Nam - Dienst in Vietnam (c) Mammut Home Entertainment

Koch-Media hat Geschichte-Wissen die erste Staffel der Serie „NAM – Dienst in Vietnam“ auf DVD zur Verfügung gestellt. Gern kommen wir dem Wunsch einer Rezension nach.

In Vietnam standen sich in einem blutigen Bürgerkrieg der kommunistische Norden und der anti-kommunistische Süden gegenüber. Die Vereinigten Staaten standen auf der Seite der Südvietnamesen, Nordvietnam wurde durch die Sowjetunion und die Volksrepublik China unterstützt. Am 8. März 1965 landeten erste US-Soldaten in Nordvietnam. Der folgende Vietnamkrieg wurde zu einem Desaster für die Vereinigten Staaten. Sie verloren bis zum Ende des Krieges 1973 mehr als 58.000 Soldaten, 60.000 Soldaten nahmen sich noch nach Ende des Krieges durch traumatische Spätfolgen das Leben. In zahlreichen Filmen – u.a. Full Metal Jacket und Apocalypse Now – wurde diese Zeit aufgearbeitet. NAM – Tour of Duty gibt in 58 Episoden einen Einblick in diesen Krieg.

Mit „Tour of Duty“ (der engl. Titel der Serie) wird der verpflichtende Einsatz in Vietnam für ein Jahr bezeichnet. Sergeant Clayton „Zeke“ Anderson stellt sich in der ersten Folge ein Platoon (Zug) zusammen. Die Männer, die er auswählt, sind unterschiedlichster Abstammung und Herkunft – es sind Schwarze, Weiße und Hispanos in der Truppe. Die Erlebnisse, die die Truppe im weiteren Verlauf der Serie macht, bewirken, dass aus dem höchst heterogenen Zug eine Gemeinschaft wird.
Die einzelnen Folgen behandeln unterschiedlichste Themen – von der Unzulänglichkeit junger Vorgesetzter bis zur Rassenproblematik zwischen Weißen und Schwarzen.

Der längste Krieg der Vereinigten Staaten wird in der Serie höchst authentisch gezeigt. Die Charaktere können gut wahrgenommen werden – vom ehrgeizigen Leutnant, der aus einer Offiziersfamilie stammt, hin zum umgänglichen, erfahrenen und kumpelhaften Sergeant, weiter zum pazifistischen Soldaten werden verschiedenste Menschen dargestellt. Die Konflikte, die diese Menschen miteinander und mit anderen bekommen, sind fesselnd und spannend. Der erfahrene Zecke, der dem jungen Leutnant an den Kopf wirft, dass man einen Rang habe, sich Respekt aber verdienen müsse, ist als Hauptperson der Geschichte eine höchst sympathische Gestalt. Dass er jedoch auch an den Folgen des Krieges leidet, merkt man, wenn er erzählt, dass zu Hause in den Staaten keine Familie mehr auf ihn warte. Erschütternd ist auch das Wiedertreffen mit einem Kameraden, mit dem er zusammen in einem Massaker kämpfen musste und seit dem er als Kriegsheld gilt.

Die Serie geht auch auf die Nöte der Zivilbevölkerung ein, die im Verlauf des Krieges einen hohen Blutzoll zahlen musste. 1967 waren 1/8 der Vietnamesen Flüchtlinge. So wird auch in einer Folge die Problematik der Verantwortlichkeit für diese Flüchtlinge thematisiert, als ein sicheres Entkommen unter Zurücklassung von Vietnamesen möglich wäre.

Die Serie geht oftmals auf die moralischen Kämpfe ein, die die Menschen in Zeiten des Krieges mit sich selbst führen mussten. Ein vietnamesischer Arzt soll beispielsweise einen G.I., den er pflegte, töten. Gerade durch diese Themen verliert „NAM – Dienst in Vietnam“ nie an Spannung.

Musikalisch wird jede Folge von dem Song „Paint it black“ (Rolling Stones) eingeleitet. Der komplette Soundtrack bedient sich Musik, die zur Zeit des Vietnamkrieges populär war. Die erste Staffel ist seit Dezember 2011 in Deutschland mit deutscher Synchronisation erhältlich. Die DVDs sind in 2 Boxen aufgeteilt und für je 25,99€ erhältlich.

Bildlizenz (c) Mammut Home Entertainment; Text (rf)