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Moderator: Barbarossa

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Soll die Türkei in die EU?

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RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 00:23

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
... Abgesehen davon kann man wohl kaum bestreiten, dass Erdogan nicht mehr Müll redet als Merkel, Sarko oder Berlusconi z.B., wie gesagt.

Sehe ich anders. Hat Merkel schon einmal Assimilation als Verbrechen bezeichnet und die eigenen Landsleute im Ausland davor gewarnt, sich bloß nicht zu sehr anzupassen? Solche Äußerungen lassen imho tief blicken.
...

Merkel ist im Vergleich mit Erdogan eine richtige Verbrecherin (s. Rogoff und seine falschen Thesen, die sie sich zueigen machte, um damit dreiviertel Europa in die Rezession zu knechten).

Darüberhinaus kann sie auch nicht viel Falsches sagen, denn reden tut sie ja nicht zuviel, sondern zuwenig. Leider handelt sie aber viel zuviel falsch.

Darüberhinaus ist es durchaus positiv, sich nicht jedem Mist anzupassen: Ausländer, die den Einheimischen nach dem Mund reden, braucht kein Mensch; von daher hat Erdogan sogar recht. Die Stärke der USA z.B. liegt darin, dass es reicht, die Gesetze zu beachten und halbwegs an den Pursuit of Happiness zu glauben, um ein guter Amerikaner zu sein. Nicht dieser Heckmeck um diesen ganzen "old shit" (wie Schwarzenegger es treffend nannte) gemacht wird wie in good old Europe.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Aber sowas spielt in der Realpolitik vermutlich gar nicht so die große Rolle. Das entscheidende ist, daß Erdogan sich auch gegen Israel stellt und sich statt dessen auf die Seite der Palästinenser schlägt.
...

Stimmt nur bedingt.
Erdogan hatte Grund, Israel zu kritisieren und hat sich nicht einseitig "auf die Seite der Palästinenser geschlagen".


Barbarossa hat geschrieben:
...
..., ... es ist auch nicht das Hauptproblem, daß die Kurden in der Türkei nach wie vor diskrimieniert werden und auch nicht das Nord-Zypernproblem.
...

Meinste das ironisch?

Natürlich sind das grössere Probleme als Erdogan als Regchef, Staatschef, Grossmufti oder Privatperson.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich denke, es ist wirklich Israel.

Hä?



LG
 
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Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 09:23

Harald hat geschrieben:
RS erinnert mich an Pippi Langstrumpf: "ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!"

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Lieber Harald,
so isses. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 09:30

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
... Abgesehen davon kann man wohl kaum bestreiten, dass Erdogan nicht mehr Müll redet als Merkel, Sarko oder Berlusconi z.B., wie gesagt.

Sehe ich anders. Hat Merkel schon einmal Assimilation als Verbrechen bezeichnet und die eigenen Landsleute im Ausland davor gewarnt, sich bloß nicht zu sehr anzupassen? Solche Äußerungen lassen imho tief blicken.

Aber sowas spielt in der Realpolitik vermutlich gar nicht so die große Rolle. Das entscheidende ist, daß Erdogan sich auch gegen Israel stellt und sich statt dessen auf die Seite der Palästinenser schlägt.
Das Hauptproblem ist also nicht, daß die Türken bis heute abstreiten, daß die Osmanen im 1. WK an den Armeniern einen Genozid verübt haben (in der Schweiz ist eine solche Äußerung übrigens strafbar, wie du sicher wissen wirst - analog zur Holocaustleugnung in D.), es ist auch nicht das Hauptproblem, daß die Kurden in der Türkei nach wie vor diskrimieniert werden und auch nicht das Nord-Zypernproblem.
Ich denke, es ist wirklich Israel.

Lieber Barbarossa,
Du hast in allem recht. Wie können wir ein Land in die EU aufnehmen, wo ein Drittel der Bevölkerung diskriminiert und unterdrückt wird (Kurden), die den Genozid an den Armeniern nicht zugibt, indem Christen nur allein ihrer Religionszugehörigkeit umgebracht werden und das widerrechtlich Nord-Zypern besetzt hält und Süd-Zypern ein Mitglied der EU nicht anerkennen will :?:
Zuletzt geändert von dieter am 08.06.2013, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Barbarossa
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Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 09:33

RedScorpion hat geschrieben:
Merkel ist im Vergleich mit Erdogan eine richtige Verbrecherin (s. Rogoff und seine falschen Thesen, die sie sich zueigen machte, um damit dreiviertel Europa in die Rezession zu knechten)...

Sowas ist aber kein Verbrechen. Es mag eine kurzsichtige Politik sein - zugegeben...

Barbarossa hat geschrieben:
...
..., ... es ist auch nicht das Hauptproblem, daß die Kurden in der Türkei nach wie vor diskrimieniert werden und auch nicht das Nord-Zypernproblem.
...

Meinste das ironisch?

Natürlich sind das grössere Probleme als Erdogan als Regchef, Staatschef, Grossmufti oder Privatperson.[/quote]
Nö, da ist nix ironisches dabei, sondern reale Probleme, die die Türkei erst lösen muß, bevor sie imho überhaupt über einen EU-Beitritt nachzudenken braucht.

RedScorpion hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich denke, es ist wirklich Israel.

Hä?

Israel, welches für D. "Staatsraison" ist. Wer dagegen auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen lässt, ist kein zuverlässiger Verbündeter.
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RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 12:57

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Merkel ist im Vergleich mit Erdogan eine richtige Verbrecherin (s. Rogoff und seine falschen Thesen, die sie sich zueigen machte, um damit dreiviertel Europa in die Rezession zu knechten)...

Sowas ist aber kein Verbrechen. Es mag eine kurzsichtige Politik sein - zugegeben...
...

Es kreiert Elend, künstlich. Ist damit sogar weit schädlicher als "ordinäre" Verbrechen.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Israel, welches für D. "Staatsraison" ist. Wer dagegen auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen lässt, ist kein zuverlässiger Verbündeter.

Bin zu doof, das zu schnallen. Meinst Du hiermit:
Barbarossa hat geschrieben:
...
Das Hauptproblem ist also nicht, daß die Türken bis heute abstreiten, daß die Osmanen im 1. WK an den Armeniern einen Genozid verübt haben (in der Schweiz ist eine solche Äußerung übrigens strafbar, wie du sicher wissen wirst - analog zur Holocaustleugnung in D.), es ist auch nicht das Hauptproblem, daß die Kurden in der Türkei nach wie vor diskrimieniert werden und auch nicht das Nord-Zypernproblem.
Ich denke, es ist wirklich Israel.

... echt, dass realpolitisch weder Erdogan, noch eigentlich die Anerkennung der Kurden und Zyperns das Problem ist, sondern Israel? :shock:


Thx und lG
 
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Re: Die Türkei in die EU?

08.06.2013, 23:28

RedScorpion hat geschrieben:
... echt, dass realpolitisch weder Erdogan, noch eigentlich die Anerkennung der Kurden und Zyperns das Problem ist, sondern Israel? :shock:


Thx und lG

Daß Erdogan Israel angeht und ja auch Aktionen unternommen hat, die Israel so völlig gegen den Strich gingen. Ich erinnere da nur an die Schiffe, die von israelischen Truppen geentert wurden, weil sie die Sprre ins Gaza-Gebiet durchbrechen wollten. Das waren ja schon mehrere Schiffe und die kamen alle aus der Türkei.
Ich denke tatsächlich, daß solche anti-israel-Politik schwerer wiegt, als die Unterdrückung von nationalen Minderheiten in der Türkei. Auch wenn das vielleicht niemand so ganz offen sagt.
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RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 02:05

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
... echt, dass realpolitisch weder Erdogan, noch eigentlich die Anerkennung der Kurden und Zyperns das Problem ist, sondern Israel? :shock:


Thx und lG

Daß Erdogan Israel angeht und ja auch Aktionen unternommen hat, die Israel so völlig gegen den Strich gingen.
...

Kann ich mich spontan jetzt nicht dran erinnern; eher an militärische Kollaboration auf manchem Gebiet, vor Mavi Marmara. Was waren denn das für "Aktionen"?


Barbarossa hat geschrieben:
...
Das waren ja schon mehrere Schiffe und die kamen alle aus der Türkei.
...

Wobei's aber nicht verboten ist, aus der Türkei mit Booten herauszufahren. Was hätte er machen sollen? Sie nach Nord-Zypern schleppen? :?


Barbarossa hat geschrieben:
...
Ich denke tatsächlich, daß solche anti-israel-Politik schwerer wiegt, als die Unterdrückung von nationalen Minderheiten in der Türkei.
...

Find' ich ziemlich gaga, wenn das jemand denkt, um ehrlich zu sein. Zumal eben noch zusätzlich die totale Unlogik darin liegt, dass Erdogan keine anti-israelische Politik fährt. :crazy:


Barbarossa hat geschrieben:
...
Auch wenn das vielleicht niemand so ganz offen sagt.

Also wieder eine paranoide Verschwörungstheorie mehr; was soll's. :wink:



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Barbarossa
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 07:17

Ich meinte das hier: http://geschichte-wissen.de/go/gazaschiffe

Und hiervist noch ein Artikel, der zeigt, wie groß die Konfrontation zwischen Israel und der Türkei schon waren: http://www.n-tv.de/politik/Erdogan-schi ... 61361.html

Das hat nichts mit Verschwörungstheorie oder ähnlichem zu tun.

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dieter
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 09:32

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
... echt, dass realpolitisch weder Erdogan, noch eigentlich die Anerkennung der Kurden und Zyperns das Problem ist, sondern Israel? :shock:


Thx und lG

Daß Erdogan Israel angeht und ja auch Aktionen unternommen hat, die Israel so völlig gegen den Strich gingen. Ich erinnere da nur an die Schiffe, die von israelischen Truppen geentert wurden, weil sie die Sprre ins Gaza-Gebiet durchbrechen wollten. Das waren ja schon mehrere Schiffe und die kamen alle aus der Türkei.
Ich denke tatsächlich, daß solche anti-israel-Politik schwerer wiegt, als die Unterdrückung von nationalen Minderheiten in der Türkei. Auch wenn das vielleicht niemand so ganz offen sagt.

Lieber Barbarossa,
da muß ich Dir widersprechen. Für mich ist die Unterdrückung der Türken, die ein Drittel der Bevölkerung der Türkei stellen wichtiger, als eine Anti-Israelpolitik der Türkei. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Vergobret
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 12:37

Auch wenns man da schön Abneigung abladen kann, ist es nicht zutreffend oder zielführend immer Israel einzubauen, wenn es um den nahen Osten geht!
„In all den Jahren habe ich so viele junge Männer gesehen,
die der Meinung waren, auf andere junge Männer zuzulaufen.
Aber das stimmt nicht.
Sie liefen alle zu mir.“
so sprach der Tod

Aus „Die Bücherdiebin“
 
Karlheinz
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 13:20

Dieter:
Lieber Barbarossa,
da muß ich Dir widersprechen. Für mich ist die Unterdrückung der Türken, die ein Drittel der Bevölkerung der Türkei stellen wichtiger, als eine Anti-Israelpolitik der Türkei.


Wohnen nur 1/3 Türken in der Türkei? Du meinst wahrscheinlich die Kurden, vermutlich machen sie 25% der Bevölkerung aus. Ich glaube aber auch, dass das Problem mit Israel hier gar nicht so wichtig ist.

Gestern gab es in Hamburg eine Demonstration gegen Erdogan mit ungefähr 2.000 Teilnehmern, überwiegend junge Leute. Allerdings darf man nicht übersehen, dass er auch viele Anhänger hat, vor allem bei den Älteren. Sie loben den wirtschaftlichen Aufschwung, seine konservative Gesinnung, die wachsende Bedeutung der Türkei in der Welt. So dürften nicht nur in Hamburg, sondern auch in der Türkei viele denken.

Mich erinnert dies etwas an den Mai 1968 in Frankreich. Damals revoltierten die Jugendlichen gegen das autoritäre, konservative Regime von de Gaulle. Die Polizei ging seinerzeit unglaublich brutal gegen die Demonstranten vor, es gab über 1.000 Verletzte, 2 Tote, wochenlang herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände, immer mehr Franzosen, auch die Gewerkschaften, schlossen sich der Bewegung an.

Aber Frankreich war damals genauso gespalten wie heute anscheinend die Türkei. Die Anhänger von de Gaulle organisierten eine Gegendemonstration für den Präsidenten mit über eine Million Teilnehmern!

Ich selbst erinnere mich an 1968 in Berlin. An den Demonstrationen der Studenten nahmen ungefähr immer 10.000 Personen teil. Im Februar 1968 rief der Bürgermeister Schütz zu einer Demonstration gegen die Studenten auf, gegen die linken Störenfriede. Ungefähr 150.000 Menschen nahmen daran teil! Die Studenten waren tatsächlich nur eine Minderheit, die meisten Berliner waren in Wirklichkeit sehr konservativ. Vielleicht wird Erdogan demnächst seine eigenen Anhänger mobilisieren. Möglicherweise wären Neuwahlen die beste Lösung um festzustellen, wie groß sein Anhang in der Bevölkerung noch ist.

http://geschichte-wissen.de/zeitgeschic ... erung.html
 
RedScorpion

Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 15:18

Barbarossa hat geschrieben:

Das war mir schon klar (u.a. deswegen erwähnte ich oben "Mavi Marmara"). Aber das kann man ja nicht unter den "Aktionen" sprich Reaktionen verbuchen, sondern war ja Auslöser bzw. Anlass.

Man könnte jetzt mutmassen - aber da unterstellt man Erdogan einen Grad an Fähigkeit zur strategischen Planung und Intelligenz, den selbst Einstein schwerlich gehabt haben dürfte - dass Erdogans Kalkül im Mai 2010 so perfide war, dass er die Besatzung des Kahns als Köder ausgesendet hat (sprich zu opfern bereit war), weil er wusste, dass Israel in die Falle trabt, und dass er das auch so wollte. Um sich als einziger Beschützer der Palästinenser aufzuspielen, gemeinsame Militärübungen, kulturelle Programme usw. aufzukündigen.

Das wär' dann aber nicht mehr nur leicht, sondern schwer paranoid, als Verschwörungtheorie die x-te. Welche aber u.a. den Pferdefuss hat, dass man nicht wissen konnte, dass Mavi Marmara endete, wie es endete.

Oder war Erdogan vllt sogar im Ggteil so blöde, dass er dachte, sei es Israel als auch die Admin des Gazastreifens seien vor Freude derart aus dem Häuschen, dass sie Frieden schlössen? :wtf:

Wie man es auch dreht: Es passt hinten und vorn nicht.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Und hiervist noch ein Artikel, der zeigt, wie groß die Konfrontation zwischen Israel und der Türkei schon waren: http://www.n-tv.de/politik/Erdogan-schi ... 61361.html
...

Naja, ich denke, dass die offizielle und inoffizielle Kündigung von Verträgen vergleichsweise schwerer wiegt als die Drohung, von jetzt an mit Armeniern und Kurden zu sprechen auf der einen Seite (welch schreckliche Strafe), bzw. seine Kähne in internationalen Gewässern von Begleitschiffen zu schützen auf der anderen. :problem:



Barbarossa hat geschrieben:
...
Das hat nichts mit Verschwörungstheorie oder ähnlichem zu tun.
...

Du verrenst Dich total in teilweise wirklich hanebüchenen Krampf. Welcher zumal auch - N.B. - Teil der braunen Propaganda von Neonazis ist.



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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 17:54

dieter hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
... echt, dass realpolitisch weder Erdogan, noch eigentlich die Anerkennung der Kurden und Zyperns das Problem ist, sondern Israel? :shock:


Thx und lG

Daß Erdogan Israel angeht und ja auch Aktionen unternommen hat, die Israel so völlig gegen den Strich gingen. Ich erinnere da nur an die Schiffe, die von israelischen Truppen geentert wurden, weil sie die Sprre ins Gaza-Gebiet durchbrechen wollten. Das waren ja schon mehrere Schiffe und die kamen alle aus der Türkei.
Ich denke tatsächlich, daß solche anti-israel-Politik schwerer wiegt, als die Unterdrückung von nationalen Minderheiten in der Türkei. Auch wenn das vielleicht niemand so ganz offen sagt.

Lieber Barbarossa,
da muß ich Dir widersprechen. Für mich ist die Unterdrückung der "Kurden", die ein Drittel der Bevölkerung der Türkei stellen wichtiger, als eine Anti-Israelpolitik der Türkei. :roll:

Mußte meinen eigenen Beitrag korrigieren. :wink:
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 17:57

Karlheinz hat geschrieben:
Dieter:
Lieber Barbarossa,
da muß ich Dir widersprechen. Für mich ist die Unterdrückung der Türken, die ein Drittel der Bevölkerung der Türkei stellen wichtiger, als eine Anti-Israelpolitik der Türkei.


Wohnen nur 1/3 Türken in der Türkei? Du meinst wahrscheinlich die Kurden, vermutlich machen sie 25% der Bevölkerung aus. Ich glaube aber auch, dass das Problem mit Israel hier gar nicht so wichtig ist.

Gestern gab es in Hamburg eine Demonstration gegen Erdogan mit ungefähr 2.000 Teilnehmern, überwiegend junge Leute. Allerdings darf man nicht übersehen, dass er auch viele Anhänger hat, vor allem bei den Älteren. Sie loben den wirtschaftlichen Aufschwung, seine konservative Gesinnung, die wachsende Bedeutung der Türkei in der Welt. So dürften nicht nur in Hamburg, sondern auch in der Türkei viele denken.

Mich erinnert dies etwas an den Mai 1968 in Frankreich. Damals revoltierten die Jugendlichen gegen das autoritäre, konservative Regime von de Gaulle. Die Polizei ging seinerzeit unglaublich brutal gegen die Demonstranten vor, es gab über 1.000 Verletzte, 2 Tote, wochenlang herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände, immer mehr Franzosen, auch die Gewerkschaften, schlossen sich der Bewegung an.

Aber Frankreich war damals genauso gespalten wie heute anscheinend die Türkei. Die Anhänger von de Gaulle organisierten eine Gegendemonstration für den Präsidenten mit über eine Million Teilnehmern!

Ich selbst erinnere mich an 1968 in Berlin. An den Demonstrationen der Studenten nahmen ungefähr immer 10.000 Personen teil. Im Februar 1968 rief der Bürgermeister Schütz zu einer Demonstration gegen die Studenten auf, gegen die linken Störenfriede. Ungefähr 150.000 Menschen nahmen daran teil! Die Studenten waren tatsächlich nur eine Minderheit, die meisten Berliner waren in Wirklichkeit sehr konservativ. Vielleicht wird Erdogan demnächst seine eigenen Anhänger mobilisieren. Möglicherweise wären Neuwahlen die beste Lösung um festzustellen, wie groß sein Anhang in der Bevölkerung noch ist.

http://geschichte-wissen.de/zeitgeschic ... erung.html

Lieber Karlheinz,
Du hast recht, ich meinte Natürlich die Kurden. Habe diesen Beitrag berichtigt. Bitte um Entschuldigung. :wink:
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Re: Die Türkei in die EU?

09.06.2013, 18:00

Vergobret hat geschrieben:
Auch wenns man da schön Abneigung abladen kann, ist es nicht zutreffend oder zielführend immer Israel einzubauen, wenn es um den nahen Osten geht!

Lieber Vergobret,
ich habe nichts gegen Israel. Ich habe gegen kein Land auf der Erde etwas. :wink:
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