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Armenien/Bergkarabach

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Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: Armenien/Bergkarabach

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 23.04.2018, 22:43

Der langjährige Präsident Armeniens wollte Putin u. Erdogan bei der Machtübernahme immitieren und nicht abtreten. Landesweite Proteste konnten ihn stoppen und zum Rücktritt zwingen. Hoffentlich wird Russland Armenien weiter gegen die Türkei unterstützen. Afrin wurde ja durch Putin fallen gelassen und an die Türkei verraten/verkauft. Auf die USA kann man sich ja auch nicht mehr verlassen.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Barbarossa » 18.04.2016, 00:13

Ich habe die Kritik auch an TV Berlin per Facebook weitergeleitet und es gab auch eine Antwort: https://m.facebook.com/story.php?story_ ... 0744101067

Das finde ich nun wieder gut.

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Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Barbarossa » 17.04.2016, 02:09

Paul hat geschrieben:
Am Samstag gab es eine aserbeidschanische Offensive gegen Bergkarabach...

Und übrigens behauptete der Botschafter, Armenien hätte angegriffen.
Das ist mir jetzt gerade beim Nachlesen der letzten Beiträge auch noch aufgefallen.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Barbarossa » 17.04.2016, 01:14

Am Abend kam ein Interview mit dem Botschafter von Aserbaidschan auf TV Berlin. Ich fand es sehr einseitig. Es gab keine klare Antwort, wie der Konflikt um Bergkarabach entstand (nämlich mit Progromen an Armeniern in Aserbaidschan) und es wurde von Seiten des Moderators auch nicht erwähnt, dass Aserbaidschan autoritär regiert wird.
Schlagen sich unsere Medien jetzt völlig auf die Seite der Türkei und seiner Verbündeten?

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Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 03.04.2016, 20:19

Die Nachrichten geben den Konflickt um Bergkarabach nicht korrekt wieder. Armenien hatte in dem Unabhängigkeitskrieg auch das Gebiet zwischen Bergkarabach und Armenien befreit. Dort leben überwiegend kurdische Eziden. Auch die Eziden möchten bei Armenien bleiben. Armenier und Eziden waren regelmäßig Opfer türkischer/Aserbeidschanischer Massenmorde und Massaker. Es ist überlebenswichtig bei Armenien zu bleiben. Zum Glück nimmt Russland seine Rolle als Schutzmacht ernst. Auf die internationale Gemeinschaft ist kein Verlaß. Sie hat weltweit fast alle Massenmorde zugelassen. Das war nicht nur beim großen Massenmord an den Armeniern so, sondern auch in Ruanda....Nur die Tutsis selbst haben den Völkermord gestoppt. Auch in Shingal hat die PKK den Massenmord gestoppt. Die US Luftwaffe hat der PKK/YPG dann geholfen.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 03.04.2016, 02:39

Am Samstag gab es eine aserbeidschanische Offensive gegen Bergkarabach. Die Offensive konnte zurückgeschlagen werden. Es gab viele Tote. Hinter Aserbeidschan steht die Türkei, Russkand versteht sich als Schutzmacht Armeniens, benüht sich aber um gute Beziehungen zu Aserbeidschan und versucht den Konflickt zu deeskalieren.

http://www.tagesschau.de/ausland/aserbaidschan-119.html

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 20.12.2015, 06:30

Der Konflickt um Bergkarabach eskaliert wieder und das mit dem Hintergrund der russisch-türkischen Spannungen. Jetzt ist wieder ein ezidisch armenischer Soldat gestorben. Die Eziden sind in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion gut integriert. Sie wollen ebensowenig wie die Armenier unter türkische Herrschaft geraten, wo sie nichts Gutes erwartet.

http://ezidipress.com/blog/karabach-kon ... -gefallen/

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von dieter » 31.12.2014, 10:18

Lieber Paul,
es wehren sich alle Länder, in deren Gebiet es Minderheiten gibt, Du wirst kein Land finden, dass freiwillig auf einen Teil seines Gebietes verzichtet. :roll:

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 30.12.2014, 16:41

dieter hat geschrieben:
Lieber Paul,
wenn Du damit anfängst die Grenzen in Europa nach ethnischen Gesichtspunkten zu ändern, dann kommst Du aus Kriegen nicht mehr raus. Es leben auch viele Russen in Estland, Lettland und Litauen.
In Oberschlesien gibt es noch Deutsche.
Um mit Deutschland weiterzugehen, In Nordschleswig leben Deutsche, genauso in Eupen-Malmedy, auch die Elsässer sprechen noch teilweise deutsch, Genauso wie die Deutsch-Schweizer und Österreicher und Südtiroler. :wink: :mrgreen: (Vorsicht, Ironie)
Ich schlage vor, um kein Kuddelmuddel zu bekommen, wir lassen die Aufteilung der Grenzen in Europa so wie sie sind. Wir kämen aus den Konflikten sonst nicht mehr raus und es müßte ständig Krieg geben. :roll:


Das kannst du dir wünschen, aber gerade dadurch entsteht ja auch oft Krieg, weil Bevölkerungen sich ihre Rechte erkämpfen müssen. Wenn überall demokratisch abgestimmt würde und Minderheitenschutz garantiert wäre, gäbe es auch keinen Krieg.
In einigen der aufgezählten Ländern gibt es eine Autonomie. Echte Minderheiten, die keine regionale Mehrheit bilden, können in ihren Wohnregionen gar keine Mehrheiten erringen, um demokratisch eine Grenzänderung oder die Selbständigkeit verlangen zu können. Sie können nur Minderheitenschutz verlangen, was ja leider auch oft verweigert wird, um die Zwangsassimilation zu sichern. Die oft und auch noch in den letzten Jahren vom Tod bedrohten Armenier sind sicherlich in einer größeren Existenzbedrohten Situation gewesen, als andere Minderheiten bzw. regionale Mehrheiten. Man muß sich doch fragen, warum sich Europa und die Uno nicht stärker bemühen diese Konflickte friedlich zu lösen z.B. das Volksabstimmungen über die Zukunft einer Region abgehalten werden. Am meisten wehren sich wohl Großmächte mit eignen Minderheiten gegen solche Demokratischen Lösungen.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Aneri » 30.12.2014, 16:19

Gontscharow hat geschrieben:
Daher ja meine Vermutung daß die Sitte, sich an Silvester Geschenke zu überreichen aus der
Sowjetzeit stammt. Würde zu den Kommunisten passen. Verdrängung der Religion und gleich
"ein Abwasch" Silvester und Geschenke zusammen.
Müßte man mal recherchieren ich habe jetzt keine Zeit dazu.


Und die Schilderungen s. z. aus erster Hand reichen dir nicht?! :shock:

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von dieter » 30.12.2014, 14:31

Paul hat geschrieben:
Also ich weis nichts von einem Übereinkommen, das Menschen ihr Selbsbestimmungsrecht nur in allgemeiner Übereinstimmung ausüben dürfen.

Lieber Paul,
wenn Du damit anfängst die Grenzen in Europa nach ethnischen Gesichtspunkten zu ändern, dann kommst Du aus Kriegen nicht mehr raus. Es leben auch viele Russen in Estland, Lettland und Litauen.
In Oberschlesien gibt es noch Deutsche.
Um mit Deutschland weiterzugehen, In Nordschleswig leben Deutsche, genauso in Eupen-Malmedy, auch die Elsässer sprechen noch teilweise deutsch, Genauso wie die Deutsch-Schweizer und Österreicher und Südtiroler. :wink: :mrgreen: (Vorsicht, Ironie)
Ich schlage vor, um kein Kuddelmuddel zu bekommen, wir lassen die Aufteilung der Grenzen in Europa so wie sie sind. Wir kämen aus den Konflikten sonst nicht mehr raus und es müßte ständig Krieg geben. :roll:

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Gontscharow » 30.12.2014, 14:19

Also ANeri , "Rußland" gab es auch schon vor 1917 und daher ist deine Aussage
"In Rußland gab es keine Weihnachten" schon sehr pauschal.
Du beziehst dich auf die Sowjetzeit, in der die Religion mitsamt ihren Festen in der Tat unterdrückt wurde.
Daher ja meine Vermutung daß die Sitte, sich an Silvester Geschenke zu überreichen aus der
Sowjetzeit stammt. Würde zu den Kommunisten passen. Verdrängung der Religion und gleich
"ein Abwasch" Silvester und Geschenke zusammen.
Müßte man mal recherchieren ich habe jetzt keine Zeit dazu.

PS - Mir ist noch eingefallen daß meine Großmutter ( Jahrgang 1909 ) mir aus ihrer Kindheit erzählt hatte,
daß im vorrevolutionären Rußland das Osterfest einen höheren Stellenwert hatte als Weihnachten ...
Was ja auch logisch ist, mit Ostern feiert man doch - ungeachtet der christlichen Überformung - das
Ende des Winters und den Beginn dess Frühjahrs.Wer den russsichen Winter kennt, glaubt sofort,
daß das für die Menschen ein Grund zum Feiern war, besonders früher ohne Zentralheizung und anderem
heutigen Komfort gegen einen strengen Winter.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Aneri » 30.12.2014, 14:04

Gontscharow hat geschrieben:
Mit den Traditionen ist es so eine Sache. Z.B. gab es in Rußland traditionell die Geschenke am besagten 7.1., aber ich kenne es nur so, daß man sich zu Silvester etwas schenkt. Ich glaube, daß wurde zur
Sowjetzeit so eingeführt ( ? ), sicher bin ich mir aber nicht. De facto gibt es, was die Geschenke angeht,
jetzt mehrere Richtungen : diejenigen, die den westlichen Kalender, also des 25.12. übernehmen,
diejeningen die weiter am 31.12. schenken und diejenigen, die zur Tradition des 7.Januar zurückgekehrt sind.


Hm-m in Russland gab es keine Weihnachten. Weihnachten bedeuten Geburt Christus, es ist ein religiöses Feiertag. Daher von Kommunisten, die eigen Ideologie zur Religio erhoben haben, war nicht geduldet. Ich erinnere noch, dass wir - in Litauen - noch als Kinder hingewiesen wurden nicht über Heiligabend zu erzählen. Weihnachten haben wir nicht gefeiert. Daher ich persönlich habe keine emotionale Verbindung zu Weihnachten. Zum Heiligabend - schon. Da hier in evangelischen Raum es nicht die gleiche Tradition hat, blieb bei mir eine Nostalgie für diesen Fest. Wie übrigens für das Silvester, das für uns etwas wie Weihnachten und Karnevalzeit zusammen war.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Paul » 29.12.2014, 18:57

Also ich weis nichts von einem Übereinkommen, das Menschen ihr Selbsbestimmungsrecht nur in allgemeiner Übereinstimmung ausüben dürfen. Diesen Fall gibt es ja fast gar nicht. Die Slowaken hatten Glück, das die Tschechen den Slowaken die Loslösung erlaubten. Die Westmächte haben überwiegend die Loslösung des Kosovo von Serbien erlaubt. Das verweigern für Bergkarabach sieht nach Willkür aus.
Letztlich setzt sich leider der Stärkere durch. Im Falle Kurdistans gibt es fast nur noch die Regierungen der 4 Staaten auf denen das kurdische Territorium liegt, welche die Selbständigkeit verweigern wollen. Gut die Türkei wird noch von vielen "Bündnispartnern" unterstützt. Syrien und der Irak werden sich nicht effektiv wehren können bzw. es droht ein Grenzkrieg.
Letztlich ist es die Frage, ob man die Parteien den Konflickt militärisch austragen läßt z.B. als Dauerkonflickt o. ob eine Vermittlung möglich ist. Ich wüßte aber nicht, wo Vermittlungsspielraum ist. Armenien hat ja gar kein Gebiet mit Aserbeidschanischer Bevölkerung besetzt. Die eroberten Aserbeidschanisch besiedelten Gebiete haben sie ja sehr schnell verlassen. Im Kosovo ist es sogar so, das die Alliierten den Albanern unverständlicherweise sogar erlauben die mehrheitlich serbische Region Mitrovica zu beanspruchen.

Re: Armenien/Bergkarabach

Beitrag von Aneri » 29.12.2014, 18:28

Ja, es kann man Parallelen entdecken mit Krim, wobei dort doch noch kein Blut geflossen ist :wink:

Parallele für mich in Hinsicht der emotionalen Verbindung mit einem Gebiet, der irgendwann willkürlich zu irgendetwas anderem zugeordnet war. Da vorher war es EIN Staat SU, dann war das noch kein Problem. Begannen sich nationale Bewegungen zu bilden, dann wurde es zum Problem. Ich weis es nicht in Detail, aber Karabach war damals und scheint auch 25 Jahren später das zentrales Thema für Armenier zu sein, es ist sehr stark mit ihre Geschichte verankert.

Mir als Außenseiter schien es übertrieben zu sein, da ich viele Probleme intern sah, die man lösen müssten. Meine armenische Freunde sahen es anders. Ich denke ein oder anderer hat schon ihres Leben verloren in dem Kampf, aber sie waren dafür fest entschlossen.

Ich sehe keine Lösung für solche Fälle. Ein Appel an Vernunft hilft nicht viel, wenn man in seinem Stolz verletzt wird, wenn man Sehensüchte mit einem Ort verbindet. Es sind Gefühle. Sie steuern den Verstand, nicht umgekehrt. Wann man seine Ansprüche an einem Gebiet machen kann, wenn nicht in einem zerfallendem Staat, der SU zu der zeit war? Wenn nicht jetzt, dann wann?

Mit Krim war doch eben Gegenfall. Vielleicht weil Beziehungen zu Ukraine damals eher freundschaftlicher war und geglaubt an die Idee der Dreier-Brüder-des slawischen Volkes. So dass man Krim verstand so z. s. unter sich zu haben. Zeigte Ukraine die Rücken, dann Verlust des Ehrensgebietes lies die Emotionen hochtreiben. Wobei hier die Vernunft (also die Bedeutung des Krims als strategischen Punktes) müsste nicht weniger schwer liegen. Wobei, wenn man überlegt, die historische Bedeutung des Krims, der mit russischen Emotionen einhergeht, schon damals war in seiner strategischen Lage für Russland.