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Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

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Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Barbarossa » 21.07.2020, 19:08

Vorgestern vor 150 Jahren, am 19. Juli 1870 hat Napoleon III. von Frankreich an Preußen den Krieg erklärt. Er endete mit dem Sieg der vereinigten deutschen Truppen und der Gründung des Deutschen Kaiserreiches auf der einen Seite und der Absetzung und Gefangennahme Napoleons III., der Gründung der 3. Republik und der Abtretung von Elsaß-Lothringen an Deutschland.

Warum die deutschen Verantwortlichen meinten, das Kaiserreich gerade in Versailles - also eigentlich im Ausland - gründen zu müssen, verstehe ich bis heute nicht ganz. Für die Franzosen war ja gerade dieser Staatsakt auf ihrem Territorium eine besondere Demütigung und damit der Quell für den nächsten Krieg. Das hätte man wissen können.

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Feldwebel57 » 11.07.2020, 23:28

Beste Grüße auch vom Feldwebel 57 !

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Barbarossa » 11.07.2020, 22:20

Ich wünsche auch aufrichtig gute Besserung.
Das klingt ja richtig böse... :-(

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Marianne E. » 11.07.2020, 21:42

Hallo Ruaidhri,
ich wünsche Dir gute Besserung.
Mit lieben Grüßen
Marianne

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Ruaidhri » 11.07.2020, 21:33

Spät, aber doch.
Können kann ich,zumindest was den Kopf angeht, wollen auch. Nur dürfen darf ich nicht, länger am Schreibtisch sitzen. Geht auch nicht lange, ohne dass es mir schlechter geht.
Da ist orthopädisch- neurologisch einiges arg im Argen
Gut war das Verhältnis von Dänen und Deutschen während des Krieges nicht, das zur deutschen Minderheit, die dänische Staatsbürger sind, auch nicht.

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Feldwebel57 » 07.06.2020, 10:00

Kannst du Näheres zum Verhältnis Dänemark - Deutschland während des 2. WK schreiben ?

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Ruaidhri » 06.06.2020, 20:04

Über Wiedervereinigung mit Dänemark dürften eh nur seit mindestens 15 Jahren ansässige BürgerInnen entscheiden, ganz sicher keine aus dem deutschen Ausland. Ob die Dänen uns haben wollen, ist eine noch ganz andere Frage.

Man muss schon einiges über die Geschichte seitdem Mittelalter wissen, um zu halb ironische Bemerkung zu verstehen.
Barbarossa hat es schon im Ansatz erklärt.
Allerdings sind die Zusammenhänge so kompliziert,
dass mal kurz Wiki lesen nicht reicht.
Zudem gab es unterschiedliche Vorstellungen, wie der Herzogtümer Schleswig und Holstein, Schleswig-Holstein gab es nicht, sich zwischen
Dänemark und den Deutschen aufstellen sollten.
Annektierten Provinzen Preußens war so nicht vorgesehen.
Wenn ich nicht seit Anfang des Jahres zunehmend
k.o. gewesen wäre und seit April Schreibtischverbot hätte, das Jubiläumsjahr hätte hier schon gestanden. Inzwischen kann ich immerhin wieder
einigermaßen und in Maßen mal auf dem Smartphone tippen, für Recherche und sorgfältige Arbeit reicht es aber noch nicht.
Grund zum Feiern der Reichsgründung?
Nicht wirklich,so wie vieles vor sich ging.
Weder aus der Zeit heraus noch im Rückblick.

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Feldwebel57 » 31.05.2020, 18:50

Das klingt sehr verständlich , vergessen wir meinen sibirischen Beitrag .

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Barbarossa » 31.05.2020, 14:49

Der historische Hintergrund von Ruaidhris Bemerkung ist mir schon verständlich. Jahrhundertelang war Schleswig und auch Holstein Besitzung des Dänischen Königs. Das endete erst nach dem Preußisch-Dänischen Krieg 1864.
Ob die Bewohner damals lieber zu Dänemark statt zu Preußen gehört hätten, kann ich nicht einschätzen. Deutsche waren sie größtenteils allemal (außer ganz im Norden, da ging die damaige Annexion über die deutsch-dänische Sprachgenze hinaus)
Ich weiß aber sicher, dass ihnen 1920 die Unteilbarkeit Schleswig-Holsteins sehr wichtig war.

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Feldwebel57 » 31.05.2020, 14:26

Wenn wir dieses Wahlrecht hätten , könnten wir diese Vereinigung ablehnen , denn die ist unverständlich .
Warum nicht gleich eine Vereinigung mit Sibirien ? Die haben viele Bodenschätze und Reiseziele und wilde Bären .

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Barbarossa » 30.05.2020, 20:45

Wiedervereinigung mit Dänemark?
Ich lese doch wohl nicht recht?
:-)

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Ruaidhri » 30.05.2020, 18:18

Ganz sicher nicht der große Anlass zum Feiern.
Hat lange genug gedauert, die Folgen, und ich meine nicht nur die der Weltkriege,
zu verarbeiten.
Zentralregierung in Krisenzeiten?
Alle 16 einheitliche Regelungen?
Nur kein Widerspruch, kein Hinterfragen auch aus den eigenen Reihen?
In Berlin kann man schlicht nicht auf den Punkt genau wissen, was wo richtig ist, die hiesigen Politiker der Regierung in Kiel plus Stegner, der in allen Konferenzen, in denen weitreichende Entscheidungen getroffen wurden, dabei war, traf die Dinge besser als es Berlin je gekonnt hätte .
Föderalismus ist anstrengend, hat in der Krise seine Vorzüge und Nachteile gezeigt,
hier mehr Vorzüge.
Bundesländer abschaffen?
Wenn wir dann für die Wiedervereinigung mit Dänemark stimmen dürfen, gern.

Was soll ein "kulturelles Deutschland"
sein? Kann damit in Deinem Kontext nichts mit anfangen.

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Feldwebel57 » 16.05.2020, 21:01

Hier hat wohl jeder mit seinen Argumenten etwas Recht .
Die Kleinstaaterei wurde überwunden , was sich gut auf die Wirtschaft auswirkte .
Daß das Militär die Situation nutzte , liegt auf der Hand .
In Folge der Corona-Krise würde ich auch heute gern die Bundesländer abschaffen und eine Zentralregierung in Berlin sehen .
Vor allem , um klare und einheitliche Richtlinien zu bekommen .
Ja , Feiertag oder nicht ?!
Ich kann mich nicht entscheiden .

Re: Reichsgründung am 18.1.1871: Auch heute ein Tag zum feiern?

Beitrag von Neuernutzer » 16.05.2020, 14:33

Ich sehe die Reichseinigung durchaus als einen Tag zum feiern an. Er erfüllte den Wunsch von millionen Deutschen, etwas unmögliches wurde möglich. Damit erhielten wir unsere Identität. Es wurde ein fortschrittliches Land geschaffen, ein Land der Wissenschaft und Wirtschaft. Es hätte eine goldene Zukunft gehabt, doch durch die Tragödie des ersten Weltkriegs wurde es vernichtet bevor es wirklich gut war. Die Verträge von Versailles und Hitlers Wahnsinn haben die deutsche Identität beschmutzt. Ich fände es gut würden wir diesen Tag feiern, anstatt uns nur auf 12 Jahre Geschichte zu berufen. Ein kulturelleres Deutschland hätte was, heutzutage kommen viele Gruppen nur noch selten auf einen Nenner. Alle scheinen vergessen zu haben warum wir hier stehen. Gut, man muss mit der damaligen politischen Situation nicht einverstanden sein (nach heutigen Standards wäre ich es auch nicht) aber es hat die Lagen verbessert in der sich die Menschen befanden. Wir haben eine reiche und schöne Kultur, also schnappt euch ein Getränk und feiert sie wie es jedes andere Land auch tut.