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Moderator: Barbarossa

 
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Barbarossa
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Gedanken am 1. Mai zur EU

01.05.2018, 12:52

Fortsetzung von: http://geschichte-wissen.de/foren/viewtopic.php?f=15&t=5793&p=66337#p66337

...
Inzwischen wird (bei den Zollverhandlungen mit den USA) von EU-Seite eine Art TTIP-Light ins Spiel gebracht. Wir werden sehen, was bei den nun folgenden Verhandlungen rauskommt. 

Interessant fand ich aber eine Aussage Trumps beim Besuch von Frankreichs Präsident Macron. Da erklärte Trump tatsächlich, er würde viel lieber mit Frankreich allein verhandeln und nicht mit der ganzen EU. Ich glaube, das ging ein wenig unter bei dem ganzen Gehabe zwischen den beiden. Inzwischen ist die EU aber zumindest in Wirtschaftsfragen eine so stark zusammenhängende Einheit, dass sie von ausländischen Mächten nicht mehr auseinanderdividiert werden kann - weder von der Trump-USA noch von Russland oder von China. Keine Macht der Welt ist noch in der Lage, in Wirtschaftsfragen die EU zu spalten und die einzelnen Länder der EU gegeneinander auszuspielen. Insofern hat die lapidare Aussage von Trump bei mir schon einen gewissen AHA-Effekt ausgelöst. Ich glaube, nur gemeinsam ist man tatsächlich stark - sogar gegen vermeintliche Verbündete, in denen plötzlich Typen wie Trump an die Macht kommen. Denn als EU sollten wir auf keinen Fall zulassen, uns gegeneinander ausspielen zu lassen.
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Ruaidhri
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Re: Gedanken am 1. Mai zur EU

01.05.2018, 13:54

Kurzfristig hatte auch George W. Bush versucht, Europa zu spalten, und einige EU-Länder fühlten sich ob der neuen Wichtigkeit geehrt und gebauchpinselt.
Mit Kern-Europa wird Trump das nicht gelingen, bei allem Zwist und aller Kritik an der EU, die die meisten, auch überzeugte Eurpäer, haben. Derzeit trägt er ganz gut zu einem besseren Europa-Gefühl bei als ihm lieb sein kann.
Macrons Antwort war dementsprechend, gewitzter französischer Diplomat, der er ist. Der weiß, dass Frankreich ohne Eu und Deutschland nicht kann- allein mit den USA mal gar nicht.
Wenn Angela Merkel weniger euphorisch als Macron in Washington begrüsst wurde, spricht das meiner Meinung nach mal für und nicht gegen sie. Inzwischen ist sogar die die Einigkeit mit GB und den Commonwealth brüchiger geworden, Trumps Politik mögen auch die Briten nicht, dem anstehenden Staatsbesuch sieht man nicht mit Freuden entgegen. Wenn er denn dieses Mal stattfindet.
Soll auch nur ein Arbeitsbesuch, kein Staatsbesuch sein- dann bleibt wenigstens der Queen einiges erspart.
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Barbarossa
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Re: Gedanken am 1. Mai zur EU

01.05.2018, 15:02

Eine Art von ,,Europa-Gefühl'' wird bei mir sicher nicht mehr aufkommen. Dazu bin ich einfach jemand, dem Begriffe, wie Nationstolz und Patriotismus zu wichtig sind, um sie gegen etwas, wie EU-Patriotismus auszutauschen. Ich weiß auch nicht, ob es sowas wirklich mal geben könnte. Die Völker innerhalb der EU sind dazu einfach zu unterschiedlich - sprachlich und kulturell. Aber die Mitgliedsstaaten könnten die EU als eine Art ,,Dach'' begreifen, unter das man sich schützend stellen kann und so sicherer vor Angriffen von außen ist, als einzelne Länder, die sich von fremden Mächten auch noch gegeneinander ausspielen lassen. Da würde ich sogar mitgehen.
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Ruaidhri
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Re: Gedanken am 1. Mai zur EU

04.05.2018, 16:28

Barbarossa hat geschrieben:
Dazu bin ich einfach jemand, dem Begriffe, wie Nationstolz und Patriotismus zu wichtig sind, um sie gegen etwas, wie EU-Patriotismus auszutauschen. Ich weiß auch nicht, ob es sowas wirklich mal geben könnte. Die Völker innerhalb der EU sind dazu einfach zu unterschiedlich - sprachlich und kulturell.

Gibt es schon längst und es ist möglich, nur für die im Westen geborenen, die den ühsamen Weg zu Anfang miterlebt haben und mitgegangen sind, immer noch einfacher als für viele, die ausgesperrt waren.
Wir hatten die Diskussion schon öfter- mit Nationalstolz kann ich nichts anfangen, Patriotismus- na ja, was habe ich mehr mit einem Bayern oder Brandenburger gemeinsam als mit einem Dänen, Niederländer oder Franzosen?
Barbarossa hat geschrieben:
Aber die Mitgliedsstaaten könnten die EU als eine Art ,,Dach'' begreifen, unter das man sich schützend stellen kann und so sicherer vor Angriffen von außen ist, als einzelne Länder, die sich von fremden Mächten auch noch gegeneinander ausspielen lassen. Da würde ich sogar mitgehen.

Nicht die Staaten, sondern die BürgerInnen müssten lernen, sich unter dieses Dach zu stellen, dazu gehört allerdings auch der Lernprozess, dass viele der nationalen Egoismen und der Vorurteile abzubauen sind. Nur dann können die belebenden kulturellen Unterschiede in friedlichem Miteinander erhalten bleiben. Verordnen kann man das nicht, das muss (und wird hoffentlich) wachsen. Deutschland ist nur ein Teil Europas, und mit Blick auf die Zukunft ist ein verstärkt einiges ( nicht einheitliches) Europa wichtiger denn je. Berufen wir uns nicht gern auf die gemeinsamen Grundsätze und Grundwerte, auf eine in weiten Teilen auf gleicher Basis entwickelter Kultur?
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Barbarossa
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Re: Gedanken am 1. Mai zur EU

06.05.2018, 08:41

Wir hatten die Diskussion schon öfter- mit Nationalstolz kann ich nichts anfangen, Patriotismus- na ja, was habe ich mehr mit einem Bayern oder Brandenburger gemeinsam als mit einem Dänen, Niederländer oder Franzosen?

Wenn man das Hochdeutsche nimmt, dann haben wir mindestens mal eine gemeinsame Muttersprache und damit auch eine gemeinsame kulturelle Grundlage. Brandenburger können Hochdeutsch, Bayern wohl auch und die Schwaben... Ok, die geben zu, dass sie das als einziges nicht können
:-D

Aber Spaß beiseite - bei einigen Osteuropäern bin ich mir mit den gemeinsamen Werten gar nicht so sicher.
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