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Moderator: Barbarossa

 
Ruaidhri
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

19.04.2017, 09:04

Cherusker hat geschrieben:
Aha, jetzt wird also nicht weiter abgewartet, sondern für Euch sind es jetzt die Rechsextremisten gewesen.

Wir haben alle klar genug formuliert, dass auch wir nicht mehr als Vermutungen äußern,bzw. uns Dinge auffallen, die eben nicht ins gewünschte ( und zunächst ja auch nicht unwahrscheinliche) Bild eines islamistischen Anschlags passen.
Irrsinn, gleich von welchen wahnsinnigen Motiven und Vorstellungen getrieben, hat eben nichts mit "Logik", wie andere sie verstehen zu tun, und genau das erschwert offensichtlich die Aufklärungsarbeit zusätzlich.
Vielleicht müsste man mehr über die Dortmunder rechte Szene wissen, (googeln hilft, auch in Bezug auf Rechtsextremisten und Fußball)die real existiert, um die Möglichkeit ebenso in Betracht zu ziehen wie einen Anschlag von pseudo- linken Irren.
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Cherusker
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

19.04.2017, 16:54

Ruaidhri hat geschrieben:
Vielleicht müsste man mehr über die Dortmunder rechte Szene wissen, (googeln hilft, auch in Bezug auf Rechtsextremisten und Fußball)die real existiert, um die Möglichkeit ebenso in Betracht zu ziehen wie einen Anschlag von pseudo- linken Irren.

Falls Du mal nicht nur googeln würdest, sondern auch andere Quellen heranziehen würdest, dann wüßtest Du, daß die meisten Ultras und Hooligans der verschiedenen Vereine "rechts" eingestellt sind. Eine weitgehende bekannte Ausnahme sind die Fans von St.Pauli, die linksextrem sind (schon in den `80igern hörte ich von denen immer die "Internationale").
In Dortmund ist es die Borussen-Front. Aber auch in Gelsenkirchen (Schalke 04) sind die Radikalen eher rechts eingestellt. Übrigens gibt es auch Verbindungen zwischen Hooligans und der Rockerszene. Warum sollten denn jetzt "Rechte" einen Anschlag gegen einen Fußballverein machen ? Die offiziellen Vereine distanzieren sich schon seit Jahren von dieser Fußballfans-Szene.
Wenn ich dann schon lese, daß das die Fans vom RB Leipzig gewesen sein könnten, dann frage ich mich, wie der Retortenverein, der noch gar nicht solange existiert, solche Fanatiker schon aufweisen kann ?
Die Polizei sollte mal auch im Hinblick auf die anderen Anschläge von Islamisten ermitteln, d.h. Stockholm, St. Petersburg, London.... überall treten einzelne gewaltbereite Islamisten auf. Schon beim Länderspiel in Hannover (Deutschland - Niederlande) wurde ein islamistischer Anschlag geplant und gerade noch vereitelt. Ein CL-Spiel wird international (bzw. sogar weltweit) beobachtet, da haben die Islamisten wieder ihre Bühne.....alle anderen Anschläge verpuffen doch mittlerweile in der Tagesordnung.
 
Ruaidhri
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

19.04.2017, 19:56

Durch Googeln kommt man zu vielen Quellen, oder warrum sollte ich sonst die Suchmaschine benutzen? ich weiß sogar ziemlich viel über Szene, und auch aus erster Hand.
Cherusker hat geschrieben:
ann wüßtest Du, daß die meisten Ultras und Hooligans der verschiedenen Vereine "rechts" eingestellt sind. Eine weitgehende bekannte Ausnahme sind die Fans von St.Pauli, die linksextrem sind (schon in den `80igern hörte ich von denen immer die "Internationale").
In Dortmund ist es die Borussen-Front. Aber auch in Gelsenkirchen (Schalke 04) sind die Radikalen eher rechts eingestellt. Übrigens gibt es auch Verbindungen zwischen Hooligans und der Rockerszene. Warum sollten denn jetzt "Rechte" einen Anschlag gegen einen Fußballverein machen ?

Eben, weil Vereine und Spieler sich klar gegen Rechts gestellt haben? Steht schon weiter oben. Letztlich sind Deine Islamismus- Theorien wie alle anderen nur Vermutungen in einem Fall, wo nirgendwo wirklich etwas zusammzupassen scheint.
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Barbarossa
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

19.04.2017, 23:20

Übrigens war heute den Nachrichten zu entnehmen, dass inzwischen immer weniger von einem islamistischen Hintrrgrund ausgegangen wird. Die Ermittlungen laufen weiter, aber man ist den Tätern anscheinend noch nicht wirklich auf der Spur.
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Barbarossa
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

21.04.2017, 17:25

Im Fall um den Sprengstoffanschlag auf einen Bus des BVB hat es gestern eine Festnahme gegeben. Es handelt sich dabei um den 28-jährigen ,,Deutsch-Russen'' Sergej W., der von Beamten der GSG 9 im Raum Tübingen festgenommen wurde. Er wird als Einzeltäter angesehen und soll aus reiner Geldgier gehandelt haben. Er wettete auf sinkende Aktienkurse durch den Anschlag und hoffte, damit viel Geld verdienen zu können. Tatsächlich stieg das Wertpapier jedoch am 12. April, dem Tag nach dem Anschlag sogar von 5,61 Euro auf 5,71 Euro. Bis zu diesem Donnerstag fiel der Kurs dann lediglich auf 5,36 Euro.
Quelle: http://m.tagesspiegel.de/politik/festnahme-nach-anschlag-auf-bvb-bus-bundesanwaltschaft-geht-von-einzeltaeter-aus/19698360.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F%3Fei%3DsB_6WIPWEuzVXuDEuuAP%26gfe_rd%3Dcr%26gws_rd%3Dssl%23q%3Dbvb%2Bfestnahme%26spf%3D381
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

21.04.2017, 19:15

Jemand in meiner Umgebung hatte den Verdacht geäußert, es könne um Erpressung gehen. Mochte niemand glauben. Was nun herausgekommen ist, ist so unfassbar und so weit an allem vorbei, was man vermuten konnte, dass es wieder die Erklärung dafür ist, dass eben nichts wirklich zusammenpasste.
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Cherusker
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

21.04.2017, 20:43

Auch wenn es jetzt ein krimineller Deutsch-Russe gewesen ist, der für seine verbrecherische Tat zur Bereichereung auch über Leichen gegangen wäre, ist es nicht von der Hand zu weisen, daß in Paris (Frankreich - Deutschland) und in Hannover (Deutschland - Niederlage) Islamisten Anschläge versucht haben, d.h. diese waren gegen den Fußball (Zuschauer, Mannschaften) gerichtet. Wenn man die Aufmerksamkeit dieses Falls bedenkt, dann kann das schnell zu Nachahmungstätern führen...... :twisted:
 
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Triton
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

21.04.2017, 22:34

Jede Wette, dass der Täter die Idee aus einem Roman abgekupfert hat. Schon John Grisham hat diese Vorgehensweise in mindestens einem Roman beschrieben.
Wie so oft bei Kapitalverbrechen kann man das Geschehen mit "Gier frisst Hirn" subsummieren. Es genügt eben nicht, fleissig Thrillerromane zu lesen und sich mit dem Basteln von Bomben vertraut zu machen. Auch das Motiv muss unverdächtig sein. Hier führten die auffälligen Optionsgeschäfte auf die Spur des Täters. Wie gesagt, sobald der wirtschaftliche Vorteil deutlich wird, werden Kapitalverbrechen zu einem leicht lösbaren Puzzle. Da hilft auch kein "genialer" Masterplan, den man sich aus der Populärliteratur geborgt hat.
 
Ein Gutes hat der Anschlag: Keine Todesopfer und zumindest diese Vorgehensweise mit Aktienoptionen wurde als deppert entlarvt. Damit dürften spiegelgleiche Nachahmetaten ausfallen. Was ja z.B. von den Lastwagenterroranschlägen nicht behauptet werden kann.  

Das Perfide der Tat war die Tatsache, dass mit der Zahl der Opfer der Erfolg gewachsen wäre. Und das (zu) fleissig Ablenkungsfinten erstellt wurden. Ich bin mir leider sehr sicher, dass wir von sehr ähnlich gelagerten Fälle sehr bald hören werden.  
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
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Re: 11. April 2017: Sprengstoffanschlag auf den BVB

23.04.2017, 23:54

Der festgenommene junge Mann ist noch nicht geständig. Die wichtigste Frage ist wohl derzeit, ob man ihm die Beschaffung des Sprengstoffs nachweisen kann. Denn ohne kann er die Bombe ja nicht gebastelt haben.
Warum die Medien seine Bundeswehrzeit als Nachweis für seine Fähigkeit, eine komplexe Bombe zu basteln, hernahmen? Ist mir schleierhaft, ich habe so etwas nicht da nicht gelernt. Er war Sanitäter, also im medizinischen Bereich tätig.

Ein seltsamer Fall, teilweise eine ausgetüftelte Tat mit einer recht komplizierten Bombe, der Kauf der Optionsscheine war dann völlig stümperhaft und durchsichtig. Erschreckend dass der Tod vieler Menschen aus reinem materiellen Interesse in Kauf genommen wurde. Und auch wenn die Morde nicht gelungen sind, selbst der Versuch ist bereits strafbar.
Er hätte wohl seine Zeit und sein Hirnschmalz besser in legale Handlungen investieren sollen. Das wahre Leben und Thrillerromane sind nicht das Gleiche. Verräterisch waren die Ablenkungsschreiben. Kriminalisten kennen das Phänomen, dass ausgerechnet die später überführten Täter sich dabei hervortun, möglichst andere zu belasten. Und sich damit selbst entlarven.

Für "den Fussball" ist die Aufklärung natürlich beruhigend, ein terroristischer Anschlag hätte jederzeit wiederholt werden können.
Und nicht vergessen: Gute Besserung Marc Bartra!
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