Weißrussland (Belarus) entführt Flugzeug

Diskussionen über die Nicht-Mitgliedstaaten der EU

Moderator: Barbarossa

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Barbarossa
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Weißrussland (Belarus) hat sich einen schweren politischen Fehltritt geleistet, der nicht ohne Folgen bleiben wird.
Die Luftwaffe von Weißrussland hatte am Sonntagabend eine Ryanair-Maschine mit der Flugnummer 4978 zur Landung in Minsk gezwungen, die eigentlich ohne Zwischenstopp auf dem Flug von Athen nach Vilnius (Litauen) unterwegs war und dabei auch den weißrussischen Luftraum überflog.
Als Grund wurde eine angebliche Bombenwarnung vorgeschoben - tatsächlich wurde aber der regimekritische Blogger und Journalist Roman Protassewitsch und seine Frau festgenommen. Eine Bombe wurde aber nicht gefunden. Das Entsetzen darüber ist international groß - lediglich Russland steht Weißrussland bei.
Das Flugzeug ist inzwischen in Vilnius angekommen - ohne die Verhafteten.
Quelle: https://www.dw.com/de/eu-wirft-belarus- ... a-57637395

Damit ist Weißrussland endgültig deutlich zu weit gegangen.
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Marianne E.
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Die derzeitige Regierung von Belorus hat schon so unendlich viele moralische, ethische und politische Fehler gemacht, dass es mit diesem Highjacking nicht noch schlimmer werden kann.
Und die derzeitigen Machthaber wissen, dass sie von allen und allem das Größte sind. Das ist ihnen aber egal. Sie wollen die Macht behalten und ihre Taschen auch weiterhin prächtig füllen.
Die Sprechblasen derer, die keine Macht haben, diese Gang zu stoppen, sind witzlos. Über Sanktionen wird dort nur gelacht. Denn es gibt Auswege, auch innerhalb der EU.
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Barbarossa
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Ja, aber ich bin über diese staatliche Flugzeugentführung (nichts anderes war es) sehr wütend und hoffe sehr, dass Lukaschenko und seine Clique damit nicht durchkommt.
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Marianne E.
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Gegen die Lukaschenkos dieser Welt  - siehe z.B. Myanmar -  gibt es nur ein einziges, wirklich wirksames Mittel.
Den Generalstreik. Dieser müsste mit den wenigen verbliebenen Oppositionellen und Gewerkschaftern vom Internationalen Gewerkschaftsbund organisiert werden. Für Belarus eilt die Zeit, da die Gefängnisse und Folterkammern noch nicht restlos überfüllt sind. Es wird allerdings extrem schwierig, solange Putin dem Lukaschenko den Rücken frei hält und solange Putin die Bezahlung des Belarusischen Militärs garantiert.Zu Putin und seinen Motiven könnte an anderer Stelle ausführlicher diskutiert werden.

Zum Beispiel war seinerzeit für das Franco-Regime ein Generalstreik in der Planung. Francos Tod war dann schneller. Das nur zur Ergänzung. Hat mit Putin nichts zu tun.
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Barbarossa
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Generalstreik - ja, da gehe ich mit.
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Marianne E.
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Da gibt es ein weiteres Problem. Bei einem Generalstreik ist die internationale Solidarität gefordert, da bei einem Generalstreik sämtliche Leitungen und Versorgungswege nach außen und von außen gekappt werden.
Solidarität, na ja.
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Barbarossa
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Unterstützung von außen stelle ich mir bei einem Generalstreik ziemlich schwer vor. Denn da geht ja dann wirklich nichts mehr.
Die Bevölkerung wird für eine gewisse Zeit selbst vorsorgen müssen, was die Verpflegung usw. angeht.
Dass sich die Weißrussen einigermaßen organisieren können, um sowas durchzuziehen, haben sie bereits bewiesen. In den meisten Diktaturen ist ja nicht mal das möglich.
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Balduin
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Bis gestern hätte ich mir nicht vorstellen können, dass man sowas macht. Und das - im weitesten Sinne - in Europa.
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Barbarossa
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Dazu muss ich allerdings sagen, dass die EU sogar eine noch heftigere Aktion drauf hatten. Das war vor einigen Jahren, als es um die - quasi - Jagt nach Snowden ging, da wurde sogar der Präsidentenmaschine des Präsidenten von Bolivien die Überflugrechte über Österreich verweigert und der Präsident 12 Stunden lang in Wien aufgehalten und die Maschine durchsucht. Das fand ich damals ähnlich empörend.
Ich vergesse sowas nicht: viewtopic.php?f=17&t=3744&p=24486#p24486

Also so ganz stark empören sollte sich die EU da auch nicht.
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