Wenn wir heute von der Römerstraße Trier – Köln sprechen, dann sehen wir bei Trier eine Stadt mit überwältigenden römischen Bauresten vor uns und bei Köln eine Millionenstadt, die auch nicht gerade arm ist an römischen Relikten.
Aber beim Bau der Straße sah das noch anders aus. Schriftliches zu Trier liegt nicht vor und auch die Archäologie hat nicht viel zu bieten. Vielleicht ein Militärposten – eine Reitereinheit – im Jahre 31 vor Chr., eine Moselbrücke vielleicht aus den Jahren 18/17. Die Stadtgründung soll 16 vor Chr. erfolgt sein, fest steht, dass sie alsbald die Bezeichnung Augusta Treverorum erhielt, so eine Namensvergabe gab es nur mit Zustimmung des Augustus.
Die Geschichte Kölns beginnt auch recht vage. Die Umsiedlung der Ubier vom rechten Rheinufer in das von den Eburonen – weiß Gott nicht freiwillig – geräumte Gebiet erfolgte zu Zeiten der Statthalterschaft von M. Vipsanius Agrippa. Er war aber zwei Mal Statthalter Galliens… Umzug und Gründung eines Oppidums entweder 39/38 oder 19/18 vor Chr. Aber die Einrichtung eines Nationalheiligtums zu Ehren der Göttin Roma und des Augustus erfolgte doch schon recht bald, 9 vor Chr.. Die zunächst abgelegene Gegend hatte Bedeutung dadurch erlangt, dass Augustus die Germanen seinem Reich einverleiben wollte. Wie das ausging, ist bekannt.

Mit Hilfe von Google-Maps kann man den Verlauf der Straße durch die Eifel gut verfolgen.
Von Trier aus auf der B51 bis Bitburg, dann immer weiter nördlich über Oos, Jünkerath, Marmagen, Mechernich nach Zülpich, dort dann nordöstlich der B265 folgend nach Köln. Mit der Satellit-Funktion besonders gut. So hat man einen guten Eindruck von der Geradlinikeit sozusagen über Stock und Stein. Kurz vor Jünkerath überquerte die Straße die Grenze zwischen Gallien (Provinz Belgica) und Germanien (beim Bau der Straße noch Militärbezirk germania inferior). Diese Straße gehörte zu den vier Straßen, die M. Vipsanius Agrippa während seiner Statthalterschaft in Gallien, 19/18 v. Chr., bauen ließ. Er saß in Lyon (eines der vielen lugdunums) und von dort ging die Straße auch aus. Sehr wahrscheinlich auf zum Teil schon vorhandenen Straßen.
Woher kennt man eigentlich den Straßenverlauf Das fragt man sich natürlich, sobald man anfängt, sich mit Römerstraßen zu befassen. Die Frage ist leicht zu beantworten: Es gibt eine Landkarte. Jedenfalls etwas ähnliches, allerdings nicht mit Nordung. Sie ist unter dem Stichwort „Peuteringeriana“ leicht im Internet zu finden, etwas schwieriger ist die Deutung. Für mich gab es die Anhaltspunkte beda, Bitburg, ausava, Oos, und icorigium, Jünkerath. Besonders interessierte mich Oos, das nur wenige Kilometer vom Ferienhaus meiner Eltern entfernt war. Was weiß man über ausava/Oos? Nichts! Oos ist ein winziges Dörfchen, wo ausava lag? Es wird westlich davon vermutet. Heute führt eine Straße von Büdesheim (Ort mit römischen Resten, nördlich des Apert) am Waldrand entlang nach Norden, westlich von Oos über den Oosbach hinweg ziemlich gerade nach Scheuern. Ausava soll eine Pferdewechselstation (mutatio) gewesen sein, was wohl auch nötig war, denn von hier aus geht es aufwärts. Dann auf schwierigen Pfaden wieder abwärts nach Jünkerath. Und irgendwo zwischen Oos und Jünkerath soll die Grenze zwischen den Provinzen germania superior und germania inferior verlaufen sein. Die ist auf der Peuteringeriana leider nicht verzeichnet 😉