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Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

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Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Paul » 06.03.2018, 16:01

wagenknechthein hat geschrieben:
Dass immer noch Soli verlangt wird, ist schon etwas bloed. Aber irgendwie muessen ja die Schulden bezahlt werden.

Grundsätzlich war es falsch das Steuersystem komplizierter zu machen. Der Soli sollte letztlich als Sondersteuer abgeschafft werden, um das Steuersystem zu vereinfachen. Werden Steuereinnahmen benötigt, kann man vorhandene Steuern erhöhen o. Ausgaben kürzen. Aber man hat ja beschlossen auszusteigen.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von wagenknechthein » 06.03.2018, 15:49

Dass immer noch Soli verlangt wird, ist schon etwas bloed. Aber irgendwie muessen ja die Schulden bezahlt werden.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von DasKarlchen » 21.09.2014, 12:49

Also ich war lange nicht mehr im Osten. Aber auch vor ein paar Jahren war das schon krass, wenn man den Verfall in den kleinen Ortschaften beobachtet hat. Das galt damals aber auch noch für die Städte. In Leipzig wurde einem damals ja Wohnraum förmlich nachgeworfen. Das ist heute wohl nicht mehr ganz so krass, aber anscheinend immer noch günstig im Vergleich zu anderen Großstädten wie Berlin. Habe echt überlegt dafür einen Kredit aufzunehmen um da zu investieren. Ist nur die Frage ob sich das (noch) lohnt.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von dieter » 11.09.2014, 10:47

Orianne hat geschrieben:
Schlimm daran ist, dass viele Städte ihre Infrastruktur an China verkaufen müssen, und dann Miete zahlen müssen, das gibt es auch bei uns.

Liebe Orianne,
schlimm, sehr schlimm. :evil: :twisted:

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Marga » 11.09.2014, 06:29

Die Asylanten-Welle in Deutschland reißt nicht ab. Man könnte z. Bspl. in diesen besagten Regionen in den neuen Bundesländern Unterkünfte schaffen, bestehende und leerstehende Gebäude dementsprechend umbauen/ergänzen ....

Seitens eines Politikers (CDU) war auch im Gespräch, daß Privat-Haushalte mit entsprechendem Wohnraum Asylanten aufnehmen sollten/müßten usw. ...., eine bodenlose Unverschämtheit!!!

Der alleinige "Freiraum" des Obersten der Bundesanstalt für Arbeit in Nbg. hat so gewaltige Ausmaße, daß hierin ein paar Dutzend Asylanten ihre Heimstatt mit allen erdenklichen Vorzügen finden würden - eine Wohlfüloase für Jedermann!
In D sind genügend Behördenvorsteher mit zugewiesenen Räumlichkeiten und entsprechenden Ausstattungen bedacht, wo ein "Normalbürger" nur mit dem Kopf schüttelt.

Nicht Wenige haben Zweit- Drittwohnungen, die oft dem Leerstand zuzuordnen sind. Auch hier wäre anzusetzen.

Erst einmal in den eigenen Reihen den Rotstift ansetzen, bevor der "dumme" und träge Bürger in die "Pflicht" genommen wird.

In der Zeitung gelesen, daß in Fürth ein leerstehendes Möbelhaus 300 Asylanten aufnehmen wird, was schlichtweg nicht stimmt. Es handelt sich vorerst um 500! Asylanten, weitere werden folgen.
Zufällig kenne ich dieses besagte Möbelhaus und auch deren Architektur. Ein immenser Kostenaufwand wird zu stemmen sein, um den behördlichen Bestimmungen gerecht zu werden usw.; vorerst wird erst einmal der Bodenbelag erneuert!!! - unfaßbar und ohne Worte!!!

Ein Volk hätte es in der Hand. Warum nicht gegen diesen bodenlosen Nonsens, wo Steuergelder regelrecht an die Wand geworfen werden, auf die Straße gehen -

Ein Fall für den Bundesrechnungshof, der so sinnlos ist wie ein Kropf! Jahr für Jahr wird von dieser Behörde die Verschwendungssucht der Regierungen.... vorgerechnet. Den Verursachern läßt das kalt, lachen nur dumm darüber, haben ja eh nichts zu befürchten. Also ist wieder einmal der Steuerzahler der Gelackmeierte ....

Ein einfacher Bürger würde schon längst einfahren und ein heimisches Zimmer von 9m² sein eigen nennen dürfen.

In Italien, Frankreich wird wegen jedem F... gestreikt, warum nicht in D?

Marga

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Renegat » 10.09.2014, 22:37

Barbarossa hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
...
Nein, ich meinte eher Kleinstädte und Dörfer in abgelegenen Regionen. Was passiert mit denen, wenn sie sich für Tourismus nicht eignen? In wenigen Jahren leben da nur noch alte Leute, ohne Auto ist man abgeschnitten. Kein Supermarkt, keine Apotheke, keine Ärzte.
Lias Idee mit den Armen ist ja nicht schlecht, nur was sollen die da machen/arbeiten? Selbstversorgung auf dem Lande a lá Seymour? Das Land hat nur leider schon der Mais besetzt.

Die Frage kann ich auch nicht beantworten. Aber in Dörfern gibt es ja meist Eigentumshäuser und so. Das heißt, das sind ja auch Werte. Wer das dann erbt, wird schon wissen, was er damit macht.

Was soll der Erbe schon machen?
Entweder selbst einziehen und die gleichen Probleme haben wie die Eltern oder rumstehen lassen bis zum Verfall. Solche Häuser habe ich etliche gesehen auf der Reise und das war nicht im Osten.
Verkaufen ist schwierig, die Preise sind lächerlich und meist besteht ein immenser Sanierungsstau.
Vielleicht wäre es einfacher, wenn sich da irgendwelche Bodenschätze fänden. :?:

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Barbarossa » 10.09.2014, 22:25

Renegat hat geschrieben:
...
Nein, ich meinte eher Kleinstädte und Dörfer in abgelegenen Regionen. Was passiert mit denen, wenn sie sich für Tourismus nicht eignen? In wenigen Jahren leben da nur noch alte Leute, ohne Auto ist man abgeschnitten. Kein Supermarkt, keine Apotheke, keine Ärzte.
Lias Idee mit den Armen ist ja nicht schlecht, nur was sollen die da machen/arbeiten? Selbstversorgung auf dem Lande a lá Seymour? Das Land hat nur leider schon der Mais besetzt.

Die Frage kann ich auch nicht beantworten. Aber in Dörfern gibt es ja meist Eigentumshäuser und so. Das heißt, das sind ja auch Werte. Wer das dann erbt, wird schon wissen, was er damit macht.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Renegat » 10.09.2014, 22:16

Orianne hat geschrieben:
Darüber habe ich heute Abend einen Beitrag über Dessau gelesen, die haben ihre neue Stadtplanung ganz clever über die Bühne gebracht.


Dessau hat das Bauhaus und den Wörlitzer Park, zumindest Tagestouristen kann man damit locken. Außerdem ist es nicht ganz klein, http://de.wikipedia.org/wiki/Dessau#Ein ... ntwicklung
Solche Städte verfügen über die ganze Infrastrukturpalette von Arzt über Schulen bis Zahnarzt. Die können sich noch ´ne Weile halten.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Orianne » 10.09.2014, 21:14

Darüber habe ich heute Abend einen Beitrag über Dessau gelesen, die haben ihre neue Stadtplanung ganz clever über die Bühne gebracht.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Renegat » 10.09.2014, 20:15

Barbarossa hat geschrieben:
Renegat: Wie das mit dem Rückbau in von Abwanderung betroffener Städte funktioniert, zeigt doch der Osten gerade. Die Plattenbauten werden abgerissen und Rasen oder sowas gepflanzt.


Ja, an den Rückbau von Plattenbauhochhäusern hatte ich auch gedacht. Dafür kriegen Immobilienfirmen sogar Fördermittel. Wird nicht nur im Osten gemacht, die Betonhochhausburgen der 70-er sind in vielen Großstädten Problemquartiere. Wo es geht und man den Wohnraum nicht braucht, sind die teilweise schon komplett abgerissen worden. Sanierte Plattenbauten können ganz gut aussehen und in Städten wie Dresden und Leipzig wird man auf den Wohnraum gar nicht verzichten können.
Nein, ich meinte eher Kleinstädte und Dörfer in abgelegenen Regionen. Was passiert mit denen, wenn sie sich für Tourismus nicht eignen? In wenigen Jahren leben da nur noch alte Leute, ohne Auto ist man abgeschnitten. Kein Supermarkt, keine Apotheke, keine Ärzte.
Lias Idee mit den Armen ist ja nicht schlecht, nur was sollen die da machen/arbeiten? Selbstversorgung auf dem Lande a lá Seymour? Das Land hat nur leider schon der Mais besetzt.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Barbarossa » 10.09.2014, 16:50

Spartaner hat geschrieben:
ich war schon immer für Die Erhaltung der Kopfsteinstrassen im Osten. :wink:

Ich nicht so. Ist doch ziemlich ätzend, mit dem Auto da drüber zu fahren und das Auto selbst leidet auch sehr stark darunter.

Renegat: Wie das mit dem Rückbau in von Abwanderung betroffener Städte funktioniert, zeigt doch der Osten gerade. Die Plattenbauten werden abgerissen und Rasen oder sowas gepflanzt.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Spartaner » 10.09.2014, 15:06

dieter hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Finanzminister Wolfgang Schäuble plant offenbar, den Solidaritätszuschlag für 2019 abzuschaffen und durch andere Steuern auf Einkommen zu ersetzen. Hintergrund ist Abschluss des "Aufbau Ost"-Programms, nach dem die weitere Erhebung des Soli verfassungswidrig werden könnte. Das Land Brandenburg hat gegen dieses Vorhaben bereits protestiert.
Artikel lesen: >> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/b ... -1.2122156

Lieber Barbarossa,
schau dir unsere Straßen im Westen an, dass wirst Du sehen wer den Soli braucht. :wink:

Lieber Dieter,
ich war schon immer für Die Erhaltung der Kopfsteinstrassen im Osten. :wink:

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Lia » 10.09.2014, 14:06

@ Renegat:
Ich bezog mich jetzt auf die ganz ganz dringenden Großprojekte in S-H, die nicht nur der Region allein zugute kommen werden. Dass der Bund da gerade mal wieder kurzsichtig ist, weil vordergründig Geld gespart wird, ist typisch.
Was soll aus solchen Regionen werden? Nach dem 30-jähr. Krieg sind viele Orte wüst gefallen. Wie geht sowas heute?

Entweder entdecken die wenigen verbliebenen Reichen und Schönen diese Regionen- oder irgendwann wird die Armut dorthin abgeschoben.

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Renegat » 10.09.2014, 13:35

Lia hat geschrieben:
- wobei kluge Investitionen in bestehende und notwendige Infrastruktur schon wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Besserung beitragen können.

Können, wenn sie klug sind und den langfristigen Aspekt beachten. Bei der bestehenden Infrastruktur muß man schon sehr genau prüfen, ob man die in 20 Jahren wirklich noch braucht. Komme gerade von einer Reise in abgelegene Regionen zurück. Dieses Nebeneinander von Fördermittelsanierungen und privatem Verfall, Orte ohne Nahversorger, einsamste Nebenstraßen, Streuobstalleen, deren Äpfel und Birnen schon lange keine mehr aufhebt. Preise für Immobilien, da bekäme man in Großstädten noch nicht mal eine 1-Zi-Butze und trotzdem kauft die keiner. Was soll aus solchen Regionen werden? Nach dem 30-jähr. Krieg sind viele Orte wüst gefallen. Wie geht sowas heute?

Re: Ist die Erhebung des "Soli" noch berechtigt?

Beitrag von Lia » 10.09.2014, 13:19

Eine nicht zweckgebundene Steuer nach dem Soli -Ost verschwindet erst recht im Nirwana, und allmählich ist es wirklich an der Zeit, den Westen neu aufzubauen.
Zweckgebundener Soli 2, der nicht nur dem Osten zugute kommt: Ja. Den brauchen nicht nur die Sädte im Ruhgebiet dringend, sondern auch andere Regionen in den alten Bundesländern.
Allein zum Stopfen von Haushaltslöchern: Nein. Zweckgebunden und nicht mehr ( nur) für den Osten: Ja.
Hauptthema ist hier inzwischen die Verkehrs-Infra-Struktur, und von der Misere sind ja eben nicht nur die Autofahrer, sondern die gesamte Wirtschaft in der Region betroffen.
Wobei Geldbeträge allein nicht helfen, wenn Berliner Kurzsichtigkeit, endlos lange Planungszeiten, der EU-Ausschreibungsmoloch und Einzel- und/ oder Lobby-Interessen jeden Fortschritt blockieren.
Aber ach ja, um diesen Teil der Infra-Struktur zu erneuern, sollen wir ja auch noch PKW-Maut zahlen.
Renegat hat geschrieben:
Aber einfach nur mit der Gießkanne bestehende Infrastruktur modernisieren oder das x-te Schlößchen zum Museum oder Tagungszentrum ausbauen, kann es auch nicht sein.
Eine öffentliche Diskussion über echten, bewohnerorientierten Bedarf in strukturschwachen Gebieten und ggf. auch der Mut zum Rückbau ist mE überfällig.

Das sehe ich auch so- wobei kluge Investitionen in bestehende und notwendige Infrastruktur schon wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Besserung beitragen können. Die A 7 und Nord-Ostsee-Kanal lassen als nördliche Beispiele im Westen grüßen.