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Moderator: Barbarossa

 
Paul
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Re: Syrien - ein neuer Gottesstaat?

15.04.2018, 02:40

Wenn es noch Giftgaslager gab, hätten die Chemiewaffeninspekteure schlampisch gearbeitet. Ich kann es nicht beurteilen, ob das so ist, o. ob Düngemittelfabriken bombardiert wurden. Interessant ist, das die bombardierenden Mächte nicht klärem wollen, ob die Giftgasangriffe von Rebellen o. dem türkischen Geheimdienst inszeniert wurden. Das Syrienkonzept kann ich da noch nicht erkennen. Die Haltung beim Angriff auf Afrin spricht dagegen, das ein Regimewechsel angestrebt wird, denn mit den Dschihadisten werden sie den Wechsel nicht mehr anstreben(hoffe ich).

Einer Friedens-Verhandlungslösung zwischen den USA und Russland steht die Türkei im Wege.
Laut Fernsehnachrichten will Macron noch immer einen Dialog mit Erdogan, obwohl dieser sich eine Einmischung Macrons verbeten hat. Erdogan will im Norden Syriens eine Kolonie einrichten, keine Rückkehr der Vertriebenen und Rückkehr zur Demokratie in Afrin. Er hat ja Afrin gerade deswegen überfallen, um dort Dschihadisten anzusiedeln.
viele Grüße

Paul

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Re: Syrien - ein neuer Gottesstaat?

16.04.2018, 13:12

Das Regime in Syrien beginnt eine Offensive im Raum Damaskus gegen den IS. Dieser konnte sich dort festsetzen. Das Regime kontrolliert wieder immer mehr von Syrien. Bald werden die Interessen Syriens u. der Türke in den Regionen Idlib, Afrin u. Jatablus/Al Bab aufeinander stoßen. Russland wird die Rückgabe der besetzten Gebiete an Syrien verlangen. Dann war der Krieg der Türkei umsonst. Die Vertriebenen kehren dann zurück. Bei freien Wahlen in Afrin werden Kurden die Wahlen gewinnen, welche eine Autonomie wollen. Russland will dies den Kurden zugestehen. Sollte die Türkei die Rückgabe verweigern, brauch das Regime die Hilfe der YPG für die Rückeroberung. Dann ist der Preis höher.

https://flutterbareer.wordpress.com/2018/04/
viele Grüße

Paul

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Barbarossa
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Re: Syrien - ein neuer Gottesstaat?

16.04.2018, 16:21

Paul hat geschrieben:
...
Die Haltung beim Angriff auf Afrin spricht dagegen, das ein Regimewechsel angestrebt wird, denn mit den Dschihadisten werden sie den Wechsel nicht mehr anstreben(hoffe ich).
...

Das wurde ja auch im Zuge der Luftschläge verlautbart, dass es nicht um einen Sturz des Regimes geht.
Das scheint im Moment auch nicht durchsetzbar zu sein, denn Assad hat starke Verbündete, die ihn an der Macht halten - Russland ist vor allem mit der Luftwaffe in Syrien präsent und der Iran ist dort sogar mit Bodentruppen drin, was u. a. Israel so gar nicht schmeckt.
Syrien ist ein Spielball der Großmächte geworden.
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Paul
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Re: Syrien - ein neuer Gottesstaat?

16.04.2018, 19:20

Die angeblichen Friedensgespräche leiden an vielen Punkten. Die verschiedenen Rebellengruppen sprechen nicht mit einer Stimme und die Salafisten sind für den Westen, Russland und den Kurden kein akzebtabler Gesprächspartner, nur für die Türkei sind sie bevorzigte Verbündete.
Aus Rücksicht auf die Türkei wurde Rojava nie in Gespräche einbezogen, obwohl hier ein Schlüssel zur Lösung hätte liegen können.Russland würde sich nicht an das Regime ketten, wenn seine Interessen berücksichtigt würden:
-Russlands Stützpunkte in Syrien
-Keine Machtergreifung der Saladisten, aber Machtteilhabe der Alawiten und Christen. Dieser Punkt wäre in einem demokratischen Syrien gewährleistet. Gemeinsam mit Kurden und gemäßigten arabischen Sunniten gebe das eine Mehrheit. In Nordostsyrien funktioniert die Zusammenarbeit. Mit den Alawiten haben die Kurden auch freundschaftlich zusammengearbeitet. Alawitische Warlords könnten sich mit einer solchen Lösung anfreunden, wenn demokratische Kräfte militärisch dominieren würden.
viele Grüße

Paul

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