Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Cherusker
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 19:13

Niemand zwingt einen Menschen z.B. zu einer Versicherung. :wink: Aber wenn die gesetzliche Rentenversicherung, aufgrund des demografischen Faktors, nicht mehr den Lebensstandard garantieren kann, dann sollte man schon Alternativen in Betracht ziehen. :shock: Und weil der Staat (unter Schröder) die gesetzlichen Leistungen gekürzt hat, wurde gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen einen möglichen Ausgleich zu schaffen. Und das nennt sich Förderrente, neudeutsch auch Riesterrente. :wink: Aber niemand zwingt einen dazu. Wer es nicht macht, der hat halt eine Rentenkürzung im vollen Umfang mitgemacht. :lolno:
 
Cherusker
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 19:28

Conzaliss hat geschrieben:
Die Kfz.-Haftpflicht- Versicherung ist eine solche Versicherung. Niemand kann z. B. einen PKW zulassen ohne diese Versicherung.

Selbstverständlich kann man auf das Auto-, Moped-, Treckerfahren auch verzichten...:-)


Genauso die Feuerversicherung für das Haus. :wink:
Aber von einem KfZ kann auch im "ruhenden Zustand" eine Gefahr ausgehen. Daher hat hier der Gesetzgeber eingegriffen und eine Haftpflicht vorgeschrieben. Aber fürs Fahrrad braucht man sie nicht... :mrgreen:
Das hat aber nichts mit Kapitalismus zu schaffen, da es diese auch in einer anderen Wirtschaftsordnung geben würde..... :wink:
 
Marga
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 19:41

Bei nicht wenigen ist es so, daß der innere Schweinehund sagt: Haben will
Obwohl man die Ware/Gegenstand nicht unbedingt benötigt.

Das ist doch schon alleine ein Grund (Leistungskürzung), die Sozi`s in die Wüste zu schicken, wie die FDP. Werden wir noch erleben, wenn jetzt die AfD die nächsten Wahlen noch mehr an Prozentpunkten Gewinn machen wird!

Mit Frau Nahles, die Unfähigkeit in Person, wurde der Posten eines Ministeriums gegeben. Wie kann man überhaupt einem Sozi so ein verantwortungsvolles Ministerium zusprechen -
Von Tuten und Blasen keinerlei Ahnung - aber große Politik machen wollen, zum Leidwesen des arbeitsamen Volkes.
Hier wird wieder einmal Tür und Tor für notorische Arbeitsscheue noch weiter aufgemacht, anstatt ratikal Bezüge zu streichen!

Deren Kinder lernen es von ihren Eltern nicht anders, was heißt, die nächste Faulenzergeneration ist im Anmarsch.

Ältere Menschen, die ihre Rente, ich spreche hier nicht von Beamtenpensionen, redlich verdient haben, Faulenzer, die unterstützt werden und das arbeitende Volk in der Minderheit - eine hervorragende Mischung!!!

Arbeitslosenbezüge werden noch die Mindestrente übersteigen - und weiter .......

Marga
Por favor Consejo error disculpas

Marga
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 20:02

Conzaliss hat geschrieben:
Die Kfz.-Haftpflicht- Versicherung ist eine solche Versicherung. Niemand kann z. B. einen PKW zulassen ohne diese Versicherung.

Selbstverständlich kann man auf das Auto-, Moped-, Treckerfahren auch verzichten...:-)



Nein, die hat schon ihren Sinn und die gab es auch schon, als die Wirtschft in Westeuropa noch geboomt hat und die heimischen Märkte deutlich weniger gesättigt waren.

Gäbe es die nicht, würden die Geschädigten auf ihrem Schaden sitzen bleiben- ich weise hier insbesondere auf Personenschäden hin, die man nicht so leicht beheben kann, wie Blechschäden...
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 20:06

Cherusker hat geschrieben:
Niemand zwingt einen Menschen z.B. zu einer Versicherung. :wink: Aber wenn die gesetzliche Rentenversicherung, aufgrund des demografischen Faktors, nicht mehr den Lebensstandard garantieren kann, dann sollte man schon Alternativen in Betracht ziehen. [...]


Mittlerweile spielt hier nicht nur der demographische Faktor und die europaweit grassierende (Jugend-) Arbeitslosigkeit eine Rolle, sondern auch die Nullzinspolitik der EZB, welche zukünftige Pensionen vernichtet.
Zuletzt geändert von Titus Feuerfuchs am 24.09.2014, 20:09, insgesamt 2-mal geändert.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Orianne
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Re: Raubtier-Kapitalismus

24.09.2014, 20:07

Cherusker hat geschrieben:
Niemand zwingt einen Menschen z.B. zu einer Versicherung. :wink:


Bei uns im Kanton ist die Gebäudeversicherung obligatorisch, wir zahlen für unsere Eigentumswohnung genau 53 ‰ (Gebäudeanteil) an die Gesamtsumme. Es gibt aber Kantone da ist diese Versicherung nicht obligatorisch, meistens erwischt es die dann auch bei Unwettern, und dann müssen die anderen Kanton gerade stehen dafür. Ich finde das nicht so okay, aber es ist eben föderalistisch.
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Titus Feuerfuchs
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 21:43

Conzaliss hat geschrieben:
Ich sehe persönlich den Raubtierkapitalismus als etwas an, was die Werte wie Solidarität, Toleranz, Gemeinschaft und Gerechtigkeit in den Hintergrund drückt und Werte wie Egoismus, Intoleranz und Ungerechtigkeit propagiert.



In Europa ist's ja etwas anderes. Hier wird Solidarität und Gerechtigkeit propagiert (besser gesagt vorgeheuchelt, denn die, die das propagieren, sind oft selbst die ärgsten "Raubtierkapitalisten", ein klassisches Bsp. dafür ist Joschka Fischer), aber Egoismus gelebt.

Der Terminus "Rauptierkapitalismus" hat für mich im Übrigen einen schalen klassenkämpferischen Beigeschmack.

Conzaliss hat geschrieben:
Kapitalismus, bzw. Marktwirtschaft an sich ist nichts Schlechtes. Die Gemeinschaft kann weit mehr bewegen als das je ein Einzelner vermag. Privateigentum ist heutzutage ein Begriff, welcher gerne genommen wird, um seine Macht zu demonstrieren ("MEIN Auto, MEIN Haus, MEIN ...").


Das ist ein zutiefst menschlisches Verhalten und nicht grundsätzlich ilegitim. Das Recht auf Privateigentum ist inhärenter Bestandteil jedes funktionierenden Rechtsstaates.


Conzaliss hat geschrieben:
Doch Eigentum verpflichtet und wer viel hat, soll auch viel geben.


Das passiert doch ohnehin.

Siehe zb. TAZ (die ja unverdächtig ist, ein "neoliberales" Kampfblatt zu sein)


Reiche zahlen die meisten Steuern

Das reichste Viertel der Steuerpflichtigen kommt für 80 Prozent der Einkommensteuer auf. Vom Spitzensteuersatz sind sie aber weit entfernt

Eine Minderheit der Bürger kommt in Deutschland für den Großteil der Einkommensteuer auf. So zahlten die obersten 26,8 Prozent der Steuerpflichtigen 79,6 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Zu diesem obersten Viertel zählt schon, wer über ein Jahreseinkommen von mehr als 37.500 Euro verfügt.

Umgekehrt trug die untere Hälfte der Einkommensbezieher fast gar nichts zum Steueraufkommen bei: Sie zahlten ganze 4,3 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Allerdings verfügt diese Gruppe auch nur über ein Jahreseinkommen von weniger als 23.000 Euro.[...]


http://www.taz.de/!22157/





Der Staat findet aber oftmals trotz extrem hoher Steuereinnahmen (bzw. Steuersätzen) nicht das Auslangen, weil er mit dem Geld seiner Bürger nicht verantwortungsvoll und effizient umgeht.

Des Weitern muss man sich im Klaren darüber sein, dass Deutschland und Europa in puncto Verteilungsgerechtigkeit international im Spitzenfeld zu finden sind. Österreich ist auf Platz 8, Deutschland immerhin noch auf Platz 15.



Bild

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... verteilung



Nicht alles, was gut klingt, ist es beim näheren Hinsehen auch. Wirtschaftliche Prosperität schafft man nur, wenn man die Akkumulation von Kapital zulässt. Ziel muss es sein, Kapital, dh. Unternehmer bzw. Investoren, ins Land zu bekommen. Das schafft Arbeitsplätze und ein steigendes BIP und somit ganz automatisch ein höheres Steueraufkommen, mit dem man dann den Wohlfahrtsstaat finanzieren kann.

Ich zitiere hier unseren ehemaligen sozialdemokratischen Finanzminister Hannes Androsch, der jüngst in einem Interview meinte, die beste Sozialpolitik sei gute Wirtschaftspolitik.
Wie's nicht geht, hat Frankreich vorgemacht.

Conzaliss hat geschrieben:
[...]Jeder muss so viel abgeben wie er kann, ohne dass wir in kommunistische Gedankenstrukturen verfallen.


Sehe ich anders. Ich z.B. bräuchte keine zwei Immobilien, dh. ich könnte locker eine abgeben und das Geld spenden, aber ich denke nicht im Traum daran.


Conzaliss hat geschrieben:
Es müsste wieder die soziale Marktwirtschaft angestrebt werden, die von Ludwig Erhard geplant war.
Davon sind wir im Laufe der Jahrzehnte immer mehr abgedriftet...


Dass es vielen Menschen in Europa zunehmend schlechter geht (und das trotz Segnungen wie Euro und EU) ist allerdings evident, aber des liegt nicht daran, dass die Steuern zu niedrig sind, sondern im Gegenteil, dass sie viel zu hoch sind.

Die diversen weitschaftspolitischen Versäumnisse hier detailliert aufzuführen, führt aber zuweit, ich möchte aber auch darauf hinweisen, das ein Teil des Problems systemimmanent ist. Für unser Schuldgeldsystem müssen gigantische Zinszahlungen aufgebracht werden, was trotz weltumspannender Nullzinspolitik immer schwerer wird.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
Stephan
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 23:14

Der Raubtier-Kapitalismus schneidet sich ins eigene Fleisch. Die Abkehr von der sozialen Marktwirtschaft stößt bei immer mehr Menschen auf Widerstand. Immer mehr solidarische Strukturen, Konsumverweigerer, Selbstversorger und Aussteiger nehmen am Konsum-Wahnsinn nicht mehr teil.

Das spürt das Imperium selbstverständlich. Mit allen möglichen Mitteln versucht das System, die Menschen dazu zu zwingen immer noch mehr zu konsumieren. Es werden Gesetze erlassen, die zum Abschluss von Versicherungen zwingen. Es werden kostenlose natürliche Methoden verboten, um für Umsatz bei teuren unnatürlichen Methoden zu sorgen. Oder man zwingt kleine Unternehmen, immer mehr in den Maschinenpark zu investieren. Je mehr man ausgeben muss, desto mehr muss man für Umsatz sorgen. Das Hamster-Rad dreht sich immer schneller...


So denkt sich also Klein-Hänschen die Welt. Der Widerstand der sogenannten Konsumverweigerer besteht nach meinen Erfahrungen eher in einer Leistungsverweigerung und dem Verlassen auf die gesellschaftliche Solidargemeinschaft.

Von welchem Imperium spricht der Wirrkopf eigentlich? Gibt es jetzt schon eine i-insurance? Oder meint er Vater Staat, der in seiner unendlichen Weisheit beschlossen hat, dass jeder Selbstständige mindestens 2.000 EUR im Monat verdient, denn das ist das Mindesteinkommen, das für die Beitragsberechnung in der GKV zugrunde gelegt wird.

Und welche kostenlosen Methoden wurden verboten? Öl ablassen am nächsten Bach?
Welcher kleine Unternehmer verfügt eigentlich über einen eigenen Maschinenpark? Genügen schon Bohrmaschine und Schwingschleifer? Dann habe ich auch einen Maschinenpark, die Kaufentscheidung fiel allerdings aus freien Stücken.

Anders sieht es bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen insbesondere für kleine Unternehmen aus. Die Auflagen bzgl. Buchhaltung bspw. werden ständig erhöht - angefangen von der Pflicht der elektronischen Steuererklärung bis zur kostenpflichtigen Auskunft durchs Finanzamt. Meine Eltern waren noch ohne Steuerberater und Rechtsanwalt selbstständig - die Buchführung war noch eine Buchführung und ohne PC und teuere Software zu bewerkstelligen.

Nichts als Phrasen - ein Artikel, der besser ungeschrieben geblieben wäre.
Freundliche Grüsse
Stephan
 
Spartaner
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 23:16

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Conzaliss hat geschrieben:
Doch Eigentum verpflichtet und wer viel hat, soll auch viel geben.


Das passiert doch ohnehin.

Siehe zb. TAZ (die ja unverdächtig ist, ein "neoliberales" Kampfblatt zu sein)


Reiche zahlen die meisten Steuern

Das reichste Viertel der Steuerpflichtigen kommt für 80 Prozent der Einkommensteuer auf. Vom Spitzensteuersatz sind sie aber weit entfernt

Eine Minderheit der Bürger kommt in Deutschland für den Großteil der Einkommensteuer auf. So zahlten die obersten 26,8 Prozent der Steuerpflichtigen 79,6 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Zu diesem obersten Viertel zählt schon, wer über ein Jahreseinkommen von mehr als 37.500 Euro verfügt.

Umgekehrt trug die untere Hälfte der Einkommensbezieher fast gar nichts zum Steueraufkommen bei: Sie zahlten ganze 4,3 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Allerdings verfügt diese Gruppe auch nur über ein Jahreseinkommen von weniger als 23.000 Euro.[...]


Na gut, wer nicht viel von Mathematik versteht, den kann man hier gut verarschen. Wer in Deutschland mehr als 3418 Euro im Monat Netto verdient, der gilt bereits als reich. In Wirklichkeit sind die aber nicht reich, wenn die beispielsweise in Frankfirt 1000 Euro Miete bezahlen müssen. Reich empfinde ich die, die über 20000 pro Monat Netto verdienen, dann sieht die Prozentzahl ganz anders aus . Außerdem muss man berücksichtigen, dass der Verdienst von Menschen die über 20000 Euro im Monat verdienen, überproportional in den letzten 20 Jahren gestiegen ist. Die Wirklichkeit ist das Leute, die unter 1500 Euro verdienen, den Euro dreimal umdrehen müssen, dass jede Gebühren- und Steuererhöhung sie grösser belastet als Einen der über 20000 Euro verdient. Die Einkommensverhältnisse Deutschland sind ungleicher den je.
Die Kluft zwischen arm und reich, ist in Deutschland immer mehr auseinader gegangen.
Zitat:
"Die Vermögen sind in Deutschland so ungleich verteilt wie nirgendwo sonst in der Eurozone – und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Vom Aufschwung in der deutschen Wirtschaft profitieren viele Beschäftigte nicht: Die Armutsquote ist auf einem Höchststand."
http://www.focus.de/finanzen/news/steig ... 96698.html
Was meine Aussage noch weiter untermauert ist ,dass wir in Europa mom Niedrigzinsen von fast 0 Prozent haben. Menschen die unter 2500 Euro Netto verdienen, dürfte das eh mal nicht stören. Diese müssen das Geld schon wieder schnell ausgeben und können nicht sparen . Diese Leute haben meistens noch ein altes Auto, weil sie sich kein neues leisten können und bezahlen dashalb schon mal die höchste Kfz-Steuer und die höchste Versicherungsleistung, außerdem kommen noch hohe Reperaturkosten dazu für die Unterhaltung des älteren Fahrzeuges und wenn ihr Kfz noch von einen reichen Porschefahrer geschrottet wird, bekommen die für ein Kfz was älter als 12 Jahre ist laut Schwacke-Liste gar nix mehr , während der Porschefahrer sich eins lacht, weil er sich locker die Vollkasko leisten kann, weil er über 20000 Euro im Monat verdient.
Die Menschen die zwischen 2500 und 20000 Euro verdienen, werden jetzt durch die Niedrigzinspolitik infolge der Zockerbankenkrise am meisten rangezogen . Da sie für ihre Sparvermögen keine Zinsen mehr bekommen und die Inflation ihr Vermögen auffrisst. Den Leuten die über 20000 Euro verdienen, dürfte das nicht jucken ,da sie in Aktien und Fonds investieren, die genug Rendite mom abwerfen.
Zuletzt geändert von Spartaner am 24.09.2014, 23:52, insgesamt 4-mal geändert.
 
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Triton
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 23:19

Ich hab da eine andere Meinung.
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 23:40

Triton hat geschrieben:
Ich hab da eine andere Meinung.


Was eine Auswirkung der übermäßigen Belastungen von Geringverdienern mit sich bringt ist das Faktum, das fast jeder zehnte Deutsche laut Wirtschaftsauskunftei Creditreform überschuldet ist. 6,58 Millionen seien zahlungsunfähig. Vor allem die Zahl der ganz Jungen und Alten erschrickt. Den höchsten Anteil überschuldeter Menschen hat die Stadt Bremerhaven.
-Schuldneratlas 2013-
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-3 ... 50146.html
 
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Triton
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

24.09.2014, 23:59

Vielleicht meine ich gar nicht Dich.

Eine Auswirkung des Zwangs zu exponentiellem Wirtschaftswachstums ist die Abschaffung langlebiger Gebrauchsgüter. Da wir alle nur 1 Kühlschrank, 1 Staubsauger etc. brauchen und die Menschheit in Industrienationen nicht mehr wächst, muss die Lebensdauer reduziert werden. Sonst bricht das System zusammen. Entweder durch immer neue Anforderungen oder durch abnehmende Qualität. Wer kennt nicht die Drucker, die die Zahl der Kopiervorgänge mitzählen und das Gerät nach xxx Kopien lahmlegen?

Das Bruttosozialprodukt bewertet die Herstellung von 2 Schrott-Geräten allerdings höher als die Herstellung eines langlebigen Produkts, also verzerrt die Wirklichkeit ins Gegenteil. Wer hier nicht mitmachen und echte Qualität sucht und abliefern will, wird schnell von Ahnungslosen als "Konsumverweigerer" ausgemacht, dabei sucht und erbringt er echte Leistung statt Statistik-Leistung.
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

25.09.2014, 17:07

Raubtierkapitalismus ist vielleicht nicht der richtige Begriff, da er an sich den Kapitalismus als Ganzes in Frage stellt. Der Begriff Turbokapitalismus wäre hier angebrachter . Das heischen der Firmen nach ständigen höhern Gewinnmargen. Das unkontrollierte Geschäftemachen von Banken, dass in der Finanzkrise bisher seinen Höhepunkt gefunden hat. Das Spekulieren von Hedge Fonds, einschließlich iher Leerverküfe und den daraus resultierenden Folgen. Die ungehemmte Gier von grossen Firmen, die wenig in anderen Ländern investieren wollen, aber viel abkassieren möchten, die ganze Wirtschaftszweige zerstören. Wenn man vom System spricht muss man auch die Staaten und die Politik einbeziehen, denn diese hatten es bisher an Sparsamkeit vermissen lassen, über ihre Verhältnisse gelebt, ungleich verteilt und kräftig Schulden angehäuft. Hiebei muss man zwischen positiven Schulden und negativen Schulden unterscheiden. Positive Schulden indem der Staat in Arbeitsplätze investiert. Negative solche wie Miltärausgaben, sowie alle Ausgaben, die nicht dem Volke dienen.
Die Schuldenpolitik Deutschlands aber auch der anderer Länder trägt maßgeblich dazu bei, dass es den Ländern früher oder später schlechter geht.
 
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Orianne
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Re: Raubtierkapitalismus - Konsum vs. Grenzen des Wachstums

25.09.2014, 17:14

Triton hat geschrieben:
Vielleicht meine ich gar nicht Dich.

Wer kennt nicht die Drucker, die die Zahl der Kopiervorgänge mitzählen und das Gerät nach xxx Kopien lahmlegen?


Den habe ich gerade letzten Montag kennen gelernt, das Gerät war gerade mal ein Jahr alt und schon kaputt.
Was hier auf der Erde mit Erdöl u.s.w. betrieben wird, das ist eine Schande, so wie die Konzerne wirtschaften könnte man meinen die Bodenschätze wären unendlich.
Grant stood by me when I was crazy, and I stood by him when he was drunk, and now we stand by each other.

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Re: Raubtier-Kapitalismus

25.09.2014, 17:54

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:

...., sondern auch die Nullzinspolitik der EZB, welche zukünftige Pensionen vernichtet.


Die Nullzinspolitik ist auch gewollt, damit die Staatsverschuldung in den einzelnen Ländern abgebaut werden kann. Das hat nach dem Kriege in den USA und Großbritannien funktioniert. D.h. Inflation und niedrige Zinsen führten zum deutlichen Abbau der Staatsverschuldung. Und wer heute noch sein Geld in Festgeld und Sparbücher anlegt, der hat es auch nicht anders verdient. :wink: :mrgreen: