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(c) Tyrolia Verlag

Johannes Breit, ein begnadeter Filmemacher und Historiker, hatte im Nachlass seines Großvaters Bert Breit Dokumente über dessen Aufenthalt im Gestapo Lager Innsbruck-Reichenau gefunden. Bert Breit war als Widerstandskämpfer dort inhaftiert gewesen und klärte später mit Dokumentationen über die Schrecken des Nationalsozialismus auf – seinen eigenen Aufenthalt thematisierte er aber nie.

 

Für Johannes Breit war dies ein Grund, die Geschichte des Gestapo Lagers Innsbruck-Reichenau zu recherchieren und aufzuarbeiten. Bei dem Lager handelte es sich um ein kleines Durchgangslager, in dem bis zu 8.500 Personen inhaftiert waren. Anfangs diente es als Auffanglager und wurde dann zu einem Arbeitserziehungslager umgebaut. Am Ende des Krieges nutzte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) das Lager für politische Häftlinge.

 

Breit beschränkt sich in seinem Werk nicht auf das Lager an sich, sondern ordnet dieses in die Gesamtzusammenhänge des nationalsozialistischen Systems ein. So schildert er detailliert die Zwangsarbeit im Dritten Reich, die zu einer wichtigen ökonomischen Stütze des Regimes wurde.
In einem Kapitel über das Arbeitserziehungslager geht er auf dessen Funktion als Disziplinierungswerkzeug der Gestapo ein. Ausführlich widmet er sich auch dem „Personal“ des Lagers im Rahmen einzelner Biographien.

 

Das 200 Seiten starke Buch ist mit zahlreichen Abbildungen von Originaldokumenten und Bildern versehen. Die sowieso schon sehr anschaulichen Schilderungen werden so noch greifbarer und bedrückender. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl an Opfern lässt einen die Brutalität und Härte fassungslos zurück – gerade vor dem Hintergrund, dass das Lager und die Inhaftierten jahrelang zum Stadtbild von Innsbruck gehörten.

 

Das Buch ist im Tyrolia-Verlag erschienen. Mehr Informationen