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Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 24.09.2020, 09:43

Barbarossa hat geschrieben:
Sprengstoffanschläge und Schießereien in Schweden?
Hätte man davon nicht in den Nachrichten hören müssen?
Habe ich aber nicht...

Tja, ARD und ZDF haben sich da sehr zurückgehalten. :mrgreen: Aber es wurde vereinzelt und sehr zurückhaltend im Internet und in Zeitungen berichtet, aber seit 2019 gibt es vermehrt Infos in folgenden Medien:  
t-online, WELT, Handelsblatt, Spiegel (vielleicht noch von Relotius? :mrgreen:), Stuttgarter Nachrichten und selbst vom DLF (meinem geliebten "Deutschlinksfunk"). Die haben es aber immer als "Banden- bzw. Gang-Kriminalität" betitelt. Man muß ja schließlich politisch korrekt sein und Schweden ohne Migrationshintergrund machen sowas vielleicht auch ?  :wink: :roll:

Nachdem sich jetzt aber ABBA-Star Björn Ulvaeus über die Clan-Kriminalität in Schweden aufgeregt hat, ist es halt auch mal wieder in die Medien gerückt. :wink:
P.S.
Auch im Streitfall zwischen Bushido vs Arafat wurde vorher schon zu deutschen Clan-Verbindungen nach Schweden berichtet. Schließlich hat Schweden seit Olaf Palme sich dem Multi-Kulti gewidmet. In den `60er Jahren haben sich die Schweden noch über die USA lustig gemacht, weil es dort Unruhen verschiedener Ethnien gab. Jetzt haben sie das Problem hausgemacht selbst bekommen..... :mrgreen:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Barbarossa » 23.09.2020, 20:44

Sprengstoffanschläge und Schießereien in Schweden?
Hätte man davon nicht in den Nachrichten hören müssen?
Habe ich aber nicht...

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Feldwebel57 » 23.09.2020, 20:37

Danke für diese Zeilen .

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 23.09.2020, 20:14

So wie ich das aus den Medien entnommen habe, will Schweden keine nennenswerte Zahl an Flüchtlingen mehr aufnehmen. :eh: In der letzten Zeit hat die Clan-Kriminalität in Schweden Überhand genommen und Sprengstoffanschläge und Schießereien haben drastisch zugenommen. Ein Schwede sagte, nach Afghanistan gäbe es hier die meisten Sprengstoffanschläge. :mrgreen: Weil Schweden immer alles politisch korrekt ausdrückt, wurde bisher immer nur von "Bandenkriminalität" gesprochen, aber es sind die üblichen Clans, die auch Beziehungen in andere europäische Staaten (Deutschland, Belgien, Frankreich,...)  haben und deren Angehörige mit Migrationshintergrund schon in Schweden geboren wurden, aber sich nicht integriert haben. :evil: Es gibt dort in den Städten schon eine Parallelgesellschaft. Schwedische Verhältnisse haben wir noch nicht, aber je mehr Muslime ins Land kommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Integration in unsere westliche Gesellschaft. Kürzlich hörte ich eine Politikerin im Radio sprechen, die sich auch muslimische Städte in Deutschland vorstellen könnte !!! :shock: Was sie da wohl gemeint hat ? :wink:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Feldwebel57 » 23.09.2020, 19:37

Halte uns mit deinem Bauchgefühl auf dem Laufenden .
Cheruskers Worte machen mich sehr bedrückt . 
Versagt hier wirklich die EU ?

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Ruaidhri » 23.09.2020, 16:47

Ich denke, es gibt schon einen gewaltigen Unterschied zwischen der Mehrheit der Flüchtlinge aus den Jahren 2014/ 15/16.
Die waren einerseits ein bisschen naiv, aber mehrheitlich guten Willens, hier anzukommen.
Syrer, Iraker, Afghanen, Jemeniten, Iraner..
Ging ganz gut, Eriträer konnten bisweilen Nerven und sich ewig ungerecht behandelt fühlen.
Irgendwann kam dann ein anderes Klientel, oder mehrheitlich anders, solche, diedem Lockruf des Goldes folgten. Und nun bitter
enttäuscht sind, dass es nicht so einfach ist, hier Fuß zu fassen.
Es gibt sie, die tatsächlich Schutzbedürftigen, mein Bauchgefühl und meine Ex- Kolleginnen sagen mir aber, dass es ein anderes Klima ist als in den ersten Jahren.
Man tut gut daran, sich neue Wege zu überlegen, auch bei der Abschiebung.
Da sucht man sich eh leichte Fälle aus, solche, die hier eigentlich bleiben sollten.
Es nicht einfachsl für Europa, das sich noch einen Rest an Moral bewahrt hat, wenn aber Frankreich, Schweden, Dänemark, Holland etc. sagen, nun reicht es, zumindest wie bislang gehandhabt, sollte das auch auch Deutschen zu denken geben.
Hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, ist nur die Erfahrung, wie lange und wie schwierig Integration auch für sehr darum Bemühte ist.

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 23.09.2020, 13:31

Übrigens Polen hat schon einmal 1000 christliche Syrer aufgenommen. Weil es in Polen aber ein "schwaches" Sozialsystem gibt, bekommen Flüchtlinge monatlich nur 80€. Folge war, daß die alle nach Deutschland abgehauen sind. :shock: Soll man sie jetzt in Polen einsperrren damit sie dableiben ? :wink: Ebenfalls hatte Portugal mal eine Anfrage für die Aufnahme von Flüchtlingen gestellt, aber keiner wollte dort hin. :mrgreen: Die Möglichkeit wurde nicht genutzt.
Bisher haben sich die meisten Flüchtlinge die Staaten mit einem attraktiven Sozialsystem ausgesucht, z.B. Deutschland, Schweden. Daher werden sich die anderen EU-Staaten auch nicht an einer einheitlichen Aufnahme beteiligen. Aber letztendlich werden sie doch alle zu uns kommen..... :mrgreen:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 21.09.2020, 14:25

Das war Gegenstand der Verhandlungen. Natürlich hat man nicht alles umgesetzt. :roll: Der Sultan hat sich auch nicht an die Spielregeln gehalten und letztes Jahr versucht die Flüchtlinge über die Landgrenze nach Griechenland zu schicken.  :roll:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Marianne E. » 21.09.2020, 14:17

Cherusker schreibt:
Dafür werden die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU wieder aufgelebt und die Visumspflicht für Türken im Schengen-Raum wurde aufgehoben.

Das ist so nicht ganz richtig. Die Visumspflicht besteht nach wie vor, lediglich für LKW-Fahrer gibt es eine Ausnahmeregelung.
https://visumantrag.de/tuerkei/nachrich ... -reisen-eu

Meines Wissens werden auch die Beitrittsverhandlungen nicht wieder eröffnet, solange die Türkei ihre Rechtslage nicht den EU-Normen angleicht.
Dieses komplizierte Unterfangen wird ausführlich beschrieben unter
https://www.auswaertiges-amt.de/de/auss ... kei/202106

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 21.09.2020, 14:00

Das heißt offiziell "Erklärung EU-Türkei", aber auch "Flüchtlingspakt" genannt, vom 18.3.2016. Ursprünglich waren 3 Mrd.€ von der EU bereitgesagt, aber die Türkei forderte 5 Mrd.€ und eigene Verwendung der Mittel. Man hat sich dann auf 3 Mrd.€  und nochmal 3Mrd.€ bis Ende 2018 geeinigt. Die Türkei verpflichtet sich die Schleuser zu bekämpfen, die Seenotrettung auszubauen, abgeschobene Migranten zurückzunehmen (auf Kosten der EU) und die Flüchtlinge in großer Anzahl zurückzuhalten. Dafür werden die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU wieder aufgelebt und die Visumspflicht für Türken im Schengen-Raum wurde aufgehoben. :shock:

Wenn wir alle ganz ruhig sind, dann hören wir den Sultan in der Hagia Sophia lachen..... :wink: :mrgreen:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Marianne E. » 21.09.2020, 10:40

Cherusker schreibt:
Zu den Schleppern. Man hat mit dem Sultan einen Vertrag geschlossen, daß man mit "Tributzahlungen" vor einer permanenten Flüchtlingswelle verschont bleibt.

Kann man das dann nicht als "Schmiergeld" bezeichnen? Und wer zahlt das?

Außerdem verfestigt sich meine Auffassung, dass es sich hier um ein gigantisches Versagen der EU handelt.

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Cherusker » 21.09.2020, 10:29

Marianne E. hat geschrieben:
....
Aber in diesem Zusammenhang drängt sich folgende Frage auf:
Was ist bisher geschehen, um den "Schleppern" das Handwerk zu legen?
Denn dort liegen die gravierenden Versäumnisse der Europäischen Union.

Ich habe von Flüchtlingsbetreuern gehört, dass die Schlepper Menschen zur Flucht überreden mit dem Versprechen, in Deutschland bekäme jeder Flüchtling monatlich 2.000 Euro und ein Auto.
Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Mitteilung so stimmt, aber auch nicht, dass die Menschen so dumm sind, das auch noch zu glauben. Insbesondere, weil doch nahezu jeder ein Mobiltelefon besitzt und sich die Informationen selbst besorgen kann.

Gerade darin besteht das Problem. :mrgreen: Weil sie alle gut mit Mobiltelefonen ausgestattet sind, erfahren sie, daß man in unserem Sozialstaat auch ohne Arbeit leben kann. Die Clans machen es ihnen vor, wie man dicke Autos (z.B. der Standardwagen ist ein AMG-Mercedes C55) fahren und ein Leben führen kann, wie man es im Herkunftsland nicht möglich wäre. :evil: In mehreren Interviews in den Medien habe ich schon gehört, daß Migranten sagten, daß sie hier das gleiche ohne Arbeit bekommen wie in ihrem Herkunftsland mit Arbeit.  Da kann man doch hier noch ein paar "Geschäfte" nebenbei erledigen ..... :wink:
Zu den Schleppern. Man hat mit dem Sultan einen Vertrag geschlossen, daß man mit "Tributzahlungen" vor einer permanenten Flüchtlingswelle verschont bleibt. Jetzt fragt man sich, wie kommen denn trotzdem noch Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland ? Der Landweg wurde gesperrt, aber der Seeweg ist offen. Im Radio haben sie berichtet, daß türkische Schiffe die Küste kontrollieren. Aber wie, das ist entscheidend ! Ein türkisches Schiff bringt dann ein Flüchtlingsboot auf und nimmt die Flüchtlinge an Bord und das Boot in Schlepptau. Aber die Schleuser sind nicht dumm, die schicken nicht nur ein Flüchtlingsboot los, sind mehrere. Die Türken sagen, daß sie ein Flüchtlingsboot an der Weiterfahrt gehindert haben, aber 10 andere sind währenddessen durchgefahren. :mrgreen: Der Sultan freut sich.......Arbeit getan und Flüchtlinge trotzdem in die EU geliefert. :wink:

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Feldwebel57 » 21.09.2020, 10:17

Ich glaube diesen Flüchtlingsbetreuern .
Ich selbst habe auch kein Internet-Handy , warum sollte es jeder in Afrika haben ?
Hoffnung , Glaube und Realität waren noch nie Freunde .
Welches Bild malten vor 89 viele Leute von der BRD in der DDR ?
Man hätte meinen können , dort ist Honig in den Bächen geflossen und gebratene Hühner wären durch die Luft geflogen .
Daß die Realität anders war , mußten dann viele Leute feststellen .

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Marianne E. » 21.09.2020, 09:51

Nun hat es in einem weiteren Flüchtlingslager gebrannt.

https://www.tagesschau.de/ausland/fluec ... r-101.html

Die große Verzweiflung der dortigen Insassen darf aber nicht außer Acht gelassen werden, wenn wir über die Brandstifter reden.

Aber in diesem Zusammenhang drängt sich folgende Frage auf:
Was ist bisher geschehen, um den "Schleppern" das Handwerk zu legen?
Denn dort liegen die gravierenden Versäumnisse der Europäischen Union.

Ich habe von Flüchtlingsbetreuern gehört, dass die Schlepper Menschen zur Flucht überreden mit dem Versprechen, in Deutschland bekäme jeder Flüchtling monatlich 2.000 Euro und ein Auto.
Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Mitteilung so stimmt, aber auch nicht, dass die Menschen so dumm sind, das auch noch zu glauben. Insbesondere, weil doch nahezu jeder ein Mobiltelefon besitzt und sich die Informationen selbst besorgen kann.

Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

Beitrag von Marianne E. » 17.09.2020, 09:38

Grundsätzlich ist es so, dass Flüchtlingen immer nur für eine begrenzte Zeit Asyl gewährt wird.
Jeder Asylantrag wird nach bestimmten Kriterien gewährt. Wenn der Fluchtgrund entfällt, soll der Betroffene in sein Heimatland zurückkehren.
Ich weiß, das ist akademisch. In der Praxis ist es so, wo denn in den vergangegen Jahrzehnten ist ein Fluchtgrund entfallen.

Zum anderen geht es um die Erfüllung bzw. Beachtung der EU-Verträge und z.B. der Genfer Verträge. Die haben auch die "Wegducker" unterschrieben und ratifiziert.
Solidarität ist ein EU-Grundsatz. Und das heißt nicht, nur Subventionen kassieren. Oder, wie ein "Demokrat" vor einiger Zeit sagte: "Papier ist geduldig."

Und was die Muslime betrifft. Unsere Verfassung garantiert die Religionsfreiheit. Missbrauch dieser Freiheit wird nicht toleriert.
Aber, wie Cherusker schon schrieb, Flüchtlinge werden nicht zu lupenreinen Demokraten, wenn sie die Grenze zu Deutschland überschritten haben. Sie müssen sich integrieren wollen bzw. auch lassen.
Einwanderer sind die Flüchtlinge aber nicht. An Einwanderung werden ganz andere Voraussetzungen geknüpft.