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Studium nur für Reiche?

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Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: Studium nur für Reiche?

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Triton » 25.07.2014, 00:21

Die Voraussetzungen, damit ein Student Bafög erhält sind eben sehr selektiv. Was nutzt es, den Betrag zu erhöhen, wenn ihn kaum jemand bekommt? Ich habe einen (1) Studenten gekannt, der Bafög erhielt, der wurde rundum beneidet (gesicherte Existenz).

Merkwürdigerweise waren die ausländischen Studenten durchweg recht gut versorgt und mussten sich auch um eine Unterkunft nicht sorgen. Was ich bei allem Verständnis für Entwicklungshilfe als eher merkwürdig empfand.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Spartaner » 24.07.2014, 14:16

Der Germane hat geschrieben:
Es wäre den Studenten in jeder Hinsicht zu helfen, bzw. eine Unterstützung zukommen zu lassen, indem die mehr als üppigen Pensionen der Beamten den Rentenbezügen des "gemeinen" Volkes angepaßt werden.

Somit bezahlt der Staat keine Bafög mehr, sondern die Beamten bezahlen mit ihrem "Soli" unsere Studenten!

Hallo Germane,
die üppigen Beamtenpensionen sprengen sowieso bald den Haushalt. Hier hat man entweder zu wenig vorgesorgt bzw. Rücklagen gebildet oder nicht rechtzeitig für eine Begrenzung der üppigen Beamtenpensionen gesorgt. Hier ist eine Enteignung der Beamten hinsichtlich der Pensionen und deren zukünftigen Volumina und damit verbunden erhöhten Steueraufwendungen, unausweichlich.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Der Germane » 24.07.2014, 13:58

Es wäre den Studenten in jeder Hinsicht zu helfen, bzw. eine Unterstützung zukommen zu lassen, indem die mehr als üppigen Pensionen der Beamten den Rentenbezügen des "gemeinen" Volkes angepaßt werden.

Somit bezahlt der Staat keine Bafög mehr, sondern die Beamten bezahlen mit ihrem "Soli" unsere Studenten!

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Spartaner » 24.07.2014, 13:29

dieter hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Unbedingt ist es zu vermeiden für jede fortschrittliche Gesellschaft, nur wohlhabende an höherer Bildung teilzuhaben. [...]

.



So eine Verschwendung von möglichen Talenten kann sich das überalterte Europa in Wahrheit überhaupt nicht leisten.

Da bin ich Eurer Meinung. :wink:

Lieber Dieter,
die Bundesregierung hatte ein Einsehen :wink: Das Bafög wird ab 2016/17 erhöht und kann auch online beantragt werden, damit fällt überflüssige Bürokratie weg.
Die Bedarfssätze der Bundesausbildungsförderung werden um sieben Prozent erhöht . Bafög-Empfänger erhalten dann maximal 735 Euro, 65 Euro mehr als bisher. :wink:
"Die Hälfte des Betrags bekommen Empfänger als Zuschuss. Die andere Hälfte müssen sie als zinsloses Darlehen zurückzahlen, wobei der Gesamtbetrag bei 10 000 Euro gedeckelt ist. Zuletzt stiegen die Bafög-Sätze im Jahr 2010."
Das Nettoeinkommen ,welsches von den Eltern angerechnet wir beträgt bei einen verheirateten Elternpaar 1715 Euro bisher 1605 Euro . Bei alleinerziehenden Eltern 1145 Euro bisher 1070 Euro.
Auch den steigenden Mieten in Großstädten wurde Rechnung getragen.:
"Der Mietzuschuss für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, liegt künftig bei 250 Euro (bisher 224 Euro). Damit reagiere die Koalition auf die in vielen Ballungsräumen immer teurer werdenden Mieten"
Studenten dürfen außerdem in Zukunft 450 Euro (bisher 400 Euro) hinzuverdienen, was einem vollen Minijob entspricht.
" Die Studenten dürfen in Zukunft auch einen Minijob und ein kleines Auto haben. Das wird aktuell noch auf das BAFÖG angerechnet, so dass die Förderung kleiner ausfällt. Diese Regelung scheint für viele überfällig zu sein. Die jüngste Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks zeigt: Für Wohnen und Lebenshaltung haben die Studenten im Jahr 2012 durchschnittlich 627 Euro pro Monat ausgegeben. Das Bafög mit seinen durchschnittlich 443 Euro reiche bei bedürftigen Studenten nicht zum Leben aus, heißt es. Schon jetzt arbeiten zwei Drittel der Studenten neben ihrem Studium."
http://www.radiobielefeld.de/nachrichte ... -alle.html
http://www.tagesspiegel.de/wissen/bund- ... 31068.html

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von dieter » 13.07.2014, 10:07

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Unbedingt ist es zu vermeiden für jede fortschrittliche Gesellschaft, nur wohlhabende an höherer Bildung teilzuhaben. [...]

.



So eine Verschwendung von möglichen Talenten kann sich das überalterte Europa in Wahrheit überhaupt nicht leisten.

Da bin ich Eurer Meinung. :wink:

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Titus Feuerfuchs » 12.07.2014, 20:52

Marek1964 hat geschrieben:
Unbedingt ist es zu vermeiden für jede fortschrittliche Gesellschaft, nur wohlhabende an höherer Bildung teilzuhaben. [...]

.



So eine Verschwendung von möglichen Talenten kann sich das überalterte Europa in Wahrheit überhaupt nicht leisten.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Triton » 12.07.2014, 17:45

Lia hat geschrieben:
Ich denke, mit Einschrännkungen kann man leben lernen, was nicht sein darf, ist dass Studenten mehr für den ganz normalen Lebensunterhalt jobben müssen als fürs Studium.

In anspruchsvollen Studiengängen hat man zu gar nichts nebenher Zeit, zumindest die meiste Zeit.
Lia hat geschrieben:
Die Messlatte für Bafög und weitere staatliche Förderung wie Wohngeld liegt immer noch viel zu hoch und ist- ohne Luxus zu gewähren, an der Lebenswirklichkeit vorbei. Allein daran könnte man schon viel ändern, um wesentlich bessere Chancenverteilung zu erreichen.

Als ich studierte, scheiterten viele Bafög-Wünsche an der Tatsache, dass bereits eine Lehre abgeschlossen wurde. Was normal ist an einer Uni mit hohen Zugangshürden, wo kaum ein Student den numerus clausus ohne Wartezeit erfüllte. Fand ich völlig verrückt. Bei Durchfallquoten von 70 Prozent und mehr ist es doch von Vorteil, wenn der Student eine Basis hat bzw. auch eine berufliche Praxis kennt.
Mir wurde am Bafög-Amt eröffnet, dass ich praktisch gar kein eigenes Vermögen haben durfte. Tolle Wurst, da wird man bestraft dafür, dass man sich Geld fürs Studium zurückgelegt hatte. Außerdem hätte ich eine wertlose, aber unverkäufliche Immobilie, die mir als kleines Kind eingeschrieben wurde, erst irgendwie verscherbeln müssen.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Lia » 12.07.2014, 16:19

Die Möglichkeit des Werkstudiums ist uralt, den Weg haben schon mein Vater und viele seiner späteren Ingenieurs-Kollegen beschritten,weil es keinen anderen gab. ( Jahrgänge zwischen 1914 und 1918)
Ich denke, mit Einschrännkungen kann man leben lernen, was nicht sein darf, ist dass Studenten mehr für den ganz normalen Lebensunterhalt jobben müssen als fürs Studium.
Die Messlatte für Bafög und weitere staatliche Förderung wie Wohngeld liegt immer noch viel zu hoch und ist- ohne Luxus zu gewähren, an der Lebenswirklichkeit vorbei. Allein daran könnte man schon viel ändern, um wesentlich bessere Chancenverteilung zu erreichen.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von dieter » 12.07.2014, 10:18

Lieber Marek,
erkläre bitte einmal, was ein Werkstudium ist :?: Habe davon schon gehört, kenne nur keinen in meiner Familie, der das gemacht hat. :wink:

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Marek1964 » 11.07.2014, 20:16

Unbedingt ist es zu vermeiden für jede fortschrittliche Gesellschaft, nur wohlhabende an höherer Bildung teilzuhaben. Wie auch immer, mit Stipendien, Wettbewerben, soll dem Talentierten der Weg offen bleiben.

Wobei ein Werkstudium die höchste aller Weihen ist, das ist unbestritten.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Orianne » 11.07.2014, 17:42

Ralph hat geschrieben:
Es gibt ja die Möglichkeit eines Dualen Studiums, in dem man im Betrieb seine erworbenen Fachkenntnisse anwendet. Das ist sehr beliebt und hat finanziell große Vorteile hinsichtlich eines reinen Universitätsstudiums.

Als Werkstuden(In)t? Ja, das wäre eine Lösung :)

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Balduin » 11.07.2014, 16:01

Es gibt ja die Möglichkeit eines Dualen Studiums, in dem man im Betrieb seine erworbenen Fachkenntnisse anwendet. Das ist sehr beliebt und hat finanziell große Vorteile hinsichtlich eines reinen Universitätsstudiums.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Orianne » 11.07.2014, 15:42

Lia hat geschrieben:
Verhältnisse aus Kleinstaaten kann man immer schlecht auch ein 80 Mio Volk anwenden, irgendwie klappt dort die Kontrolle besser und der Mißbrauch ist selten.

Einig mit Dir. Schließt aber nicht aus, dass "man" über Möglichkeiten nachdenkt und diskutiert, die ein so großes Land wie die BRD dann dennoch ergreifen könnte.

Es gibt auch in grossen Staaten wie der BRD sicher Möglichkeiten, die Banken, Versicherungen, Stahlwerke, Energiekonzerne, anstatt Autorennen zu bewerben würden diese Firmen besser in die Bildung investieren, das gilt auch für unsere Banken und Uhrenfirmen.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Lia » 11.07.2014, 15:05

Verhältnisse aus Kleinstaaten kann man immer schlecht auch ein 80 Mio Volk anwenden, irgendwie klappt dort die Kontrolle besser und der Mißbrauch ist selten.

Einig mit Dir. Schließt aber nicht aus, dass "man" über Möglichkeiten nachdenkt und diskutiert, die ein so großes Land wie die BRD dann dennoch ergreifen könnte.

Re: Studium nur für Reiche?

Beitrag von Triton » 11.07.2014, 13:28

Verhältnisse aus Kleinstaaten kann man immer schlecht auch ein 80 Mio Volk anwenden, irgendwie klappt dort die Kontrolle besser und der Mißbrauch ist selten. Aber dass in Deutschland ausgerechnet wegen Pensionären die Staats- und Länderhaushalte platzen, aber nie Geld für Bildung da war, sagt eigentlich alles über den Weitblick unserer Gesellschaft.
Die Selbstbedienungsmentalität ist in D eben weit verbreitet, leider. Und als erstes bedienen sich die, die beim Staat an den richtigen Stellen sitzen und Schüler und Studenten haben (fast) nichts zu sagen.