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Moderator: Barbarossa

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Soll die Türkei in die EU?

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Barbarossa
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Re: Die Türkei in die EU?

04.03.2013, 20:44

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Bei aller berechtigten Kritik am israelischen Nationalismus ist Erdogans Vergleich trotzdem ein starker Tobak, ebenso seine Aussagen bzgl. Islamophobie.

Ja das ist stark übertrieben, das schrieb ich ja schon. Überhaupt ist Erdogan sehr populistisch unterwegs - auch ihn halte ich für einen Nationalisten. Und wenn zwei Nationalisten verschiedener Länder aufeinander losgehen...
Naja ...

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Warum? Von Problemen mit Migranten aus dem afrikanischen Raum habe ich noch nichts gehört.


Dann nimm halt deinen Kopf aus dem Sand.

Ui! Langsam bitte! Das kann man auch freundlicher sagen.
:wink:

Aber im Grunde hast du Recht - z. T. jedenfalls. Es gibt zwischen der spanischen Exklave und Marokko nicht umsonst eine Mauer, die der Berliner Mauer sehr ähnelt. Schaut dazu bitte hier: viewtopic.php?p=18231#p18231
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Titus Feuerfuchs
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Re: Die Türkei in die EU?

04.03.2013, 21:58

Barbarossa hat geschrieben:

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Warum? Von Problemen mit Migranten aus dem afrikanischen Raum habe ich noch nichts gehört.


Dann nimm halt deinen Kopf aus dem Sand.

Ui! Langsam bitte! Das kann man auch freundlicher sagen.
:wink:



Hast ja recht, sorry.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
Karlheinz
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Re: Die Türkei in die EU?

05.03.2013, 10:40

An Feuerfuchs, Renegat und Barbarossa:

Renegat:
Warum? Von Problemen mit Migranten aus dem afrikanischen Raum habe ich noch nichts gehört.
Titus Feuerfuchs:

Dann nimm halt deinen Kopf aus dem Sand.
Barbarossa
Ui! Langsam bitte! Das kann man auch freundlicher sagen.

Feuerfuchs
Hast ja recht, sorry


Mit afrikanischen Migranten gibt es schon ein Problem (falls man dies als Problem ansieht, das ist natürlich Ansichtssache).

1.) Illegale Zuwanderung und zwar über die spanischen Enklaven Melilla und Ceuta, durch Bootslandungen auf den Kanarischen Inseln, durch Bootslandungen auf Malta und Lampedusa, durch Zuwanderungen über die Türkei nach Griechenland, teilweise über Land aber auch mit Booten auf die griechischen Inseln.
Vor allem die Bootslandungen und auch die Grenzüberquerungen über Land nach Griechenland sind sehr gefährlich und haben schon viele Todesopfer gefordert. Alle diese illegalen Zuwanderer landen oft in Internierungslagern, zum Beispiel auf Lampedusa.

2.) In einer Reihe Staaten der EU leben inzwischen viele illegal eingewanderte Schwarzafrikaner, vor allem in Griechenland, Italien und Spanien. Da die wirtschaftliche Lage dort sehr schwierig ist, kommt es zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Zuwanderern. In Südeuropa sind die Gefängnisse inzwischen überfüllt mit illegal eingereisten Afrikanern, die dort unter unglaublichen Verhältnissen leben müssen. In Griechenland z.B. 50 Gefangene in einer winzigen Zelle mit nur 7 Schlafstellen und ohne Toiletten. Die Gefangenen dürfen nur zweimal am Tag eine Waschanlage aufsuchen. Duschen gibt es nicht.

Man sieht, die Lage ist äußerst schwierig.
 
Harald
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Re: Die Türkei in die EU?

03.06.2013, 14:25

Das Demokratieverständnis des Herrn Erdogan erkennt man jetzt wieder deutlich, wenn er Demonstationen mit Wasserwerfern und Tränengas niederwerfen läßt. Ein solches Regime gehört nicht in die EU und kein maßgeblicher Politiker wagt es, das zu sagen. Wenn Frau Merkel zaghafte Ansätze dazu macht, wird sie von den Linken (ausgerechnet) massiv angefeindet.
Auf eine Änderung in der Türkei durch Wahlen zu hoffen ist zwecklos, da Erdogans islamistische Partei höchstens die großen Städte verlieren wird, aber durch die bildungsferne (!) Landbevölkerung die Mehrheit behält.

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dieter
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Re: Die Türkei in die EU?

03.06.2013, 14:30

Harald hat geschrieben:
Das Demokratieverständnis des Herrn Erdogan erkennt man jetzt wieder deutlich, wenn er Demonstationen mit Wasserwerfern und Tränengas niederwerfen läßt. Ein solches Regime gehört nicht in die EU und kein maßgeblicher Politiker wagt es, das zu sagen. Wenn Frau Merkel zaghafte Ansätze dazu macht, wird sie von den Linken (ausgerechnet) massiv angefeindet.
Auf eine Änderung in der Türkei durch Wahlen zu hoffen ist zwecklos, da Erdogans islamistische Partei höchstens die großen Städte verlieren wird, aber durch die bildungsferne (!) Landbevölkerung die Mehrheit behält.

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Lieber Harald,
ich befürchte, dass Du Recht hast. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 00:45

Wenn Tote auf Demos ein Grund für die Aufnahme in die EU sind, dann gäb's keine, mangels geeigneter Mitgliederstaaten. Ich will's nicht verharmlosen, aber es ist leider relativ einfach, dass Personen bei Demos zu schaden kommen, u.a. auch mit tödlichem Ausgang.

Was aber einmalig ist, ist die jahrelange teilweise Deckung rechter Terrorgruppen in Dunkeldeutschland, so sieht's doch aus. Deutschland ist unwürdiges Mitglied der EU, u.a., und gehört, wenn man's genau nähme, gefeuert.

Kommtma runter da von Euerm hohen Ross.


LG
 
Paul
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Re:

05.06.2013, 03:36

Balduin hat geschrieben:
Ich bin gegen eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union:

- Zypern Frage
- Menschenrechte
- Soweit ich weiß, liegt kein anderes Land mehr auf der asiatischen Seite
- Starkes Konfliktpotenzial mit den Nachbarländern
- Kurdenkonflikt
- noch fehlende Reformbereitschaft innerhalb der Türkei

Wirtschaftliche Punkte ausgenommen.

Was hätte die EU davon, die Türkei aufzunehmen?


http://www.td-ihk-kongress.de/files/business_power_kaleagasi_1_tusiad.pdf
PDF-Dokument zu den Vorteilen einer Türkei-Mitgliedschaft in der EU

Achtung: Der Aufsatz ist von dem Verband türkischer Industrieller und Unternehmen, also keineswegs als "neutrale" Quelle ansehen.

http://www.bpb.de/themen/80VDVN,0,0,%DCberlastet_ein_T%FCrkeiBeitritt_die_EU.html

"Überlastet ein Türkei-Beitritt die EU" von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)


Hier wurden ja schon die meisten Punkte aufgezählt, die gegen die Aufnahme der Türkei in die EU sprechen. Der für Deutschland wichtige Punkt fehlt allerdings noch, das eine Freizügigkeit und damit verbunden eine weitere Aufnahme Türkischer Einwanderer unsere Integrationsfähigkeit überfordert. Die Integration der bisherigen Einwanderer ist schon nicht gelungen.
Deutschland müßte jetzt schon massenhaft Einwanderer aus anderen Ländern anwerben, um die türkischen Einwanderer zu integrieren, da wir Deutschen dazu z.B. mangels Kindern nicht in der Lage sind. Um 2 Millionen Türken zu integrieren, brauchen wir mindestens 10 Millionen Einwanderer aus anderen Ländern. Wir dürften natürlich nicht mit anderen Ländern den gleichen Fehler wie mit der Türkei machen. Es wäre sicherlich ein Fehler jetzt Millionen Menschen z.B. aus Rumänien, Arabien o. Indien einwandern zu lassen, selbst wenn es die Bildungselite Indiens wäre. Wir haben natürlich das Problem, das für Rumänien Freizügigkeit herrscht und hier die Einwanderung nicht zu beschränken ist. Wer hat sich das ausgedacht?
Einwanderungsquoten müßten sich an Sprachgruppen orientieren. Indien müßte zur englischsprachigen Quote zählen. Eine effektive Rückkehrinitiative für Türken könnte dieses Problem vielleicht entschärfen, da die Türkei im Moment wirtschaftlich prosperiert.

Wir sollten mit der Türkei und den anderen EU Partnern auch nicht unehrlich umgehen und klar das Integrationsproblem als Hauptproblem benennen.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha
 
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Barbarossa
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Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 08:07

RedScorpion hat geschrieben:
Wenn Tote auf Demos ein Grund für die Aufnahme in die EU sind, dann gäb's keine, mangels geeigneter Mitgliederstaaten. Ich will's nicht verharmlosen, aber es ist leider relativ einfach, dass Personen bei Demos zu schaden kommen, u.a. auch mit tödlichem Ausgang.

Was aber einmalig ist, ist die jahrelange teilweise Deckung rechter Terrorgruppen in Dunkeldeutschland, so sieht's doch aus. Deutschland ist unwürdiges Mitglied der EU, u.a., und gehört, wenn man's genau nähme, gefeuert.

Kommtma runter da von Euerm hohen Ross.


LG

Entschuldigung, aber hier muß ich dir heftig widersprechen. Es muß auch nicht unbedingt sein, ständig auf ein und dasselbe Ding herumzureiten. Es ist zwar richtig, daß es empörend ist, was du immer sehr gern ansprichst. Ich meine aber, völlige Unfähigkeit von Behörden ist das eine - da haben überbezahlte Beamte anscheinend nur Geld fürs Abheften von Zetteln bekommen, um diese dann schnellstmöglich wieder zu vergessen (und irgendwann dann zu schreddern :evil: ).
Aber wenn Polizisten auf friedliche Demonstranten losgehen und auf sie derart einprügeln, daß einige daran sogar sterben, dann ist das nochmal eine völlig andere Hausnummer.

Siehe dazu: hier klicken
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RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 14:21

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Wenn Tote auf Demos ein Grund für die Aufnahme in die EU sind, dann gäb's keine, mangels geeigneter Mitgliederstaaten. Ich will's nicht verharmlosen, aber es ist leider relativ einfach, dass Personen bei Demos zu schaden kommen, u.a. auch mit tödlichem Ausgang.

Was aber einmalig ist, ist die jahrelange teilweise Deckung rechter Terrorgruppen in Dunkeldeutschland, so sieht's doch aus. Deutschland ist unwürdiges Mitglied der EU, u.a., und gehört, wenn man's genau nähme, gefeuert.

Kommtma runter da von Euerm hohen Ross.


LG

Entschuldigung, aber hier muß ich dir heftig widersprechen. Es muß auch nicht unbedingt sein, ständig auf ein und dasselbe Ding herumzureiten.
...

Is halt schon einmalig in Europa nach 1945/89.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich meine aber, völlige Unfähigkeit von Behörden ist das eine - da haben überbezahlte Beamte anscheinend nur Geld fürs Abheften von Zetteln bekommen, um diese dann schnellstmöglich wieder zu vergessen (und irgendwann dann zu schreddern :evil: ).
...

Ja, wie niedlich. Glaubste das echt? :clap:


Barbarossa hat geschrieben:
...
Aber wenn Polizisten auf friedliche Demonstranten losgehen und auf sie derart einprügeln, daß einige daran sogar sterben, dann ist das nochmal eine völlig andere Hausnummer.
...

M.W. ist bisher alles andere als geklärt, wie die beiden ums Leben kamen.

Btw. auch die deutsche Geschichte ist nicht frei von Toten bei Demos, und nicht nur die deutsche.



LG
 
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Balduin
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Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 14:45

Benno Ohnesorg um einmal ein Beispiel anzuführen

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He has called on the best that was in us. There was no such thing as half-trying. Whether it was running a race or catching a football, competing in school—we were to try. And we were to try harder than anyone else. We might not be the best, and none of us were, but we were to make the effort to be the best. "After you have done the best you can", he used to say, "the hell with it". Robert F. Kennedy - Tribute to his father
 
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Barbarossa
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Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 19:23

RedScorpion hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich meine aber, völlige Unfähigkeit von Behörden ist das eine - da haben überbezahlte Beamte anscheinend nur Geld fürs Abheften von Zetteln bekommen, um diese dann schnellstmöglich wieder zu vergessen (und irgendwann dann zu schreddern :evil: ).
...

Ja, wie niedlich. Glaubste das echt? :clap:


Du unterstellst ihnen also Verdunklung und damit quasi eine Mittäterschaft?
Dann geh doch vor Gericht und klag sie dafür an.
Ich fände das schon ein richtig starkes Stück.
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RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

05.06.2013, 21:00

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich meine aber, völlige Unfähigkeit von Behörden ist das eine - da haben überbezahlte Beamte anscheinend nur Geld fürs Abheften von Zetteln bekommen, um diese dann schnellstmöglich wieder zu vergessen (und irgendwann dann zu schreddern :evil: ).
...

Ja, wie niedlich. Glaubste das echt? :clap:


Du unterstellst ihnen also Verdunklung und damit quasi eine Mittäterschaft?
...

Das liegt ja wohl auf der Hand. Offensichtlicher geht's nimmer. Als die gemerkt haben, dass ihre eigenen V-Leute ihre Fettgriffel mit drinhaben, haben sie schnell alle Akten vernichtet, weil sie vorher alle Augen zugedrückt haben.

So beknackt kann man gar nicht sein, dass man das "aus Versehen" täte. Meinen diese Luschen eigentlich, die Welt sei total bescheuert und kauft ihnen diesen Müll ab?


Barbarossa hat geschrieben:
...
Dann geh doch vor Gericht und klag sie dafür an.
Ich fände das schon ein richtig starkes Stück.

Also, Eure heruntergekommenen Institutionen in Dunkeldeutschland, die müsst Ihr schon selbst aufräumen (könntet Euch ja vllt mal Mühe geben).

Ob das allerdings klappt, wenn man derartig blauäugig ist, möcht' ich bezweifeln, sorry.

Nur würd' ich bei solch offensichtlich rückständigen Institutionen, und das nicht nur auf dem einen Gebiet gerade in den neuen Bundesländern zumindest, etwas leiser auftreten, was die Eignung oder angebliche Unwürdigkeit anderer Länder betrifft.



LG
 
Karlheinz
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Re: Die Türkei in die EU?

06.06.2013, 11:53

Barbarossa:
Dann geh doch vor Gericht und klag sie dafür an.
Ich fände das schon ein richtig starkes Stück.

RedScorpion
Also, Eure heruntergekommenen Institutionen in Dunkeldeutschland, die müsst Ihr schon selbst aufräumen (könntet Euch ja vllt mal Mühe geben).

Ob das allerdings klappt, wenn man derartig blauäugig ist, möcht' ich bezweifeln, sorry.

Nur würd' ich bei solch offensichtlich rückständigen Institutionen, und das nicht nur auf dem einen Gebiet gerade in den neuen Bundesländern zumindest, etwas leiser auftreten, was die Eignung oder angebliche Unwürdigkeit anderer Länder betrifft.


Man mag ja ordentliche Gerichte mit Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern, Zeugenaussagen, Beweisaufnahme usw. für rückständig halten, aber meines Wissens gibt es diese „rückständigen“ Institutionen auch in der Schweiz. Vielleicht existiert ja in einigen Alpentälern noch eine Kopf-ab-Mentalität und die schöne Sitte der Lynchjustiz, aber ob das jetzt „fortschrittlich“ ist, wage ich zu bezweifeln. Ansonsten gilt: Wer etwas behauptet, muss es auch beweisen, darf die eigenen Vermutungen und Spekulationen nicht mit der Realität verwechseln. Selbst in der vielgescholtenen Scharia muss der Ankläger für seine Anschuldigungen Beweise vortragen und darf sich nicht auf Mutmaßungen beschränken. Beleidigungen und Diffamierungen (Dunkeldeutschland, heruntergekommen etc.) sind jedenfalls kein Ersatz für fehlende Beweise und werden von keinem Gericht in Deutschland oder der Schweiz als solche anerkannt werden, es sei denn, es handelt sich um so „fortschrittliche“ Gerichte wie zur Zeiten der Inquisition.
 
RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

06.06.2013, 13:57

Karlheinz hat geschrieben:
...
Man mag ja ordentliche Gerichte mit Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern, Zeugenaussagen, Beweisaufnahme usw. für rückständig halten, aber meines Wissens gibt es diese „rückständigen“ Institutionen auch in der Schweiz.
...

Es hat in der Tat auch in der Schweiz Missstände, Interessenkonflikte u.ä., welche Aufdeckung, Aufklärung und Verfolgung von Verbrechen behindern (was mich immer wieder auf eines von Dürrenmatts Lieblingsthemen bringt, ob Verbrechen oder überhaupt Böses durch die menschliche Natur eher ans Tageslicht kommt oder eher unentdeckt bleibt) .

Derzeit m.W. allerdings nicht auf dem Kaliber der Verstrickung der Behörden im Fall "Dönermorde" bzw. NSU.


Karlheinz hat geschrieben:
...
Ansonsten gilt: Wer etwas behauptet, muss es auch beweisen, darf die eigenen Vermutungen und Spekulationen nicht mit der Realität verwechseln. Selbst in der vielgescholtenen Scharia muss der Ankläger für seine Anschuldigungen Beweise vortragen und darf sich nicht auf Mutmaßungen beschränken.
...

Im Detail muss man tatsächlich schauen, was sich forensisch beweisen lässt und was nicht.

Tatsache ist aber, dass verantwortliche Behörden V-Leute unter den Mördern gehabt haben und wiederholt Aktenmaterial vernichtet haben. Daran wird man nicht viel herumdeuteln können, ob das Urteil nun schon gesprochen ist oder nicht. Jetzt so zu tun, als hätten verantwortliche Stellen Akten geschreddert, weil sie in der Pause n Fleck Muckefuck draufgeschlabbert ham, ist - sorry - u.a.S.


Karlheinz hat geschrieben:
...
Beleidigungen und Diffamierungen (Dunkeldeutschland, heruntergekommen etc.) sind jedenfalls kein Ersatz für fehlende Beweise und werden von keinem Gericht in Deutschland oder der Schweiz als solche anerkannt werden, es sei denn, es handelt sich um so „fortschrittliche“ Gerichte wie zur Zeiten der Inquisition.

Wer aufgepasst hat, der hat bemerkt, dass mir nicht um die Fortschrittlichkeit ja oder nein der Jurisdiktion ging, sondern um die Verstrickung der Exekutive (insbesondere im - gut, dann eben qua Euphemismus "weniger entwickelten Teil Deutschlands", für den, der das schöner formuliert findet) in Verbrechen auf der einen Seite,

und auf der anderen mal wieder um den Gegensatz zwischen eigenem Anspruch ("wir Deutschen" bestimmen, wer europawürdig ist, da Deutschland ja sooooo fortschrittlich ist) und der Realität in einem Staatsgebilde mit (im Verhältnis zur Lage in anderen Staaten, ja, u.a. der Schweiz) doch relativ grossen Lücken auf nicht wenigen Gebieten. Das war meine Hauptmessage und überhaupt der Bezug zum Topic hier im 3d.

So besser?


P.S. Die Proteste in der Türkei haben wenig bis nix gemein mit der Situation jener des Arab. Frühlings. Auch wenn man nicht alle Teile von Erdogans Policies teilen mag oder kann, ist er doch - im Unterschied zu den arab. Regimes - legal gewählt und die Türkei - im Unterschied z.B. zur Situation damals mit Kenan Evren (es ist grad 30 Jahre her) - eine moderne Demokratie. Freilich mit Missständen hier und da. Wie Deutschland, wie die Schweiz, wie andere. Man kann darüber diskutieren, wie stark diese Missstände ausgeprägt sind, und ob sie eine Kooperation so schwierig machen, dass man darauf lieber verzichten mag. Das allerdings an Protesten und Toten bei Demonstrationen festzumachen, ist dreist (bzw. als Masche absolut durchsichtig, wieder mal). Denn die hat's leider auch woanders, und zwar in Staaten in der EU.



LG
 
Harald
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Re: Die Türkei in die EU?

06.06.2013, 18:13

Wenn man die Deutschen so abgrundtief haßt, warum unterhält man sich dann mit ihnen ?

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