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23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

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Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Ruaidhri » 07.11.2018, 15:05

"Das fand ich jetzt wirklich interessant, weil ich mir das selbst gar nicht vorstellen konnte. Aber durch Experimente an Mäusen konnte das eindeutig nachgewiesen werden."
Die Forschung bestätigte das allerdings auch schon für menschen, z.B. für die nachkommen der Überlebenden des Holocaust.
Ich müsste mal suchen, ich meine auf Spektrum.de wäre dazu vor längerer Zeit ein guter, wissenschaftrlich fundierter Artikel erschienen, der sich u.a. auch mit mit tief genetisch verankerten deutschen Ängsten beschäftigt.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 26.09.2018, 18:33

Übrigens hab ich gerade in einer Wissenschaftssendung gesehen, dass sich ein Trauma auch genetisch weiter vererben kann. Infolge eines Traumas wird im Hippocampus ein Genschalter aktiviert, der die Reaktionen des Individiums verändert. Dieser Genschalter kann über mehrere Generationen hinweg weiterverebt werden und lässt auch die Nachkommen in Stresssituationen traumabedingt reagieren, die das Traumaerlebnis selbst gar nicht hatten.
Das fand ich jetzt wirklich interessant, weil ich mir das selbst gar nicht vorstellen konnte. Aber durch Experimente an Mäusen konnte das eindeutig nachgewiesen werden.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 15.07.2018, 23:00

Wer weiß? :-)
Nein, ich meinte nur, dass sie bei den Franzosen im Gedächtnis geblieben ist.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 15.07.2018, 22:30

Barbarossa hat geschrieben:
Na ja, die Jungfrau von Orleans wurde immerhin postum zur Nationalheldin Frankreichs.


.

Und das hat dann bei den Engländern ein Trauma gegen Frauen an der Macht ausgelöst ?  :mrgreen:

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 14.07.2018, 15:59

Na ja, die Jungfrau von Orleans wurde immerhin postum zur Nationalheldin Frankreichs.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 14.07.2018, 14:27

Ruaidhri hat geschrieben:
Cherusker hat geschrieben:
Das ist Quatsch. Die "German Angst" ist eindeutig ein Phänomen, das erst in den letzten 30-40Jahren aufgetreten ist.

Nein, aber Du bist da sicherlich sehr viel versierter als eine ganze Reihe von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, die in den Folgen des Dreißigjährigen Krieges wieder viele Wurzeln für sogar gesamtdeutsche Befindlichkeiten sehen.

Das mag Deine Meinung sein, ich habe eine andere. Selbst Wissenschaftler haben nicht immer die Weisheit alles zu erklären.  :mrgreen: Wie hat sich denn der 100-jährige Krieg zwischen Frankreich und England auf die Psyche dieser beiden Nationen ausgewirkt ?  :crazy: :mrgreen:

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Ruaidhri » 24.06.2018, 19:31

Cherusker hat geschrieben:
Das ist Quatsch. Die "German Angst" ist eindeutig ein Phänomen, das erst in den letzten 30-40Jahren aufgetreten ist.

Nein, aber Du bist da sicherlich sehr viel versierter als eine ganze Reihe von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, die in den Folgen des Dreißigjährigen Krieges wieder viele Wurzeln für sogar gesamtdeutsche Befindlichkeiten sehen.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 20.06.2018, 16:32

Barbarossa hat geschrieben:
Aber gerade vom Dreißigjährigen Krieg - so erklärt es jedenfalls Christopher Clark - soll die sogenannte ,,German Angst'' herrühren. 

Das ist Quatsch. Die "German Angst" ist eindeutig ein Phänomen, das erst in den letzten 30-40Jahren aufgetreten ist. Stichwort: "Helikoptereltern", die ihre Kinder rundum behüten und ihnen alle Entscheidungen abnehmen. Genauso will jeder Deutsche alles versichert haben und die Geldanlagen sollten möglichst ohne Risiko sein, sodaß die Investition in Aktien nur sehr gering ist. Stattdessen wird auf Sparbücher usw. gesetzt. Ebenfalls soll der Staat alles kontrollieren und richten, aber wir haben eine sozial Marktwirtschaft. 
Heutzutage haben manche Deutsche Angst vor ihrem eigenen Schatten. Entscheidungen werden nicht getroffen, sondern in die Zukunft verschoben. 
Das hat rein gar nichts mit dem `30jährigen Krieg zu tun..... :wink:
 

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 19.06.2018, 12:15

Aber gerade vom Dreißigjährigen Krieg - so erklärt es jedenfalls Christopher Clark - soll die sogenannte ,,German Angst'' herrühren. 
Ich weiß nicht, ob es das Phänomen wirklich gibt und ob die Erklärung korrekt ist, die er gibt. Aber sollte es dieses kollektive Verhalten geben, wäre das ein Indiz für ein Trauma.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 19.06.2018, 09:09

Barbarossa hat geschrieben:
Der Untergang der Nibelungen - also des Burgunderreiches um Worms - wird darin als sehr traumatisch dargestellt bzw. wird stark beklagt. Insofern würde ich da schon widersprechen wollen.
Auch ist im Volksbewusstsein einiges aus dem 30-jährigen Krieg durchaus hängengeblieben und wurde über die Generationen immer weiter überliefert. Die Redewendung ,,ich kenne meine Pappenheimer'' stammt z. B. aus dieser Zeit.
;-)

Es war eine verlorene Schlacht gegen eine hunnische Abteilung. Solche Niederlagen hat es in der Antike und im Mittelalter häufig gegeben. Daraus ein Trauma zu machen, ist schon ziemlich weit hergeholt.  :wink: 
Es geht nicht um Redewendungen, sondern ob es ein traumatisches Ereignis war, das noch heute in der Bevölkerung herumspukt. Und da sage ich eindeutig NEIN !  

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 18.06.2018, 23:21

Der Untergang der Nibelungen - also des Burgunderreiches um Worms - wird darin als sehr traumatisch dargestellt bzw. wird stark beklagt. Insofern würde ich da schon widersprechen wollen.
Auch ist im Volksbewusstsein einiges aus dem 30-jährigen Krieg durchaus hängengeblieben und wurde über die Generationen immer weiter überliefert. Die Redewendung ,,ich kenne meine Pappenheimer'' stammt z. B. aus dieser Zeit.
;-)

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 18.06.2018, 23:02

Barbarossa hat geschrieben:
Aber Spaß bei Seite, dass historisch-traumatische (oder auch triumpfale) Ereignisse tatsächlich durch Erzählungen beinahe 1000 Jahre im Volksbewusstsein lebendig bleiben können, bis sie dann aufgeschrieben werden (natürlich in stark veränderter Form als Sage), dafür gibt es wohl gleich mehrere Beispiele, die mir da einfallen. Denk mal an die Hunnen und die Nibelungensage oder auch der Trojanische Krieg. In beiden Fällen sind jeweils 800 Jahre ins Land gegangen, bis es jemand aufgeschrieben hat.

Ich habe die Sagen in meiner Gegend mal zugrunde gelegt. Zwar gibt es angeblich Sagen, die bis in die Sachsenzeit zurückreichen, aber wann diese verfaßt wurden, ist höchst zweifelhaft. Auch ist der `30jährige Krieg nicht im Bewußtsein der Bevölkerung geblieben. Die ältesten Geschichten beziehen sich vielmehr auf die Zeit Napoleons, als Franzosen im Land stationiert waren und es zu diversen Meinungsverschiedenheiten kam. Über die Zeit wird am meisten berichtet. 
Die Nibelungensage besteht aus mehreren Sagen, die miteinander verbunden wurden. So wird mittelalterliches mit antikes Denken vermischt und daher kommen auch die Hunnen drin vor. Es handelt sich nicht um ein Trauma, sondern es wird von alten Heldentaten berichtet.  :wink:

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Barbarossa » 02.06.2018, 10:56

Vielleicht sind die Franzosen auch traumatisiert, weil Cäsar in seinem Gallischen Krieg Hunderttausende von Galliern sterben ließ.

Dieser Ansicht bin ich auf jeden Fall. Oder wie erklärst du dir sonst die Asterix-Comics? ;-)

Aber Spaß bei Seite, dass historisch-traumatische (oder auch triumpfale) Ereignisse tatsächlich durch Erzählungen beinahe 1000 Jahre im Volksbewusstsein lebendig bleiben können, bis sie dann aufgeschrieben werden (natürlich in stark veränderter Form als Sage), dafür gibt es wohl gleich mehrere Beispiele, die mir da einfallen. Denk mal an die Hunnen und die Nibelungensage oder auch der Trojanische Krieg. In beiden Fällen sind jeweils 800 Jahre ins Land gegangen, bis es jemand aufgeschrieben hat.

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Cherusker » 01.06.2018, 20:07

Ruaidhri hat geschrieben:
Cherusker hat geschrieben:
Wenn dieser Krieg nicht in den Geschichtsbüchern stehen würde, so könnte sich keiner daran erinnern.  :wink: Es sind 400 Jahre her.....

Auch ohne Geshichtsbücher  blieb der Krieg über Generationen durch mündiche Weitergabe wie Literatur im Gedächtnis der Menschen. Mal abgesehen davon weiß man, dass Ängste sich über Generationen auch im - oder gerade- im Kollektiv vererben.
Wenn Dir nicht klar ist, dass bis heute Auswirkungen dieses Krieges- oder dieser Kriege- ganz konkret feststellbar sind, versuch es mal  mit Geschichtsbuch lesen.

Du willst ernsthaft sagen, daß der `30jährige Krieg ein Trauma hinterlassen hat, das bis heute anhält ???  Welche Soziologen haben denn den Blödsinn verzapft.?   :crazy:
Der 1. und 2. Weltkrieg haben da ganz andere Auswirkungen auf das deutsche Volk gehabt.  

Re: 23.Mai 1618: Beginn es Dreißigjährigen Krieges

Beitrag von Ruaidhri » 01.06.2018, 18:32

Cherusker hat geschrieben:
Wenn dieser Krieg nicht in den Geschichtsbüchern stehen würde, so könnte sich keiner daran erinnern.  :wink: Es sind 400 Jahre her.....

Auch ohne Geshichtsbücher  blieb der Krieg über Generationen durch mündiche Weitergabe wie Literatur im Gedächtnis der Menschen. Mal abgesehen davon weiß man, dass Ängste sich über Generationen auch im - oder gerade- im Kollektiv vererben.
Wenn Dir nicht klar ist, dass bis heute Auswirkungen dieses Krieges- oder dieser Kriege- ganz konkret feststellbar sind, versuch es mal  mit Geschichtsbuch lesen.