Nach der offiziellen katholischen Aufstellung. Der Beginn mit Petrus ist unhistorisch; von Linus bis Zephyrinus handelt es sich nur um Bischöfe von Rom. Die Kennzeichnung durch ( ) als Gegenpapst bzw. nicht rechtmäßig anerkannten Papst
* Heilige
** Selige
Die Jahreszahlen bedeuten das Ende des Pontifikats. Entsprechend ihrer Bedeutung Fettdruck.
Die Päpste ohne Nationalitätenangabe sind Italiener oder auch Griechen

Petrus*…………………..67? Papst [griechisch pappas, lateinisch papa, „Vater”], alter Bischofstitel, heute nur noch verwendet für den Bischof von Rom als Oberhaupt der katholischen Kirche. Diese versteht den Papst als Nachfolger des Apostels Petrus und dieses Petrusamt als von Christus eingesetzte Dauereinrichtung (Evangelium des Matthäus 16,18). Das 1. Vatikanische Konzil (1870) beschreibt das Petrusamt als obersten Jurisdiktionsprimat (Gesetzgebungsgewalt, Aufsichtsrecht, Gerichtsbarkeit) und oberstes Lehramt (Unfehlbarkeit, d. h. Bewahrtwerden vor Irrtum, bei der feierlichen Verkündigung von Lehrsätzen in Glaubens- und Sittenfragen für die ganze Kirche). Petrus, aramäisch Kephas [beides heißt „Fels”], Jünger und Apostel Jesu, von Haus aus Simon, Sohn des Jona, Fischer am See Genezareth. In der Überlieferung der Evangelisten ragt er aus dem Kreis der Jünger Jesu schon früh hervor. Nach Ostern erschien er neben Jakobus und Johannes als Führer der
Urgemeinde in Jerusalem, unternahm aber auch selbständige (Missions-)Reisen, die ihn bis nach Rom führten. Hier fand er nach kirchlicher Überlieferung 64 oder 67 unter Nero den Märtyrertod (Kreuzigung mit dem Kopf nach unten); man vermutet sein Grab unter der Peterskirche. Unter seinem Namen sind die Petrusbriefe überliefert. Nach römisch-katholischer Lehre war Petrus der erste Bischof von Rom; sein durch Jesu Verheißung (Evangelium des Matthäus 16,19) begründeter Vorrang im Kreis der Apostel ging auf seine Nachfolger in diesem Amt über (Papst). – Heiliger (Fest: 29. 6. „Peter und Paul”).

Linus*…………………….79? Linus, Papst 67-76 (?), Heiliger; nach allen alten Papstkatalogen der erste Nachfolger Petri in der Leitung der römischen Gemeinde.

Cletus* (Anaklet I)….90? Anaklet I., Anenkletos, Cletus, wahrscheinlich 2. Nachfolger Petri (Papst), 79-90 (?); wohl Märtyrer; Heiliger.

Klemens I.*…………99? Klemens I., Clemens Romanus, Heiliger, Papst 88-97 (?), 3. Nachfolger Petri. Er verfasste den 1. Klemensbrief, frühes Zeugnis für das bischöfliche Amt. Andere Schriften wurden ihm zu Unrecht zugeschrieben (2. Klemensbrief, Pseudoklementinen). – Heiligenfest: 23. 11.

Euaristus*………….107?
Alexander I.*………116? Alexander I., 107-115 (?), Heiliger; Fest: 3. 5.
Sixtus I*……………125? Sixtus I., Xystus I., Papst ca. 115-125, Heiliger, Römer; gilt als Märtyrer. Fest: 6. 4.

Telesphorus*………136? Telesphorus, Papst 125-138 (?), Heiliger, Grieche.
Hyginus*……………140? Hyginus, Papst 136-140 (oder 138-142), Grieche, Heiliger.
Pius I*………………154? Pius I., Papst um 142 bis um 154/55; als Märtyrer verehrt.
Anicetus*…………..165? Aniketos, Anicetus, Papst 155(?)-166; Martyrium nicht sicher bezeugt.

Soter*………………174? Soter, Papst 166-174 (?), Heiliger.
Cleutherus*…………189?

Viktor I*……………198? Viktor I., Papst 189-198 (?), Heiliger; Römer oder Afrikaner; brachte im Osterfeststreit den Primat Roms erstmals deutlich zur Geltung. Sein Martyrium ist fraglich.

Zephyrinus*……….217? Zephyrinus, Papst 198/199-217, Heiliger, Römer; spielte in der Frage des Monarchianismus eine Rolle; sein Martyrium ist nicht nachgewiesen.

Calixt I*…………….222 Kalixt I., Kallistos, Calixtus, Papst 217-222, Heiliger; ehemaliger Sklave, Diakon an den nach ihm benannten Katakomben; erstrebte die Anpassung der Gemeinde an ihre großstädtische Umwelt; gestattete die Ehe zwischen Freien und Sklaven. Fest: 14. 10.

(Hippolyt* 217? –235) Hippolytos, Hippolyt von Rom, erster Gegenpapst 217-235, Heiliger; ließ sich als Gegenpapst gegen Kalixt I. aufstellen, da er dessen maßvolle Bußpraxis ablehnte. Zusammen mit Pontianus wurde Hippolytos 235 nach Sardinien verbannt, wo beide zur Wiederherstellung der kirchlichen Einheit auf ihr Amt verzichteten. Von großer Bedeutung ist Hippolytos als Verfasser zahlreicher exegetischer, dogmatischer und historischer Werke. Fest: 13. 8., in den orthodoxen Kirchen: 30. 1.

Urban I*………….…230 Urban I., Papst 222-230, Heiliger, Römer.

Pontianus*………….235 Pontianus, Papst 230-235, Heiliger, Römer, † 235 in Sardinien; wurde zusammen mit dem Gegenpapst Hippolytos von Kaiser Maximinus Thrax in die Bergwerke Sardiniens verbannt. Fest: 13. 8.

Anterus*……………236 Anteros, Papst 235/36, wahrscheinlich Grieche, Heiliger, † 3. 1. 236 Rom; Fest: 3. 1.

Fabianus*……………250 Fabianus, Papst 236-250, † 20. 1. 250 Rom; gehörte zu den ersten Opfern der Decischen Verfolgung. Heiliger (Fest: 20. 1.).

Cornelius*……………253 Cornelius, Papst 251-253, Heiliger, † 253 Centumcellae; Römer, gewählt nach der Verfolgung des Decius. Als unter Kaiser Gallus die Verfolgung von neuem einsetzte, wurde Cornelius nach Centumcellae verbannt, wo er bald starb. Fest: 16. 9.
(Novatian 251 – 258?)

Lucius I*…………….254 Lucius I., Papst 253/254, Heiliger, † 5. 3. 254 Rom; wurde von Kaiser Gallus sofort nach seiner Wahl verbannt.

Stephan I*…………..256 Stephan I., Papst 254-257, Heiliger, Römer, † 2. 8. 257 Rom; trat gegenüber Cyprian von Karthago und kleinasiatischen Bischöfen für die Gültigkeit der Ketzertaufe ein (Ketzertaufstreit).

Sixtus II*……………258 Sixtus II., Xystus II., Papst 257-258, Heiliger, Grieche, † 6. 8. 258 Rom; nahm die im Streit um die Ketzertaufe abgebrochenen Beziehungen zu den afrikanischen und kleinasiatischen Bischöfen wieder auf, wurde in der Christenverfolgung des Kaisers Valerian hingerichtet. Fest: 5. 8.
Dionysius*………….267 Dionysius, Papst, 259-267 (268?), Heiliger, † 26. 12. 267/268 Rom; einer der bedeutendsten Päpste des 3. Jahrhunderts, reorganisierte die römische Gemeinde und teilte die Stadt in Pfarreien ein.

Felix I*………………273 Felix I., Papst 268-273 oder 269-274, Heiliger.

Eutychianus*……….282 Eutychianus, Papst 275-283, † 7. 12. 283 Rom; Heiliger; Fest: 8. 12.

Cajus*………………295 Cajus, Papst 283-296, Heiliger, † 22. 4. 296 Rom; regierte in einer Zeit des Friedens mit dem römischen Staat.

Marcellinus*………..304 Marcellinus, Papst 296-304, Heiliger, † 304 Rom; wurde beschuldigt, beim plötzlichen Ausbruch der diokletianischen Verfolgung zuerst vom Christentum abgefallen zu sein.

Marcellus I*…………308 Marcellus I., Papst 307-308 oder 308-309, Heiliger, † 16. 1. 308 oder 309; Römer, wurde von Kaiser Maxentius verbannt, wahrscheinlich wegen seiner strengen Haltung bezüglich der Wiederaufnahme Abgefallener.

Eusebius*……………308 Eusebius, Papst 309 oder 310, † 17. 8. 309 (310?); von Kaiser Maxentius nach Sizilien verbannt. Heiliger; Fest: 17. 8.

Melchiades*…………314 Miltiades, Melchiades, Papst 311-314, Heiliger, † 10. 1. 314 Rom; Afrikaner (?); verurteilte 313 den Donatus (Donatistenstreit).

Silvester I*………….335 Silvester I., Papst 314-335, Heiliger, Römer, † 31. 12. 335. Spätere Legenden, die im Mittelalter mit der Konstantinischen Schenkung verknüpft wurden, schreiben ihm u. a. die Heilung Konstantins vom Aussatz und die Taufe des Kaisers zu. Fest: 31. 12.

Markus*…………….336 Markus, Papst 336, Römer, Heiliger, † 7. 10. 336 Rom.

Julius I*……………..352 Julius I., Papst 337-352, Heiliger, Römer, † 12. 4. 352 Rom; im arianischen Streit ließ er auf einer römischen Synode 340/41 Athanasius feierlich rehabilitieren. Fest: 12. 4.

Liberius*…………….366 Liberius, Papst 352-366, Römer, † 24. 9. 366 Rom; trat in den arianischen Streitigkeiten für das Nicaenum und für Athanasius ein. Der afrikafreundliche Kaiser Constantius II. verbannte ihn deshalb 355 und ließ in Rom den Gegenpapst Felix (II.) aufstellen.

(Felix II 355 – 365) Felix (II.), Gegenpapst 355-358, † 22. 11. 365 Porto; nach der Vertreibung des Papstes Liberius auf Drängen des Kaisers Constantius II. zum Papst gewählt. Er nahm die Arianer wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Nach der Rückkehr des Liberius wurde Felix aus Rom vertrieben.

Damasus I*…………….384 Damasus I., Papst 366-384, Heiliger, * um 305 wahrscheinlich Rom, † 11. 12. 384 Rom; erlangte wichtige Zugeständnisse des römischen Staats an die geistliche Gerichtsbarkeit und wusste den Primat Roms gegenüber den Kirchen des Ostens energisch durchzusetzen. Fest: 11. 12.

(Ursinus 366 – 367) Ursinus, Gegenpapst gegen Damasus I. 366-367.

Siricius*………………….399 Siricius, Papst 384-399, Heiliger, * um 334 Rom, † 26. 11. 399 Rom; stärkte den Primat Roms, bekämpfte Manichäer u. a. Irrlehrer. Fest: 26. 11.

Anastasius I*………..402 Anastasius I., Papst 399-402, Römer, Heiliger, † 19. (?) 12. 402 Rom; bekämpfte die Donatisten. Fest: 27. 4.

Innozens I*………….417 Innozenz I., Papst 402- 417, Heiliger, † 12. 3. 417 Rom; war zielbewusst um den Ausbau des römischen Primats bemüht. In Auseinandersetzungen mit Häretikern (Donatisten) beanspruchte er die oberste Lehrentscheidung.

Zosimus*……………418 Zosimus, Papst 417/18, Grieche; gegenüber dem Pelagianismus unsicher; war um weitgehende Durchsetzung des päpstlichen Primats bemüht, musste aber mehrere Maßnahmen auf Einspruch der betroffenen Bischöfe hin zurücknehmen.

Bonifatius*……………..422 Bonifatius I., Papst 418-422, Römer, Heiliger, † 4. 9. 422 Rom; erfolgreich um Beilegung innerkirchlicher Streitigkeiten und Wahrung seiner Rechte gegenüber dem Patriarchen von Konstantinopel bemüht. Fest: 25. 10.

(Eulalius 419 – 422) Eulalius, Gegenpapst 418/19, wahrscheinlich Grieche, † 423 (?); gegen Bonifatius I. gewählt, von Kaiser Honorius abgesetzt.

Cölestin I*…………..432 Cölestin I. [tsø-], Papst 422-432, Heiliger, † 27. 7. 432 Rom; bekämpfte mit Erfolg den Pelagianismus und den Semipelagianismus und trat für Augustinus und dessen Lehre ein; bemühte sich um die Christianisierung Irlands. Fest: 6. 4.

Sixtus III*……………440 Sixtus III., Xystus III., Papst 432- 440, Heiliger, Römer, † 19. 8. 440 Rom; erst Anhänger, dann Gegner des Pelagianismus; verteidigte den Primat Roms über Illyrien gegen die Ansprüche des Patriarchen von Konstantinopel. Fest: 19. 8.

Leo I,* d. Gr………..461 Leo I., Leo der Große, Papst 440-461, Heiliger, † 10. 11. 461 Rom; konnte, von Kaiser Valentinian III. unterstützt, seinen Jurisdiktionsprimat auf das ganze Abendland ausdehnen. Unter ihm erreichte die theoretische Durchdenkung und die tatsächliche Verwirklichung des römischen Primats ihren ersten Höhepunkt. Leo bekämpfte Pelagianer und Manichäer und verwarf den Monophysitismus (dogmatisches Schreiben über die zwei Naturen in Christus). Er trat für die Rettung der abendländischen Kultur ein; den Hunnenkönig Attila bewog er zur Umkehr (452), beim Wandalenherrscher Geiserich erreichte er die Schonung Roms (455). Fest: 10. 11.; Erhebung zum Kirchenlehrer 1754.

Hilarus*……………..468 Hilarus, Papst 461- 468, Heiliger, aus Sardinien, † 29. 2. 468 Rom; setzte die maßvolle Primatspolitik Leos I. mit Erfolg fort. Fest: 28. 2.

Simplicius* …………483 Simplicius, Papst 468- 483, Heiliger; verteidigte gegen die Monophysiten die Lehren des Konzils von Chalcedon. Heiligenfest: 10. 3.

Felix II*……………..492 Felix III., Felix III. (II.), Papst 483- 492, † 1. 3. 492 Rom; verhängte 484 über Acacius, den Patriarchen von Konstantinopel, den Kirchenbann, was das erste Schisma zwischen Rom und Konstantinopel zur Folge hatte (bis 519). Heiliger (Fest: 1. 3.).

Gelasius I*…………..496 Gelasius I., Papst 492-496, † 21. 11. 496 Rom; nach Leo I. der bedeutendste Papst des 5. Jahrhunderts; energischer Vorkämpfer des päpstlichen Primats. In aller Schärfe formulierte er die den Vorrang der geistlichen Macht betonende Zweigewaltenlehre. Gelasius stand in guten Beziehungen zu Theoderich dem Großen und bekämpfte Pelagianismus, Manichäismus und heidnische Bräuche. Auch an der Ausgestaltung des Kirchenrechts hatte er Anteil. Heiliger (Fest: 21. 11.).

Anastasius II*……….498 Anastasius II., Papst 496-498, Römer, † 17. 11. 498 Rom; um Versöhnung zwischen der Kurie und dem byzantinischen Kaisertum bemüht.

Symmachus*…………514 Symmachus, Papst 498-514, Heiliger, Sarde, † 19. 7. 514 Rom; konnte sich mit Hilfe Theoderichs des Großen gegen den Gegenpapst Laurentius durchsetzen. Eine Synode lehnte es ab, über die von seinen Gegnern gegen Symmachus vorgebrachten Vorwürfe zu beraten, weil sie kein Urteil über den Nachfolger Petri fällen wollte. Fest: 19. 7.

(Laurentius 498 – 505) Laurentius Gegenpapst 498, 501-506; römischer Priester, der von der byzantinischen Partei erhoben und kurze Zeit auch von Theoderich dem Großen unterstützt wurde.

Hormisdas*……………..523 Hormisdas, Papst 514-523, Heiliger, † 6. 8. 523 Rom; konnte das Schisma des Acacius von Konstantinopel beilegen und die Anerkennung des römischen Primats durch den byzantinischen Kaiser erreichen. Fest: 6. 8.

Johann I*………………..526 Johannes I., Papst 523-526, Heiliger, † 18. 5. 526 Ravenna; ging 525 im Auftrag Theoderichs des Großen nach Byzanz, um zugunsten der arianischen Goten im oströmischen Reich zu vermitteln; erreichte nur einen Teilerfolg. Fest: 18. 5.

Felix III*…………….530 Felix IV., Felix IV. (III.), Papst 526-530, aus Samnium, † 22. (?) 9. 530 Rom; regierte im Frieden mit den Ostgoten und bekämpfte den Semipelagianismus. Heiliger (Fest: 22. 9.).

Bonifatius II*………..532 Bonifatius II., Papst 530-532, † 532 Rom; bestätigte die 529 erfolgte Verurteilung des Semipelagianismus.

(Dioscurus 530) Dioscurus, Papst 530, † 14. 10. 530 Rom; wurde von der byzanzfreundlichen Mehrheit des Klerus zum Papst erhoben, während eine Minderheit Bonifatius II. wählte. Durch Dioscurus‘ baldigen Tod fand das Schisma sein Ende.

Johann II…………….535 Johannes II., Papst 533-535, eigentlich Mercurius, Römer, † 8. 5. 535 Rom; änderte als erster Papst seinen Namen.

Agapetus I*………….536 Agapetus I., Papst 535/36, Heiliger, Römer, † 22. 4. 536 Konstantinopel; bekämpfte den Monophysitismus. Fest: 20. 9.

Silverius*, gest.538….537 Silverius, Papst 536-537, Heiliger, Sohn des Papstes Hormisdas, † 2. 12. 537 Insel Ponza; zu Unrecht hochverräterischer Beziehungen zu den Goten beschuldigt und auf die Insel Ponza verbannt.

Vigilius………………555 Vigilius, Papst 537-555, Römer, † 7. 6. 555 Syrakus; ließ sich für den in Chalcedon verurteilten, von Kaiser Justinian I. anfangs trotzdem geförderten Monophysitismus gewinnen und wurde auf kaiserlichen Druck als Gegenpapst gegen Silverius aufgestellt. Vigilius verurteilte auf Drängen Justinians die „Drei Kapitel” (Dreikapitelstreit), was in der abendländischen Kirche große Empörung hervorrief. Durch seinen späteren Widerruf gewann Vigilius das Vertrauen der Kirche nur in geringem Maß zurück. Die Diskussion um Vigilius spielte im 19. Jahrhundert bei den Auseinandersetzungen um die päpstliche Unfehlbarkeit eine gewichtige Rolle.

(Mareas 555)

Pelagius I……………561 Pelagius I., Papst 556-561, Römer, † 4. 3. 561; von Kaiser Justinian designiert, nachdem er die Verdammung der „Drei Kapitel” (Dreikapitelstreit zur Zeit des Papstes Vigilius) anerkannt hatte.

Johann III……………574 Johannes III., Papst 561-574, Römer, † 13. 7. 574 Rom; erreichte die Wiederannäherung der seit dem Dreikapitelstreit getrennten Kirchen (so Mailand und Ravenna) an Rom.

Benedikt I……………579 Benedikt I., Papst 575-579, Römer, † 30. 7. 579 Rom.

Pelagius II……………590 Pelagius I., Papst 556-561, Römer, † 4. 3. 561; von Kaiser Justinian designiert, nachdem er die Verdammung der „Drei Kapitel” (Dreikapitelstreit zur Zeit des Papstes Vigilius) anerkannt hatte. Dreikapitelstreit, langwierige Auseinandersetzung im Anschluss an das Konzil von Chalcedon (451), in der Kaiser Justinian 553 Papst Vigilius zwang, die „Drei Kapitel” (Schriften der Theologen Theodor von Mopsuestia, Theodoret und Ibas von Edessa) zu verurteilen.

Gregor I*,d. Gr…….604 Gregor I., Gregor der Große, Papst 590-604, Heiliger und Kirchenlehrer, * um 540 Rom, † 12. 3. 604 Rom; 572/573 Stadtpräfekt von Rom, seit 575 Mönch. Während des Niedergangs des Oströmischen Reichs und der Bedrohung Italiens durch die Langobarden bereitete Gregor die päpstliche Herrschaft im Kirchenstaat vor. Er organisierte die Verwaltung des ausgedehnten päpstlichen Grundbesitzes, schützte die Bauern vor Ausbeutung und richtete eine großzügige sozial-karitative Fürsorge ein. Mit großem Erfolg bemühte er sich um die Einbeziehung der germanischen Völker in die Kirche: Durch seine Schriften, die vor allem moraltheologischen Inhalts waren, hat er das Denken des Mittelalters sehr beeinflusst. Auch liturgische Neuerungen gehen auf ihn zurück; dagegen war er an der Entstehung des nach ihm benannten gregorianischen Chorals nicht direkt beteiligt. Auf ihn geht die Selbstbezeichnung der Päpste als „servus servorum dei” [„Knecht der Knechte
Gottes”] zurück. Fest: 3. 9.

Sabinianus……………606 Sabinianus, Papst 604-606, Toskaner; unter Gregor dem Großen in einflussreichen Stellungen.

Bonifatius III……….607 Bonifatius III., Papst 607, Römer, † 12. 11. 607 Rom; verbot Wahlabsprachen zu Lebzeiten eines Papstes.

Bonifatius IV*………615 Bonifatius IV., Papst 608-615, Benediktiner, Heiliger, † 8. 5. 615 Rom; weihte das Pantheon in Rom zur Kirche und war versöhnlich gegenüber den Monophysiten. Fest: 25. 5.

Deusdedit*…………618 Deusdedit, Adeodatus I., Papst 615-618, Römer, Heiliger, † 8. 11. 618 Rom; Fest: 8. 11.

Bonifatius V………..625 Bonifatius V., Papst 619-625, aus Neapel, † 25. 10. 625 Rom; sehr um die Kirche Englands bemüht.

Honorius I………….638 Honorius I., Papst 625- 638, † 12. 10. 638 Rom; Schüler Gregors I. In dem Streit um den Monotheletismus bekannte er sich zur Lehre von einem einzigen Willen in Christus. Das 6. Konzil von Konstantinopel verurteilte ihn deshalb 681 als Häretiker. In den Auseinandersetzungen um die päpstliche Unfehlbarkeit spielte die Honoriusfrage eine wichtige Rolle. Es setzte sich die Auffassung durch, dass es sich nicht um eine Ex-cathedra-Entscheidung gehandelt habe.

Severinus……………640 Severinus, Papst 640, Römer; 638 gewählt, aber erst nach langen Streitigkeiten von Kaiser Herakleios bestätigt; verurteilte den Monotheletismus.

Johann IV…………..642 Johannes IV., Papst 640-642, Dalmatiner, † 12. 10. 642 Rom; verurteilte den Monotheletismus, verteidigte die Rechtgläubigkeit des Honorius I.

Theodor I…………..649 Theodor I., Papst 642- 649, Grieche, † 14. 5. 649 Rom; bekämpfte den Monotheletismus, geriet darüber in Gegensatz zu Kaiser Herakleios und den Patriarchen von Konstantinopel.

Martin I*……………653 Martin I., Papst 649-653, Heiliger, † 16. 9. 655 Cherson, Krim; verurteilte 649 den Monotheletismus und wurde deshalb auf Befehl Kaiser Constans‘ II. verbannt. Noch zu seinen Lebzeiten wurde Eugen I. Papst. Fest: 13. 4.

Eugen I*……………657 Eugen I., Papst 654-657, Römer, † 2. 6. 657 Rom; nahm gegenüber dem Kaiser und dem Patriarchen von Konstantinopel in der Frage des Monotheletismus eine sehr nachgiebige Haltung ein. Heiliger; Fest: 2. 6.

Vitalian*……………672 Vitalian, Papst 657-672, Heiliger, * um 600 Segni, † 27. 1. 672; nahm im Streit um den von Kaiser Constans II. geförderten Monotheletismus eine vorsichtige Haltung ein. Durch die Ernennung des griechischen Mönchs Theodor (* 602, † 690) zum Erzbischof von Canterbury leitete er die römische Erneuerung der angelsächsischen Kirche ein. Fest: 27. 1.

Adeodat……………..676 Adeodatus II., Papst 672-676, Römer, † 17. 6. 676 Rom; Benediktiner; förderte die Klöster und setzte den Kampf gegen die Monotheleten fort.

Donus……………….678 Donus, Papst 676-678, römischer Herkunft, † 11. 4. 678 Rom.

Agatho*……………..681 Agatho, Papst 678-681, aus Sizilien, Heiliger, † 10. 1. 681 Rom; wandte sich erfolgreich gegen die Monotheleten. Fest: 10. 1.

Leo II*………………683 Leo II., Papst 682- 683, Heiliger, Sizilianer, † 3. 7. 683 Rom; fügte sich dem Machtanspruch des oströmischen Kaisers, bestätigte die Beschlüsse des Konzils von Konstantinopel. Fest: 3. 7.

Benedikt II*…………685 Benedikt II., Papst 684/685, Römer, Heiliger, † 8. 5. 685 Rom; erfolgreich um die Versöhnung Roms mit dem byzantinischen Kaisertum bemüht; Fest: 7. 5.

Johann V…………….686 Johannes V., Papst 685-686, Syrer, † 2. 8. 686 Rom; erreichte die Unterwerfung der Bischöfe Sardiniens.

Konon……………….687 Konon, Papst 686/687, † 21. 9. 687 Rom; wurde in hohem Alter als Kompromisskandidat gewählt.

(Theodor II 687; ) Theodor, Gegenpapst 687.

(Paschalis 687 – 692?)

Sergius I*………………..701 Sergius I., Papst 687-701, Heiliger, Syrer; lehnte die von Kaiser Justinian II. geforderte Anerkennung der trullanischen Beschlüsse (Trullanische Synoden) ab, weihte 695 Willibrord zum Bischof der Friesen. Fest: 8. 9.

Johann VI……………….705 Johannes VI., Papst 701-705, Grieche, † 11. 1. 705 Rom; konnte sich im byzantinischen Thronstreit behaupten.

Johann VII…………..707 Johannes VII., Papst 705-707, Grieche, † 18. 10. 707 Rom; ließ in Rom mehrere Kirchen restaurieren und stand zu den Langobarden in guten Beziehungen.

Sisinnius……………..708 Johannes VII., Papst 705-707, Grieche, † 18. 10. 707 Rom; ließ in Rom mehrere Kirchen restaurieren und stand zu den Langobarden in guten Beziehungen.

Konstantin I…………715 Konstantin I., Papst 708-715, Syrer, † 9. 4. 715 Rom; besuchte als letzter Papst Konstantinopel, um dort über die Beilegung kirchenrechtlicher Streitigkeiten zu verhandeln. Den vom Usurpator Philippikos geförderten Monotheletismus lehnte er ab. Monotheletismus [griechisch], die Lehre von den zwei Naturen Christi, aber nur einem Willen in ihm. Der Streit um den Monotheletismus entwickelte sich aus der zwischen den Anhängern von Chalcedon und den Monophysiten vermittelnden Formel, dass in den zwei Naturen Christi nur eine „energeia” wirke (Monenergismus). Der Monotheletismus wurde auf dem Konzil von Konstantinopel 680/81 verurteilt.

Gregor II*……………731 Gregor II., Papst 715-731, Heiliger, * 669 Rom, † 11. 2. 731 Rom; verband sich mit den Langobarden gegen die Machtansprüche des oströmischen Kaisers und seines Exarchen, verhinderte aber eine nationalitalienische Revolution gegen Byzanz. 719 erhielt Bonifatius von ihm den Missionsauftrag für das Gebiet des späteren Deutschlands. Fest: 11. 2. und 12. 2.

Gregor III*…………..741 Gregor III., Papst 731-741, Heiliger, Syrer, † 28. 11. 741; verurteilte die bilderfeindlichen Maßnahmen des oströmischen Kaisers Leo III., der Süditalien, Illyrien und Griechenland der römischen Jurisdiktion unterzog und sie dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellte. Auch gegen die Expansionspolitik des langobardischen Königs Liutprand musste Gregor sich zur Wehr setzen. Als erster Papst rief er die Franken (Hausmeier Karl Martell) um Hilfe gegen die Langobarden an. Fest: 28. 11.

Zacharias*…………752 Zacharias, Papst 741-752, Heiliger, Grieche, † 15. 3. 752 Rom; stellte zum Langobardenkönig Liutprand gute Beziehungen her und erreichte von ihm die Rückgabe eroberter Gebiete. Zacharias unterstützte die Missions- und Reformtätigkeit des Bonifatius in Deutschland und legitimierte die Übertragung des fränkischen Königtums von den Merowingern auf Pippin den Jüngeren. Fest: 22. 3.

(Stephan 752) Stephan (II.), Papst 752; starb noch vor Empfang der Bischofsweihe; wird seit 1960 im Päpstlichen Jahrbuch nicht mehr als Papst gezählt.

Stephan II…………757 Stephan II., Papst 752-757, Römer, † 26. 4. 757 Rom; stellte sich, von den Langobarden bedrängt und von Byzanz verlassen, 753/54 als erster Papst unter den Schutz Pippins des Jüngeren, dessen Herrschaft er durch die Königskrönung festigte. 756 übereignete Pippin ihm das Exarchat Ravenna (Pippin’sche Schenkung).

Paul I*…………….767 Paul I., Papst 757-767, Heiliger, Römer, † 28. 6. 767 Rom; Bruder von Papst Stephan II. (III).; blieb mit den Franken verbündet. – Fest: 28. 6.

(Konstantin II 767 – 768) Konstantin (II.), Gegenpapst 767/768; als Laie durch seinen Bruder, den Herzog Toto von Nepi, sofort nach dem Tod Papst Pauls I. gewaltsam eingesetzt. Mit langobardischer Hilfe wurde er 768 abgesetzt, nach der Wahl Papst Stephans III. geblendet und zu Klosterhaft verurteilt.

Philippus 768) Philippus, Gegenpapst 768 (nur einen Tag).

Stephan III 772 Stephan III., Papst 768-772, Sizilianer, † 24. 1. 772 Rom; von der frankenfreundlichen Partei erhoben, setzte sich gegen die von den Langobarden gestützten Gegenpäpste Konstantin II. und Philippus durch.

Hadrian I…………….795 Hadrian I., Adrian, Papst 772-795, Römer, † 25. 12. 795 Rom; ersuchte Karl den Großen um Hilfe gegen die Langobarden. Karl vernichtete 773/74 das Langobardenreich und erneuerte das Schenkungsversprechen Pippins, das für die Ausbildung des Kirchenstaats von größter Bedeutung war.

Leo III*……………..816 Leo III., Papst 795-816, Heiliger, Römer, † 12. 6. 816 Rom. Die Krönung Karls des Großen zum römischen Kaiser, die Leo Weihnachten 800 vornahm, war von entscheidender historischer Bedeutung. Das römische Kaisertum des Westens lebte wieder auf und wurde den Franken übertragen; die Zeitgenossen erblickten in diesem neuen, dem Papsttum eng verbundenen Kaisertum die Verkörperung des irdischen Gottesstaates. Leo blieb weit gehend von Karl dem Großen abhängig. Fest: 12. 6.

Stephan IV…………..817 Stephan IV., Papst 816-817, Römer, † 24. 1. 817; krönte Ludwig den Frommen zum Kaiser und bestätigte das Bündnis mit dem fränkischen Reich.

Paschalis I*………….824 Paschalis I., Papst 817-824, Heiliger, Römer, † 11. 2. 824 Rom; Benediktiner; Kaiser Ludwig I. (der Fromme) bestätigte ihm den Besitz des Kirchenstaats und die Freiheit der Papstwahl. Paschalis krönte 823 Ludwigs Sohn Lothar I. – Fest: 14. 5.

Eugen II……………..827 Eugen II., Papst 824-827, Römer, † 27. 8. 827 Rom; musste die förmliche Oberhoheit der fränkischen Kaiser über das Papsttum anerkennen; im innerkirchlichen Bereich konnte er dagegen Selbständigkeit wahren.

Valentin……………..827 Valentin, Papst 827, Römer; starb wenige Wochen nach seiner Konsekration.

Gregor IV……………….844 Gregor IV., Papst 827-844, Römer, † Januar 844 Rom; um die Missionierung des Ostens und des Nordens bemüht.

(Johann 844) Johannes (VIII.), Gegenpapst 844. Sergius II. verurteilte ihn zu einer milden Klosterhaft.

Sergius II……………847 Sergius II., Papst 844-847, Römer, † 27. 1. 847; ohne Beachtung der kaiserlichen Rechte gewählt, von Kaiser Lothar I. deshalb erst nach Leistung des Treueids bestätigt. Die Plünderung Roms durch die Sarazenen (846) konnte er nicht verhindern.

Leo IV*………………855 Leo IV., Papst 847-855, Benediktiner, Heiliger, Römer, † 17. 7. 855 Rom; bemühte sich um den militärischen Schutz der 846 von den Sarazenen heimgesuchten Stadt Rom; das rechtstiberinische Viertel mit St. Peter erhielt eine starke Befestigung (Leostadt). 850 krönte er Ludwig II., den Sohn Lothars I., zum Kaiser. Fest: 17. 7.

Benedikt III………….858 Benedikt III., Papst 855-858, Römer, † 17. 4. 858 Rom; setzte sich gegen den Gegenpapst Anastasius III. durch.

(Anastasius 855) Anastasius (III.), Anastasius Bibliothecarius, Gegenpapst 855, Römer (?), † 879; als Übersetzer griechischer Schriften von Bedeutung für die Wissenschaft.

Nikolaus I*…………….867 Nikolaus I., Papst 858-867, Heiliger, Römer, † 13. 11. 867 Rom; war mit Erfolg bemüht, die geistliche Obergewalt des Papsttums über die Gesamtkirche besonders gegen Hinkmar von Reims durchzusetzen. Gegenüber König Lothar II. bestand er auf der Einhaltung des kirchlichen Eherechts. Nikolaus verkündete die Absetzung des unkanonisch erhobenen Patriarchen Photios von Konstantinopel. – Fest: 13. 11.

Hadrian II……………….872 Hadrian II., Adrian, Papst 867-872, * 792 Rom, † 14. 12. 872 Rom; setzte sich für die Sklavenmission ein; konnte die unter Nikolaus I. errungene Machtstellung des Papsttums nicht aufrechterhalten.

Johann VIII…………882 Johannes VIII., Johannes VIII., Papst 872-882, Römer, † 16. 12. 882 Rom; bemühte sich, nach dem Zusammenbruch der karolingischen Ordnung dem Papsttum die Führung in Italien zu sichern. 875 krönte er den westfränkischen König Karl den Kahlen zum Kaiser, 881 den ostfränkischen König Karl III. (den Dicken). Er unterstützte den Missionar Methodios.

Marinus I = Martin II.884 Marinus I., Papst 882-884 (lange irrtümlich als Martin II. bezeichnet), † 15. 5. 884 Rom; war 869/870 Legat Hadrians II. auf dem Konzil in Konstantinopel; unterhielt gute Beziehungen zu König Alfred von England.

Hadrian III…………..885 Hadrian III., Adrian, Papst 884/85; starb nach kurzer Regierung 885 auf der Reise (bei Mòdena) nach Deutschland, wohin ihn Kaiser Karl III. eingeladen hatte; Heiliger (Fest: 8. 7.).

Stephan V……………891 Stephan V., Papst 885-891, Römer, † 14. 9. 891 Rom; übertrug nach Absetzung Karls III. (des Dicken) die Kaiserwürde an Herzog Wido II. von Spoleto (888-894), band die mährische Kirche durch Verbot nationaler Eigenständigkeit eng an Rom.

Formosus……………896 Formosus, Papst 891-896, * um 816, † 4. 4. 896 Rom. Gegen die Bevormundung des Papsttums durch die Herzöge von Spoleto rief Formosus den deutschen König Arnulf von Kärnten zu Hilfe, der Rom 896 befreite und von Formosus zum Kaiser gekrönt wurde. Nach dem Tod des Formosus setzten die Spoletaner ihren Anhänger Stephan VI. als Papst ein.

Bonifatius VI………..896 Bonifatius VI., Papst 896, Römer, † 896 Rom; von Aufständischen nach dem Tod des Formosus zum Papst erhoben; starb bereits zwei Wochen nach seinem Pontifikatsanstritt.

Stephan VI…………..897 Stephan VI., Papst 896-897, Römer; hielt das ungerechte und schmachvolle Gericht über seinen toten Vorgänger Formosus ab, wurde vom darüber empörten Volk gestürzt und im Gefängnis umgebracht.

Romanus…………….897 Romanus, Papst 897, von Parteigängern des Formosus erhoben.

Theodor II…………..897 Theodor II., Papst 897 (20 Tage), rehabilitierte das Andenken des Formosus und suchte die streitenden Parteien Roms zu versöhnen.

Johann IX…………..900 Johannes IX., Papst 898-900, Benediktiner, † 900 Rom; unter dem Einfluss Lamberts von Spoleto gewählt. Johannes bemühte sich, die unter den vorangegangenen Pontifikaten eingerissenen Missstände zu beseitigen.

Benedikt IV………….903 Benedikt IV., Papst 900-903, Römer, † Juli 903 Rom; stand auf Seiten der Partei des Papstes Formosus, in Kämpfe zwischen römischen Adelsgruppen verwickelt.

Leo V…………………….903 Leo V., Papst 903, * Ardea, † September 903 Rom; von seinem Nachfolger Christophorus (Gegenpapst) bald gefangen genommen und ermordet.

Christopherus…………904 Christophorus, Gegenpapst 903-904; von Papst Sergius III. gestürzt.

Sergius III………………911 Sergius III., Papst 904-911, Römer, † 14. 4. 911 Rom; grausam und gewalttätig, wurde von der römischen Adelspartei des Theophylakt und dessen Gattin Theodora erhoben.

Anastasius III…………913 Anastasius III., Papst 911-913, Römer; abhängig von Herzog Alberich I. von Spoleto und vom römischen Adel.

Lando…………………….914 Lando, Papst 913-914, † 914 Rom; abhängig von der die Stadt Rom beherrschenden Familie des Theophylakt.

Johann X……………928 Johannes X., Papst 914-928; eigentlich Johannes von Tossignano, † 928 Rom; einigte die italienischen Staaten zum Kampf gegen die Sarazenen. Er krönte Berengar I. zum Kaiser und war bemüht, in dem durch Machtkämpfe zersplitterten Italien die päpstliche Autorität aufrechtzuerhalten. Sein Streben nach politischer Selbständigkeit brachte ihn in Konflikt mit Marozia, die ihn in der Engelsburg inhaftieren ließ, wo er bald starb, wahrscheinlich durch Gewalt.

Leo VI………………928 Leo VI., Papst 928, Römer, † Dezember 928 Rom; als Nachfolger des abgesetzten Johannes X. durch die Marozia und ihre Anhänger erhoben. Marozia, Mariuccia, toskanische Prinzessin, * um 892, † um 937; Frau von Alberich I., die dann Guido von Tuszien (* 917, † 929) und schließlich 932 König Hugo von Italien († 948) heiratete und die Geliebte Papst Sergius‘ III. war; beherrschte Papsttum, Rom und Kirchenstaat.

Stephan VII…………931 Stephan VII., Papst 928-931, Römer; von der Partei der Marozia erhoben und von ihr abhängig.

Johann XI…………..935 Johannes XI., Papst 931-935, Römer, † 935 Rom; Sohn der Marozia, die ihn zum Papst erheben ließ. Alberich II. setzte Marozia und wahrscheinlich auch Johannes gefangen.

Leo VII……………..939 Leo VII., Papst 936-939, Römer, † 13. 7. 939 Rom; förderte die Cluniazensische Reform.

Stephan VIII………..942 Stephan VIII., Papst 939-942, Römer; völlig von Alberich II. abhängig. Alberich II., Machthaber („princeps et senator”) 932-954 in Rom, † 954; Sohn Alberichs I. und der Marozia, reformierte die Klöster des Patrimonium Petri nach den Regeln der Cluniazenser. Sein Sohn und Erbe Octavian wurde 955 zum Papst (Johannes XII.) gewählt.

Marinus II=MartinIII946 Marinus II., Papst 942-946 (lange irrtümlich als Martin III. bezeichnet), † Mai 946 Rom; war abhängig von Herzog Alberich II. von Spoleto.

Agapetus II………….955 Agapetus II., Papst 946-955, Römer, † Dezember 955 Rom; verdient um die Klosterreform, unterstützte die Kirchenpolitik Ottos des Großen.

Johann XII…………964 Johannes XII., Papst 955-964, eigentlich Octavian, † 14. 5. 964 Rom; Sohn Alberichs II. von Spoleto. Gegen Berengar II. rief er den deutschen König Otto I. zu Hilfe und krönte ihn 962 zum Kaiser. Johannes billigte Ottos Kirchenpolitik, der Kaiser garantierte ihm dafür den Kirchenstaat, sicherte sich aber zugleich sein Mitspracherecht bei der Papstwahl. Wenig später führte Johannes wieder eine antikaiserliche Politik und wurde von einer vom Kaiser einberufenen Synode abgesetzt.

Benedikt V…………964 Benedikt V., Papst 964, Römer, † wahrscheinlich 966 Hamburg; gewählt nach Vertreibung Papst Leos VIII., mit Hilfe Kaiser Ottos I. abgesetzt und nach Hamburg verbannt.

Leo VIII……………965 Leo VIII., Papst 963-965, Römer, † 1. 3. 965 Rom; wurde von der unter dem Einfluss Kaiser Ottos des Großen stehenden Synode, die Johannes XII. abgesetzt hatte, gewählt. Nach dem Abzug des Kaisers konnte Leo sich nicht in Rom halten, Otto führte ihn jedoch nach Rom zurück.

Johann XIII………..972 Johannes XIII., Papst 965-972, Römer, † 6. 9. 972 Rom; wurde auf Wunsch Ottos I. gewählt. Johannes regierte im Einvernehmen mit dem Kaiser, krönte dessen Sohn Otto II. und erhob Magdeburg zum Erzbistum.

Benedikt VI………..974 Benedikt VI., Papst 973/974, Römer, † Juli 974; nach dem Tod Kaiser Ottos I. von einer römischen Adelsgruppe abgesetzt und auf Betreiben des Gegenpapstes Bonifatius VII. im Gefängnis ermordet.

(Bonifatius VII 974) Bonifatius (VII.), Gegenpapst 974 und 984-985, Römer, † 985 (wohl ermordet); skrupelloser, von römischen Adeligen aus politischen Gründen erhobener Gegenpapst, der 974 Papst Benedikt VI. und 984 Papst Johannes XIV. töten ließ. Dazwischen war er vor Kaiser Otto II. nach Byzanz geflohen.

Benedikt VII………….983 Benedikt VII., Papst 974-983, Römer, † 10. 7. 983 Rom; unter dem Einfluss Kaiser Ottos II. gewählt, förderte Kirchenreform und Slawenmission.

Johann XIV…………..984 Johannes XIV., Papst 983-984, eigentlich Petrus Canepanova, † 20. 8. 984 Rom; von Otto II. zum Papst designiert; nach dessen Tod konnte sich der Gegenpapst Bonifatius VII. durchsetzen und ließ Johannes in der Engelsburg gefangen halten, wo er verhungerte oder vergiftet wurde.

Bonifatius VII (985
Verbannt)…………….985 Bonifatius (VII.), Gegenpapst 974 und 984-985, Römer, † 985 (wohl ermordet); skrupelloser, von römischen Adeligen aus politischen Gründen erhobener Gegenpapst, der 974 Papst Benedikt VI. und 984 Papst Johannes XIV. töten ließ. Dazwischen war er vor Kaiser Otto II. nach Byzanz geflohen.

Johann XV…………..996 Johannes XV., Papst 985-996, Römer, † 996 Rom; war ein Freund der Cluniazensischen Reform, begünstigte jedoch in Rom seine Verwandten sehr. Um dem stärker werdenden Druck des Crescentius zu entgehen, verließ Johannes Rom und rief Otto III. zu Hilfe, starb aber noch vor der Ankunft Ottos. Er nahm 993 die erste päpstliche Heiligsprechung (Ulrich von Augsburg) vor.

Gregor V, Dt………..999 Gregor V., Papst 996-999, eigentlich Bruno von Kärnten, * 972, † 18. (?)2. 999 Rom; erster deutscher Papst, Urenkel Ottos des Großen, von Kaiser Otto III. zum Papst nominiert. Gregor widmete sich der Kirchenreform und regierte in engem Einvernehmen mit dem Kaiser.

(Johann XVI 997 – 998) Johannes (XVI.), Gegenpapst 997-998, eigentlich Johannes Philagathos, Grieche, † nach 1001; Berater der Ottonen; ließ sich von Johannes Nomentanus Crescentius gegen Gregor V. als Papst aufstellen. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen, wurde nach seiner Flucht aus Rom gefangen genommen und zu Klosterhaft verurteilt.

Silvester II, Frz. …1003 Silvester II., Papst 999-1003, eigentlich Gerbert von Aurillac, * um 940 in der Auvergne, † 12. 5. 1003 Rom; 991 Erzbischof von Reims, 998 von Ravenna, Lehrer und Freund Kaiser Ottos III., der ihn zum Papst erheben ließ; organisierte die Kirche in Ungarn und Polen (Gründung der Erzbistümer Gnesen und Gran). Wegen seiner Gelehrsamkeit, besonders auf naturwissenschaftlichem Gebiet, galt er als Zauberer.

Johann XVII……….1003 Johannes XVII., Papst 1003, eigentlich Sicco, Römer; von Johannes Crescentius dem Jüngeren erhoben.

Johann XVIII………1009 Johannes XVIII., Papst 1004-1009, eigentlich Johannes Fasanus, Römer, † 1009 Rom; stellte das Bistum Merseburg wieder her und bestätigte das von Kaiser Heinrich II. gegründete Bistum Bamberg.

Sergius IV…………..1012 Sergius IV., Papst 1009-1012, eigentlich Pietro, Römer; abhängig von Johannes Crescentius dem Jüngeren; rief nach Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem (1010) vergeblich zum Kreuzzug auf.

Benedikt VIII…….1024 Benedikt VIII., Papst 1012-1024, aus dem in Rom mächtigen Geschlecht der Grafen von Tusculum, † 9. 4. 1024 Rom; errang einen wichtigen Sieg über die Sarazenen und förderte, von Kaiser Heinrich II. beeinflusst, die Kirchenreform im Sinn der Cluniazenser.

(Gregor 1012) Gregor (VI.), Gegenpapst 1012; von den Crescentiern erhoben; unterlag dem Tuskulaner Benedikt VIII., für den sich auch der deutsche Kaiser Heinrich II. entschieden hatte.

Johann XIX ……….1032 Johannes XIX., Papst 1024-1032, eigentlich Romanus, Graf von Tusculum, † 1032 Rom; wurde nach dem Tod seines Bruders Benedikt VIII. simonistisch zum Papst erhoben und hatte seitdem die weltliche und die geistliche Gewalt inne. Krönte Konrad II. 1027 zum Kaiser.

Benedikt IX gest.
1055……………………1044 Benedikt IX., Papst 1032-1044 (zum ersten Mal), 1045 (zum zweiten Mal), 1047/48 (zum dritten Mal), Neffe Papst Benedikts VIII., † um 1055 Grottaferrata (?); 1044 aus Rom vertrieben, trat 1045 zurück und wurde auf der Reformsynode zu Sutri 1046 auf Betreiben Kaiser Heinrichs III. formell abgesetzt. Nach dem Tod von Papst Klemens II. machte er seinen Anspruch erneut geltend.
(als Gegenpapst
1045, 1047 – 1048

Silvester III………….1046 Silvester III., Gegenpapst (?), 1045; auf Betreiben der Crescentier gegen Benedikt IX. erhoben, nach wenigen Wochen vertrieben und durch Heinrich III. 1046 abgesetzt.

Klemens II, Dt……..1047 Klemens II., Papst Dezember 1046-Oktober 1047, eigentlich Suidger, aus sächsischem Adel, † 9. 10. 1047 bei Pesaro (im Bamberger Dom beigesetzt); 1040 Bischof von Bamberg. Er krönte Heinrich III. zum Kaiser und nahm die Kirchenreform in Angriff (Kampf gegen Simonie und Priesterehe).

Damasus II,Dt……..1048 Damasus II., Papst 1048, eigentlich Poppo, aus fränkisch-bayerischem Adel, † 9. 8. 1048 Palestrina; Heinrich III. erhob ihn 1040 zum Bischof von Brixen und nominierte ihn zum Papst. Damasus starb drei Wochen nach seiner Wahl.

Leo IX,* Dt………….1054 Leo IX., Papst 1049-1054, eigentlich Bruno Graf von Egisheim und Dagsburg, Heiliger, * 21. 6. 1002 Egisheim, Elsass, † 19. 4. 1054 Rom; wurde von Kaiser Heinrich III. im Dezember 1048 zum Papst designiert. Leo leitete die gregorianischen Reformen ein. Er bekämpfte Simonie und Priesterehe, berief hervorragende Männer der kirchlichen Reform nach Rom, u. a. Hildebrand (Gregor VII.), Humbert von Silva Candida, Friedrich von Lothringen (Stephan IX.). Auch außerhalb Roms hielt er mehrere Reformsynoden ab (u. a. in Reims und Mainz) und verurteilte die Abendmahlslehre des Berengar von Tours. Den endgültigen Ausbruch des Schismas in Konstantinopel konnte Leo nicht verhindern. – Fest: 19. 4.

Viktor II, Dt………1057 Viktor II., Papst 1055-1057, eigentlich Gebhard, aus fränkisch-schwäbischem Adel, † 28. 7. 1057 Arezzo; 1042 Bischof von Eichstätt, politischer Ratgeber Kaiser Heinrichs III.; von diesem unterstützt, setzte Viktor die Kirchenreform (besonders Kampf gegen Simonie und Priesterehe) fort. Nach dem Tod des Kaisers krönte er Heinrich IV.

Stephan IX, Dt……..1058 Stephan IX., Papst 1057-1058, eigentlich Friedrich von Lothringen, Bruder Gottfrieds des Bärtigen, † 29. 3. 1058 Florenz; Benediktiner: 1051 Kardinal, 1054 einflussreicher Teilnehmer einer Gesandtschaft in Konstantinopel, die zum Ausbruch des Schismas mit der griechischen Kirche führte. Stephan vertrat die Ziele der cluniazensischen Reform, unterstützte die Pataria und forderte Freiheit der Kirche von dem Einfluss der Fürsten.

Benedikt X………..1059 Benedikt (X.), Gegenpapst 1058/59; Römer, von dem der Kirchenreform abgeneigten römischen Adel nach dem Tod Papst Stephans IX. erhoben, von der erstarkten Reformpartei abgesetzt.

Nikolaus II, Dt……1061 Nikolaus II., Papst 1058-1061, eigentlich Gerhard, wahrscheinlich aus Burgund, † 27. (19.?) 7. 1061 Florenz; 1045 Bischof von Florenz, auf Betreiben der von Hildebrand (Gregor VII.) geführten Reformpartei zum Papst gewählt. 1059 erließ er Bestimmungen gegen Simonie und Priesterehe sowie ein Papstwahldekret, das das Bestätigungsrecht der deutschen Könige zurückdrängte. Er verbündete sich mit der Pataria und mit den Normannen, die daraufhin den Papst als ihren Lehnsherrn anerkannten.

Alexander II…………..1073 Alexander II., Papst 1061-1073, eigentlich Anselm, † 21. 4. 1073 Rom; konnte Honorius II. verdrängen; vom Archidiakon Hildebrand, dem späteren Papst Gregor VII., unterstützt, setzte er den Kampf gegen Simonie, Laieninvestitur und Priesterehe fort.

(Honorius II 1061 –
1064) Honorius (II.), Gegenpapst 1061-1064, eigentlich Cadalus von Parma, * um 1010, † wahrscheinlich 1072; 1045 Bischof von Parma; stand in guten Beziehungen zum deutschen Hof, der ihn zum Gegenpapst gegen Alexander II. erhob. Honorius (II) wurde auf der Synode von Mantua 1064 abgesetzt.

Gregor VII*……….1085 Gregor VII., Papst 1073-1085, eigentlich Hildebrand, Heiliger, * um 1021 in der Toskana, † 25. 5. 1085 Salerno; 1048 Mönch in Cluny. Von Leo IX. wurde er 1049 nach Rom berufen, wo er seit 1059 die Politik der Kurie mitbestimmte. Als Papst setzte er die unter seinen Vorgängern begonnene Reform (gegen Simonie und Priesterehe) und die kirchliche Zentralisation energisch fort. Über die Investiturfrage geriet er besonders mit dem deutschen König Heinrich IV. in heftige und grundsätzliche Auseinandersetzungen, die die Verfassung des Reiches und der Reichskirche zu erschüttern drohten (Investiturstreit), aber auch ihm selbst zum Verhängnis wurde. Schließlich war er Gefangener in der Engelsburg, wurde 1084 vom Normannenherzog Robert Guiscard befreit, musste aber wegen der Erbitterung der Römer über die Verwüstungen der Normannen fliehen und starb im Exil. – Trotz seiner persönlichen Niederlage war Gregor einer der geistigen Gestalter des hohen Mitte
lalters. Fest: 25. 5.

(Klemens III 1084 –
1100) Klemens (III.), Gegenpapst 1084-1098, eigentlich Wibert von Ravenna, * um 1025 Parma, † 8. 9. 1100 Civita Castellana; 1072 Erzbischof von Ravenna; Gegner Papst Gregors VII., mit Unterstützung König Heinrichs IV. 1080 zum Gegenpapst gewählt und 1084 in Rom inthronisiert.

Viktor III**……………..1087 Viktor III., Papst 1086-1087, Seliger, eigentlich Daufari, Mönchsname Desiderius, * um 1027, † 16. 9. 1087; Benediktiner, 1058 Abt von Montecassino, setzte die Kirchenpolitik Gregors VII. mit einigen Abwandlungen fort. Seligsprechung 1887.

Urban II, Frz………….1099 Urban II., Papst 1088-1099, Seliger, eigentlich Odo von Châtillon oder Lagery, * um 1035 Châtillon-sur-Marne, † 29. 7. 1099 Rom; Mönch und Prior in Cluny, um 1080 Kardinalbischof von Ostia, führte das Reformpapsttum weiter. Auf der Synode zu Clermont 1095 rief er zur Befreiung des Hl. Landes auf und leitete die Kreuzzugsbewegung ein.

Paschalis II……………1118 Paschalis II., Papst 1099-1118, eigentlich Rainer, † 21. 1. 1118 Rom; setzte den Investiturstreit gegen Heinrich IV. und Heinrich V. fort. 1111 schloss er mit Heinrich V. den Vertrag von Sutri, der aber am Widerstand der deutschen Bischöfe und Fürsten scheiterte. Paschalis wurde von Heinrich V. gefangen genommen; um seine Freiheit wiederzuerlangen, sagte er Heinrich Investiturrecht (1112 bereits widerrufen) und Kaiserkrönung zu.
(Theoderich 1100 –
1002) Theoderich, Gegenpapst 1100, † 1102.

( Albert 1102) Albert, Gegenpapst (1102) gegen Paschalis II.

( Silvester IV 1105 –
1111) Silvester (IV.), Gegenpapst 1105-1111, eigentlich Maginulf, Römer; gegen Paschalis II. erhoben, resignierte, nachdem Kaiser Heinrich V. von Paschalis das Investiturprivileg erlangt hatte.

Gelasius II……………..1119 Gelasius II., Papst 1118-1119, eigentlich Johannes von Gaeta, † 28. 1. 1119 Cluny. Da Gelasius in der Investiturfrage zu keinem Entgegenkommen bereit war, musste er bald nach seiner Wahl vor Kaiser Heinrich V. und den kaiserfreundlichen Frangipani nach Frankreich fliehen. Gegenüber dem kaiserlichen Gegenpapst Gregor VIII. konnte er sich weit gehend durchsetzen.

(Gregor VIII 1118/21) Gregor (VIII.), Gegenpapst 1118-1121, eigentlich Mauritius, Franzose, † nach 1137; unter dem Einfluss Kaiser Heinrichs V. und der Frangipani gegen Gelasius II. erhoben. 1121 fiel Gregor in die Hand von Kalixt II.; bis zu seinem Tod in Klosterhaft.

Calixt II, Frz………….1124 Kalixt II., Kallistos, Calixtus, Papst 1119-1124, eigentlich Guido, aus burgundischem Adel, † 13. 12. 1124 Rom; 1088 Erzbischof von Vienne; beendete durch das Wormser Konkordat 1122 den Investiturstreit.

Honorius II………1130 Honorius II., Papst 1124-1130, eigentlich Lambert, † 13. 2. 1130 Rom; als Kardinal Berater von Kalixt II., in dessen Auftrag er 1122 das Wormser Konkordat abschloss.

(Cölestin II, 1124) Cölestin (II.) [tsø-], Gegenpapst 1124, eigentlich Theobald Buccapecus, † 1126 (?); verzichtete bald nach seiner Wahl zugunsten von Honorius II.

Innozenz II………1143 Innozenz II., Papst 1130-1143, eigentlich Gregor Papareschi, Römer, † 24. 9. 1143 Rom; nach dem Tod Honorius‘ II. formal unrechtmäßig gewählt. Während der gegen ihn erhobene Anaklet II. Rom besetzt hielt, konnte Innozenz sich fast in der ganzen Kirche durchsetzen. Bernhard von Clairvaux und Kaiser Lothar III. waren seine stärksten Stützen.

(Anaklet II,Jude 1130 –
1138) Anaklet (II.), Gegenpapst 1130-1138, eigentlich Petrus Pierleone, Römer, † 25. 1. 1138 Rom; stammte aus vornehmer, der Kirche eng verbundener Familie jüdischer Herkunft; Mönch in Cluny, 1116 Kardinal. Anaklet, der reformeifrig und hoch gebildet war, wurde gegen Papst Innozenz II. gewählt und konnte sich bis zu seinem Tod in Rom behaupten.

(Viktor IV 1138) Viktor (IV.) Gegenpapst 1138, eigentlich Gregor Conti; zum Nachfolger Anaklets II. gewählt, unterwarf sich noch im gleichen Jahr auf Vermittlung Bernhards von Clairvaux dem rechtmäßigen Innozenz II.

Cölestin II………….1144 Cölestin II. [tsø-], Papst 1143/44, eigentlich Guido von Città di Castello, aus Umbrien, † 8. 3. 1144 Rom; gelehrter Theologe, Schüler und Freund Abälards, 1127 Kardinal.

Lucius II…………1145 Lucius II., Papst 1144/1145, eigentlich Gherardo Caccianemici, † 15. 2. 1145 Rom; seine kurze Regierung war ausgefüllt vom Streit mit König Roger II. von Sizilien und mit römischen Revolten.

Eugen III**…………1153 Eugen III., Papst 1145-1153, eigentlich Bernhard, Zisterzienser aus Pisa, Seliger, † 8. 7. 1153 Tivoli; musste bald nach seiner Wahl wegen politischer Wirren Rom verlassen (bis 1152). Er regte den 2. Kreuzzug an, hielt mehrere wichtige Synoden ab (1148 in Trier) und förderte die Kirchenreform. 1153 einigte er sich im Konstanzer Vertrag mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa über den beiderseitigen Rechts- und Besitzstand.

Anastasius IV……..1154 Anastasius IV., Papst 1153-1154, eigentlich Konrad von Suburra, Römer, † 3. 12. 1154 Rom; Friedrich I. Barbarossa gegenüber kompromissbereit.

Hadrian IV, Engl….1159 Hadrian IV., Adrian, Papst 1154-1159, eigentlich Nikolaus Breakspear, * zwischen 1110 und 1120, † 1. 9. 1159 Anagni; der einzige englische Papst; unterdrückte die von Arnold von Brèscia in Rom verursachten Unruhen, erstrebte den Ausbau der geistlichen und weltlichen Machtstellung des Papsttums und geriet darüber in Gegensatz zu Friedrich I. Barbarossa, gegen den er sich mit den Normannen verbündete.

Alexander III………1181 Alexander III., Papst 1159-1181, eigentlich Roland Bandinelli, * Siena, † 30. 8. 1181 Rom; gegen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und vier Gegenpäpste führte er einen erfolgreichen Kampf um die Unabhängigkeit des Papsttums und der Kirche (Frieden von Venedig 1177). Auf dem 3. Laterankonzil 1179 verbot er die Eigenkirchen und änderte das Papstwahlrecht (fortan Wahl nur durch die Kardinäle).

(Viktor IV, 1159 –1164) Viktor (IV.) Gegenpapst 1138, eigentlich Gregor Conti; zum Nachfolger Anaklets II. gewählt, unterwarf sich noch im gleichen Jahr auf Vermittlung Bernhards von Clairvaux dem rechtmäßigen Innozenz II.

( Paschalis III 1164 – 1168) Paschalis (III.), Gegenpapst 1164-1168, eigentlich Guido von Crema, † 20. 9. 1168 Rom; Bischof von Cremona, Kardinal; auf Betreiben Friedrichs I. und Rainalds von Dassel als Nachfolger Viktors IV. erhoben. Er sprach 1165 Karl den Großen heilig.

( Calixt III 1168 – 1178) Kalixt (III.), Kallistos, Calixtus, Gegenpapst 1168-1178, vorher Abt Johannes von Strumi, als 3. Gegenpapst gegen Alexander III. gewählt, von Kaiser Friedrich I. Barbarossa unterstützt, jedoch im Frieden von Venedig (Versöhnung des Reichs mit der Kurie) fallen gelassen.

( Innozenz III 1179/80) Innozenz (III.), Gegenpapst 1179/80, eigentlich Lando von Sezze; nach der Unterwerfung Kalixts III. gegen Alexander III. erhoben; konnte sich nicht durchsetzen und wurde von Alexander zu Klosterhaft in La Cava verurteilt.

Lucius III……………..1185 Lucius III., Papst 1181-1185, eigentlich Ubaldo Allucingoli aus Lucca, † 25. 11. 1185 Verona; Zisterzienser, beschloss 1184 gemeinsam mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa einen Kreuzzug sowie gemeinsames Vorgehen gegen Katharer und Waldenser (Inquisition).

Urban III…………..1187 Urban III., Papst 1185-1187, eigentlich Uberto Crivelli aus Mailand, † 20. 10. 1187 Ferrara; Gegner Friedrich Barbarossas und Heinrichs VI., residierte in Verona.

Gregor VIII………..1191 Gregor VIII., Papst 1187, eigentlich Alberto de Morra, † 17. 12. 1187 Pisa; italienischer Augustiner-Chorherr; strebte nach dem Fall Jerusalems einen neuen Kreuzzug an; sein baldiger Tod verhinderte die Verwirklichung seiner Reformabsichten.

Cölestin III…………1198 Cölestin III. [tsø-], Papst 1191-1198, eigentlich Hyazinth Bobo, * um 1106, † 8. 1. 1198 Rom; 1144 Kardinal. Cölestin krönte Heinrich VI. zum Kaiser, geriet aber bald mit ihm in heftigen Konflikt, weil Heinrich nach der Eroberung Siziliens die Erblichkeit des Kaisertums erstrebte und die päpstliche Macht in Mittelitalien bedrohte.

Innozenz III……….1216 Innozenz III., Papst 1198-1216, eigentlich Lothar von Segni, * 1160/61 Anagni, † 16. 7. 1216 Perùgia; 1190 Kardinal. Innozenz, der auch pastorale und exegetische Werke verfasste, war vor allem ein genialer Herrscher. Die seit dem Reformpapsttum des 11. Jahrhunderts erstrebte geistlich-weltliche Führerstellung des Papsttums über die ganze Christenheit führte er auf ihren Höhepunkt. Er reformierte Kurie, Kirchenrecht und Orden und förderte die Anfänge der Bettelorden. 1209 veranlasste er den Albigenserkreuzzug. Die päpstliche Lehenshoheit konnte er auf Aragón und England ausdehnen. In die deutsche Politik griff er nach der zwiespältigen Königswahl von 1198 ein: Er entschied sich für Otto IV., unterstützte dann aber den jungen Staufer Friedrich II. Abschluss und Höhepunkt seines Pontifikats war das 4. Laterankonzil (1215).

Honorius III………..1227 Honorius III., Papst 1216-1227, eigentlich Cencio Savelli, Römer, * um 1150, † 18. 3. 1227 Rom; führte die Politik von Innozenz III. fort, war jedoch stets auf Mäßigung und Ausgleich bedacht. Seine Bemühungen um die Durchführung des Kreuzzugs hatten nur geringen Erfolg. 1220 krönte er Friedrich II. zum Kaiser. Er bestätigte die neuen Orden der Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter.

Gregor IX………….1241 Gregor IX., Papst 1227-1241, eigentlich Graf Ugolino (oder Hugolin) von Segni, * um 1170 Anagni, † 22. 8. 1241 Rom; versuchte mit größter Energie, den päpstlichen Machtanspruch und die Freiheit des Kirchenstaats aufrechtzuerhalten, geriet darüber in Konflikt mit Kaiser Friedrich II. Er begründete den kirchlichen Inquisitionsprozess und stärkte durch seine Dekretalensammlung die päpstliche Autorität. Großzügig unterstützte er die neu entstandenen Bettelorden (Franziskaner und Dominikaner) sowie die Tätigkeit des Deutschen Ordens im Osten.

Cölestin IV…………1241 Cölestin IV. [tsø-], Papst 1241, eigentlich Goffredo Castiglioni, aus Mailand, † 10. 11. 1241 Rom; Neffe Papst Urbans III., Zisterzienser, 1227 Kardinal. Er starb bereits wenige Tage nach seiner Wahl.

Innozenz IV…………..1254 Innozenz IV., Papst 1243-1254, eigentlich Sinibaldo Fieschi, * um 1195 Genua, † 7. 12. 1254 Neapel; hervorragender Kanonist, 1227 Kardinal. Innozenz führte einen harten Kampf gegen Friedrich II. In seinem Verlauf verkündete er erneut die Zweischwertertheorie, unterstützte die gegen Friedrich erhobenen Gegenkönige, konnte aber die Macht des Kaisers nicht brechen. Innozenz förderte die Mission der Ostseeländer.

Alexander IV…………1261 Alexander IV., Papst 1254-1261, eigentlich Rainald Graf von Segni, Neffe Papst Gregors IX., † 25. 5. 1261 Viterbo; setzte die antistaufische Politik seiner Vorgänger mit geringen Erfolgen fort.

Urban IV, Frz………..1264 Urban IV., Papst 1261-1264, eigentlich Jacques Pantaléon, * um 1200 Troyes, † 2. 10. 1264 Perùgia; Gegner der Staufer, verbündete sich gegen deren Herrschaft in Unteritalien mit Karl von Anjou.

Klemens IV, Frz…….1268 Klemens IV., Papst 1265-1268, eigentlich Guido Fulcodi aus Saint-Gilles, Rhône, † 29. 11. 1268 Rom; zuerst Kanzler Ludwigs IX. von Frankreich, belehnte Karl von Anjou mit Sizilien und war mitverantwortlich für das Todesurteil gegen den Staufer Konradin.

Gregor X**……………1276 Gregor X., Papst 1271-1276, eigentlich Tedaldo Visconti, * 1210 Piacenza, † 10. 1. 1276 Arezzo; um die Wiedereroberung der hl. Stätten bemüht. Auf dem 2. Konzil von Lyon 1274, auf dem er eine vorübergehende Wiedervereinigung mit der griechischen Kirche erreichte und mehrere Reformbestimmungen erließ, setzte er sich mit großer Energie für einen Kreuzzug ein. Um lange Sedisvakanzen zu vermeiden, führte er für die Papstwahl das Konklave ein. Seliger (Fest: 10. 1.).

Innozenz V, Frz……..1276 Innozenz V., Papst 1276, eigentlich Pierre de Tarantaise, * um 1225 Champigny, † 22. 6. 1276 Rom; gelehrter Dominikaner, 1272 Erzbischof von Lyon, 1273 Kardinal; bemühte sich um eine Kirchenunion mit Byzanz. Seliger (Fest: 22. 6.).

Hadrian V……………..1276 Hadrian V., Adrian, Papst 1276, eigentlich Ottobono Fieschi, † 18. 8. 1276 Viterbo; Neffe von Papst Innozenz IV.; hob die Konklaveordnung Gregors X. auf.

Johann XXI…………..1277 Johannes XXI., Papst 1276-1277, eigentlich Petrus Juliani, genannt Petrus Hispanus, * 1210/1220 Lissabon, † 20. 5. 1277 Viterbo; seit 1273 Erzbischof von Braga und Kardinal. Johannes war um die Vertiefung der Union mit der Ostkirche von 1274 bemüht.

Nikolaus III…………1280 Nikolaus III., Papst 1277-1280, eigentlich Giovanni Gaetano Orsini, * 1210/1220 Rom, † 22. 8. 1280 Soriano, Kalabrien; eine energische Herrscherpersönlichkeit, setzte gegenüber Karl von Anjou mit Erfolg die päpstlichen Ansprüche durch. Zwischen Karl und dem deutschen König Rudolf von Habsburg vermittelte er einen Vergleich.

Martin IV, Frz……..1285 Martin IV., Papst 1281-1285, eigentlich Simon de Brion, † 28. 3. 1285 Perùgia; Kanzler Ludwigs IX. von Frankreich, 1261 Kardinal; abhängig von Karl von Anjou, versuchte mit allen Mitteln, jedoch vergeblich, dessen Herrschaft im aufständischen Sizilien zu erhalten.

Honorius IV…………..1287 Honorius IV., Papst 1285-1287, eigentlich Jacobus Savelli, * 1210 Rom, † 3. 4. 1287 Rom; setzte die nutzlose Politik Martins IV. gegen Aragón fort, war aber gegenüber den Anjou weniger nachgiebig als dieser und führte in Unteritalien Reformen durch.
Nikolaus IV…………..1292 Nikolaus IV., Papst 1288-1292, eigentlich Girolamo Masci, aus Ascoli, † 4. 4. 1292 Rom; Franziskaner, 1274 Ordensgeneral, 1278 Kardinal; versuchte vergeblich, Sizilien den Aragonesen zu entreißen und wieder unter die Herrschaft der Anjou zu bringen. Er schickte Missionare zu den Mongolen.

Cölestin V*……………1294 Cölestin V. [tsø-], Papst 1294, eigentlich Pietro del Murrone, Heiliger, * 1215 Isèrnia, † 19. 5. 1296 Castello di Fumone; Benediktiner, Abt in Faifoli und Einsiedler auf dem Murrone bei Sulmona. Er geriet in völlige Abhängigkeit von Karl II. von Neapel (Anjou), der seine Wahl unterstützt hatte. Von seiner politischen Unfähigkeit überzeugt, dankte er nach fünfmonatiger Regierung ab. Sein Nachfolger Bonifatius VIII. ließ ihn bis zu seinem Tod in Haft halten, weil er ein Schisma fürchtete. Fest: 19. 5.

Bonifatius III………..1303 Bonifatius III., Papst 607, Römer, † 12. 11. 607 Rom; verbot Wahlabsprachen zu Lebzeiten eines Papstes.

Benedikt XI**……….1304 Benedikt XI., Papst 1303-1304, eigentlich Nikolaus Boccasini, * 1240 Treviso, † 7. 7. 1304 Perùgia; Dominikaner, 1298 Kardinal; leitete die Versöhnung mit Frankreich ein; Seligsprechung 1736 (Fest: 7. 7.).

Klemens V, Frz……..1314 Klemens V., Papst 1305-1314, eigentlich Bertrand de Got, † 20. 4. 1314 Avignon; zum Papst gewählt im Einvernehmen mit Philipp IV. von Frankreich, von dem er stets abhängig blieb; residierte seit 1309 in Avignon („Babylonisches Exil” der Päpste) und stimmte der Aufhebung des Templerordens zu.

Johann XXII, Frz….1334 Johannes XXII., Papst 1316-1334, eigentlich Jacques Duèse, * um 1245 Cahors, † 4. 12. 1334 Avignon; 1308 Kanzler des französischen Königs, 1310 Bischof von Avignon, 1312 Kardinal. Johannes, der bedeutendste unter den Päpsten in Avignon, reformierte als Vorkämpfer des päpstlichen Zentralismus Behördensystem und Finanzwesen der Kurie. Seine Sympathien für Frankreich bewogen ihn zum Kampf gegen Ludwig den Bayern. Johannes verurteilte Schriften bzw. Lehrsätze des P. Olivi und Meister Eckharts.

(Nikolaus V 1328 – 1330) Nikolaus (V.), Gegenpapst 1328-1330, eigentlich Pietro Rainalducci, † 16. 10. 1333 Avignon; Franziskaner; von Kaiser Ludwig IV. (dem Bayern) und vom römischen Volk gegen Johannes XXII. erhoben. Nikolaus unterwarf sich 1330.

Benedikt XII, Frz……1342 Benedikt XII., Papst 1334-1342, eigentlich Jacques Fournier, * um 1285 Saverdun, Languedoc, † 25. 4. 1342 Avignon; Zisterzienser, 1327 Kardinal; reformierte die kirchliche Verwaltung und den Klerus; erbaute den Papstpalast in Avignon.

Klemens VI, Frz…….1352 Klemens VI., Papst 1342-1352, eigentlich Pierre Roger, * um 1291, † 6. 12. 1352 Avignon; 1330 Erzbischof von Rouen und Kanzler Philipps VI. von Frankreich; festigte durch den Kauf Avignons das päpstliche Exil.

Innozenz VI, Frz……1362 Innozenz VI., Papst 1352-1362, eigentlich Étienne Aubert, † 12. 9. 1362 Avignon; 1342 Kardinal. Den Plan der Rückkehr nach Rom konnte er nicht verwirklichen, doch unterwarf Kardinal Albornoz ihm den Kirchenstaat.

Urban V,**,Frz…..1370 Urban V., Papst 1362-1370, Seliger, eigentlich Guillaume Grimoard, * um 1310 bei Mende, † 19. 12. 1370 Avignon; Benediktiner; kehrte gegen den Widerstand Frankreichs 1367, von Kaiser Karl IV. unterstützt, nach Rom zurück, musste aber 1370 erneut nach Avignon gehen. Seligsprechung 1870.

Gregor XI, Frz…….1378 Gregor XI., Papst 1370-1378, eigentlich Pierre-Roger de Beaufort, * 1329 Maumont, † 27. 3. 1378 Rom; Neffe von Papst Klemens VI., letzter französischer Papst; verurteilte Lehren J. Wiclifs; vermittelte den Frieden zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn und bemühte sich um die Rückverlegung der päpstlichen Residenz nach Rom, die er 1376/77 durchführen konnte.

Urban VI, ………….1389 Urban VI., Papst 1378-1389, eigentlich Bartolomeo Prignano, * um 1318 Neapel, † 15. 10. 1389 Rom; erster nach Ende des avignonesischen Exils in Rom gewählter Papst. Wegen Bedenken gegen Vorgänge bei der Wahl und überzeugt von seiner Geistesstörung wählten die französischen Kardinäle den Gegenpapst Klemens VII. Damit begann das große abendländische Schisma.

(KlemensVII 1378/94) Klemens (VII.), Gegenpapst 1378-1394, eigentlich Robert von Genf, * 1342 Genf, † 16. 9. 1394 Avignon; 1371 Kardinal. Seine Wahl gegen Urban VI., die der französische König unterstützte, begründete das große abendländische Schisma. Er residierte in Avignon .

Bonifatius IX………1404 Bonifatius IX., Papst 1389-1404, eigentlich Pietro Tomacelli, * um 1350 Neapel, † 1. 10. 1404 Rom; Nachfolger Urbans VI. in Rom, während in Avignon Klemens VII. gewählt wurde. Er stellte die päpstliche Herrschaft im Kirchenstaat wieder her. Von der Rechtmäßigkeit seiner Würde überzeugt, bemühte er sich zu wenig um die Beilegung des Schismas.

(Benedikt XIII 1394 – 1424) Benedikt (XIII.), Gegenpapst 1394-1423, eigentlich Pedro de Luna, † 23. 5. 1423 Peñiscola bei Valencia; 1375 Kardinal, nach 1378 Anhänger von Papst Klemens VII. in Avignon; unter den Päpsten im Großen Schisma der geistig bedeutendste. Er hielt auch nach seiner Absetzung auf dem Konstanzer Konzil 1417 an seinem Anspruch fest, allein rechtmäßiger Papst zu sein.

Innozenz VII………….1406 Innozenz VII., Papst 1404-1406, eigentlich Cosma de Migliorati, * um 1336 Sulmona, † 6. 11. 1406 Rom; 1389 Kardinal; regierte während des abendländischen Schismas. Er förderte die römische Universität und den Frühhumanismus.

(Alexander V………….1410) Alexander (V.), Gegenpapst 1409/10, eigentlich Petros Philargis * um 1340 Kreta, † 3. 5. 1410 Bologna; gelehrter Franziskaner, 1405 Kardinal; gegen Papst Gregor XII. (Rom) und Benedikt XIII. (Avignon) gewählt.

Gregor XII…………….1415 Gregor XII., Papst 1406-1415, eigentlich Angelo Correr, * um 1325 Venedig, † 18. 9. 1417 Recanati; während des abendländischen Schismas gewählt. Nach dem Konzil von Pisa 1409/10 verlor er den größten Teil seiner Anhänger; um die Wiedervereinigung der Kirche zu ermöglichen, dankte er 1415 auf dem Konstanzer Konzil ab.

Johann XXIII………1415 Johannes (XXIII.), Gegenpapst 1410-1415, eigentlich Baldassare Cossa, Neapolitaner, † 22. 1. 1419 Florenz; im abendländischen Schisma gegen Gregor XII. (Rom) und Benedikt XIII. (Avignon) gewählt. Er musste der vom deutschen König Sigismund gewünschten Einberufung des Konzils von Konstanz zustimmen, das ihn absetzte.

Martin V…………1431 Martin V., Papst 1417-1431, eigentlich Odo Colonna, * 20. 2. 1368 Genazzano, † 20. 2. 1431 Rom; 1405 Kardinal, seine Wahl auf dem Konstanzer Konzil beendete das große abendländische Schisma. Martin hat Macht und Ansehen des Papsttums in Rom und im Kirchenstaat weit gehend wiederhergestellt. Die in Konstanz geschlossenen Konkordate konnte Martin unter günstigen Bedingungen für das Papsttum erneuern. Er berief die in Konstanz vorgesehene Synode nach Pavia bzw. Siena (1423).

(Klemens VIII 1424 –1429) Klemens (VIII.), Gegenpapst 1423-1429.

( Benedikt XIV 1424?)
Eugen IV……………..1447 Eugen IV., Papst 1431-1447, eigentlich Gabriele Condulmer, * um 1383 Venedig, † 23. 2. 1447 Rom; Augustinereremit. Das Basler Konzil, das er vergeblich aufzulösen versuchte, verlegte er 1437 nach Ferrara und bald darauf nach Florenz. Dort kam unter dem Druck der Türkengefahr eine vorübergehende Einigung mit der griechischen Kirche zustande. Die in Basel gebliebene Minderheit wählte 1439 den Gegenpapst Felix V., gegen den Eugen sich aber mit Hilfe Frankreichs, des deutschen Königs Friedrich III. und der Kurfürsten durchsetzen konnte.

(Felix V 1439 – 1449) Felix (V.), letzter Gegenpapst, Amadeus VIII. von Savoyen.

Nikolaus V……………1455 Nikolaus V., Papst 1447-1455, eigentlich Tommaso Parentucelli, * 15. 11. 1397 Sarzana, † 24. 3. 1455 Rom; 1446 Kardinal; der erste Renaissancepapst. Er schloss 1448 mit Friedrich III. (den er 1452 zum Kaiser krönte) das Wiener Konkordat und erreichte 1449 die Unterwerfung des Gegenpapstes Felix V. und die Auflösung des Basler Konzils. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 rief er vergeblich zum Kreuzzug gegen die Türken auf.
Calixt III……………….1458 Kalixt III., Kallistos, Calixtus, Papst 1455-1458, eigentlich Alonso de Borgia, * 31. 12. 1378 Játiva bei Valencia, † 6. 8. 1458 Rom; war um die Abwehr der Türken bemüht, schadete aber der Kirche durch seinen Nepotismus. Nepotismus [lateinisch nepos, „Enkel, Neffe”], Vetternwirtschaft, Begünstigung von Verwandten (Nepoten) bei der Vergabe von Ämtern und Würden, besonders von Päpsten und geistlichen Fürsten geübt; 1567 von Papst Pius V. verboten.

Pius II…………………..1464 Pius II., Papst 1458-1464, eigentlich Enea Silvio de‘ Piccolomini, * 18. 10. 1405 Corsignano (später nach ihm Pienza genannt), † 15. 8. 1464 Ancona; Humanist; Sekretär des Gegenpapstes Felix V., seit 1442 Kaiser Friedrichs III. 1447 Bischof von Triest, 1449 von Siena, 1456 Kardinal. Die Kirchenreform konnte Pius, unterstützt von Nikolaus von Kues, nur in geringem Umfang verwirklichen. Vor allem galt sein Bemühen der Einigung Europas gegen die Türken.

Paul II……………1471 Paul II., Papst 1464-1471, eigentlich Pietro Barbo, * 23. 2. 1418 Venedig, † 26. 7. 1471 Rom; Neffe von Papst Eugen IV., 1440 Kardinal; erklärte seine Wahlkapitulation, die ihn zur Berufung eines allgemeinen Konzils und zum Türkenkrieg verpflichtete, für unverbindlich.

Sixtus IV…………1484 Sixtus IV., Papst 1471-1484, eigentlich Francesco della Rovere, * 21. 7. 1414 Celle bei Savonna, † 12. 8. 1484 Rom; Franziskaner, 1464 Ordensgeneral, 1467 Kardinal. Renaissance-Papst, förderte Kunst und Wissenschaft (u. a. Bau der Sixtinischen Kapelle).

Innozenz VIII……..1492 Innozenz VIII., Papst 1484-1492, eigentlich Giovanni Battista Cibo, * 1432 Genua, † 25. 7. 1492 Rom; 1473 Kardinal; gehörte zu den vorwiegend weltlich eingestellten Päpsten der Renaissance, hatte gute Beziehungen zu den Medici und den Humanisten und förderte die Hexenprozesse.

Alexander VI………1503 Alexander VI., Papst 1492-1503, eigentlich Rodrigo de Borgia, Neffe von Papst Kalixt III., * 1430 (?), Játiva bei Valencia, † 18. 8. 1503 Rom; durch Simonie zum Papst gewählt. Alexander war ein weltlich eingestellter Renaissancefürst, politisch oft sehr geschickt.

Pius III………………….1503 Pius III., Papst 22. 9.-18. 10. 1503, eigentlich Francesco de‘ Piccolomini-Todeschini, * 1439 Siena, † 18. 10. 1503 Rom; Neffe von Papst Pius II.; 1460 Erzbischof von Siena und Kardinal; konnte seine Reformabsichten nicht verwirklichen, da er bald starb.

Julius II……………1513 Julius II., Papst 1503-1513, eigentlich Giuliano della Rovere, * 5. 12. 1443 Albissola bei Savona, † 21. 2. 1513 Rom; seine wichtigsten Ziele waren die Wiederherstellung des in Auflösung begriffenen Kirchenstaats und die Befreiung Italiens von der Fremdherrschaft. In der sog. Hl. Liga (mit Venedig und Spanien) erreichte er die Vertreibung der Franzosen aus Italien. Er berief das 5. Laterankonzil (1512), vor allem, um dem von Frankreich drohenden Schisma vorzubeugen. – Als großzügiger Mäzen führte Julius die Renaissance zum Höhepunkt; Michelangelo (Sixtinische Decke, Juliusgrab), Raffael (Stanzen im Vatikan) und Bramante (Neubau des Petersdoms) arbeiteten für ihn.

Leo X……………………1521 Leo X., Papst 1513-1521, eigentlich Giovanni de’Medici, * 11. 12. 1475 Florenz, † 1. 12. 1521 Rom. Im Streit um die Kaiserkrone unterstützte er zunächst den französischen König Franz I., schloss sich aber nach dem Sieg Karls V. dessen Partei an. Für die Kirche war die Regierung Leos verhängnisvoll, da er sich vornehmlich der italienischen und europäischen Politik widmete und darüber seine geistlichen Aufgaben vernachlässigte; Bedeutung und Problematik der Reformation verkannte er vollständig. Für Kunst und Literatur war das Pontifikat Leos eine Zeit höchsten Glanzes.

Hadrian VI, Holl…….1523 Hadrian VI., Adrian, Papst 1522/23, eigentlich Adrian Florisz, * 2. 3. 1459 Utrecht, † 14. 9. 1523 Rom; 1507 Erzieher Karls V., dessen enger Ratgeber er wurde, 1516 Regent in Spanien und Bischof von Tortosa, 1517 Kardinal. Sein Hauptanliegen war die Eindämmung der Reformation durch eine gründliche innere Reform der Kirche; daneben bemühte er sich um die Einigung der Christenheit gegen die Türken.

Klemens VII……….1534 Klemens VII., Papst 1523-1534, eigentlich Giulio de Medici, * 26. 5. 1478 Florenz, † 25. 9. 1534 Rom; 1513 Erzbischof von Florenz und Kardinal. Von der kaiserlichen Partei gewählt, wandte er sich noch als Papst Frankreich zu und geriet dadurch in schärfsten Gegensatz zu Karl V., dem er sich nach der Eroberung Roms durch kaiserliche Truppen 1527 wieder anschließen musste. 1530 krönte er Karl zum Kaiser. Er war der durch die Reformation hervorgerufenen schwierigen Situation nicht gewachsen.

Paul III…………….1549 Paul III., Papst 1534-1549, eigentlich Alessandro Farnese, * 1468 Canino, † 10. 11. 1549 Rom; 1493 Kardinal. In seinem politischen Verhalten (Nepotismus) war Paul weitgehend der Renaissance verhaftet, doch leitete er die innerkirchliche Reform ein. Er verkündete die Exkommunikation Heinrichs VIII. von England, bestätigte den Jesuitenorden und berief 1545 das Konzil von Trient ein. Er förderte Wissenschaft und Kunst (Michelangelo).

Julius III……………1555 Julius III., Papst 1550-1555, eigentlich Giovanni Maria del Monte, * 10. 9. 1487 Rom, † 23. 3. 1555 Rom; 1536 Kardinal, leitete die erste Tagungsperiode des Konzils von Trient. Obwohl der Renaissance zugeneigt, förderte er die Kirchenreform. So bestätigte er den Jesuitenorden 1550 endgültig, förderte das Collegium Romanum und das Collegium Germanicum und berief 1551 erneut das Konzil.

Marcellus II………..1555 Marcellus II., Papst 9. 4.-1. 5. 1555, eigentlich Marcello Cervini, * 6. 5. 1501 Montepulciano, † 1. 5. 1555 Rom; 1539 Kardinal, päpstlicher Legat auf dem Konzil von Trient; hervorragender Vertreter der humanistischen Reformbewegung Italiens.

Paul IV……………..1559 Paul IV., Papst 1555-1559, eigentlich Giampietro Caraffa, * 28. 6. 1476 Capriglio, † 18. 8. 1559 Rom; 1536 Kardinal, 1549 Erzbischof von Neapel; setzte sich für die innere Reform der verweltlichten Kirche ein, Mitgründer des Theatinerordens. Die Inquisition handhabte er mit äußerster Härte. Durch seinen Rigorismus und seine Zerwürfnisse mit Kaiser Ferdinand I. und König Philipp II. von Spanien schadete er der Kirche.

Pius IV……………..1565 Pius IV., Papst 1559-1565, eigentlich Gian Angelo Medici, * 31. 3. 1499 Mailand, † 9. 12. 1565 Rom; 1549 Kardinal; schränkte die Macht der Inquisition ein. Pius berief das Konzil von Trient wieder ein, brachte es zum Abschluss (1563) und bemühte sich um die Verwirklichung seiner Dekrete.

Pius V*…………….1572 Pius V., Papst 1566-1572, Heiliger, eigentlich Michele Ghislieri, * 17. 1. 1504 Bosco bei Alessandria (Savoyen), † 1. 5. 1572 Rom; Dominikaner, 1557 Kardinal, 1558 Großinquisitor; sorgte für die Durchführung der Dekrete des Konzils von Trient und ließ Neuausgaben des römischen Katechismus, des Breviers und des Missale Romanum publizieren. Am Seesieg über die Türken bei Lepanto (1571) hatte er entscheidenden Anteil. – Fest: 30. 4.

Gregor XIII…………1585 Gregor XIII., Papst 1572-1585, eigentlich Ugo Boncompagni, * 1. 1. 1502 Bologna, † 10. 4. 1585 Rom; zunächst Jurist, 1565 Kardinal; einer der großen Päpste der Gegenreformation. Er bemühte sich um die innerkirchliche Erneuerung (Durchführung der tridentinischen Dekrete, liturgische Reformen), wobei er den Jesuiten weit reichenden Einfluss gewährte. Im Zuge der Gegenreformation billigte er z. B. den Kampf gegen die Hugenotten (Bartholomäusnacht ). Deutschland galt sein besonderes Interesse: Er gründete eine eigene Kardinalskongregation für die deutschen Angelegenheiten und errichtete Nuntiaturen in Köln, Graz und Luzern. Gregor wurde bekannt durch die nach ihm benannte Kalenderreform. Obwohl er persönlich einfach lebte, zerrüttete der Aufwand für Wissenschaft und große Bauten in Rom die Finanzen des Kirchenstaats.

Sixtus V……………1590 Sixtus V., Papst 1585-1590, eigentlich Felice Peretti, * 13. 12. 1521 Grottamare bei Montalto, † 27. 8. 1590 Rom; Franziskaner, 1570 Kardinal, setzte die von seinen Vorgängern vorangetriebenen Reformen fort, reorganisierte die römische Kurie. Durch großzügige Bauten (Vollendung der Peterskuppel) legte Sixtus den Grund zum barocken Rom.

Urban VII………….1590 Urban VII., Papst 1590, eigentlich Giambattista Castagna, * 1521 Rom, † 27. 9. 1590; 1583 Kardinal; starb 12 Tage nach seiner Wahl an Malaria.

Gregor XIV………..1591 Gregor XIV., Papst 1590-1591, eigentlich Niccolò Sfondrati, * 11. 2. 1535 Somma Lombardo, † 16. 10. 1591 Rom; 1560 Bischof von Cremona, 1583 Kardinal; überließ die Politik seinem Neffen Paolo Emilio Sfondrati, der zum Schaden des Papsttums eine antifranzösische Haltung einnahm.

Innozenz IX……….1591 Innozenz IX., Papst Oktober-Dezember 1591, eigentlich Giovanni Antonio Facchinetti, * 20. 7. 1519 Bologna, † 30. 12. 1591 Rom; 1583 Kardinal. Innozenz war alt und krank, die meisten Kardinäle wählten ihn nur, weil sie den Druck Philipps II. auf die Kurie ausschalten und dazu Zeit gewinnen wollten.

Klemens VIII…….1605 Klemens VIII., Papst 1592-1605, eigentlich Ippolito Aldobrandini, * 24. 2. 1536 Fano, † 3. 3. 1605 Rom; 1585 Kardinal; stärkte durch seine politischen Erfolge (Aussöhnung mit Frankreich, Vermittlung zwischen Spanien und Frankreich) die Stellung des Papsttums. In seinem Pontifikat wurde Giordano Bruno zum Tod verurteilt.

Leo XI……………….1605 Leo XI., Papst 1.-27. 4. 1605, eigentlich Alessandro Ottaviano de’Medici, * 2. 6. 1535 Florenz, † 27. 4. 1605 Rom; 1583 Kardinal; unterstützte Kaiser Rudolf II. gegen die Türken.

Paul V………………..1621 Paul V., Papst 1605-1621, eigentlich Camillo Borghese, * 17. 9. 1552 Rom, † 28. 1. 1621 Rom; 1596 Kardinal; setzte die Kirchenreform fort, besonders durch die Förderung der neuen Orden. Auf Ausgleich gesinnt, vermied er im Gnadenstreit eine Entscheidung und verbot den Parteien (Jesuiten und Dominikaner) die gegenseitige Verketzerung.

Gregor XV……….1623 Gregor XV., Papst 1621-1623, eigentlich Alessandro Ludovisi, * 9. 1. 1554 Bologna, † 8. 7. 1623 Rom; 1612 Erzbischof von Bologna, 1616 Kardinal. Gregor, der alt und krank war, überließ die Regierung weitgehend seinem Neffen Ludovico Ludovisi. Sein Pontifikat war dennoch von gleich großer Bedeutung für die innerkirchliche Reform wie für die Wiedergewinnung verloren gegangener Gebiete. 1622 wurde die Propagandakongregation als Zentrum der katholischen Mission gegründet.

Urban VIII……….1644 Urban VIII., Papst 1623-1644, eigentlich Maffeo Barberini, * 5. 4. 1568 Florenz, † 29. 7. 1644 Rom; 1606 Kardinal. Urbans Pontifikat bedeutete den Höhepunkt des Barockpapsttums, gekennzeichnet durch Kunst- und Wissenschaftsförderung (Fertigstellung des Petersdoms), aber auch durch Nepotismus. Im Dreißigjährigen Krieg schloss sich Urban aus Furcht vor Spaniens Macht an Frankreich an und unterstützte dadurch indirekt die deutschen Protestanten. Unter Urban erfolgte die Verurteilung Galileis.

Innozenz X………1655 Innozenz X., Papst 1644-1655, eigentlich Giambattista Pamfili, * 6. 5. 1574 Rom, † 7. 1. 1655 Rom; 1627 Kardinal; entmachtete die Familie seines Vorgängers, die Barberini. Venedig und Polen unterstützte er im Kampf gegen die Türken. Innozenz vollendete die Ausstattung der Peterskirche und ließ mehrere Barockbauten errichten (Umbau des Laterans, S. Agnese).

Alexander VII……..1667 Alexander VII., Papst 1655-1667, eigentlich Fabio Chigi, * 13. 2. 1599 Siena, † 22. 5. 1667 Rom; 1639-1651 Nuntius in Köln, 1651 Staatssekretär, 1652 Kardinal. Er hielt sich vom Nepotismus nicht frei, bekämpfte Jansenismus und Laxismus, förderte Wissenschaft und Kunst (Kolonnaden des Petersplatzes durch Bernini).

Klemens IX…………1669 Klemens IX., Papst 1667-1669, eigentlich Giulio Rospigliosi, * 28. 1. 1600 Pistòia, † 9. 12. 1669 Rom; 1657 Kardinal; brach mit dem Nepotismus. Die jansenistischen Streitigkeiten konnte er nur vorübergehend schlichten.

Klemens X………….1676 Klemens X., Papst 1670-1676, eigentlich Emilio Altieri, * 13. 7. 1590 Rom, † 22. 7. 1676 Rom; 1669 Kardinal; überließ die Führung der Geschäfte weit gehend dem Kardinal Paluzzi degli Albertoni.

Innozenz XI………..1689 Innozenz XI., Papst 1676-1689, eigentlich Benedetto Odescalchi, * 19. 5. 1611 Como, † 12. 8. 1689 Rom; 1645 Kardinal; beseitigte den Nepotismus, verurteilte den Quietismus. Die Freiheit der Kirche und die päpstliche Autorität verteidigte er besonders gegen die Machtansprüche Ludwigs XIV.; die Verfolgung der Hugenotten missbilligte er. Innozenz brachte das Bündnis Kaiser Leopolds I. mit Polen zustande und trug dadurch zur Befreiung Wiens (1683) und Ungarns von den Türken bei. Innozenz war der bedeutendste Papst des 17. Jahrhunderts. Seligsprechung 1956 (Fest: 12. 8.).

Alexander VIII…….1691 Alexander VIII., Papst 1689-1691, eigentlich Pietro Ottoboni, * 22. 4. 1610 Venedig, † 1. 2. 1691 Rom; 1652 Kardinal, wandte sich nach dem Scheitern seiner Versöhnungspolitik gegenüber Frankreich gegen den Gallikanismus.

Innozenz XII………1700 Innozenz XII., Papst 1691-1700, eigentlich Antonio Pignatelli, * 13. 3. 1615 Spinazzola, Basilicata, † 27. 9. 1700 Rom; 1681 Kardinal, 1687 Erzbischof von Neapel; reformeifrig wie sein Vorbild Innozenz XI. Den Streit mit Ludwig XIV. konnte er beilegen. Innozenz schritt gegen Quietismus, Probabilismus und Jansenismus ein. Quietismus [lateinisch], Enthaltung des Menschen vom Wollen und vom Tun, um der mystischen Vereinigung mit dem Göttlichen im Menschen Raum zu geben; lehnt das persönliche sittliche Streben ab; findet sich besonders im Buddhismus, Stoizismus, in der christlichen Mystik und auch im Pietismus. Probabilismus [lateinisch], allgemein die Lehre, sich bei unerreichbarer Gewissheit im Denken und Handeln auf Wahrscheinlichkeit zu stützen; vor allem ein katholisches (besonders von Jesuiten vertretenes) Moralsystem. Jansenismus, eine von Cornelius Jansen (Jansenius; * 1585 Akkoy, Niederlande, † 1638 Ypern, 1636 Bischof von Ypern) in seinem posthu
men Werk „Augustinus” niedergelegte Gnaden- und Prädestinationslehre. Jansen erstrebte eine Verinnerlichung der Frömmigkeit, eine strengere Moral in Abwehr der Kasuistik der Jesuiten und eine Stärkung der bischöflichen gegenüber der päpstlichen Gewalt. Der Jansenismus gewann größere Bedeutung in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Seine Hauptgegner waren die Jesuiten. Mehrfach wurde er von der römischen Kirche verurteilt, doch lebte er fort in der Kirche von Utrecht und in der altkatholischen Kirche.

Klemens XI…………1721 Klemens XI., Papst 1700-1721, eigentlich Giovanni Francesco Albani, * 22. 7. 1649 Urbino, † 19. 3. 1721 Rom; 1690 Kardinal. Im spanischen Erbfolgekrieg trat er an Frankreichs Seite, musste aber 1709 Karl III. anerkennen. Er verurteilte 1713 den Jansenismus.

Innozenz XIII……..1724 Innozenz XIII., Papst 1721-1724, eigentlich Michelangelo dei Conti, * 13. 5. 1655 Poli bei Palestrina, † 7. 3. 1724 Rom; 1706 Kardinal. Er war um den Ausgleich mit den Staaten bemüht. Gegen die Jansenisten hielt er an der Bulle „Unigenitus” fest, den Jesuiten war er nicht wohlgesinnt.

Benedikt XIII………1730 Benedikt XIII., Papst 1724-1730, eigentlich Pietro Francesco Orsini, * 2. 2. 1649 Gravina, † 21. 2. 1730 Rom; Dominikaner, 1672 Kardinal.

Klemens XII………..1740 Klemens XII., Papst 1730-1740, eigentlich Lorenzo Corsini, * 16. 4. 1652 Florenz, † 8. 2. 1740 Rom; 1706 Kardinal; den Niedergang der politischen Macht des Papsttums konnte er nicht aufhalten.

Benedikt XIV……..1758 Benedikt XIV., Papst 1740-1758, eigentlich Prosper Lambertini, * 31. 3. 1675 Bologna, † 2. 5. 1758 Rom; seit 1701 an der Kurie tätig, 1726 Kardinal; Gelehrter (besonders Kanonist) und Mäzen. Er modernisierte Sakramentenrecht, Kurie und Orden; den Jesuiten war er nicht wohl gesinnt. In der Politik kompromissbereit, wegen seiner Toleranz wurde er z. B. von Friedrich dem Großen und Voltaire sehr geschätzt.

Klemens XIII………1769 Klemens XIII., Papst 1758-1769, eigentlich Carlo della Torre Rezzonico, * 7. 3. 1693 Venedig, † 2. 2. 1769 Rom; 1737 Kardinal; konnte die Ausbreitung des Febronianismus ebenso wenig verhindern wie die Bewegungen der kirchlichen Aufklärung und des Staatskirchentums.

Klemens XIV………1774 Klemens XIV., Papst 1769-1774, eigentlich Giovanni Vincenzo Antonio Ganganelli, * 31. 10. 1705 Sant’Arcàngelo bei Rìmini, † 22. 9. 1774 Rom; 1723 Minorit, 1759 Kardinal; ordnete 1773 die von den bourbonischen Staaten geforderte Aufhebung des Jesuitenordens an.

Pius VI……………….1799 Pius VI., Papst 1775-1799, eigentlich Giovanni Angelo Braschi, * 25. 12. 1717 Cesena, † 29. 8. 1799 Valence; 1773 Kardinal; erzielte besonders in Deutschland Erfolge gegen Episkopalismus und Febronianismus. Dagegen gelang es ihm nicht, Kaiser Joseph II. von seinen kirchenpolitischen Reformen abzubringen. Nach Aufhebung des Kirchenstaates wurde Pius 1798 in französischer Gefangenschaft gehalten.

Pius VII…………..1823 Pius VII., Papst 1800-1823, eigentlich Barnaba Chiaramonti, * 14. 8. 1742 Cesena, † 20. 8. 1823 Rom; Benediktiner, 1785 Kardinal; widmete sich zunächst dem Wiederaufbau der französischen Kirche. Nach dem Bruch mit Napoleon I. wurde Pius 1809-1814 in französischer Haft gehalten. In den Jahren nach Napoleons Sturz erzielte Pius große Erfolge: Wiederherstellung des Jesuitenordens (1814) und des Kirchenstaats (Wiener Kongress 1815), Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Preußen und Südwestdeutschland (1821).

Leo XII……………1829 Leo XII., Papst 1823-1829, eigentlich Annibale della Genga, * 22. 8. 1760 Schloss La Genga bei Spoleto, † 10. 2. 1829 Rom; seit 1794 auf verschiedenen diplomatischen Missionen in Deutschland, 1814 Nuntius in Paris, 1816 Kardinal. An die Stelle des weitsichtigen Reformprogramms des Staatssekretärs E. Consalvi trat eine reaktionäre Politik. Leo förderte Wissenschaft und Missionen.

Pius VIII………….1830 Pius VIII., Papst 1829/30, eigentlich Francesco Saverio Castiglioni, * 20. 11. 1761 Cingoli, † 30. 11. 1830 Rom; 1816 Kardinal. Er war versöhnlicher und fortschrittlicher als sein Vorgänger Leo XII. und kam dem preußischen Staat im Mischehenstreit entgegen.

Gregor XVI………1846 Gregor XVI., Papst 1831-1846, eigentlich Bartolomeo Alberto Cappellari, * 18. 9. 1765 Belluno, † 1. 6. 1846 Rom; Kamaldulenser; Förderer von Kunst und Wissenschaft, vertrat in Theologie und Politik sehr konservative Prinzipien. Mit äußerster Konsequenz trat Gregor für die Steigerung der päpstlichen Vollgewalt ein; Reste des Febronianismus und des Gallikanismus bekämpfte er. Am deutlichsten zeigte sich seine Ablehnung aller modernen Ideen in der Enzyklika „Mirari vos” gegen die Grundforderungen des Liberalismus (Presse- und Gewissensfreiheit). In Auseinandersetzungen mit dem Staatskirchentum, die oft durch die Mischehenfrage ausgelöst wurden gelang es Gregor größere Freiheit für die Kirche zurückzugewinnen.

Pius IX……………1878 Pius IX., Papst 1846-1878, eigentlich Giovanni Maria Mastai-Ferretti, * 13. 5. 1792 Sinigaglia, † 7. 2. 1878 Rom; 1840 Kardinal; verbot nach Aufhebung des Kirchenstaats (1870) den Katholiken die Teilnahme am politischen Leben Italiens; verkündete das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens (1854). Der „Syllabus” und die Enzyklika „Quanta Cura” (1864) zogen eine scharfe Trennung zwischen der Kirche und vielen geistigen, politischen und sozialen Bestrebungen der Zeit. Das 1. Vatikanische Konzil (1869/70) definierte den Universalepiskopat des Papstes und seine Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehre und führte damit die Lehre vom Primat auf einen abschließenden Höhepunkt.

Leo XIII……….…1903 Leo XIII., Papst 1878-1903, eigentlich Vincenzo Gioacchino Pecci, * 2. 3. 1810 Carpineto, † 20. 7. 1903 Rom; 1853 Kardinal. Sein Pontifikat war erfüllt von dem großenteils erfolgreichen Bemühen, den Gegensatz zwischen Kirche und politischen, kulturellen und sozialen Bestrebungen der modernen Welt zu beseitigen.
Mit der Enzyklika „Rerum novarum” (1891), die die Grundlagen der katholischen Soziallehre schuf, sowie durch die Förderung der christlich-sozialen Bewegung bemühte sich Leo als erster Papst um die Lösung der Arbeiterfrage. Durch die Rückwendung zum Thomismus gab er der katholischen Theologie und Weltanschauung ein geschlossenes wissenschaftliches Fundament, auch förderte er biblische und historische Studien (1881 Öffnung der Vatikanischen Archive für Gelehrte aller Konfessionen). Den römischen Zentralismus baute er weiter aus. Kirchenpolitische Erfolge waren die Beilegung des deutschen Kulturkampfes und der mit der Schweiz und südamerikanischen Staaten bestehenden Spannungen. Sein wichtigstes politisches Ziel, die Wiederherstellung des Kirchenstaats, hat Leo nicht verwirklichen können. Auch die Bemühungen um eine Versöhnung der Ostkirchen mit Rom schlugen fehl. Trotz dieser Misserfolge gehört Leos Pontifikat zu den bedeutendsten der neueren Zeit.

Pius X…………….1914 Pius X., Papst 1903-1914, Heiliger, eigentlich Giuseppe Sarto, * 2. 6. 1835 Riese, Treviso, † 20. 8. 1914 Rom; 1893 Patriarch von Venedig und Kardinal; legte den Schwerpunkt seiner Regierung auf innerkirchliche Reformen. Er begann mit der Neukodifikation des lateinischen Kirchenrechts (Codex Iuris Canonici) und gründete 1909 das Päpstliche Bibelinstitut. Den Versuchen französischer und deutscher Theologen, das Glaubensgut nach den neueren philosophischen, psychologischen und geschichtsphilosophischen Erkenntnissen neu zu durchdenken, trat Pius mit der rigorosen Verurteilung des „Modernismus” entgegen (1910 Einführung des Antimodernisteneids). Unter Voranstellung geistlicher Interessen ließ er es zum offenen Bruch mit Frankreich (1905 Trennung von Kirche und Staat) kommen. – Heiligsprechung 1954 (Fest: 21. 8.).

Benedikt XV………1922 Benedikt XV., Papst 1914-1922, eigentlich Giacomo della Chiesa, * 21. 11. 1854 Genua, † 22. 1. 1922 Rom; Papst Pius X., der ihm nicht sehr zugeneigt war, ernannte ihn 1907 zum Erzbischof von Bologna und erst 1914 zum Kardinal. Im selben Jahr zum Papst gewählt, wahrte Benedikt trotz persönlicher Neigung zu Frankreich im Weltkrieg strikte Neutralität und versuchte 1917, den Krieg durch einen Verhandlungsvorschlag abzukürzen. Seine umfangreiche karitative Tätigkeit in Krieg und Nachkriegszeit kam auch Deutschland sehr zugute. Unter Benedikt trat das neue Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) in Kraft.

Pius XI……………1939 Pius XI., Papst 1922-1939, eigentlich Achille Ratti, * 31. 5. 1857 Desio bei Monza, † 10. 2. 1939 Rom; 1918-1920 Apostolischer Visitator und Nuntius in Polen, 1921 Erzbischof von Mailand und Kardinal; förderte die Katholische Aktion. In zahlreichen Enzykliken verkündete er die päpstliche Auffassung über Ehe und Erziehung und über soziale und politische Fragen („Quadragesimo Anno” 1931). Wandte sich gegen den Kommunismus, distanzierte sich von der ökumenischen Bewegung. Pius betrieb eine großenteils erfolgreiche Konkordatspolitik (Bayern 1924, Polen 1925, Preußen 1929, Baden 1932, Österreich 1933), deren Höhepunkt die Lateranverträge mit Italien waren. Der problematische Versuch, durch das Reichskonkordat das deutsche nationalsozialistische Regime an formelles Recht zu binden, schlug fehl. Im Rundschreiben „Mit brennender Sorge” (1937) wandte sich Pius öffentlich gegen zahlreiche Konkordatsverletzungen und unterzog die nationalsozial
istische Ideologie scharfer Kritik.

Pius XII……………1958 Pius XII., Papst 1939-1958, eigentlich Eugenio Pacelli, * 2. 3. 1876 Rom, † 9. 10. 1958 Castel Gandolfo; 1917 Nuntius in Bayern, 1920 in Berlin, 1929 Kardinal, 1930 Kardinalstaatssekretär; maßgeblich beteiligt an der Konkordatspolitik von Pius XI., besonders an den Verträgen mit den deutschen Staaten und dem deutschen Reich. In Krieg und Nachkriegszeit leitete er Hilfsmaßnahmen für die besiegten Völker, für Kriegsgefangene und Flüchtlinge. Er regierte die Kirche autokratisch (seit 1944 ohne Staatssekretär). Höhepunkt der Lehrtätigkeit war die Dogmatisierung der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel (1950). Unerbittlich bekämpfte er den Kommunismus und verbot die Zusammenarbeit mit ihm. Nach seinem Tod wurde ihm vorgeworfen, er habe nicht klar genug gegen die Judenverfolgungen protestiert.

Johannes XXIII…1963 Johannes XXIII., Papst 1958-1963, eigentlich Angelo Giuseppe Roncalli, * 25. 11. 1881 Sotto il Monte bei Bergamo, † 3. 6. 1963 Rom; seit 1925 im päpstlichen diplomatischen Dienst, 1953 Kardinal und Patriarch von Venedig. Er ernannte viele Kardinäle aus allen Nationen und räumte seinen Mitarbeitern größere Selbständigkeit ein. Seine bedeutendste Leistung ist die Einberufung, Vorbereitung und Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils (1962). Hauptanliegen des Konzils war eine den Notwendigkeiten der Zeit Rechnung tragende innere Reform der katholischen Kirche. Auch die Beziehungen zu den anderen Konfessionen wurden verbessert (Schaffung eines Sekretariats für die Einheit der Christen, Zulassung nichtkatholischer Beobachter beim Konzil); den Ostkirchen wandte Johannes besondere Aufmerksamkeit zu.

Paul VI………….1978 Paul VI., Papst 1963-1978, eigentlich Giovanni Battista Montini, * 26. 9. 1897 Concesio bei Brescia, † 6. 8. 1978 Castel Gandolfo; seit 1922 im päpstlichen Staatssekretariat tätig, enger Mitarbeiter Pius‘ XII.; 1954 Erzbischof von Mailand, 1958 Kardinal. Paul führte das 2. Vatikanische Konzil zu Ende und bemühte sich um behutsame Durchführung seiner Beschlüsse. Die päpstliche Autorität betonte er stark, gegenüber manchen neuen Strömungen in der katholischen Theologie verhielt er sich reserviert. In seinen Enzykliken suchte er die Stellung der katholischen Kirche in der heutigen Welt zu umreißen und mahnte zur Erhaltung des Friedens und zu sozialer Gerechtigkeit. Paul VI. war der erste Papst, der weltweite Auslandsreisen unternahm. Im ökumenischen Bereich intensivierte Paul vor allem die Kontakte zur Orthodoxie und zum Anglikanismus .

Johannes Paul I…1978 Johannes Paul I., Papst 1978, eigentlich Albino Luciani, * 17. 10. 1912 Forno di Canale, † 28. 9. 1978 Rom; 1969 Patriarch von Venedig, 1973 Kardinal.

Johannes Paul II
Seit………………1978 Johannes Paul II., Papst seit 1978, eigentlich Karol Wojtyla, * 18. 5. 1920 Wadowice bei Krakau; 1964 Erzbischof von Krakau, 1967 Kardinal. Nach 455 Jahren der 1. nichtitalienische Papst, aus einem osteuropäischen Land. Noch stärker als Papst Paul VI. versucht Johannes Paul II. durch zahlreiche Reisen, auch in nicht-christliche Länder, die Lebendigkeit der katholischen Kirche und ihres Oberhaupts vor Augen zu führen. 1981 wurde der Papst auf dem Petersplatz in Rom bei einem Attentat schwer verletzt. Als erster Papst betrat Johannes Paul 1986 ein jüdisches Gotteshaus, die Synagoge von Rom. 1988 und 1991 veröffentlichte er die Sozialenzykliken „Sollicitudo rei socialis” und „Centesimus Annus”, 1995 die Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint” (Daß sie eins seien). Außerdem schrieb er „Die Schwelle der Hoffnung überschreiten” 1994 und „Geschenk und Geheimnis” 1997.