist" und "auf dem Weg dorthin"... Ich hoffe auch, dass du verstehst, dass Westen mit ihrer Politik dieses Prozess beschleunigen wenn nicht gar verursachen :x