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Moderator: Barbarossa

 
Cherusker
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Jäger erschießt Pferd....aus Versehen !

04.10.2017, 13:35

In Walsrode hat ein Jäger (65) ein Islandpferd erschossen ! :shock:Von seinem Hochsitz meinte er ein Wildschwein zu sehen, da das Pferd sich auf einer hochgewachsenen Weide befand. :crazy: Jetzt wurdde ein Verstoß gegegn das Tierschutzgesetz eingeleitet. Ich meine, solchen Idioten gehört der Waffenschein und die Jagderlaubnis für immer und ewig weggenommen. Als der Schuß fiel, soll es schon fast dunkel gewesen sein. Wie kann da der Jäger das Tier "ansprechen" (Jägersprache, d.h. identifizieren) ? Anscheinend hat der Jäger nur seiner "Ballerleidenschaft" gefrönt und Hauptsache schießen !  :twisted:  Man liest immer wieder von solchen Geschichten, mal hat ein Jäger auf ein Auto geschossen oder sogar auf andere Jäger. Theorie und Praxis unterscheiden sich beim Jäger wohl sehr ? :wink:.Wenn ich teilweise sehe, was für Rentner auf Jagd gehen, da wird mir Angst und Bang..... :roll:
 
CARLOS
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Re: Jäger erschießt Pferd....aus Versehen !

04.10.2017, 22:20

Cherusker hat geschrieben:
Ich meine, solchen Idioten gehört der Waffenschein ud die Jagderlaubnis für immer und ewig weggenommen. Als der Schuß fiel, soll es schon fast dunkel gewesen sein. Wie kann da der Jäger das Tier "ansprechen" (Jägersprache, d.h. identifizieren) ?


Aber Cheruskter, du kannst doch nicht einfach einem Jäger sein Spielzeug wegnehmen. Er ist doch ein Mann und etwas in ihm will spielen, Manche tun es mit der Modelleisenbahn....  andere halt mit der Flinte. ..... .Natürlich tut mr das Pony leid. Nicht dass du jetzt auf falsche Gedanken kommst. Aber denk dir, was passieren würde in der Medienwelt, wenn ein Pferd seinen Herrn  erschießt. Das wäre eine Schlagzeile.

Ein Hund hat so was mal mit seinem Herrchen getan, auch ein Jäger, Hund wollte nur spielen und tappte auf den Abzug der entsicherten Flinte im Auto. Der Schuss ging los. Über Trauerbezeugungen von Seiten des Hundes wissen wir nichts, Das Ereignis hat stattgefunden, wurde gemeldet, aber nicht kommentiert.

:lolno:
 
Ruaidhri
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Re: Jäger erschießt Pferd....aus Versehen !

12.10.2017, 19:13

Dem gehört der Jagdschein und damit die WBK entzogen. Wenn ich nicht 100% klar ansprechen kann, was im Absehen ist, hat der Finger gerade zu bleiben.
Cherusker hat geschrieben:
Man liest immer wieder von solchen Geschichten, mal hat ein Jäger auf ein Auto geschossen oder sogar auf andere Jäger. Theorie und Praxis unterscheiden sich beim Jäger wohl sehr ? :wink:.Wenn ich teilweise sehe, was für Rentner auf Jagd gehen, da wird mir Angst und Bang..... :roll:

Leider passiert das immer wieder und zu oft. Und oft sind eben nicht " die Rentner" unter den Jägern, sondern jüngere, die schusshitzig sind, zu wenig Erfahrung haben, weil viel zu selten draußen, etc.
Passiert oft genug bei Bewegungsjagden, dass es die Hunde erwischt, völlig unnötigerweise oder mit Absicht, und die tragen im allgemeinen Schutzwesten und ein Ortungshalsband, sind deutlich zu unterscheiden vom Wild. Traurig, und man staunt oft über die Hintergründe solcher Fehlleistungen.
Die einen sind Jäger*Innen, die anderen haben den Jagdschein.

Man kann aber auch allen Fahrern schneller Autos unterstellen, dass sie gefährlich sind, weil sie unbedacht und rücksichtslos rasen, nicht wahr? Idioten gibt es überall, aber nicht alle Jäger*Innen und Besitzer  schneller Autos sind per se Idioten.
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri
 
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Barbarossa
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Re: Jäger erschießt Pferd....aus Versehen !

12.10.2017, 22:01

Gutes Argument. Würde ich ähnlich sehen.
Aber du scheinst dich mit der Jägerei auszukennen, darum mal eine Frage. Wer bekommt eigentlich einen Jagtschein und hat nicht jeder Jäger ein bestimmtes Revier, in dem er auf den Wildbestand zu achten hat? Wie ist das da?
Die Diskussion ist eröffnet!

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Ruaidhri
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Re: Jäger erschießt Pferd....aus Versehen !

14.10.2017, 17:29

Einen Jagdschein und eine Waffenbesitzkarte bekommt man nach einer ziemlich aufwändigen, nicht ganz billigen Ausbildung samt einer auch nicht so ganz lockeren amtlichen Jägerprüfung in Theorie(schriftlich) und Praxis( mündlich/ praktischer Teil). Polizeiliches Führungszeugnis unabdingbar, und Schießen darf man auch erst, nachdem man die Sachkundeprüfung bestanden hat. (Waffenrecht, Waffenkunde,Waffenhandhabung, die natürlich ohne Munition geübt wird.)
Selbst mit gutem Vorwissen und als schnelle(r) Lerner/in hat man gut zu tun, so 2-3 Stunden täglich kann man rechnen. Wobei heutzutage vieles im Lernen vereinfacht ist, durch Videos und online-Aufgaben z.B. zur Geschlechts - und Altersbestimmung, zum Aufbrechen und Zerwirken und zur Wildbrethygiene. Die abzuprüfenden Inhalte wieder wurden erweitert, u.a. eben auch durch das Fach Wildbrethygiene, mehr Wildbiologie, etc.
Ausbildungszeit: In den Kursen der Jägerschaft ca. 9 Monate, einmal oder mehr in der Woche 3-4 Stunden, dazu Exkursionen am Wochenende, Praxis im Revier, und elend kalte Tage auf dem Schießstand. Je nach Bundesland sind 2- 4 Disziplinen angesetzt, Flinte und Büchse. (Schrot und Kugel).
In Jagdschulen geht es in Kompaktkursen, die zumeist inhaltlich wie methodisch top sind, zwar schneller, die Kontakte zu heimischen Kreisjägerschaften und den Jägern erleichtet das nicht unbedingt, und das langsame Hineinwachsen hat auch seine Vorzüge.
Barbarossa hat geschrieben:
Wer bekommt eigentlich einen Jagdschein und hat nicht jeder Jäger ein bestimmtes Revier, in dem er auf den Wildbestand zu achten hat? Wie ist das da?

Nein, nicht jeder Jäger hat ein eigenes Revier, zunächst muss man drei Jahresjagdscheine gelöst haben, bevor man überhaupt pachtfähig ist.
Ein Revier kostet einiges, nicht nur Pacht, sondern auch Jagdsteuer und Investitionen, die sich nicht nur auf Kanzeln und Ansitzleitern beschränken. Ohne viel Getöse tun viele Jagdpächter einiges für den Naturschutz, das entzieht sich aber oft den Blicken, weil es abseits vom Wege geschieht.
 Zunehmend trifft auch Wildschadensersatz ganz hart.
Trotzdem kenne ich viele " nicht reiche" Revierpächter, die verzichten dann auf andere Dinge.
Bezogen auf die berufliche Tätigkeit entspricht die Zusammensetzung der Jägerschaft der der Durchschschnittsbevölkerung. ( Quelle s.u.)
Um ohne eigenes Revier jagen zu können, gibt es Begehungsscheine, d.h. der Jagdpächter erlaubt die Jagd auf bestimmtes Wild; es gibt Drück- und Treibjagden, bei uns logischerweise die Jagd am Wasser auf Enten, zu denen man eingeladen wird. Mit einem guten Hund hat man da schon Chancen, ohne eigenes Revier jagen zu dürfen. Inzwischen sieben viele Jagdleiter vor Gesellschaftsjagden krass aus, wer unangenehm auffäält, wird nie wieder eingeladen, bzw. kennt man im Umkreis schon den Ruf mancher Jäger und wählt aus.
Aus der Umgebung weiß ich, dass ein frischer Schießnachweis verlangt wird, heißt, regelmäßiger Besuch des Schießstandes und Treffernachweis.
Es ist bei der Jägerschaft wie überall: Bei allen Vorsichtsmaßnahmen, aller Aufklärung und Mahnung bekommt man nicht jeden Idioten sofort zu fassen, noch bevor etwas passiert.
Nach meinen bösen Erfahrungen der letzten 3 Tage sind die Opferzahlen von Smartphone-Idioten vermutlich viel höher höher als die der Jägerschaft.
 Anmerkung und Kurzinfos:
https://www.jagdverband.de/content/so-v ... -nie-zuvor

Im letzten Jagdjahr gab es die meisten Jäger und Jägerinnen im nördlichsten Bundesland.
Die Frauenquote steigt stetig, und frau trifft auch nur noch selten auf blöde Vorurteile seitens der Nimrods.
Einer meiner Ausbilder meinte schon vor vielen Jahren, wenn mehr Frauen zum Jagen kommen,  könnten sich die traurige Unfallquote und die Fehlabschüsse reduzieren- Frauen seien korrekt im Umgang mit der Waffe und gründlicher im Ansprechen. :mrgreen:
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri