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Moderator: Barbarossa

 
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Orianne
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 09:26

Barbarossa hat geschrieben:
Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat in einem Interview gefordert, die Annexion der Krim durch Russland anzuerkennen. Wörtlich sagte er:
"Die Annexion der Krim muss nachträglich völkerrechtlich geregelt werden, sodass sie für alle hinnehmbar ist."
Und weiter:
"Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören finanzielle Leistungen, eine Wiederholung des Referendums unter Kontrolle der OSZE und Weiteres. Das müssen Kiew und Moskau aushandeln."
Auch sei es für ihn derzeit nicht vorstellbar, dass die von den Separartisten in den Regionen Donezk und Lugansk zur Ukraine zurückkehren. Gleichzeitig forderte Platzeck den Westen auf, Putin in seinem Handeln gewähren zu lassen. Hierzu sagte er wörtlich:
"Der Klügere gibt auch mal nach."
Und weiter:
"Was käme denn nach Putin, wenn der russische Präsident weg wäre? Sicher kein proeuropäischer Nachfolger, eher ein noch nationalistischerer Präsident. Wenn Russland als zweitgrößte Nuklearmacht der Welt aber politisch instabil würde, hätte das unabsehbare Folgen. Das wäre brandgefährlich!"
sowie:
"Wir müssen also eine Lösung finden, bei der Putin nicht als Verlierer vom Feld geht."

Bundeskanzlerin Merkel gab erst am letzten Wochenende erneut eine völlig andere Stellungnahme ab.

Artikel lesen: >> Ukraine-Krise - Platzeck fordert Anerkennung der Krim-Annexion <<

Für mich katapultiert er sich damit endgültig ins Abseits.
:evil:


Sorry Barbarossa, aber eine Frage: Spinnt dieser Platzek?
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 09:29

Den Eindruck habe ich auch immer mehr.
Überhaupt scheinen die von der SPD in Brandenburg komplett indoktriniert zu sein - siehe Rot-Roter Pakt.
Die Diskussion ist eröffnet!

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dieter
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 10:04

Barbarossa hat geschrieben:
Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat in einem Interview gefordert, die Annexion der Krim durch Russland anzuerkennen. Wörtlich sagte er:
"Die Annexion der Krim muss nachträglich völkerrechtlich geregelt werden, sodass sie für alle hinnehmbar ist."
Und weiter:
"Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören finanzielle Leistungen, eine Wiederholung des Referendums unter Kontrolle der OSZE und Weiteres. Das müssen Kiew und Moskau aushandeln."
Auch sei es für ihn derzeit nicht vorstellbar, dass die von den Separartisten in den Regionen Donezk und Lugansk zur Ukraine zurückkehren. Gleichzeitig forderte Platzeck den Westen auf, Putin in seinem Handeln gewähren zu lassen. Hierzu sagte er wörtlich:
"Der Klügere gibt auch mal nach."
Und weiter:
"Was käme denn nach Putin, wenn der russische Präsident weg wäre? Sicher kein proeuropäischer Nachfolger, eher ein noch nationalistischerer Präsident. Wenn Russland als zweitgrößte Nuklearmacht der Welt aber politisch instabil würde, hätte das unabsehbare Folgen. Das wäre brandgefährlich!"
sowie:
"Wir müssen also eine Lösung finden, bei der Putin nicht als Verlierer vom Feld geht."

Bundeskanzlerin Merkel gab erst am letzten Wochenende erneut eine völlig andere Stellungnahme ab.

Artikel lesen: >> Ukraine-Krise - Platzeck fordert Anerkennung der Krim-Annexion <<

Für mich katapultiert er sich damit endgültig ins Abseits.
:evil:

Lieber Barbarossa,
man darf einen völkerrechtswidrigen Akt nicht einfach hinnehmen. Vor allem, da Russland 1995 in Budapest mit den USA und GB zusammen, die Unverletzlichkeit der Grenzen der Ukraine zugesichert hatte, weil diese ihre Atomwaffen abgeben wollte. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Renegat
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 10:31

Mmh, da äußert ein Politiker eine abweichende Meinung und schon wird er diffamiert anstatt sich mit seinen Argumenten auseinanderzusetzen?
 
Lia

Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 13:42

Und weiter:
"Was käme denn nach Putin, wenn der russische Präsident weg wäre? Sicher kein proeuropäischer Nachfolger, eher ein noch nationalistischerer Präsident. Wenn Russland als zweitgrößte Nuklearmacht der Welt aber politisch instabil würde, hätte das unabsehbare Folgen. Das wäre brandgefährlich!"
sowie:
"Wir müssen also eine Lösung finden, bei der Putin nicht als Verlierer vom Feld geht."

Zumindest dieser Gedanke ist imho richtig. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass Putin wirklich alle Fäden der Reconquista in der Hand hat.
Ihm (Putin) in seinem Handeln stillschweigend gewähren zu lassen, wäre wieder ein total falsches Signal wenn nicht geradezu ein Fanal, sich zurückzuholen, was man als genuin russische Territorien oder nu Einfluss-Sphären betrachtet. Ein nettes Kuschelbärchen ist Putin nicht..
Den Konflikt völkerrechtlich zu beenden und zu regeln, unter Aufsicht der OZSE, ist im Prinzip ja richtig.
Nur sicherlich nicht unter der Bedingung, dass man von vornherein die Vorgänge anerkennt, die zum heutigen undurchschaubaren status quo geführt haben.
Wobei gewiss nicht nur Russlands Handeln zu hinterfragen ist, sondern auch das der Ukraine im Umgang mit den russischen und anderen (Minderheits) Bevölkerungsanteilen .( Da herrscht Nachholbedarf auch auf ukrainischer Seite.)
 
Harald
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 14:55

Diffamiert man Platzeck (ich hatte seinen Namen schon vergessen) wenn man sagt er spinnt? Er unterstützt ohne erkennbaren Grund einen Machtpolitiker, der das Völkerrecht bricht und fremde Gebiete annektiert in dem Wissen, daß ihm nichts passiert. Platzeck tut das wohl, weil die kommunistische Linke aus alter historischer Verbundenheit mit Rußland das auch tut.

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Peppone
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.11.2014, 16:34

Harald hat geschrieben:
Platzeck tut das wohl, weil die kommunistische Linke aus alter historischer Verbundenheit mit Rußland das auch tut.

Was für Gründe hätte denn der Sozialdemokrat Platzeck, der Linken in den A... zu kriechen?!?
Er hat da wohl seine persönliche Überzeugung geäußert, wie auch immer er dazu gekommen ist... :wtf:
 
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

10.02.2015, 23:47

Eine Zusammenfassung aller noch verfügbaren Beiträge:


Spartaner » 06.02.2015, 12:11

Spartaner hat geschrieben:
"Lieber Dieter , 2010 machte Putin den Vorschlag für eine VISA -Freiheit der Russen in der EU . Das wurde abgelehnt , also scheint doch eine Angst vor den bösen Russen vorzuliegen."


dieter hat geschrieben:
Lieber Spartaner,
diese Freihandelszone würde dann bis Wladiwostok gehen und den größten Teil Eurasiens betreffen, das würde die Kraft der EU überdehnen. Der Vorschlag kam nicht von den "bösen Russen" sondern von Putin. :wink:


Spartaner hat geschrieben:
Lieber Dieter,
warum sollte es die Kraft der EU überdehnen? Gibt es doch gerade in den asiatischen Teilen Russlands kaum Industrie und auch kaum lohnenswertes, was aus diesen Landesteilen in die EU importiert werden könnte. Wenn man Russland in die Knie zwingen möchte, wäre das das beste Mittel gewesen. Denn den Verlockungen des Konsums (der Wunsch nach teuren Autos usw.) hätten die Russen im asiatischen Teil Russlands nicht wiederstehn können.
Und das man sich den Konsum nicht leisten könnte , das hätte man dann der russischen Regierung später zum Vorwurf gemacht .
Wenn eine Freihandelszone bis zum Ural möglich gewesen wäre, dann muss ich annehmen, dass die Russen im asiatischen Teil Russlands noch böser sind, als im eruopäischen Teil Russlands. :D :mrgreen:


dieter hat geschrieben:
Lieber Spartaner,
wie willst Du in einem Land zwei verschiedene Wirtschaftzonen einrichten, wenn Du nicht die Regierungsgewalt über dieses Land hast :?: Außerdem die Fördergelder, die nach den Grundsätzen der EU nach Rußland zu zahlen wären, würden riesengroß sein, allein weil tatsächlich die meisten Gebiete unterentwickelt sind. :wink:


Lieber Dieter,
jetzt ist doch nach einer Friedensintiative der EU eine Freihandelszone bis Wladiwostok möglich. Leider kann ich nicht erkennen, bzw. es erschließt sich mir nicht, was sich seit dem Vorschlag Putins für eine Freihandelszone bis heute entscheidend geändert hat?
Es wird interessant sein, wie Putin auf diesen Vorschlag reagiert, zumal sich die prorussischen Kämpfer auf den Vormarsch auf Debalzewo befinden.

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dieter » 06.02.2015, 13:30

Ja lieber Spartaner,
die prorussischen Kämpfer befinden sich auf dem Vormarsch, deswegen fliegt Angie heute mit Hollande zu Putin. Auch wenn das Russland bestreitet, sie unterstützen die Seperatisten nicht nur mit Waffen sondern auch mit 9.000 Mann.
Die Beschwichtigungspolitik von Angie erinnert mich an die Politik von Chamberlain gegenüber Hitler.
Es gibt nur eine Lösung, die Ukraine muß mit Waffen beliefert werden, egal von wem die kommen. Der amerikanische Politiker Mc Cain hat Recht, wenn er Angie deswegen schwer angreift. :wink:

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Barbarossa » 06.02.2015, 21:55

Ich glaube aber, die deutschen Politiker (z.B. Gabriel) haben Recht, dass der Konflikt militärisch nicht lösbar ist, sondern dass es nur diplomatisch geht. Andererseits hat Putin die NATO und auch Merkel bisher nur an der Nase herumgeführt.
Aber was bringen mehr Waffen für die Ukraine?
Dann schickt auch Russland mehr Soldaten und Waffen - das wird eine Kette ohne Ende.
Am Ende stehen sich wieder Hunderttausende oder gar Millionenheere gegenüber. Und wer will das?
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dieter
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

11.02.2015, 10:30

Lieber Barbarossa,
das ist noch besser als Putin den Angriff auf die Ukraine durchgehen zu lassen. Putin will das Jahr 1989 revidieren und im Prinzip die alte SU wieder herstellen, da es auch noch russische Minderheiten im ganzen Baltikum gibt. Man müßte es machen wie Reagan mit der SU, sie totrüsten. Aber Obama ist ein schwacher Präsident ihm fehlt dazu der A.... in der Hose. Leider ist er noch zwei Jahre Präsident. Wir haben den Kalten Krieg ausgehalten und müssen die neue Konfrontation auch aushalten. :roll:
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Peppone
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

19.02.2015, 08:44

Obama hat mehrere Probleme, von denen aus seiner Sicht Putin eines der kleineren sein dürfte:
Innenpolitisch bringt er seine Agenda nicht durch und muss mittlerweile mit Dekreten regieren (Vorbild Clinton).
Außenpolitisch erwächst ihm mit China derzeit ein neuer starker Rivale im Pazifikraum, der den USA naturgemäß näher liegt als die Ukraine. Außerdem ist in Sachen Ukraine Europa schon aktiv (mit Unterstützung der USA), in den Augen Obamas MUSS er sich also hier nicht größer einmischen.
Der Nahe und auch der Mittlere Osten brennen an allen Ecken und Enden - und die USA haben kaum noch Einfluss. Allerdings will sich Obama nach den Erfahrungen der Bush-Zeit hier auch nicht weiter einmischen, ihm geht erstens das Geld dafür aus und zweitens findet er in den USA auch kaum noch Unterstützung in der Bevölkerung für weitere (militärische / teure) Aktionen in Irak, Syrien, Libyen usw.

Obama muss mit mehreren (brennenden) Kugeln jonglieren und aufpassen, dass er sich nicht die Hände verbrennt. Derzeit konzentriert er sich auf Innenpolitik und China - kann man irgendwie auch nachvollziehen, das sind nämlich die Bälle, die aus Sicht Obamas am stärksten brennen.

Beppe
 
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

12.03.2015, 00:01

Putin hat anscheinend im russischen Fernsehen zugegeben, dass er den Befehl zur Annexion der Krim an die Russische Föderation gab - und zwar noch vor der Volksabstimmung auf der Krim. So erklärte Putin in dem Filmtrailer über die Sitzung in der Nacht zum 23. Februar 2014: «Als wir uns trennten, sagte ich zu meinen Kollegen: Wir müssen beginnen, die Krim zurück zu Russland zu holen.»
Artikel lesen: >> Offenes TV-Interview - So erteilte Putin den Befehl zur Krim-Annexion << (blick.ch)

Siehe dazu auch die Chronologie der Krim-Krise: http://blog-politik.de/chronologie-der-krim-krise/

Interessant sind die Reaktionen zum Thema auf Facebook. Wer bei diesem sozialen Netz angemeldet ist, kann sich gerne mal anschauen, welch einen "Shitstorm" ein Kommentar von n-tv dazu ausgelöst hat - siehe hier: https://www.facebook.com/nachrichtensen ... 3326560308

Ich bin sehr froh, dass es in unserem Forum dagegen noch sehr gesittet zugeht...
(Oh Mann, oh Mann... :shock: )
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Aneri

Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

12.03.2015, 13:16

Hm-m-m, ich habe gerade in "meinem" Thread verlinkt auf der Seite, die dies angebliche Äußerungen behandelt
https://propagandaschau.wordpress.com/2015/03/11/zdf-christian-sievers-claus-kleber-und-wienand-wernicke-lugen-dem-russischen-prasidenten-falsche-aussagen-in-den-mund/

Ich übrigens nach wie vor denke, dass primär nicht die Menschen in Krim wichtig für die Entscheidung waren (wobei ich nicht zweifele an die Befragungen, die Mehrheit dieser Region sich mit Russland verbunden fühlt, ich würde hier einfach behaupten, dass ich einfach die Gegebenheiten dort besser kenne als meisten hier). Es ist zuerst eine strategische Entscheidung. Sekundär bringt es für Putin Unterstützung von nationalen Kräften (ich will nicht hier wieder die Geschichte des Krims aufgreifen). Die Unterstützung braucht er...

Die Leute auf Krim müssten sich jetzt glücklich fühlen, nicht in den kriegerischen Schlamasel eingezogen zu werden.
 
Aneri

Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

12.03.2015, 15:27

Barbarossa hat geschrieben:
Ich bin sehr froh, dass es in unserem Forum dagegen noch sehr gesittet zugeht...
(Oh Mann, oh Mann... :shock: )


Vor viele Jahren kannte ich ein Forum für Emigranten aus ehem SU. Es heißt vorota, was bedeutet "Tor". Vor ein Paar Wochen habe ich dieses Forum besucht. Es war interessant, wie die Menschen s. z. aus dem Ort sich äußern, da dort bestimmt sind viele Russen, aber auch Ukrainer. Es war tausend (!!!) Seiten unter Thema Ukraine-Krise. Es kam nichts vernünftiges, keine Analyse oder ähnilches. Man 1000 Siten lang bellt sich gegenüber. Es war ein paar besonnene Stimmen, aber sie gingen runter in Wirrwarr der mündlicher Schlacht. Ich - die unsittliche :roll: - war nach zwei Beiträge als Spamm eingesperrt!!!

Auch eine Erfahrung! Erste mal in meinem Leben...Man kriegt eine Ohrfeige und hat keine Möglichkeit zu reagieren.
 
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dieter
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

12.03.2015, 16:09

Barbarossa hat geschrieben:
Putin hat anscheinend im russischen Fernsehen zugegeben, dass er den Befehl zur Annexion der Krim an die Russische Föderation gab - und zwar noch vor der Volksabstimmung auf der Krim. So erklärte Putin in dem Filmtrailer über die Sitzung in der Nacht zum 23. Februar 2014: «Als wir uns trennten, sagte ich zu meinen Kollegen: Wir müssen beginnen, die Krim zurück zu Russland zu holen.»
Artikel lesen: >> Offenes TV-Interview - So erteilte Putin den Befehl zur Krim-Annexion << (blick.ch)

Siehe dazu auch die Chronologie der Krim-Krise: http://blog-politik.de/chronologie-der-krim-krise/

Interessant sind die Reaktionen zum Thema auf Facebook. Wer bei diesem sozialen Netz angemeldet ist, kann sich gerne mal anschauen, welch einen "Shitstorm" ein Kommentar von n-tv dazu ausgelöst hat - siehe hier: https://www.facebook.com/nachrichtensen ... 3326560308

Ich bin sehr froh, dass es in unserem Forum dagegen noch sehr gesittet zugeht...
(Oh Mann, oh Mann... :shock: )

Lieber Barbarossa,
mir war von Anfang an Klar, Volksabstimmung hin oder her, Putin von Anfang an die Krim kassieren wollte. :evil: :twisted:
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Krise: Krim will zu Russland

12.03.2015, 22:45

Aneri hat geschrieben:
...
Man 1000 Siten lang bellt sich gegenüber. Es war ein paar besonnene Stimmen, aber sie gingen runter in Wirrwarr der mündlicher Schlacht. Ich - die unsittliche :roll: - war nach zwei Beiträge als Spamm eingesperrt!!!

Auch eine Erfahrung! Erste mal in meinem Leben...Man kriegt eine Ohrfeige und hat keine Möglichkeit zu reagieren.

Das glaube ich dir. Sehr befremdlich.

Aneri hat geschrieben:
Hm-m-m, ich habe gerade in "meinem" Thread verlinkt auf der Seite, die dies angebliche Äußerungen behandelt
https://propagandaschau.wordpress.com/2015/03/11/zdf-christian-sievers-claus-kleber-und-wienand-wernicke-lugen-dem-russischen-prasidenten-falsche-aussagen-in-den-mund/

Ich übrigens nach wie vor denke, dass primär nicht die Menschen in Krim wichtig für die Entscheidung waren (wobei ich nicht zweifele an die Befragungen, die Mehrheit dieser Region sich mit Russland verbunden fühlt, ich würde hier einfach behaupten, dass ich einfach die Gegebenheiten dort besser kenne als meisten hier). Es ist zuerst eine strategische Entscheidung. Sekundär bringt es für Putin Unterstützung von nationalen Kräften (ich will nicht hier wieder die Geschichte des Krims aufgreifen). Die Unterstützung braucht er...

Die Leute auf Krim müssten sich jetzt glücklich fühlen, nicht in den kriegerischen Schlamasel eingezogen zu werden.

Das auf jeden Fall. Die Menschen dort haben Glück gehabt. Vorerst.
Nur die Art und Weise, wie die Halbinsel zu Russland kam, wird meiner Voraussicht nach noch für einige politische Krisen sorgen, weil die Angliederung von der übrigen Welt nicht anerkannt wird, wenn es beim Status Quo bleibt.
Schon allein der Streit um das Wort "Annexion" zeigt, wie tief der Graben zwischen den Parteien gegraben wurde.

Was war es wirklich?
"Annexion" bedeutet laut Duden ja: "gewaltsame und widerrechtliche Aneignung fremden Gebiets"

Wir wollen mal die Ereignisse in der SU außer Acht lassen, da dort der Machthaber aus einer Laune heraus Gebiete zwischen den "Sowjetrepubliken" hin und her schieben konnte, wie er wollte. Dafür konnte kein anderer etwas, außer (im Fall der Krim) Chruschtschow.

Kritik kann man ab der Zeit nach 1991 üben, dass Kiew nicht sofort nach der Unabhängigkeit ein Referendum auf der Krim zuließ. Danach war aber genug Zeit, den UN-Sicherheitsrat darauf aufmerksam zu machen, dass es einen Konflikt um die staatliche Zugehörigkeit gab. Diese Zeit wurde offenbar nicht genutzt. Statt dessen gab es ein politisches Ringen um die ganze Ukraine, ob das Land nun näher an die EU rückt oder im Einflussbereich Russlands bleibt. Dieser politische Kampf entschied sich 2014 endgültig nach dem Sturz Janukowitschs durch eine Revolution (ich nenne es so und nicht "Putsch", was auf dem Maidan geschah) zugunsten der EU und nun versucht Putin, soviel wie möglich von der Ukraine in seinem Einflussbereich zu halten, selbst, wenn das die Zerstückelung und Spaltung des Landes bedeutet. Die Krim war dabei der erste Schritt, weil sich die russische Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel befindet. Dabei nutzt Putin alle vertraglichen Zugeständnisse aus und tut so, als würde es sich um eine eigenständige Bewegung auf der Krim handeln. Tatsächlich war Russland sehr wohl mit Soldaten und auch propagandistisch daran beteiligt. Das hat Putin ja nun auch zugegeben. So stellt sich mir die Situation im Großen und Ganzen dar.

Und nun einige Fakten, weswegen man von Annexion im tatsächlichen Sinn sprechen muss:

1.) Es gab ein Referendum, bei dem die Bevölkerung der Krim angblich zu 95,5% für den Anschluss an Russland stimmten. Dabei wurden aber die Beobachter der OSZE von der Halbinsel verwiesen. Warum?
Wer weiß, wie "Wahlen" in Russland ablaufen, kann sich vorstellen, dass dieses Wahlergebnis stark geschönt sein dürfte. Aber selbst eine eventuell tatsächliche Zustimmung von 70% wäre noch überwältigend und damit ein Ausdruck dafür, wie die Mehrheitsbevölkerung dachte.
Der große Haken daran: Das Referendum fand keine internationale Anerkennung, weil nicht von der UN unterstützt. Auch mit Kiew gab es keine Verträge oder eine Genehmigung. Zudem dürfte von Russland aus eine aggressive Propagandaschlacht zur Beeinflussung der dortigen Bevölkerung geführt worden sein. Dabei wurde der Nationalismus als Ideologie benutzt. Darum muss man das Vorgehen als Alleingang Russlands und damit als Aggression gegen die Ukraine ansehen.

2.) Russische Truppen nehmen die Kasernen der Ukrainer z. T. auch gewaltsam ein - die Soldaten werden gefangen genommen (s. 25.03.2014: http://blog-politik.de/chronologie-der-krim-krise/).
Dies ist ebenfalls ein Beweis für eine Aggression.

Insgesamt ist der Begriff der "Annexion" absolut angebracht, da es sich um die gewaltsame und widerrechtliche (weil völkerrechtlich nicht anerkannte) Herauslösung des Staatsgebietes aus der Ukraine und Angliederung an Russland handelt.
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