Das Reichsbanner war eine paramilitärische Abteilung

 

Auf die Gründung der nationalsozialistischen SA (1921) und des kommunistischen „Rote Frontkämpferbundes“ (18. Juli 1924) reagierten die demokratischen Parteien am 22. Februar 1924 mit der Gründung einer eigenen paramilitärischen Organisation, dem „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“. Die Initiative hierzu ging von der SPD aus, getragen wurde die Organisation aber auch von der Zentrumspartei, der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) sowie von den Gewerkschaften. Die Hauptaufgabe sah das Reichsbanner in der Verteidigung der Weimarer Republik gegen deren rechts- und linksextremistischen Feinde und war die größte paramilitärische Organisation in der Weimarer Republik. Im Jahre 1932 gehörten ihm mehr als drei Millionen Mitglieder an, darunter namhafte Politiker wie Otto Wels (SPD), Julius Leber (SPD), Kurt Schumacher (SPD), Hugo Preuß (DDP) oder Joseph Wirth (Zentrum).

Als Reaktion auf die Bildung der sogenannten „Harzburger Front“ am 11. Oktober 1931 – einem Zusammenschluss von NSDAP, DNVP, dem „Stahlhelm“ und dem Alldeutschen Verband – bildeten auch die SPD, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) sowie das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ im Dezember 1931 die „Eiserne Front“. Auch in dieser Organisation kam es zur Anwendung des Führerprinzips und Pflege des Wehrsports und näherte sich dadurch in Form und Inhalt der nationalsozialistischen SA zunehmend an. Trotz zahlreicher öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen und Massenaufmärsche erreichte das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ / „Eiserne Front“ ihr eigentliches Ziel, die Demokratie zu verteidigen, nicht – dem „Preußenschlag“ stand die Organisation konzeptionslos gegenüber. Nach der Machtübernahme Hitlers wurden „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ und „Eiserne Front“ verboten und ihre Mitglieder verfolgt.

 

Bild: Reichsbanner: Bundesarchiv, Bild 102-05973 / CC-BY-SA

 

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