Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

09.06.2015, 23:39

Barbarossa hat geschrieben:
Dschihad heißt übrigens nicht "Heiliger Krieg" in der eigentlichen Wortbedeutung, sondern "Anstrengung".
Der eigentliche "Heilige Krieg" ist der "kleine Dschihad", dem der "große Dschihad" gegenübersteht, der die "Anstrengung" bedeutet, ein "guter Muslim" zu sein. Allein der große Dschihad ist eine der sog. "5 Säulen des Islam". Insofern hatte Arafat Recht, dass er den Dschihad als eigentlich friedlich erklären wollte.
Inwiefern er sich beim Begriff Märtyrer verhaspelte, steht im Artikel leider nicht näher erklärt. Natürlich spielt der Begriff in einem "Heiligen Krieg" auch eine Rolle. Wir sollten aber nun wirklich nicht so tun, als ob Christen nie Kriege geführt hätten und dort nicht auch stets Priester mit an der Front Dienst tun.

Um Christen geht es hier auch gar nicht, wir wollen nicht Juden und Christen in einen Sack stecken und nicht ins frühe Mittelalter verfallen. Fakt ist das Arafat nicht zu trauen war. Er ermutigte mit seiner Rhetorik die Terroristen dazu, dass sie felißig sich weiter in israelischen Bussen und Bushaltestellen vor unschuldigen Menschen in die Luft zu sprengen Man ist also nicht gegen israelisches Militär vorgegangen, sondern gegen Unschuldige .Das war auch ein Grund warum es zum Politikwechsel in Israel kam und die breite Bevölkerung dahinterstand.
 
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Barbarossa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

10.06.2015, 08:40

Immerhin bekam Arafat zusammen mit Peres und Rabin den Friedensnobelpreis für die zeitweiligen Erfolge bei den Friedensverhandlungen. Erst nach dem Tod von Rabin kamen die Verhandlungen ins Stocken. Ich sehe den Politikwechsel Israels danach für die Hauptursache für die Radikalisierung der Palästinenser danach.
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

18.06.2015, 14:46

Lieber Barbarossa,
ich sehe das ähnlich. Es muß eine liberalere Regierung in Israel an die Macht kommen, sonst sehe ich für Israel schwarz. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Barbarossa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

28.10.2015, 01:17

Hier ein sehr interessanter Film über die Verhältnisse im Westjordanland: http://www.mdr.de/mediathek/suche/media ... as&x=0&y=0

Wer ist noch sprachlos?

Und - ja ich muss sagen, Israel ist verdammt nahe dran, ein Schurkenstaat zu sein.
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

08.02.2017, 23:05

Israels Parlament hat ein Gesetz beschlossen, durch das die Realisierung des Palästinenserstaates in noch weitere Ferne rückt. Das Gesetz soll illegale, auf palästinensischem Privatland errichtete jüdische Siedlerbauten nachträglich ,,legalisieren''. Das Gesetz erstreckt sich auf etwa 4000 Wohnungen jüdischer Siedler. Für die widerrechtlich enteigneten Palästinenser sieht das Gesetz eine Entschädigung vor - entweder in Form von Ersatzgrundstücken oder in Geld. 
International stößt das Gesetz auf scharfe Kritik, wie z. B. bei Regierungen der EU und die Türkei. Die PLO sprach gar vom Ende der Zwei-Staaten-Lösung. Aber überraschend auch die Trump-Administration übte Krtik an dem Gesetz, was einmal mehr die Unberechenbarkeit der neuen US-Regierung unterstreicht.
Das oberste Israelische Gericht könnte das Gesetz noch kippen.
Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.israelisches-siedlergesetz-scharfe-kritik-aus-frankreich-grossbritannien-und-tuerkei.8597d525-d807-4b6d-867f-4d4ba67a82d7.html
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

28.02.2017, 18:57

Ein kleiner Nachtrag: 

Schon Mitte des Monats hat sich US-Präsident Trump zum Nahost-Konflikt geäußert. Für Trump ist die Lösung des Konflikts nicht zwingend in der Zweistaatenlösung zu suchen - er besteht nicht zwingend darauf. Letztlich müssten die Parteien selbst eine Lösung des Problems finden. Israel ermahnte er zur Zurückhaltung beim Siedlungsbau im Westjordangebiet.
Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/treffen-mit-netanjahu-trump-israel-und-palaestina-muessen-friedensloesung-selbst-finden_id_6651999.html
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

12.10.2017, 22:39

Es könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Staat der Palästinenser sein. Die seit 10 Jahren verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben sich auf eine Einheitsregierung und eine Machtteilung geeinigt. Die Hamas soll in dieser Regierung wichtige Ministerposten erhalten. Gerade einmal zwei Tage sollen die Gespräche dazu im Hauptquartier des ägyptischen Geheimdienstes in Kairo gedauert haben.
Wichtige Punkte für eine gemeinsame Regierung sind aber offenbar ungeklärt. So hatte Fatah-Mitbegründer und Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, gefordert, dass die Qassam-Brigaden - der bewaffnete Arm der Hamas - ihre Waffen abgeben müssten. Das lehnt die Hamas bisher ab - signalisiert lediglich eine mögliche Mitbestimmung der Fatah.
Auch sind die Standpunkte beider Palästinenserorganisationen bezüglich Israel sehr unterschiedlich:
Während die Fatah auf Verhandlungen mit Israel zur Zweistaatenlösung setzt, lehnt die Hamas das Existenzrecht Israels bis dato ab und setzt auf den bewaffneten Kampf.



Die Palästinensergebiete sind seit 10 Jahren gespalten. Während die Fatah die Verwaltung in Teilen des Westjordanlandes ausübt, hat die Hamas 2007 den Gaza-Streifen gewaltsam an sich gerissen und die Fatah von dort vertrieben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat bereits vor Bekanntgabe der Einigung jeglichen Dialog mit den Palästinensern ausgeschlossen. Die derzeitige israelische Regierung will anscheinend alles ablehnen, was eine Zweistaatenlösung voranbringt.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/h ... 72604.html
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Barbarossa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

06.12.2017, 22:09

Das darf doch alles nicht wahr sein:
UA-Präsident Trump hat heute offiziell Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und hat das Außernministerium angewiesen, mit den Vorbereitungen des Botschftsumzugs zu beginnen. Während Nethanjahu die Entscheidung als ,,historisch'' begrüßte, ist die arabische Welt und insbesondere die Palästinenser bestürzt - die Hamas rief gar offen zum Widerstand auf.
Auch die Türkei sieht den Friedensprozess bedroht.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Trump-schla ... 70935.html
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Agrippa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

06.12.2017, 22:17

Barbarossa hat geschrieben:
Das darf doch alles nicht wahr sein:
UA-Präsident Trump hat heute offiziell Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und hat das Außernministerium angewiesen, mit den Vorbereitungen des Botschftsumzugs zu beginnen. Während Nethanjahu die Entscheidung als ,,historisch'' begrüßte, ist die arabische Welt und insbesondere die Palästinenser bestürzt - die Hamas rief gar offen zum Widerstand auf.
Auch die Türkei sieht den Friedensprozess bedroht.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Trump-schla ... 70935.html

Das darf doch nicht wahr sein!!!  Das wird zu großem Ärger führen....
Jetzt müssen für "Trivial Pursuit" neue Antworten gedruckt werden. Und bei diesem Spiel gab es ohnehin schon immer Streit.
Schlimmer noch: In Günther Jauchs Rateshow könnte es nun zwei richtige Antworten auf die Frage nach Israels Hauptstadt geben. Die reinste Konfusion!!
Warum tut Trump uns das an?
 
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Agrippa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

06.12.2017, 22:24

Spaß beiseite. Es handelt sich nur um einen symbolischen Akt, der für die Juden jedoch eine große, historische Bedeutung hat. Der Status für den Tempelberg bleibt unverändert.

Der Kuschelkurs mit den Palästinensern, der vom Westen jahrzehntelang verfolgt wurde, hat wenig Wirkung gezeigt. Jetzt kommt Bewegung ins Spiel.
An der Zweistaatenlösung halten die USA nach wie vor fest. Das Angebot an die Palästinenser könnte so aussehen, dass sie einen eigenen Staat gründen können, dessen Hauptstadt jedoch nicht Jerusalem heißt. Wäre das so tragisch? 
 
 
Paul
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

06.12.2017, 23:32

Die Entscheidung von Donald Trump kann den Terrorismus fördern, da sich für die Palestinenser die Lage weiter verschärft. Es gibt keine Perspektive für einen lebensfähigen palestinensischen Staat. Den Palestinensern fehlen die Mittel auf gleichberechtigte Verhandlungen. Die USA erweisen sich als eindeutig parteiisch.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha
 
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Barbarossa
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

07.12.2017, 08:51

Unter Trump sind die USA in dieser Frage parteiisch - wie die Republikaner insgesamt auch. Das war unter Obama anders und darum knirschte es auch hefig zwischen den USA und Israel.  Trump verfolgt in diesem Fall klar die Linie seiner Partei.
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

07.12.2017, 19:12

Barbarossa hat geschrieben:
Trump verfolgt in diesem Fall klar die Linie seiner Partei.

Jetzt wird ein Regierungschef sogar dafür gescholten, dass er die Linie seiner Partei verfolgt.
Soetwas Unerhörtes kennen wir in Deutschland nicht mehr. Leider. Wenn die Bundeskanzlerin einigermaßen die konservativen Werte ihrer Partei verfolgt hätte, wäre die AFD unbedeutend und Deutschland hätte wieder eine Regierung.
Zurück zu Israel/Palästina und Jerusalem:
Nachdem Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat, drohen die Palästinenser, allen voran die radikal-islamische Hamas, mit einem neuen Aufstand. Im Deutschlandfunk sagte heute ein Vertreter der Juden in Deutschland, dass es nicht sein kann, dass man seine eigene Politik und sein Handeln an den Drohungen anderer ausrichtet. Wenn man schon 1948 diese Einstellung vertreten hätte, wäre es niemals zur Staatsgründung Israels gekommen.
 
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

08.12.2017, 12:06

Das wäre aus meiner Sicht besser gewesen. Die Gründung Israels als ein Staat der Juden war ein historischer Fehler. Es hätte statt dessen ein gemeinsamer Staat der Juden und Palästinenser gegründet werden sollen, in dem nicht eine Bevölkerungsgruppe über die andere bestimmt, und zwar egal, welche Bevölkerungsgruppe zahlenmäßig gerade in der Mehrheit ist. Aber an so etwas waren die zionistischen Juden gar nicht interessiert, die aus Europa, Asien und Amerika in die damals noch britische Provinz Palästina kamen. Das Resultat ist eben dieser nun bereits über 80 Jahre andauernde Konflikt.
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Re: Fortschritte auf dem Weg zum Palästinenser-Staat?

08.12.2017, 17:45

Die Trump-Administration hat mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt eine große Protestwelle ausgelöst. Im Westjordanland und im Gazastreifen kam es zu zahlreichen Protesten, bei denen es auch zu Zusammenstößen mit der israelischen Polizei und zahlreichen Verletzten kam. Vom Gazastreifen aus wurden Raketen gestartet, die aber Israel nicht erreichten. Die Hamas hatte zu einer neuen Intifada aufgerufen.
Auch in anderen überwiegend muslimischen Ländern kam es zu Protesten gegen die USA und Israel, so etwa in der Türkei, Malaysia, Indonesien und Iran (dort aber von der politischen Führung organisiert).

Quelle: https://amp.n-tv.de/politik/Tausende-er ... 74072.html

Auch symbolische Akte haben politisch oft große Auswirkungen. Trumps Entscheidung war sehr instinktlos.
Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt Trumps Entscheidung nicht. 
Quelle: https://amp.welt.de/amp/politik/ausland/article171348052/Merkel-Die-Bundesregierung-unterstuetzt-diese-Haltung-nicht.html
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