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Festschrift Hennersdorf

Festschrift der Stadt Hennersdorf

Chronik

Wie schon am Anfange dieser Festschrift gesagt wurde, verbindet die Gemeinde Hennersdorf mit der Feier des hundertjährigen Bestehens ihrer Schule gleichzeitig die Feier des 658 jährigen Bestehens als Ort. Wollen wir also einen geschichtlichen Überblick über unser Heimatdörfchen dieser Festschrift anschließen, so müssen wir in der Geschichte ein reichliches halbes Jahrtausend zurückblättern ‚ in eine Zeit, da ein unermesslicher ‚ fast undurchdringlicher Urwald sich über unser Erz¬gebirge hinwegzog,— Ferguna — d.h. das Waldgebirge ‚ benannt. Aus der Zeit der ostdeutschen Kolonisation ist uns der Name MIRIQUIDI für unser Erzgebirge erhalten geblieben.
Um jene Zeit kamen deutsche Bauern aus dem deutschen Westen und des Nordwesten des großen Reiches, aus Bayern, Franken und Sachsen in den fast unbewohnten Osten des Reiches  in ehemaliges deutsches Gebiet, was einstmals der deutsche Stamm der HERMUNDURI bewohnt hatte, und in dem sich zur Zeit der Völkerwanderung SLAVEN angesiedelt hatten.
Zu jenem Gebiet gehörte auch unser Zschopautal mit seinem Nachbartal der Flöha.
Die ersten bestimmten Nachrichten über Ansiedelungen im Zschopautale haben wir mit einer Lehnsbriefurkunde aus dem Jahre l223 für die Stadt Zschopau, sowie durch eine Todesnachricht einer Dittmannsdorfer Bäuerin, welche anno 1200 zu Dittmannsdorf starb im Alter von 26 Jahren. Jene Bäuerin war ‚ wie uns ihre Todesnachricht mit berichtet toou dero silva sacra prope ccloniae schape, in der Nähe einer Waldkirche nahe der Ansiedelung Zschopau geboren. Diese silva sacra stellt den urkundlich ältesten Anfang des Ortes Waldkirchen —Zschopautal dar.
Unser Heimatdörfchen kann seine geschicht1iche Vergangenheit durch die Bearbeitung einer Gemeindechronik bis in seine Gründungszeit anno 1280  nachweisen mit der Gründungs- und
Lehnsbriefurkunde des Ansiedlers Jakob Heinrich und seinen Tagelöhnern Konrad Morgenstern und  Nikolaus Hunger. Alle 3 Ansiedler kamen mit ihrer gesamten Habe aus dem Nordwesten des Reiches ‚ aus Worpswede, wie uns die Gründungs—u. Lehnsbriefurkunde des Klosters Hersfeld an der Fulda ‚ zu dessen Besitz damals das Gebiet des heutigen Ortes  Hennersdorf gehörte, überliefert hat. Hennersdorf ‚ im Bezirke Flöha an der Zschopau und Goldbach gelegen, ist also siedlungspolitisch gesehen eine rein deutsche Ortsgründung. In der Lehnsbriefurkunde wird lediglich das Vorhandensein einer slavischen HAN, eines slavischen Waldgasthauses erwähnt. Das Vorhandensein dieser slav. Unterkunft erklärt sich aus dem seit anno 1015 nachweisbaren Vorhanden¬sein eines Steiges ‚ wie es wörtlich heißt, vom“ fluvius flowe, secundum cursus fluvius scopa“ zum“ antiquam semitam Bohemorum“, zum alten böhmischen Steig. Ansiedler Jakob Heinrich kam mit seinen Tagelöhnern auf diesem Steig entlang in unser stilles Zschopautal und gründete hier die Ansiedlung HEINRICHSDORP auf Besitzgebieten des Klosters Hersfeld. Das Kloster Hersfeld an der Fulda bestätigt am 15. aprilis im Jahre des Herrn Jesus Christum zu Hersfeld dem Ansiedler Heinrich seinen Lehnbesitz mit folgender lateinisch geschriebenen Urkunde :
HEINRICUS DEI GRATIA ABBAS ECLESIE HERSFELTENSIS NOTUM  ESSE CUPIMUS UNIVERSIS CHRISTI  FIDELIBUS HANE LITERAM INSPECTURIS QUOD JACOBUS HEINRICUS A WORPSWENDENSIS, CONRADUS MORGENSTERN ET  NICOL. HUNGERN HABET ET HARERE DEBET IN FEUDO A NOBIS ET A NOSTRA ECÖESIE IN MARCHIONATU  MYSNENSIS OMNIA SUBSCRIPTIS INFERIUS ET NOTATA FIDELIBUS PREDIUM HERSFELTENSIS ECLESIE A LOCO UBI MAYOR SCHAPE FLUVIUS COMUNICAM HEINRICHSDORPENSIS QUOD HEINRICUS EDIFIKAVERAT ET AB AMNE QUI PREDERFLUIT ANCE HEINRICHSDORPENSIS ADHOC PERDINET AD PROPERIATEM ILLAM MONS SCHALLENBERCHI CASTRUM ET VILLIS ET INCIPIT PREDIUM HEINRICHSDORFENSIS UBI MAJOR COPOVE SECUNDUM CURSUM ILLIUS SLAVO HAN UBI COPOVE, HEC OMNIA ET SINGULA SUPRADICTA SI QUOD ABSIT DICTUS JACOBUS HEINRICUS ABSQUE HEREDIBUS DISCRETERET AB HAC LUCE AD ILLUSTRES PRICIPES(DEUS) TRANSIENT ET TRANSIBUNT A NOSTRA ECLESIA.
HERSFELTENSIS ANNO DOMINI MCCLXX,  APRILIS XV,
Diese vorstehend in lateinischer Schrift wiedergegebene Urkunde, welche für die Geschichte un¬seres Ortes das wichtigste Dokument darstellt, existiert heute noch in den Archiven des ehemaligen Klosters Hers¬feld im Original ‚ sowie in einer weiteren Abschrift. Beide für die Ortsgeschichte so wichtigen Urkunden besitzt der Verfasser unserer Gemeindechronik Ing. Kramer in Waldkirchen— Zschopental in Fotokopie . Die Gemeindeverwaltung Hennersdorf erhielt diese Urkunden von dem Verfasser der Gemeindechronik anlässlich unseres Jubelfestes zu Geschenk . Der deutsche Text dieser Lehnbrief—u. Gründungsurkunde lautet wie folgt
„Wir Heinrich ‚ von Gottesgnaden Abt des Klosters Hersfeld, wünschen als sichtbares Zeichen allen Gläubigen Christi durch dieses Schreiben Ein¬blick zu gewähren, was Jacob Heinrich aus Worpswede (im Niedersachsenkreise), Conrad Morgenstern und Nicolaus Hunger hat, und haben muss an Grundbesitz von unserer Kirche in der Mark Meißen, nämlich alles, was unten aufgezeichnet und ersichtlich ist an unbeweglichem Besitze der Hersfelder Kirche an dem Flusse Zschopau, nämlich die Gemeinschaft (Gemeinde) Heinrichsdorf, welche Heinrich erbauet hat und erstreckt sich der Besitz der Gemeinde Heinrichsdorf bis zu jenem Berg Schellenberg mit Schloss und Ansiedelung . Der Besitz der Gemeinschaft Heinrichsdorf erstreckt sich entlang des Flusses Zschopau bis zu jener slavischen HAN (d.h. Unterkunft) an der Zschopau.
Dieses alles und oben näher ersichtlich gekennzeichnete unbewegliche Besitztum des  Jacob Heinrich geht zurück an unsere Kirche, wenn ‚ welches fern bleiben möge ‚ der genannte Jacob Heinrich ohne Erben sterben sollte und zum herrlichen Herrgott hinübergeht.
Gegeben zu Hersfeld im Jahre des Herrn Jesum Christus 1280 den 15.A.pril“.

Es ist unmöglich, das gesamte Geschehen unserer Jubelgemeinde hier an dieser Stelle zu wiederholen, Die Entwickelung unseres Ortes ist von seiner Gründung an Jahrhunderte hindurch getreulich in unserer Gemeindechronik aufgezeichnet worden bis in das Geschehen unserer Zeit hinein. Immerhin wollen, wir hier doch über das geschichtliche Geschehen unseres Ortes das Folgende wiedergeben
Wenn  wir die Jahrhunderte geschichtlicher Entwickelung unserer Jubelgemeinde überblicken, so müssen wir feststellen dass fast alle Kriegs—u. Notzeiten aber auch Zeiten blühenden Lebens unsere Gemeinde betroffen heben. Die Flur wurde an1ässlich der Gründung nach dem Muster anderer Gemeinden durch die fränkischen Hufengrößen aufgeteilt. Dies beweisen ins die Längsstreifen unserer Felder, welche nebeneinander liegend einen ganzen Von der Zschopau umflossenen Halbkreis ausfüllen.
Der Wald ging ehemals bis an den Fluss heran. Er wurde in jahrelanger harter Arbeit gerodet und immer weiter auf die Höhe zurückgedrängt. Heute liegen blühende Felder auf dem ehemaligen Waldgebiet, welche von dem unbrechbaren Willen der Verbundenheit des deutschen Bauerntums mit dem Boden zeugen. Die Gemeinde Hennersdorf ist in der glücklichen Lage, in ihrem Bauerntum zwei Bauerngeschlechter zu haben ‚ welche ihre Verbundenheit mit dem Boden ihrer Heimat, mit ihrer Heimatscholle Jahrhunderte lang nachweisen kann. Es sind dies die alteingesessenen Bauerngeschlechter Kempe und die Bergbauern zu Hennersdorf . Zäher unbeugsamer Wille zu ihrer Scholle ließ sie immer wieder aufbauen ‚ was Krieg und Notzeiten ihnen zerstörten. Wenn wir die Vergangenheit dieser Geschlechter an uns vorüberziehen lassen ‚ so sehen wir immer und immer wieder, dass fast jeder Krieg ‚ fast jede Not sie an den Ruin gebracht hatte.
Doch der unbeugsame Wille zur heimatlichen Scholle ließ sie immer wieder aufbauen, was ihnen durch Krieg und Notzeit entrissen worden war.
In Anbetracht dessen, dass mit der Jubelfeier unserer Gemeinde das alteingesessene Bauerngeschlecht der Bergkbouweren tcou Haynersdorpp“ das Bauerngeschlecht der Bergbauern zu Hennersdorf gleichzeitig das 496 jährige Bestehen als in Hennersdorf ansässig feiern kann ‚ seien hier in kurzem Auszuge die Familienchroniken der beiden ältesten Bauerngeschlechter wiedergegeben.
Beide Geschlechter, das Geschlecht der Kempe-Bauern ‚ sowie das Geschlecht der Bergbauern zu Hennersdorf  haben Jahrhunderte hindurch ihren Besitz stets vorn Vater auf den Sohn vererbt.
Das alteingesessene Geschlecht der Kempebauern sitzt heute nicht mehr auf dem alten Stammhof. Ein Wechsel auf den heutigen Hof erfolgte am 20.März 1800, wie wir in der auszugsweise wiedergegebenen Familiengeschichte die¬ses Geschlechtes sehen werden.
Das Geschlecht der Bergbauern zu Hennersdorf dagegen sitzt noch heute auf dem bereits anno 1442 nachweisbaren Hof auf einer kleinen Anhöhe unweit der Copowa wie es wörtlich heißt.

Alteingesessene Bauerngeschlechter

Alteingesessene sächsische Bauerngeschlechter haben wir in unserem Orte zwei Bauerngeschlechter ‚ we1che Jahrhunderte lang ihre Verbundenheit mit dem Boden ihrer Heimat, dem stillen Zschopaudörfchen Haynersdorpp,  Hennersdorf, nachweisen können.
In der nachfolgenden kurzen Abhandlung handelt es sich um die Geschichte des heutigen Erbhofes Kempe in Hennersdorf Ortsliste Nr. 6, welcher als das älteste Bauerngeschlecht unseres Ortes nachweisbar ist, mit einer Geschichte von 599 Jahren Verbundenheit mit Grund und Boden ein Stück Heimatgeschichte, eng verbunden mit der Ansiedelung Haynersdorf.
Als Stammvater des gesamten Kempeschen Stammes ist der Bauer Friedericus Carlos  Kempen zu nennen. Friedericus Carlos Kempen oder Friedrich Carl Kempe ist rheinfränkischer Her¬kunft und wanderte hier im Zschopautal als Junggeselle ein.
Nachdem die slavischen Bewohner dieser Gegend vertrieben worden waren, erließen die Markgrafen von Meißen Aufrufe nach dem Westen Deutschlands, um von dort aus ihr Land zu besiedeln ‚Es kam die sogenannte ostdeutsche Kolo¬nisation. Diese Aufrufe fanden besonders starken Widerhall am Rhein u. Mosel. Westgermanische oder Frankenstämme hatten sich dort festgesetzt: von ihnen folgten viele den Rufen der Markgrafen von Meißen, sie zogen mit Weib und Kind, die armselige Habe auf Karren verstaut, ostwärts, einer neuen Heimat zu und kamen so auch in unser Sachsenland, der damaligen marchionatu mysnensis,

Die Familien—und Besitzstandsgeschichte des Bauernstammes “der Kempen“Tcou Haynersdorpp.

Friedrich Carl Kempe kam wie schon gesagt, als Junggeselle in das Stille Zschopautal und siedelte sich hier an. Ein Beweis hierfür ist uns seine Trauung ‚ welche am 30. septembris 1339 hierselbst erfolgte.
Diese Trauung erfolgte in eclesia castrum schallenberchi, also in der Kirche des Schlosses Schellenberg durch den Schlosspater dieser Burg, wel¬cher als Pater dem Kloster Grünhayn im Erzgebirge angehörte. das Schloss Schellenberg war der Sitz des Geschlechtes der Reichsministeralien von Schellenberg, welche dem Kaiser untertan waren. Über dieses Rittergeschlecht befinden sich sehr ausführliche Abhandlungen in den Gemeindechroniken von Hennersdorf und Waldkirchen~ Zschopental. Weiterhin sagt uns diese Trauung noch die sehr interessante Herkunft dieses ältesten Kempe, welcher aus Kempen am Rhein stammt und dessen Vorfahren zweifellos in der Geschichte des Stammes und des Ortes als die Ortsgründer des Ortes Kempen am Rhein anzusehen sind. Der Stamm Kempe hat wesentlichen Anteil an der Geschichte des Ortes Hennersdorf jahrhundertelang gehabt, denn wir finden ihn schon sehr zeitig als VlCERICHTER von HAYNERSDORPP in der Ge¬schichte verzeichnet.
Der Familienname Kempe hat viele Wandlungen in Bezug auf seine Schreibweise jahrhundertelang durchgemacht. Am 27. November anno 1551 finden wir jedoch den Namen in seiner heutigen Schreibweise richtig verzeichnet. Friedrich Karl Kempe siedelte sich also in den damaligen Heinrichsdorf an der Copowa (Zschopau) an, er starb am 10. März 1370. Von ihm erbst sein Sohn Karl Heinrich Kempe das Gut und bewirtschaftete es vorn 16. Februar 1370 bis 13. September 1400. Karl Heinrich Kempe ist am 16. Februar 1347 geboren . Als nächste Generation in der Besitzerfolge der Kempe Bauern wird uns Friedrich Heinrich Hans Kempe ‚ geb. am 16. Juni 1375 genannt, welcher das Einhufengut seines Vaters anno 1400 übernahm und dasselbe bis anno 1452 bewirtschaftete. Karl Hans Kempe ‚ geboren am 4. Aprilis 1415 übernahm l452 das Stammgut und bewirtschaftete es bis zu seinem Tode 1497, wo sein Sohn Friedrich Heinrich Kempe ‚ geboren am 9.Dezernber 1465 in der Besitzerfolge bis zu seinem Tode anno 1545 folgte. Von ihm kann als wichtigstes Geschehnis berichtet werden, dass er anno 1534 mit seiner gesamten Familie, mit Knechten und Mägden der neuen evangl. — luth. Religion Dr. Martinus Lutheri beitrat. Der Stammvater des nunmehrigen evangl. lutherischen Familienstammes Der Kempebauern, der Bauer Hans Kempe bewirtschaftete das Gut seiner Vorfahren bis anno 1600. Sein Nachkomme erlebte hier in Hennersdorf anno 1632 den dreißigjährigen Krieg und die Vernichtung seiner gesamten Habe. Plündernde Söldner schleuderten Feuerbrände auf die mit Stroh gedeckten Dächer unserer Bauernsiedelungen und verwandelten alles in Schutt und Asche. Jahrzehntelang lag alles wüste und nichtbebaut darnieder, jedoch der unbeugsame Wille zur Heimatscholle bestimmte die Überlebenden immer wieder zum Aufbaue ihres Besitztums. Im weiteren Verlaufe soll nun nicht mehr die Geschichte des Stammhofes Hennersdorf Nr. 7 wiedergegeben werden ‚ sondern die Ge¬schichte des Nachbargutes Hennersdorf  Nr. 6 ‚ welches der heutige Stammhof des alteingesessenen Bauerngeschlechtes der Kempebauern ist.
Die älteste Nachricht über diesen Hof finden wir im Staatsarchiv Dresden im Gerichtsbuch für Augustusburg Nr.94 Blatt 20 b wie folgt
Nach dem Kaufvertrag vom 22. Mai 1676 kaufte lt. dem jetzt abhanden  gekommenen älteren Gerichtsbuch für Hennersdorf Blatt 145 : Am 16.aprilis anno 1656 STEFFAN FELBERN das verlassene und öde und wüste Gut des Lorenz Naumann in Hennersdorf .„ Dieses Gut lag seit anno 1632 dem Einfalle der Wallensteinschen Truppen unter General von Holk, verwüstet da. Gerichtsbuch für Hennersdorf und Augustusburg Blatt 20 b ff. Nr.94:
„ Am 22. Mai 1676 kaufte Johann Felbern von den Erben seines am 8.April anno 1676 verstorbenen Vaters Steffan Felbern dessen nachgelassenes Einhufengut in Hennersdorf für 200 Gulden. ‚Meißner Währung). Gerichtsbuch Nr. 94 Blatt 130 b ff:
“Am 21. Majus anno 1723 kauf Christoph Felbern von seinem Vater Hans Felbern dessen Einhufengut in Hennersdorf für 260 Gulden .„
Am 1. Februar 1745 geht das Einhufengut auf Johann Ernst Kühn, dem Schwiegersohn des Christoph Felbern über. Kühn war verheiratet mit Anna Maria Felbern, der Tochter des Erblassers Christoph Felbern. Johann Ernst Kühn verkaufte das Gut an seinen Sohn Johann Ernst Kühn. am 10. Mai 1780 für 600 Gulden. Miterbin und Tochter des Erblassers war Hanna Rosina, verehl. Kempe, geb. Kühn, die Mutter des Käufers von anno 1800.
Am 20. März 1800 kaufte der 16. Jährige Karl Heinrich Kempe durch seinen Vater Heinrich Kempe von seinem Onkel Johann Ernst Kühn dessen Einhufengut in Hennersdorf für 2300 Thaler. Mit diesem Kauf geht das heute von dem Erbhofbauern Johannes Georg Kempe bewirtschaftete Gut als Nachbargut zum uralten Kempeschen Gut in den Besitz der Familie Kempe über. Das Besitzstandsbuch von Hennersdorf  zeigt uns dann 1836, daß Karl Heinrich Kempe Junior von seinem Vater Karl Heinrich Kempe am 30.7. bezw. 13.9. dessen Einhufengut in Hennersdorf für einen Gesamtpreis von 2200 Thalern kaufte. Als nächste Besitzerin wird uns in den Registern sodann Amalie Wilhelmine verw. Kempe geb. Fischer unter dem 18.2. 1873 zufolge Erbganges genannt. Ihm folgt im Erbgange am 12.3. 1874 der Sohn Karl Oswald Kempe, ein früherer Gemeindevorstand unseres Ortes. Von Karl Oswald Kempe erwarb es am 28.2. 1906 der heutige Ortsbauernführer Heinrich Oswald Kempe, welcher sein Gut am 21 • Februar 1934 dem heutigen Erbhofbauern Johannes Georg Kempe überließ. Johannes Georg Kempe ist verheiratet, seine Frau schenkte ihm den künftigen Hof- erben.

1339 – 1370       Friedrich Karl Kempe (1339 Heiratsurkunde)
1370 – 1400       Karl Heinrich Kempe
1400 – 1452       Friedrich Heinrich Hans Kempe
1452 – 1497       Karl Hans Kempe
1497 – 1545       Friedrich Heinrich Kempe, 1534 der evangelischen Konfession beigetreten
1545 – 1600       Hans Kempe
1600 - ?              im 30jährigen Krieg ganze Habe vernichtet, Wechsel von Ortsliste 7 auf                                   
Nachbargut Nr. 6
1800 – 1836       Karl Heinz Kempe
1836 – 1873       Karl Heinrich Kempe
1873 – 1874       Amalie Wilhelmine verw. Kempe, geb. Fischer
1874 – 1906       Karl Oswald Kempe (deren Sohn), Gemeindevorstand
1906 – 1934       Heinrich Oswald Kempe, Ortsbauernführer
1934 - ?              Johann Georg Kempe  

Die Bergbauern zcou Haynersdorpp

Als zweitältestes alteingesessenes Bauerngeschlecht können wir in unserem Orte das Bauerngeschlecht der Bergbauern zu Hennersdorf anführen, welches seitdem Jahre 1442 besitzstandlich und familiengeschichtlich als in unserem Orte nachweisbar ist Durch die Bearbeitung einer Gemeindechronik für unsere Nachbargemeinde Waldkirchen— Zschopental durch den Verfasser unserer Gemeindechronik wurde es möglich, auch den Uranfang des Bauernstammes der „FELBEBN TCOU DERO POCKWAEN“ ausfindig zu machen, welche in der Gemeinde Waldkirchen als Erblehnrichter wirkten. In der 6. Fortsetzung unserer Gemeindechronik finden wir bereits den ältesten nachweisbaren Bergbauern MICHAEL FELBERN verzeichnet, der anno 1442 hier ein Gut hatte. Durch die vorgenannten Arbeiten über eine Gemeindechronik unserer Nachbargemeinde Waldkirchen war es dem Verfasser unserer Gemeindechronik nunmehr möglich, festzustellen, dass MICHAEL FELBERN als zweitältester Sohn des Waldkirchner Erbrichters GEORG Felbern sich am 4. Septembris anno 1442 in Heynersdorff ein Gut erkaufte und im Volksmunde die Bezeichnung „Bergkbouwern TCOU HEIYNERSDORFF“ erhielt, weil sein „Guth auf eyner kleynen An¬höhen ‚ eynem Bergken onweyt dereo COPOWAEN“ lag.
Michael Felbern ist zugleich der erste Bauer in Hennersdorf, wel¬cher anno 1442 hierselbst die Schafzucht einführte. Von ihm aus hat sich jahrhundertelang das Züchten der Schafe und das Spinnen von Schafwolle von Generation auf Generation vererbt. Er ist auch der Bauer, welcher in seinem Siegel wie oben dargestellt, einen Spinnrocken führte. Traditionsgemäß spannen die Töchter der Bergbauern zu Hennersdorf stets ihre Wolle zu Garn selbst und haben dieselbe auch jahrhundertelang auf einem alten Handwebstuhl zu Kleiderstoffen verwebt.
Anno 1524— 1525 dem Jahre des Bauernkrieges finden wir den Bergbauern  von Haynersdorff ebenfalls unter den aufständischen Bauern ‚ der für die Freiheit seiner Person, für die Freiheit seines Grund und Bodens kämpfte. Die erste zeichnerische Erwähnung des Gutes der Bergbauern zu Hennersdorf, finden wir auf einem Lageplan, welchen der Kinderlehrer Heinrich Klemm anno 1599 am 15. aprilis für den damaligen Pfarrherrn uffn Schellenberg anfertigte. Eine vollständige Verwüstung aller Felder erlebte der Hennersdorfer Bauernstand während der Wirren des Bauernkrieges nicht, dafür sollten jedoch alle Felder 100 Jahre später in der Zeit des dreißigjährigen Krieges vollständig vernichtet werden.15000 Dörfer sanken in Deutschland in Schutt und Asche . Meilenweit oft waren die Fluren zerstampft. Plündernde Söldner schlugen den Bauern am Pflug nieder, um ihm das letzte Pferd auszuspannen. Das Gut der Bergbauern zu Hennersdorf erlebte anno 1632 durch den Einfall der Wallensteinschen Truppen unter General von Holk, wie auch alle anderen Güter unseres Dorfes, seine voll¬ständige Vernichtung. Der Besitzer flüchtete mit seiner Familie, mit Knechten und Mägden in den nahen Kunnersteinwald, allwo sie fast 11 Wochen verblieben und fast verhungerten. Unter den DECEM—Angaben von 1671 finden wir den Bergbauern Christoph Felbern, welcher nach Chemnitzer Mass 1 Eigenmass Korn und soviel Habern(Hafer), ferner ½ Klafter Holz an den Pfarrherrn ufn Schellenberg abzuliefern hatte.
Die Zeit des 7 jährigen Krieges brachte nochmals neues Elend über den Hennersdorfer Bauernstand. Durch verschiedene Verwüstungen wurde auch das Gut der Bergbauern davon betroffen. Erwähnenswert sind auch noch die verschiedenen Steuern ‚ welche in alten Zeiten auf dem Gute lagen So finden wir als Steuern verzeichnet“ Ackergeld an das Pfarramt, Ab¬gaben für Kutschfuhren und Kutschfuhrhafer an das Rentamt, Erbzins Aequivalent für Zinsgetreide, Hufengeld, Herdegeld(d.i. eine Wohnungssteuer, nach heutigen Begriffen für den Herd, Haus), Wächtergeld, anläss¬lich der Anwesenheit des Landesherrn, für Wächterdienste zu zahlen. Fischdienstgeld, (für Fischdienste),Frongeld, Opfergeld, eiserne Zinsen und Dienstgeld an das Rittergut zum Jägerhof.

Anno 1842 finden wir die Geburt eines MORITZ Felbern ‚ welcher der spä¬tere Bergbauer zu Hennersdorf wurde. Er war verheiratet mit Emilie Wag¬ner, der Tochter des Johann Karl Wagner, Zimmermann zu Wünschendorf. Er ist der Großvater des heutigen Besitzers. Als seinen Nachfolger verzeich¬net uns die Geschichte dieses Gutes den Bergbauern Otto Felber, welcher 1876 zu Hennersdorf geboren wurde. Otto Felber machte den Weltkrieg 1914— 1918 mit und starb an den Folgen einer Verwundung in der Heimat. Ihm folgt in der Besitzerfolge seine Frau Frieda Gerstenberger, die Mutter des heutigen Bergbauern zu Hennersdorf, Kurt Otto Felber, geboren am 18.10. 1905 zu Hennersdorf . Kurt Otto Felber ist verheiratet mit Karola Wally Franke aus Eppendorf . Möge dem Vertreter eines seit 1442 nachweisbaren alteingesessenen Bauerngeschlechtes bald der künftige Hoferbe beschert sein.

Georg Felbern, Erbrichter in Waldkirchen, Vater von
1442 - ?          Michael Felbern, Einführung der Schafzucht in Hennersdorf
1524/25          Aufständige im Bauernkrieg
?
1656 – 1676  Steffan Felber
1676 - ?         Johann Felber (Hans?)
1723 – 1745  Christoph Felbern, Sohn von Hans Felber
1745 – 1780  Johann Ernst Kühn, Schwiegersohn von Christoph Felber
1780 – 1800  Johann Ernst Kühn junior
1800 - ?         Hanna Rosina, verh. Kempe, geb. Kühn
1842              Moritz Felbern geboren
1876    Otto Felbern geboren (Max?)
?                     Besitzerin Frieda Gerstenberger, Mutter des
1905    geborenen Kurt Otto Felber

Schulwesen

Anlässlich der Feier des hundertjährigen Bestehens der Hennersdorfer Schule feiert die Festgemeinde Hennersdorf gleichzeitig das 412 jährige Bestehen Hennersdorfer Schulwesens überhaupt, sowie das 658 jährige Bestehen ihres Ortes.
IN den Akten über die Kirchschullehrer finden wir unter dem 15.Martius (März) anno 1526 die erste und älteste Nachricht über das Wirken eines Schulmeisters in dem Orte Haynersdorpp im Copowatale, sowie dessen Be¬zahlung wie folgt:
„Der Schulmeyster Michael Heckerleyn kann fordern von dereo Gemeinde    Haynersdorpp:
32 Groschen von dero Gemeine, 10 Groschen Arthgeldt, so sie ihm nicht ackern, 1 Schock und 4 broth aff zweene Umgänge ‚1 garbe Habern von jedem Erbe(Erbgut), den heyligen Abend(also am Ostersonn¬abend)zween Ostereyern aus jedem Hause, ferner zween Groschen Häuslergeldt jährlich an Stelle des salarie.“
.Michael Heckerleyn war als Schulmeister “Ufn Schellenbergk“ tätig und verwaltete das Amt eines Schulmeisters in Haynersdorpp nur nebenamtlich. Er wurde, wie uns eine Kaufbucheintragung von anno 1526 bezeugt, auch verschiedentlich testamentarisch für sein Wirken bedacht. Er ist der erste, und damit zugleich älteste Schulmeister ‚ welcher für das Schulwesen in Hennersdorf nachweisbar ist. Woche um Woche kam er, wie es ~ der ersten Zeit wört1ich heisst‘t zweenmalen „ nach Haynersdorpp und unterrichtete die Kinder der hiesigen Ortseinwohner im. Erbgericht. Zum Zeichen des Schulbeginnes war es Ortssitte, die auf einem Nebengebäude befindliche kleine Glocke zu ziehen, um so den
Bewohnern den Schulbeginn zu verkiinden. Anna 1526 fertigte der Schulmeister .Michael Heckerlein auch eine Liste für die Kinder an, we1che zu Hennersdorf die Schule besuchten. Diese Liste fin¬det in dieser Festschrift ihre Wiedergabe in Originalkopie. Sie ist eines der ersten und wichtigsten Dokumente Hennersdorfer Schulwesens. Anno 1585 am 15. MAJUS
( Mai ) wurde auf Veranlassung des damaligen Erbrichters HANSEN KUEHNE  zu Haynersdorf eine eigene Schule mit eigenem Schulmeister geschaffen. Über dieses Geschehnis berichtet uns die Gemeindechronik Folgendes:
Anno 1585 ist für Haynersdorfs Schulwesen von großer Bedeu¬tung, denn am 15. Majus anno 1585 wird für Haynersdorpp der erste Ortsschulkatechete, der erste Ortsschulmeister Heinrich Klemm, ein Leineweber, genannt, welcher das Schulmeisteramt nebenberuflich von anno 1585 bis 1639 verwaltete.“
Damit ist bewiesen, dass Hennersdorf  (ein)  eigenes Schulwesen seit 1585 mit einem eigenen Ortsschulmeister im Orte hat. Dieser Schulmeister wohnte, wie uns die Niederschriften seines Wirkens aus jenen Zeiten überliefert haben, in einem Bauerngut, welches an der “Furth des Gerechtswegen ken Dittmannsdorpp‘1 an der Zschopau, damals COPOWA stand und dem Bauern LORENZ NEUMANN gehörte. Hier war auch die erste Ortseigene Schule. Auf dem nachfolgenden Ortsplan aus dem Jahre anno 1599, welcher von der Hand jenes Schulmeisters stammt, finden wir diese Schule verzeichnet.
Michael Heinrich Klemm fertigte diesen Ortsplan für den Pastor “UFFN Schellenbergk“ an. Das Schulzimmer ist auf Veranlassung des Erbrichters Hansen Kühne in diesem Orte errichtet worden und zwar auf die Weise, dass Heinrich Klemm, der Leineweber, seine Weberstube zur Verfügung stellte, wo  einige Schulbänke Aufstellung fanden.
In seiner Weberstube wirkte Heinrich Klemm getreu des ihm aufgetragenen Amtes und unterrichtete die Kinder des Ortes Haynersdorf nach seinem Können. Er unterstand von anno1585 bis anno 1602 der Kontrolle des “Pfarrherren ufn Schellenberg“, des Pastors Mathias Seidel. Aus der Gründung dieser ersten ortseigenen Schule ist ferner noch die sehr interessante Tatsache festzustellen, dass Hansen Kühn, der Erbrichter zu Haynersdorf, auf dem Gute Lorenz Neumanns an dem Gerichtswegen ken Dittmannsdorff“ wie es wörtlich heisst“ Tzour Verkuendigkung vn(von) Freudt vndt Leydt, tzour Warnungk bey Gefahr“ ein Glöcklein aufhängen liess, welches der erste Ortsschulkatechete Heinrich Klemm  zu bedienen hatte.
Für diese Tätigkeit erhielt er jährlich „ 10 gute Groschen von dero Gemeinde“. Er starb 1639 zu Haynersdorf und wurde, wie er es gewünscht hatte, t‘ufn Gottesacker im Märkleyn Schellenbergk“ beerdigt> nachdem er sein Schulmeisteramt getreulich 54 Jahre in Haynersdorf verwaltet hatte. Sein Nachfolger wurde der 2 te Ortsschulkatechete Christoph Kleber anno 1639, der bis 12. Martius(März)1668 das Schulamt verwaltete. Anno 1668 erfuhr die Schule in Hennersdorf eine Wandlung insofern, als bei dem auf Kleber folgenden Lehrer Hans Enge gesagt wird, er sei von anno 1668 bis 1672“ Kinderlehrern in der Schulen im Orte selbst“ gewesen. Die Schule wurde also anno 1668 in den Ort selbst und zwar in das noch heute stehende Haus Ortsliste Nr.17 Uhlig verlegt.
Wörtlich heisst es hierzu:“onweyt dero Furth des Weges durch die Copowa ken Kunnersdorff.
Von 1672 bis 1683 war in Hennersdorf nochmals der Lehrer Christoph Kleber als Schulmeister tätig ‚ dem 1683 Gottfried Schilling,“ des Schulmeisters zu Erlebach Sohn“, wie es wörtlich heisst, folgte, der bis 1695 amtierte. Gottfried Schilling muss ganz besonders hohes Ansehen im Orte genossen haben, denn von ihm wird als von dem „Hochge1ahrten Herrn Gottfried Schilling , des Schulmeisters zu Erlebach Sohn“ gesprochen.  Ihm folgte 1695 Kinderlehrer Georg Felbern ‚ dem 1713 der Strumpfwirker Georg Ernst Naumann folgte. Naumann übte das Schulmeisteramt ebenfalls nebenberuflich aus. J hm folgte ein Gottfried Ender, dessen Nachfolger Salomo Grosser im Frühjahr 1773 wurde. Am 18. September 1773 wurde dann als Nachfolger des Salomo Grosser ein Kinderlehrer Johann August Felbern zur Unterweisung der Kinder des Ortes angestellt.
Mit diesem Zeitpunkt tritt in Hennersdorfs Schulwesen eine Wende ein, als von da ab Hennersdorf als ein eigener Schulbezirk geführt wird, und mit unter behördlicher Aufsicht steht. Hatte bisher nur der jeweilige Pfarrherr die Kontrolle inne gehabt, welche auch weiter bestand, so teilte sich um 1773 die Kirche mit dem Staate in die Aufsicht über das Schulwe¬sen. Mit dem Zeitpunkt der behördlichen Kontrolle erscheinen in Hennersdorf selbst auch die ersten schriftlichen Unterlagen über das Schulwesen. Leider sind diese Berichte äusserst knapp gehalten, sodass eben bisher wenig über das Schulwesen selbst bekannt wurde.

Hochwohl Ehrwürdiger Großachtbar u. Wohlgelahrter Hochgeehrtester Herr Pastor!!

Entzifferter Text:

Da die Kinderlehrer auf den allhier zu Augustusburg und Schellenberg eingepfarrten Dörfern schuldig sind, Sonntagsnachmittags, wenn in hiesigen Kirchen den Alten, kränklich Gebrechlichen, Schwangeren, Eltern, Kindern und sonstiglichen Comunicanten zur Lasten nicht geprediget wird in ihrer Schulstube Betstunde zu halten, schuldig sind, die Betstunden aber, wie glaubwürdig angezeigt wurde, von sehr wenigen Einwohnern besucht werden; Auch wurde auf Seiner hohen Ober-Consistorii zu Dresden dieserhalb an uns ergangenes Rescript Euerer Hochwohl Ehrwürden endlich  veranlasset, für die Person aber verfüget, gedachte Betstunden mit Fleiß zu besuchen und strenge Aufsicht  zu führen, dass dieselben  nach Maßgabe des 17.     


Dem am. 18. September 1773 angetretenen Schulmeister Johann August Felbern folgt am 12. Januar l777 bis zu seinem Tode 1784 Traugott Leberecht Otto, ein Schuhmacher aus Otzdorf. Er übte das Schulmeisteramt ebenfalls nur nebenberuflich aus. Aus seinem Wirken ist uns die auf Seite 5 dieser Fest¬schrift in Originalcopie wiedergegebene Urkunde erhalten geblieben, wel¬che eine Klage der “Kinderlehrer auf den allhier zu Augustusburg und Schellenberg eingepfarrten Dörfern “betrifft, indem sich die Lehrer der Dörfer in jener Urkunde beschweren über den ungenügenden Besuch der “Sonn¬täglichen Betstunde.“
Sein Nachfolger war Friedrich Gotthold Pilz von März 1785 bis zu seinem Tode 1809. Als nächster Lehrer wird dann Johann Gottlieb Naumann vom Jan. 1810 bis Herbst 1814 genannt. Diesem folgte am 22. Januar 1815 Johann Gottlob Reuter aus Krumhermersdorf, der das Hennersdorfer Schulamt bis zu seiner 1536 erfolgten Versetzung in den Ruhestand verwaltete. Sein Nachfolger wurde der am 27.12.1808 zu Klingenthal i. Erzgebirge (sicher Vogtland) geborene Christian August Adler. Er war als Lehrer hier tätig vorn 17.10.1836 bis zu seinem Ruhestand am 11.6. 1874.
Mit dem Lehrer Christian August Adler ‚ welcher auf Seite 7 dieser Fest¬schrift im Bilde wiedergegeben ist, treten wir nun in die hundertjährige Vergangenheit unserer Jubilarin, der 1838 erbauten Hennersdorfer Volksschule ein, denn dieser Lehrer war der erste Lehrer ‚ welcher sein Wirken für Heimat und Vaterland an den Kindern Hennersdorfs in dieser Schule begann.
Durch die Entwickelung des Ortes ‚ zu der bekanntlich sehr viel die 1823 erfolgte Gründung der Baumwollspinnerei der Firma Gruber & Keller heute Leistner‘sche Fabrik, beigetragen hatte, wurde die alte Ortsschule im Hause Ortsliste 17 zu klein. Der Gedanke eines Schulneubaues war schon vorher hin und wider besprochen worden und erhielt seine Verwirk¬lichung mit dem Bau der heutigen Ortsschule neben dem Erbgericht zu Hennersdorf. So geschah es gewiss unbewusst, dass traditionsgemäss die neue Schule neben der Stätte errichtet wurde, in welcher wir den Uranfang Hennersdorfs Schulwesen anno 1526 nachweisen können. Der Bau kostete 4000 Thaler und geschah während der Amtszeit des Lehrers Christian August Adler. Er war, wie bereits erwähnt, bis 11. Juni 1874 hier als Lehrer tätig und hat gelegentlich seiner Versetzung in den Ruhestand von Sr. Majestät dem König Albert von Sachsen, in Anerkennung seiner langjährigen treuen und gewissenhaften Wirksamkeit und der in seinem Amts sich erworbe¬nen hohen Achtung mittels Dekret und der zum königl. sächs. Albrechtsorden gehörigen Medaille in Gold allerhöchste Anerkennung gefunden und unter entsprechender Feierlichkeit überreicht erhalten. Auf Wunsch der damaligen königl. Schulinspektion ‚ sowie der Gemeindebehörde verwaltete Adler noch so lange das hiesige Schulamt • bis statt seiner ein Nachfolger kommen würde. Er war 38 Jahre im Amte., Am 19.10.1874 verabschiedete er sich von seinen Schulkindern und der Gemeinde und zog in den folgenden Tagen in den Ruhestand nach Zschopau. So der Bericht des Lehrers Adler über sein hiesiges Wirken ‚ er schreibt wörtlich dann weiter „ Der gnadenreiche, barmherzige und gütige Gott schütze allezeit Hennersdorf und. seine Bewohner in Haus, Familie und Beruf.“
Seine Nachfolger waren die Lehrer GE0RGI vom Oktober 1874 bis 1876, Theodor DRESCIER bis 1878 und Karl VOIGT vom Juli bis September 1878 . Ihnen folgte Alfred Theodor HEBER von 1878 bis 30. März 1920. Er war bereite Michaelis 1919 in den Ruhestand versetzt, verblieb aber bis zum Abschluss des Schuljahres Ostern 1920 noch hier, er starb am 16. März 1928 in Erdmannsdorf und wurde in Augustusburg beerdigt.
Ab 1911 waren noch verschiedene Hilfslehrer tätig, so z.B. Hilfslehrer Hochmuth, von 1911 - 1913, Walter Keil von 1913— 1915 ‚ Herbert Freitag von 1915 bis 20. April 1919. Als nächster wird dann Arno Krell Schulamtskandidat, ab 18.August 1919 Hilfslehrer an der hiesigen Schule bis zum 30. September 1920 genannt. Am 12. April 1920 wurde Paul Georg HÖSEL, geb. am 3. September 1885 in Wiederau bei Gossen, als ordentlicher Lehrer ein¬gewiesen. Lehrer Hösel hatte seine Ausbildung erhalten im Lehrerseminar Rochlitz von 1900— 1906, war später Hilfslehrer in Großmilkau bei Rochlitz von 1906— 1909. In Hausdorf bei Maxen Bezirk Dippoldiswalde wurde er 1909 Lehrer und war als solcher dortselbst bis zum Ausbruch des Weltkrie¬ges tätig, sodann wirkte er noch als Kirchschullehrer von 1914— 1920 in DOBRA bei Radeberg. 1920 übernahm er das hiesige Schulamt und verwaltete es bis zur Machtübernahme des Nationalsozialismus in Deutschland im Jahre 1933. Er ging 1934 hier ab und übernahm eine weitere Stelle als Lehrer in Öderan.
Unter Paul Hösel sind noch verschiedene Hilfslehrer hier tätig gewesen, welche alle ihre Erwähnung in der Gemeindechronik des Ortes gefunden haben. Als Nachfolger Paul Hösels ist der heutige Schulleiter Erich Heinig zu nennen, der zunächst ab 8.April 1931 als nichtständiger Lehrer hier am¬tierte. Er wurde am 27. Mai 1932 personalständig und übernahm die hiesige Schulleitung beim Abgang seines Vorgängers Hösel. Am 12. April 1934 er¬folgte seine Einweisung durch Oberschulrat UHLMANN und durch die Schulbezirksvertretung. Unter ihm amtierten weitere Hilfslehrer, welche eben¬falls in der Gemeindechronik Hennersdorf ihre Erwähnung gefunden haben.
Als letztes und wichtigstes Geschehnis in der Geschichte der Ortsschule von Hennersdorf ist nun noch die Neuanschaffung einer Glocke auf das Schulhaus von Hennersdorf zu erwähnen.

G l o c k e n w e i h e   v o n   H e n n e r s d o r f

Nach 18 jähriger Pause wieder eine eigene Glocke.
Der Opfersinn der 570 Volksgenossen zählenden Gemeinde von Hennersdorf, von dem das im Jahre 1925 als erstes im Kreise Flöha errichtete Krieger¬denkmal beredtes Zeugnis ablegt, hatte sich auch wieder aufs neue bewährt, indem er sich einsetzte für die Wiederbeschaffung einer Glocke für das Schulhaus in Hennersdorf.
Im Gemeindehaushalt auf das Jahr 1838 steht eine “Spezifikation über eine neue Glocke auf das Schulhaus zu Hennersdorf, die am 8.März in Arbeit genommen worden ist, und zwar das Pfund zu 14 Gulden mit Einschluss des Abganges“
Die Glocke allein kostete der Gemeinde damals 137 Thaler 23 Gulden ‚mit Aufhang 145 Thaler 13 Gulden. In welcher Geldnot die Gemeinde damals stand, geht aus den Zahlungsbedingungen des G1ockengiessers hervor nämlich “Die Hälfte ist zu zahlen bei Ablieferung der Glocke ‚ und je ein Viertel am 27. November 1838 und am 27.Mai 1839“. Diese Glocke hat der Gemeinde Tag für Tag treu gedient in Freud, Leid ,u. Gefahr. Dankbar sei dabei all der Glieder der Lehrerfamilien gedacht, die jahrzehntelang unentgeltlich ‚ oder gegen eine kaum nennenswerte Entlohnung nach jedem Glockenschlag ‚ von jeder Arbeit hinweg hinaufstiegen ‚ um durch das Ziehen des Stranges den ehern Mund dieser Glocke reden zu lassen.
Im Weltkriege musste diese Glocke an die Heeresverwaltung abgeliefert werden. Sie wurde abgenommen und in das Dresdener Arsenal versandt. Wie aus verschiedenen Aufzeichnungen noch entnommen werden kann, wurde der Versand dieser Glocke allgemein bedauert. Da die Glocke nun nicht eingeschmolzen worden war, hätte sie leicht bei  einigermassen energischem Handeln wieder an ihren alten Platz aufgehängt werden können. Die Volksgenossen merkten ‚ je länger je mehr, dass ihrem Dorfe die Seele fehlte. Bereits 1921 brachte deshalb die Gemeinde nach heutigem Werte RM 166.— als Summe für die Beschaffung einer neuen Glocke auf.
Es ist der jetzigen bewussten Gemeindeführung zu verdanken, dass sie beschloss, eine neue Glocke für den schönen Schulhausturm zu beschaffen. Der Guss wurde ausgeführt von der Gießerei PIETZEL in Dresden—Neustadt. Unsere Schulglocke ist 2,6 Zentner schwer. Ihre Einweihung erfolgte am 1.Ostersonntag ‚ am 21. April 1935. Die gesamte Glockenweihe soll hier nicht noch einmal aufgezählt werden sie ist ausführlich in der Gemeindechronik des Ortes behandelt und der Nachwelt überliefert worden.
Mit dem Abschluss der Glockenweihe ist zugleich bis auf das nunmehrige Schul—und Heimatfest anlässlich des hundertjährigen Bestehens unserer Schule die Geschichte der Volksschule zu Hennersdorf und das 412 jährige Bestehen Hennersdorfer Schulwesens ausführlich dargelegt worden. Die Gemeinde Hennersdorf verbindet mit ihrem Schulfest gleich¬zeitig die Feier des 658 jährigen Bestehens als Ort. Für die Festteilnehmer wird deshalb der weitere ortsgeschichtliche Überblick über das 658 jährige Bestehen unseres Ortes von ganz besonderem Interesse sein.

 

Der Bau der Augustusburg

Auszugsweise soll in dieser Festschrift auch der Bau der altehrwürdigen  Augustusburg, soweit als der Bau derselben mit unse¬rem Orte geschichtliche Verbundenheit hat, seine Erwähnung finden. Ausführlich wurde, wie schon bei anderen wichtigen geschichtlichen Abrissen unseres Heimatdörfchens erwähnt wurde, der Bau der Augustusburg in unserer Gemeindechronik erwähnt. Wie auch schon in unserer Gemeindechronik gesagt, stand vor der Augustusburg einmal das alte Ritterschloss der Reichsministerialien von Schellenberg. Dieses Schloss wurde am 27. April 1547 durch Blitz¬schlag eingeäschert. An seine Stelle erbaute Kurfürst August, im Volks¬munde „Vater August“ genannt, ein neues Schloss, die heutige Augustusburg. Ein an den damaligen Amtsschösser ergangener Befehl des Kurfürsten, welcher noch erhalten ist, soll hier seine geschichtliche Erwähnung finden. Er lautete: „Lieber Getreuer! Du wirst berichtet haben, dass unser Schloss Schellenberg in dem verflossenen 1547 Jahre derer mehrere Teile durch Anzündung eines Hagelwetters abgebrannt, welcherhalben die Mauern bishero also verdorben, dass kein weitere Gebäude beständig darauf zu bleiben, zu wagen. Darum wir nicht umgehen mögen, weil solches des Hauses Sachsens ältester Schlösser eines, aus erforderter Notdurft auch zur Zierde des Landes Sachsen alle, solches Schlosses alte Gebäude abtragen zu lassen, und zu verordnen, dass an des Statt von Grund auf ein neues Schloss erbauet werde •........‘.So der Befehl des Kurfürsten über die Erbauung der Augustusburg. Der Bau machte viel Schwierigkeiten. Um den Bau zu beschleu¬nigen, wurden 200 Mann zum Grundgraben verwendet., für eine wöchentliche Arbeitsleistung erhielt jeder Arbeiter 18 Groschen Lohn. 31 Einwohner des churfürstlichen  Amtsdorfes Heynersdorff haben an diesem Schlossbau  teilgenommen. Die Hennersdorfer Bauern mussten sich durch Fronfuhren an der Erbauung der Augustusburg beteiligen. Über das Geschlecht der Kempe zu Haynersdorf und der Bergbauern zu Heynersdorf sind dem Verfasser unserer Gemeindechronik die Unterlagen für diese Fronfuhren bekannt.
Ferner hatten auch die Einwohner von Hennersdorf während des Baues der Augustusburg Wächter für die alte Linde im Schlosshof (Lindengarten) zu stellen, die während des ganzen Baues eingestrickt war, um sie nicht zu beschädigen.


Die altehrwürdige Zschopaubrücke und das Brückenzollwesen in unserem Orte.
Als Symbol für unser Dörfchen ist weit und breit unsere altehrwürdige Zschopaubrücke bekannt, wel¬che an Stelle einer früheren Furt durch die COPOWA, wie es in den verschiedensten Urkunden und Akten immer heisst, 1840 von dem damaligen Kirchen-. baumeister, der übrigens auch unsere Jubiläumsschule erbaute, UHLIG aus ALTENHAIN erbaut wurde. Über diesen Zeugen alter Brückenbauerkunst führt heute die Strasse nach unserm Nachbarort Kunnersdorf, welcher übrigens zu gleicher Zeit wie unser Heimatdörfchen  seine Gründung im Jahre 1280 erfuhr. Mit der Erbauung unserer alten Zschopau¬brücke hält zwangläufig auch das Brückenzollwesen seinen Einzug in unser Dörfchen. Früher erhob sich an der Stelle, wo heute die Eisenbahnschranke steht, eine Zollschranke, wo man für das Passieren der Brücke seinen Brückenzoll entrichten musste. Im Gemeindearchiv ist noch eine Berechnung des Brückenzolles auf das Jahr 1848 vorhanden, aus der wir ersehen können, dass Fußgänger für das Passieren der Brücke keinen Zoll zu ent¬richten brauchten. Lediglich der Fahrverkehr hatte für ein Geschirr mit 2 Stück Zugvieh, also zweispännig einen Neugroschen, mit 1 Stück Zugvieh 5 Pfennige zu entrichten. Für getriebenes Vieh wurden 2 Pfennige berechnet. Der Verkehr kann jedoch nicht allzu groß gewesen sein, denn für das laufende Jahr sind uns die täglichen Einnahmen an Brückenzoll 1848 erhalten geblieben. So wurden z.B. am 1. Januar 1848 an Brückenzoll 3 Neu - groschen kassiert, der Brückenzoll pro Monat Januar 1848 belief sich auf 1 Thaler ‚ 19 Neugroschen, 5 Pfennige, während die Gesamteinnahmen sich auf 17 Thaler, 22 Neugroschen 5 Pfennige im Jahre 1848 beliefen. Als Brückenzolleinnehmer ist wohl allen älteren Ortseinwohnern und auch allen älteren Festteilnehmern unseres Ortes ‚ die hier geboren sind, noch CARL WEINHOLD ‚ der Schwiegervater des hier ansässigen Geschäfts¬inhabers Max Krauss gegenüber der Brücke bekannt. Das Brückenzollwesen wurde später aufgehoben. Heute ist unsere altehrwürdige Zschopaubrücke für jeden Verkehr zollfrei.

Aus dem Kirchenwesen

Die kirchliche Verbundenheit mit unserer Heimatkirche in Augustusburg können wir in den Kirchenbüchern der evangelischen Pfarrgemeinde nachweisen bis zum Jahre 1539 ‚ dem Jahre der “Einführung der Reformation Dr. Martinus Lutheri allhier“, wie es auf der ersten Seite des Kirchenbuches heißt. Kirchliche Verbundenheit mit unserer Heimatkirche auch in der katholischen Zeit kann durch die Trauung des ältesten Kempebauern bereits seit dem Jahre 1339 nachgewiesen werden. “Schellenbergk“, das heutige Augustusburg, gehörte nach der MATRICUL von dem EPISCOPATU  MISNENSI vom Jahre 1346 „AD SEDEM FREIBERGK“. Anno 1504 machen sich bereits evangelische Einflüsse in hiesiger Gegend und insbesondere in Hennersdorf bemerkbar, wie ausführlich in unserer Gemeindechronik nachgewiesen wurde.
In den Annalen unseres Kirchenwesens ist ausführlich die ganze Geschichte des evangelischen Kirchenwesens unserer Heimatkirche verzeichnet. Wir finden in diesen Annalen die Nennungen sämtlicher Pfarrer bis in die ältesten Anfänge hinein, ferner ist in dem besonderen Abschnitt unserer Gemeindechronik bezüglich des Kirchenwesens auch der katholische Anfang verzeichnet, Kriegs- und Notzeiten haben unserer Heimatkirche manchen Schaden zugefügt. Durch Brände erlebten wir den Verlust unserer Heimatkirche in den verschiedensten Jahrhunderten.
Im Jahre 1567 „urigirte“, wie es wörtlich heisst, die Städtelein Gemeinde
eine Verordnung, wonach die Heynersdorffer den Leichenweg unter dem Bärengarten benutzen mussten. Es war ihnen also nicht gestattet, ihre Toten durch das Städtlein Schellenberg zum Gottesacker zu schaffen. Dieser Weg ist der heutige Weg hinter dem Schlosse vorbei zur Drahtseilbahn.
Das gesamte kirch1iche Leben unsrer Gemeinde ist seit Bestehen der Kirchenbücher in unserer Heimatkirche seit dem Jahre 1539 getreulich verzeichnet worden. Wir finden in diesen Büchern Not und Leid, Krankheitsjahre mit ihren furchtbaren Wirkungen, wie die Pest und die Sterb1ichkeitsziffern getreulich verzeichnet.
In unserer Gemeindechronik hat der Verfasser derselben auch die Erbauung der Schlosskirche zu Augustusburg verzeichnet, in welcher manche Hennersdorfer Familie den Bund für das Leben schloss. Die Sch1osskirche war von anno 1572 bis 1845 Hauptkirche für die Kirchfahrt Sohe11enberg, während die Stadtkirche St. Petri Nebenkirche war. Letztere fiel in der Nacht vom 6.—7. November 1831 einer Feuersbrunst zum Opfer. Ihr Neubau wurde am 27.9 1840 begonnen. Die Ursache zu diesem furchtbaren Brand war die Brandstiftung des Brandstifters Karl ELLER vom STÄDTELEIN SCHELLENBERG, we1cher  für seine ruchlose Tat am 20. November 1832 hingerichtet wurde. Diese Hinrichtung war die letzte, welche im Städtelein  stattfand. Viele Henners¬dorfer erinnern sich noch der mündlichen Überlieferungen ihrer Eltern bezw. Grosseltern ‚ welche diese Hinrichtung noch erlebt haben. Eine ausführliche Darstellung der Hinrichtung ist unserer Gemeindechronik ebenfalls angeschlossen worden. Es ist hier an dieser Stelle unmöglich wegen Platzmangel nochmals die gesamte Hinrichtung zu bringen.

Von dem Postwesen

.Anno 1846 entstand. in den einzelnen Ortschaften rund um die Augustusburg das Ortspostwesen. Der Ort Hennersdorf, wurde, wie uns die Gemeindechronik berichtet von Erdmannsdorf aus als Landzustellungsbezirk mit betreut. Als Landbriefträger sind wohl allen alten Hennersdorfern noch die Briefträger
LANGER und REICHEL aus Erdmannsdorf bekannt. Bei jedem Wetter, ob Schnee oder Eis, ob Kälte oder Sonnenschein mussten die Landbriefträger den weiten Weg nach hier täglich machen, um das Postwesen aufrecht zu erhalten. Ferner verkehrte dann noch eine Poet von Falkenau über Augustusburg nach hier.
Eine eigene Posthilfsstelle wurde in Hennersdorf errichtet im Jahre 1914 und zwar am l5. Juli. Als ihr Verwalter wurde der heute noch in rüstiger Frische tätige Franz Schubert bestimmt, der Hennersdorfs Postwesen seit dieser Zeit getreulich verwaltet.
Postalisch gehört zu Hennersdorf die Ansiedelung Schönthal im Zschopautal oberhalb Hennersdorf gelegen, mit dem in der Nähe befindlichen Bahnwärterhaus Schöntal. Die Ansiedelung Schönta1 gehört zur Gemeinde Witzschdorf, welche ihre Gründung anno 1282 durch den Kolonistenführer WEIGART erlebte und in ihrem Uranfange die Ortsbezeichnung WEIGARTSDORPENSIS führte. Die Bezeichnung Schönta1 für diese Ansiedelung ist auf einen Besitzer Schön aus Zschopau zurückzuführen.

Die Z S C H O P A U T A L B A H N
In das Jahr 1862 fällt der Bau der Eisenbahnlinie im Zschopautal. Viele Hennersdorfer, die heute nicht mehr leben, haben an ihm teilgenommen. Wohl allen älteren Hennersdorfern ist der bestens bekannte Bahnwär¬ter Bernhard WEISS ‚ ein Nachkomme aus dem großen Weiss‘schen Bauernstamm zu Bockau, Amtsh. Schwarzenberg bekannt. Er hat diesen Bau in den Jahren1862~ 1865 mit erlebt und selbst daran teilgenommen. Mit der Inbetriebnahme der Linie wurde er Bahnwärter in Hennersdorf und zwar an dem Posten, welcher an der heutigen Ausweichstelle der Eisenbahn in Richtung Chemnitz liegt. Sein Wirken als Bahnwärter erstreckte sich auf eine Zeit von insgesamt 36 Jahren. Jm 71. Lebensjahre nahm er seinen Abschied und siedelte nach Augustusburg über, allwo er verstarb und auf dem Gottesacker der Stadt Augustusburg begraben wurde.

EHRENTAFEL

Unserer Gefallenen
Auf dem Altar des Vaterlandes opferten Ihr Leben im Weltkriege:
  • Soldat Arthur Schneider gef. am 8. September 1914
  • Soldat Walter Oehme gef. am 17. September 1914
  • Soldat Otto Melzer gef. am 21. September 1914.
  • Soldat Guido Kernpe gef. am 11. November 1914
  • Soldat Karl Mey, gef. am 14. Januar 1915
  • Jäger Paul Auerbach, gef. am 15. Mai. 1915
  • Soldat Fritz Leiter, gef. am 14. Juli 1915
  • Soldat Gerhard Eng1er gef. am 28. August 1915
  • Lt.d.R. Hermann Leistner gef. am 27. September 1915
  • Grenadier Moritz Heim gef. am 29. September 1915
  • Lt.d.R. Georg Leistner gef. am 5. April 1916
  • Gefreiter Linus Kluge gef. am 7. Juni 1916
  • Soldat Rudolf Uhrig gef. am 15. Juli 1916
  • Gefreiter Johannes Kempe gef.am3o. August 1916
  • Husar Max Fischer gef. am 22. September 1916
  • Soldat Otto Felber gef. am 9. November 1916
  • Soldat Robert Quietzsch gef. am 19. Mai. 1917
  • Jäger Emil Heim, gef. am 4. Mai. 1918
  • Sergeant Eugen Wieland gef. am 5. Juni 1918
  • Soldat Max Leiter gef. am 26. September 1918
  • So1dat Max Fe1ber am 2. September 192o infolge Kriegsverletzung in der Heimat verstorben.

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