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2./3. Mai 1945: Besetzung Güstrows durch die Rote Armee

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Re: 2./3. Mai 1945: Besetzung Güstrows durch die Rote Armee

Beitrag von Feldwebel57 » 15.07.2020, 19:39

Ich erinnere hier an die kampflose Übergabe der Stadt Greifswald an die Rote Armee kurz vorher durch Oberst Petershagen .
Alles lief geregelt ab .
Anklam , Züssow und andere Städte mußten unter schweren Verlusten befreit werden , kurz vor Kriegsende . Das schaffte Wut auf sowjetischer  Seite .

2./3. Mai 1945: Besetzung Güstrows durch die Rote Armee

Beitrag von Barbarossa » 14.07.2020, 20:47

Über den Zweiten Weltkrieg gibt es schon sehr viele Publikationen. Doch es wäre ein Irrtum zu meinen, alle Ereignisse seien bereits aufgearbeitet.

So hat etwa die Stadt Güstrow (Mecklenburg) die Universität Rostock beauftragt, die sowjetische Besetzung Güstrows am Ende des Krieges näher zu beleuchten. Dabei stellte sich heraus, dass die angebliche „kampflose Übergabe“ der Stadt ein Mythos ist. Statt dessen handelte es sich um eine widerstandslose Besetzung.
Ein feiner Unterschied, der aber darin zu Ausdruck kam, dass die Rote Armee am 2. Mai gegen 17 Uhr damit begann, unter Artillieriebeschuss die Stadt zu besetzen, was auch zu mehreren Toten, jedoch nur zu wenigen Zerstörungen in der Stadt führte.

Zuvor soll angeblich am 1. Mai Wilhelm Beltz (1890–1961) – ein deutscher Hauptmann a.D. – zusammen mit einer ukrainischen Dolmetscherin und einer dritten Person in Plaaz mit den sowjetischen Truppen verhandelt haben. Aber offenbar misstrauten die Befehlshaber der sowjetischen Truppen Beltz, da er auch keinen Auftrag und kein Mandat für eine Übergabe der Stadt hatte.

Bereits in den frühen Morgenstunden des 3. Mai 1945 war die Stadt vollständig in der Hand der Roten Armee. Es kam dabei zu Plünderungen, Erschießungen, Vergewaltigungen und zur Räumung von etwa einem Drittel aller Häuser.
Nach erfolgter Besetzung kam es zu einer Suizidwelle unter den Einwohnern der Stadt – z. T. trafen sich ganze Hausgemeinschaften zum gemeinschaftlichen Suizid. Vom Abend des 2. Mai bis zum 9. Mai gab es 332 gesicherte Suizide – bis zum Jahresende noch weitere 43.

Diese und weitere Ereignisse bei der sowjetischen Besetzung Güstrows und danach sollen in einem Buch publiziert werden.
Die Stadt Güstrow hat für das Anfang 2018 gestartete Forschungsprojekt rund 63.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Quelle: https://www.welt.de/geschichte/zweiter- ... uizid.html