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Der Opiumanbau und der Drogenhandel in Afghanistan

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Deutsche Übersetzung (engl. Original unten von Jonathan K.)

Der Opiumanbau und der Drogenhandel in Afghanistan

 

Am 3. April drängte US-Präsident Barack Obama, während des NATO Gipfels anlässlich des 60. Geburtstags des Bündnisses, die anderen NATO Mitgliedsstaaten eine stärkere Rolle in der Bekämpfung der Taliban und der Al Qaida zu übernehmen. Afghanistan, so scheint es, ist die Hauptsorge der NATO in Strasbourg und Kehl. (CNN, 2009)

Obwohl es keine Zweifel gibt, dass die Gefahr, die die Taliban und Al Quaida für die Entwicklung von Frieden und Stabilität in Afghanistan darstellen, immens ist, hat das Hauptproblem einen größeren Umfang. Das Land ist in einem Teufelskreis aus Drogenhandel, Kriegsherrentum und Korruption gefangen, wobei Taliban und Al Quaida nur ein Teil davon sind. (Byrd, 2008)

Dieser Artikel konzentriert sich auf das erste Problem: Drogenhandel und seine geographisch-wirtschaftlichen Auswirkungen. Dabei ist das Ziel die Gründe, warum all die Anti-Opium Maßnahmen seit der Invasion im Jahr 2001 scheiterten und warum die alleinige Bekämpfung von terroristischen Organisationen keine größeren Auswirkungen auf das gesamte afghanische Problem haben wird, zu klären.

Zu Beginn werden die wirtschaftlichen Gründe geklärt. Im zweiten Teil des Artikels wird auf die afghanische Einbindung in Drogenhandelsnetzwerken, speziell Iran, eingegangen. Der Aufsatz  schließt mit dem Argument, dass nur breit angelegte Langzeitmaßnahmen erfolgreich sein können.

In den 30 Jahren nach der sowjetischen Invasion befand sich Afghanistan konstant in einem Zustand von Krieg und Gewalt, der die Landwirtschaft und Infrastruktur immens schwächte. Lagerplatz und Transportkapazitäten wurden seltene Güter und Marketing wurde schwierig. Dies sind schlechte Voraussetzungen für den Anbau von legalen Pflanzen. (UN, 2003)

Opium auf der anderen Seite ist haltbar, leicht zu lagern und zu transportieren - auch mit einem Minimum an Ausrüstung. Es kann mit einfacher und leichter Arbeit produziert werden, die von Frauen, Kindern und ungelernten Arbeitern ausgeführt werden kann. Im Jahr 2002 betrug das ungefähre Einkommen aus Opium etwa 1,2 Milliarden $, was über 6500 $ je Familie bedeutet. Nehmen wir einen Durchschnittslohn eines afghanischen Arbeiters von 2 $ je Tag an, ist das zusätzliche Einkommen durch Opium notwendig für die Afghanen. Für einen erheblichen Teil der Bevölkerung ist Opium die einzige Quelle für Nahrung, Geld und Verdienst. Dies erklärt warum es kaum Anreize für Opiumbauern gibt zu legalen Pflanzen überzugehen. (UN 2003)

Auch wenn Drogenhandel genau wie Opiumanbau verboten ist, hat die afghanische Regierung nicht die Möglichkeiten es durchzusetzen. Bezug nehmend auf Byte ist Afghanistan in einem Teufelskreis der Drogenindustrie gefangen. Die schwache Regierung kann keine effektiven Maßnahmen gegen die Drogenindustrie treffen, wodurch eine gute Umgebung für Kriegsherren und Kriminelle entsteht, die mit ihrer Arbeit weitermachen können. Der Drogenhandel stärkt die Kriegsherren und Kriminellen wirtschaftlich und politisch, so dass sie in der Lage sind staatliche Macht durch die Eroberung von Regierungsposten oder durch die Bestechung von Beamten zu erlangen. (Byrd 2008)

Afghanistans geopolitische Situation ist ein anderer gewichtiger Faktor. Transnationale Beziehungen von ethnischen Gruppen und Stämmen erleichtern das Schmuggeln von Drogen, auch wenn speziell Iran und Pakistan, die zwei größten Nachbarn von Afghanistan, ihren Grenzschutz intensivierten. (UN, 2003)

Die Anti-Drogen Politik beider Länder ist rigoros. Allein der Iran inhaftierte 68.000 Drogenhändler, sowie 32.000 Drogenabhängige - bei einer Gesamtzahl von 170.000 Gefangenen. (Calabrese, 2007)

Pakistan bekämpft Kriminalität und Korruption seit Jahren. Die Schattenseite ist, dass Kriminelle, die aus Iran und Pakistan vertrieben wurden Zuflucht in Afghanistan finden, seitdem die afghanische Regierung nicht in der Lage ist, solch drastische Maßnahmen wie seine großen Nachbarn zu unternehmen. (UN, 2003)

Speziell Iran ist stark gefährdet seit es eine Schlüsselverbindung zu einer der Hauptdrogenhandelsrouten ist, die in Afghanistan ihren Ursprung haben. Es gibt die so genannte Balkan Route, welche die Hauptroute für die Belieferung des westeuropäischen Drogenmarkts ist. Die andere Route ist die „Silk (Seiden) Route", die durch Zentralasien verläuft und Russland und die osteuropäischen Länder versorgt. Der Drogenhandel über die Balkan Route, die durch den Iran verläuft, ist allerdings größer: geschätzte 60% des Heroins und Morphins aus Afghanistan wird darüber nach Europa gebracht. Es ist attraktiv, da Drogenhändler nur zwei Grenzen überqueren müssen, um die europäischen Märkte zu erreichen. (Calabrese, 2007)

Im Sog des intensiven Drogenhandels leiden die Bevölkerungen der afghanischen Nachbarn unter steigendem Drogenmissbrauch. Wie oben bereits gezeigt ist speziell der Iran betroffen und versucht den Drogenzustrom durch die Kontrolle der Grenze zu Afghanistan und die Verhaftung von Händlern und Abhängigen zu bekämpfen. Noch immer hat der Iran ungefähr 3 Millionen Drogenabhängige. (Calabrese, 2007)

Ein Nebeneffekt ist die steigende Zahl der durch Drogen verursachten HIV/AIDS Infektionen. (UN, 2003)

Zusammenfassend sind die afghanischen Probleme vielseitig und verwoben. Opiumanbau und Drogenhandel sind für Bauern, Händler und Kriegsherren wirtschaftlich attraktiv. Und zählbare Maßnahmen der Nachbarstaaten stärken die afghanische Opiumwirtschaft durch den Zustrom von Kriminellen. Dazu kommt noch, dass die schwache und bestechliche Regierung ihre Gesetze nicht durchsetzen kann. Steigender Drogenhandel durch Nachbarländer lässt dort den Drogenmissbrauch und die Zahl der HIV/Aids Infektionen steigen. Deshalb können isolierte Lösungen, die einzig an einem Punkt des Teufelskreises oder in einem Gebiet des Landes ansetzen und die die afghanischen Nachbarn nicht einbinden, nicht erfolgreich sein. Eine effektive Strategie um Afghanistan zu helfen, muss zunächst eine Gemeinschaftsarbeit von Afghanistan, den Verbündeten Kräften und zuletzt Iran und Pakistan sein. Man muss die afghanische Regierung und die Wirtschaft stärken, um auf der einen Seite die Menschen, die in der Opiumwirtschaft arbeiten, vor den Kriegsherren und Kriminellen zu schützen und auf der anderen Seite ihnen alternative Arbeit anbieten. Sodass die Drogenhandelsrouten ohne die Drogenproduktion aus Afghanistan austrocknen werden.

 

Quellen:

UN, 2003 New York 2003, The Opium Economy. An International problem.

http://www.mideasti.org/files/irans-war-on-drugs.pdf Calabrese, 2007

CNN. 2009, Obama: Europe faces greater terror threat than U.S. Retrieved on 4th April 2009, on: http://edition.cnn.com/2009/WORLD/europe/04/03/nato.summit/index.html

(Byrd, 2008)

Policy Research Working Paper 4545

Responding to Afghanistan's Opium

Economy Challenge:

Lessons and Policy Implications

from a Development Perspective

William A. Byrd

The World Bank

South Asia Region

Poverty Reduction and Economic Management

Finance and Private Sector Development Department

March 2008

WPS4545

 


 

On the third of April in 2009, during the NATO summit on the Defense Alliances 60th anniversary, US president Barrack Obama urged the other NATO members to take over a greater role in fighting the Taliban and Al-Qaeda. Afghanistan, it seems, is the main concern of the NATO in Strasbourg and Kehl. (CNN, 2009)

While there is no denial that the threat, the Taliban and Al Qaeda pose for the development of peace and stability in Afghanistan is immense, the main problem has a larger scale. The country is trapped in a vicious circle of drug trade, warlordism and corruption, of which Taliban and Al-Qaeda are only a part of. (Byrd, 2008)

This paper concentrates on the first issue, drug trade, and its geo-economic implications. It aims to clarify the reasons why all the Anti-Opium measures, since the Allied invasion of 2001 failed, and why fighting terrorist organisations alone, won't have a greater effect on the whole Afghan problem.

Firstly, economic reasons are explained. In the Second part the paper focuses on Afghanistan's regional integration in drug trafficking networks, with special regards to Iran. The paper concludes with the argument, that only broadly based, long-term measures can be successful.

In the 30 years since the Soviet Invasion, Afghanistan has been in a constant state of war and violence that greatly weakened agriculture and infrastructure. Storage-place and transport capacity became rare goods and marketing became difficult. These are bad terms for the cultivation of licit crops.  (UN, 2003)

Opium on the other hand is durable, easy to store and to transport, even with only a minimum of equipment. It can be produced with simple and easy work that can be carried out by women, children and unlearned workers. In the year 2002 the gross income from opium was about $1.2 billion, which amounts to about $6,500 per family. Considering the average wage of an Afghan worker is $2 per day, the additional income through opium is substantial for Afghans. For a considerable part of the population opium is the only source of food, money and credit. This explains why there are hardly any incentives for opium farmers to turn over to licit crops. (UN, 2003)

Although drug trade as well as opium cultivation is forbidden, the Afghan government has not the means to enforce it. According to Byrd, Afghanistan is caught in a vicious circle of drug industry. The weak government can'take effective measures against the drug industry which creates a good environment for warlords and criminals to go on with their work. The drug trade strengthens the warlords and criminals economically and politically so that they are able to contain the states power further by capturing government posts or bribing its officials. (Byrd, 2008)

Afghanistans geopolitical situation is another major factor. Transnational relations of ethnic groups and tribes make the smuggling of drugs easier, although especially Iran as well as Pakistan, the two biggest neighbours of Afghanistan, intensified their boarder securities. (UN, 2003)

Both countries anti-drug policies are very strict. Iran alone imprisoned 68,000 drug traffickers as well as 32,000 drug addicts, out of a population of 170,000 prisoners. (Calabrese, 2007) Pakistan has been fighting crime and corruption since years. The reverse side of this is that criminals driven out of Iran and Pakistan find refuge in Afghanistan since the Afghan government isn't able to take as drastic measures as its big neighbours. (UN, 2003)

Iran is specifically endangerd sind it is a key link on one of the two major drug trade routes originating in Afghanistan. That is the so called Balkan route, it is the main route for supplying Western Europes drug markets. The other one is the silk route, which runs through Central Asia and supplies the Russian Federation and Eastern European countries. Drug trade on the Balkan route, running through Iran, is larger though; an estimated 60% of the heroin and morphine from Afghanistan is trafficked on it to Europe. It's attractive because drug traffickers only have to cross two boarders to reach European markets. (Calabrese, 2007)

In the wake of intensive drug trafficking the populations of Afghanistans neighbours are suffering from an increase in drug abuse. As shown above, Iran is especially concerned and tries to fight of drug influx by controlling the boarder to Afghanistan and imprisoning traffickers and addicts. Still, Iran has an estimated 3 Million drug addicts. (Calabrese, 2007)

A side effect of this the increasing rate of drug related HIV/AIDS infections. (UN, 2003)

To sum things up, Afghanistan's problems are multiple and interwoven. Opium cultivation and drug trade are economically attractive to farmers, traders and warlords. And counter measures of neighbouring countries strengthens Afghanistan opium economy due to influx of criminals. Over all, the weak and corrupt government can't enfoce its laws. Rising drug traffic through neighbouring countries on other hand increases drug abuse and HIV/AIDS infections there. So isolated solutions that aim only at one point of the vicious circle or on one area of the country and that don't involve Afghanistans neighbours can't be successful.

An effective strategy to help Afghanistan has to be firstly be a joint effort of Afghanistan, the Allied forces, and at least Iran and Paskistan. Strenghtenig the Afghan government and economy to give people labouring in the opium economy protection from warlords and criminals on the one hand, and alternative jobs on the other one. So that the drug trafficking routes will dry out without drug production from Afghanistan.

 

 




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