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Moderator: Barbarossa

 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

10.09.2013, 05:06

Renegat hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
2) Wer hat gesagt, dass Griechenland die Wirtschaftskrise ausgelöst hat? :?:

Na du, indem du deine Zeitungsempfehlungen im Griechenlandthema gepostet hast.


Man muss schon auf eine ganz bestimmte Art denken, um zu derartigen Fehlschlüssen zu kommen.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
RedScorpion

Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

10.09.2013, 11:17

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Je größer die Volkswirtschaft, desto größer die Zahl. Außerdem hat doch nicht Griechenland die Wirtschaftskrise ausgelöst.
Verstehe deinen Post nicht. :?:



1) Eine Milchmädchenrechnung.
...

Also ich möchte doch sehr bitten;

in ein Buchungskonto die Einnahmen einfliessen zu lassen, die man unter bestimmten, nicht eingetretenen Bedingungen hätte erzielen können - was aber nicht geschah - ,

das hat schon 'was an Kreativität.

Und wäre Merkel damals auf Zack gewesen und hätte sich nicht aufm Oktoberfest mit Bratwurst im Nacken und Bierhumpen im Arm vergnügt (und Beckstein als Madame Pompadour oder wer weiss was) und besser aufgepasst, was da abging zwischen Lame Duck Bush, Blair bzw. Gordon, Royal Bank of Scotland usw.,

dann hätt's gar keine Krise gehabt.


Aber sie entschied eben, nichts zu tun, und die anderen konnten es nicht, weil sie entweder abgewählt waren oder zu doof und zu kniepig oder beides.

Das Problem ist nicht, dass sie davon aufgrund ihrer persönlichen History und CV keinen blassen Schimmer hat,

sondern das Problem ist, dass sie keinem vertraut, der Ahnung hat und an den sie delegieren könnte, und der ihr erstmal ihre Machtsphären verklickern könnte. Denn daran hapert's, wie man jetzt ja auch wieder in Petersburg sehen konnte.
Das ist für einen Kanzler eine erstaunliche Schwäche.



LG
 
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Triton
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

13.10.2014, 18:32

Ich hängs mal hier dran:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 96858.html
"Die Deutschen sparen, obwohl sie haushaltspolitischen Raum hätten, die Italiener machen neuen Schulden, obwohl sie diesen Raum nicht haben. Es ist offensichtlich, dass so etwas nicht gut gehen kann."

Wer den Autor nicht kennt:
https://blog.256bit.org/archives/560-Wo ... ystem.html
Das Besondere an diesem Buch ist, dass es lange vor der Finanzkrise erschienen war. :!:
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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dieter
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

14.10.2014, 10:31

Lieber Joerg,
die Deutschen sparen, weil sie nach laut Schäubele nach 40 Jahren wieder einmal eine Schwarze Null schreiben wollen. :roll: Ob das erstrebenswert ist, das ist eine andere Frage :?:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 06:26

Triton hat geschrieben:
Ich hängs mal hier dran:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 96858.html
"Die Deutschen sparen, obwohl sie haushaltspolitischen Raum hätten, die Italiener machen neuen Schulden, obwohl sie diesen Raum nicht haben. Es ist offensichtlich, dass so etwas nicht gut gehen kann."

[...]


Naja, mich überzeugt der Artikel gar nicht.

Es ist weder Deutschlands Verschulden, dass sowohl die Peripheriestaaten als auch die mittelgroßen Volkswirtschaften Italien und Frankreich seit x Jahren die Hände in den Schoß legen, nein, sogar die eigene Volkswirtschaft in den Ruin treiben, noch hat sich Deutschland zu rechtfertigen, dass es selber besser wirtschaftet.

Es alimentiert die EU im Allgemeinen und die Problemstaaten im Besonderen ohnehin großzügigst.

Vom im Artikel wiederholt propagierten ultrakeynesianistischen Zuganges, die Wirtschaft durch staatliche Investionen auf Pump zu beleben, halte ich ebenso nichts.

Es gehören stattdessen Reformen her, die ein wirtschafts- und investitionsfreundliches Klima schaffen und so den wirtschaftsstandort stärken und die Wetbewerbsfähigkeit wieder herstellen.

So wie's jetzt läuft (Hochsteuerpolitik, verkrustete überbürokratisierte Strukturen, verkrusteter Arbeitsmarkt, etc.) wird auch mit staatlichen Investitionsprogremmen allenfalls Symptombekämpfung betrieben, an den systemimmanenten Problemen ändert das nichts. Am Ende wird die Verschuldung nur noch höher.
Macht aber nichts, denn unter Draghi mutiert die EZB ohnehin zur Bad Bank, die alle Verbindlichkeiten übernimmt.... :roll:
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
Spartaner
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 08:14

Sparen ist generell nicht verkehrt aber ich kaputsparen. Es hilft auch nicht das die EZB jetzt anfängt Schrottpapiere der Länder einzukaufen und zur Bad Bank zu werden. Am Ende ist das nur eine Umschuldung und bezwhlen wird die Zeche am Ende mit großen Anteilen wiedermal der deutsche Steuerzahler, der eh mal schon hoch belastet ist. Deutschland ist auch nicht verantwortlich, wie andere Länder wirtschaften, dafür ist die EU zuständig und die hat beisher versagt. Das Experiment EU scheint gescheitert und war schon lange vorher ein totgeborenes Kind.
 
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Triton
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 08:54

Spartaner hat geschrieben:
Das Experiment EU scheint gescheitert und war schon lange vorher ein totgeborenes Kind.

Warum?
Das vereinte Europa ist eine politische Erfolgsgeschichte und die Abschaffung der Binnengrenzen eine gute Sache und auch zeitgemäß, wir brauchen keine Grenzzäune mehr, Mittelalter ist vorbei.

Gescheitert ist eventuell der €uro, wobei der Wechselkurs zum Dollar immer noch eine ganz andere Sprache spricht. Eine gemeinsame Währung vor einer gemeinsamen Haushaltspolitik mit allem pipapo war eine Schnapsidee. Bei freien Wechselkursen könnten Länder wie Italien, Griechenland oder Spanien abwerten und die Wirtschaft würde aufblühen, die Schuldenlast erträglicher.

Woran die EU krankt: Keine direkt gewählte Regierung mit EU-weiten Wahlen, bei der alle Stimmen gleich zählen. Klare Zuständigkeiten der EU (Außen-, Verteidigung-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Steuern). Statt dessen dieser Kommissions- und Kommissar-Apparat, wobei kein Mensch weiß, wie zum Beispiel Herr Oettinger zu seinem Posten gekommen ist und wie man ihn abwählen könnte.
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dieter
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 14:32

Lieber Joerg,
nur ein slovenisches Ratsmitglied wurde von dem EU-Parlament nicht akzeptiert. Heute wird das EU-Parlament dem 27 Ratsmitgliedern zustimmen samt Juncker. :roll: Der Euro wird nicht scheitern, es wäre aber besser, wenn die Südländer nicht im Euro dabei wären. Für die deutsche Exportindustrie ist natürlich ein niedriges Euro klasse. :wink:
Für Herrn Oettinger stimmt natürlich der Spruch: "Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa. :wink: :mrgreen: (Vorsicht, Ironie)
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Titus Feuerfuchs
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 16:35

Spartaner hat geschrieben:
Sparen ist generell nicht verkehrt aber ich kaputsparen. Es hilft auch nicht das die EZB jetzt anfängt Schrottpapiere der Länder einzukaufen und zur Bad Bank zu werden. Am Ende ist das nur eine Umschuldung und bezwhlen wird die Zeche am Ende mit großen Anteilen wiedermal der deutsche Steuerzahler, der eh mal schon hoch belastet ist. Deutschland ist auch nicht verantwortlich, wie andere Länder wirtschaften, dafür ist die EU zuständig und die hat beisher versagt. Das Experiment EU scheint gescheitert und war schon lange vorher ein totgeborenes Kind.



Für die Fehlwirtschaft bestimmter EU-Länder ist die EU weniger verantwortlich. Die Misere haben sich die betoffenen Staaten vorallem selber eingebrockt.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

22.10.2014, 16:41

Triton hat geschrieben:
Spartaner hat geschrieben:
Das Experiment EU scheint gescheitert und war schon lange vorher ein totgeborenes Kind.

Warum?
Das vereinte Europa ist eine politische Erfolgsgeschichte und die Abschaffung der Binnengrenzen eine gute Sache und auch zeitgemäß, wir brauchen keine Grenzzäune mehr, Mittelalter ist vorbei.

[...]



Inwiefern siehst du die EU -mal abgesehen von den fehlenden Grenzen, die ja im Alltag mitunter sehr praktisch sind- als Erfolg an?

Offene Grenzen bewähren sich imho nur dort, wo die Disparitäten ein gewisses Maß nicht überschreiten. Sind diese zu groß, gibt es Probleme mit Kriminaltourismus,Schlepperei, Druck auf den Arbeitsmarkt und anderes mehr.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Barbarossa
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

05.01.2015, 07:34

Griechenland könnte die nächste Krise bevorstehen. Hintergrund sind die am 25. Januar stattfindenden Parlamentswahlen, bei denen die linksradikale Syriza gewinnen könnte. Sofort nach dem Bekanntwerden dieses vorgezogenen Wahltermins wurden bereits die Kreditzahlungen an Griechenland vorerst eingestellt.
Und: Diesmal verkündet sogar die deutsche Bundesregierung, ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sei "verkraftbar". Neue Töne also, nachdem ähnliche Äußerungen von Vertretern der FDP vor einigen Jahren noch für Aufregung sorgten.

Artikel lesen: >> Griechenland wieder mit der Drachme? - Athen muss vielleicht doch die Euro-Zone verlassen << (handelsblatt.com)
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
 
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Peppone
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

05.01.2015, 13:00

Barbarossa hat geschrieben:
Diesmal verkündet sogar die deutsche Bundesregierung, ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sei "verkraftbar". Neue Töne also, nachdem ähnliche Äußerungen von Vertretern der FDP vor einigen Jahren noch für Aufregung sorgten.

Interessant ist die Begründung, warum ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Raum jetzt verkraftbar wäre: Die Umstände seien anders.
Naja. Spanien, Italien, Irland sind nicht mehr am Rande des Staatsbankrotts, ein Domino-Effekt und ein allgemeiner Vertrauensverlust in den Euro nicht mehr wahrscheinlich.
Und: Griechenland spart zwar, "dass es quietscht", hat aber strukturell offenbar noch zu wenig reformiert. Insofern verständlich, dass die Geduld der EU langsam an ihre Grenzen kommt.

Aber: Nach wie vor haben Spanien, Italien und auch Frankreich massive Probleme wirtschaftlicher Art. Was ist, wenn die nächste Krise diese Länder wieder ins Chaos stürzt? Scheiden die dann auch aus aus dem Euro-Raum, weil´s bei Griechenland ja (hoffentlich) keine negativen Auswirkungen auf den restlichen Euro-Raum hatte? Ich sehe da schon eine Gefahr für die Zukunft.

Beppe
 
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Gontscharow
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

06.01.2015, 10:24

Vielleicht ist es eine erneute Einmischung in den griechischen Wahlkamf à la
"Wählt bloß nicht Syriza, sonst scheidet ihr aus dem euro aus " ?
 
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Peppone
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

06.01.2015, 15:11

Das is den Griechen wohl mittlerweile egal. Die wählen den, von dem sie sich erhoffen, dass das Chaos endet. Die meisten Griechen pfeifen aus dem allerletzten Loch! Und geben den alten Parteien und der EU die Schuld...

Beppe
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Griechenland nahe am Staatsbankrott

06.01.2015, 15:34

Gontscharow hat geschrieben:
Vielleicht ist es eine erneute Einmischung in den griechischen Wahlkamf à la
"Wählt bloß nicht Syriza, sonst scheidet ihr aus dem euro aus " ?



Es ist einfach ein Versuch Merkels, die griechische Wahl zu beeinflussen. Griechenland wird nicht aufgegeben und das weiß Merkel auch.

Außerdem ist ihr die EU-Kommission bereits über den Mund gefahren und hat klargestellt, dass ein Austritt nicht möglich sei, was imho keine sehr demokratische Ansicht ist, aber das ist ja auch nichts Neues...
MfG,
Titus Feuerfuchs