„Und nun meine Herren, vorwärts mit Gott“

Zitat von Paul von Hindenburg, Reichspräsident der Weimarer Republik

Inhaltsangabe

I. Einleitung
II. Weg zur Macht
III. Hitlers Machtergreifung

I. Einleitung

Am 30. Januar übernahm Adolf Hitler die Macht in Deutschland – Die Weimarer Republik und somit die Demokratie im Deutschland nach dem I. Weltkrieg waren gestürzt. Doch wie konnte die NSDAP, eine kleine Partei aus Bayern, derartige Wählermassen gewinnen und für sich mobilisieren?

II. Weg zur Macht

Um derartige Fragen klären zu können, ist ein Blick ins politische und gesellschaftliche Leben der Weimarer Republik unumgänglich. Die erste deutsche Demokratie wurde auf dem Boden der Niederlage des I. Weltkrieges gebaut. Das deutsche Kaiserreich musste in Folge der Niederlage 1/7 des Staatsgebietes abgeben, hohe Reparationszahlungen mussten beglichen werden und – was für viele Deutsche ein Fanal bedeutete – die Kriegsschuld musste allein das deutsche Reich tragen.
Die Weimarer Republik übernahm einen Verwaltungsapparat, der von kaisertreuen Beamten „durchsetzt“ war, die Elite in Deutschland war nicht demokratisch gesinnt und das politische Klima war von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Links und Rechts gezeichnet.
In einer derartigen Umgebung war es schwer, den Deutschen die Demokratie als wünschenswerte Staatsform näher zu bringen. Noch dazu kam, dass im politischen Umfeld keine Kontinuität bestand – so gab es in 14 Jahren Weimarer Republik 20 Regierungen.
Im Jahr 1929 traf die Weltwirtschaftskrise Deutschland schwer. Amerikanische Kredite, die nach dem Krieg zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft beitrugen, wurden abgezogen. Dadurch gingen tausende deutsche Firmen bankrott. Die Zahl der Arbeitslosen stieg dramatisch, ihren Höchststand erreichte sie mit über 8 Millionen erwerbslosen Menschen. Die staatliche Unterstützung für diese Menschen war jedoch gering, 1/3 aller Deutschen lebten von der Fürsorge, annähernd 1 Million Menschen erhielten überhaupt keine Unterstützung. Diese Umstände waren Nährboden für den Erfolg der radikalen und extremen Parteien. In Deutschland fehlte eine gemeinsame demokratische Geschichte, wie sie beispielsweise Frankreich mit der französischen Revolution hat. Dies führte dazu, dass sich die Menschen immer mehr republikfeindlichen Gruppierungen und Parteien zuwandten.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine unter vielen rechten Parteien – doch im Gegensatz zu diesen war sie jugendlich und dynamisch, war sehr gut organisiert und nutzte die Möglichkeit des modernen Wahlkampfes. Die Zahl ihrer wähler verfielfachte sich in den laufenden Jahren enorm. Im Jahr 1928 wählten um die 800.000 Menschen die NSDAP, im Jahr 1932 änderte sich diese Zahl auf 13.800.000 Wähler. Für eine Umwälzung der Republik brauchte man jedoch eine Mehrheit im Parlament, die die NSDAP nicht erreichte – dazu benötigte man die Zustimmung der bürgerlichen und auch der liberalen Parteien.
Oben wurde bereits angesprochen, dass die alte Elite keineswegs demokratisch gesinnt war. Als Totengräber der Weimarer Republik kann man dementsprechend Schleicher, Papen, Meißner und auch Hindenburg nennen. Vor allem Schleicher und Papen überzeugten Hindenburg davon, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, der nur als Marionette für ihre Pläne dienen würde.

III. Hitlers Machtergreifung

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Kurz darauf forderte Hitler Neuwahlen, da er auf eine absolute Mehrheit der NSDAP hoffte. Bis zu den Wahlen begann eine Zeit des Terrors und Einschüchterung durch die SA und SS gegen Oppositionelle – Kommunisten und Sozialdemokraten wurden festgenommen, gefoltert und auch getötet.

Wenige Tage vor den Neuwahlen, am 27. Februar 1933, brannte der Reichstag in Berlin. Als Brandstifter wurde der Kommunist Van der Lubbe verhaftet und der Brand als Signal für einen kommunistischen Aufstand verkauft. Van der Lubbe handelte jedoch als Einzeltäter – er wurde zum Tode verurteilt. Am nächsten Tag unterschrieb Hindenburg die „Reichstagsbrandverordnung“, die als „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ erlassen wurde. Sie ermöglichte wesentliche Einschnitte in den Rechtsstaat, so konnten Menschen ohne Anklage und Beweise verhaftet werden, Wohnungen durchsucht, Briefe geöffne, Telefone abgehört und Zeitungen zensiert werden. 

Trotz dieser Maßnahmen erreichte die NSDAP bei den Wahlen am 5. März 1933 „nur“ 43,9% und somit nicht die erhoffte absolute Mehrheit.

Deshalb planten die Nationalsozialisten ein Gesetz, das Hitler ermächtigen sollte, Gesetze fortan ohne Kontrolle von Reichstag, Reichsrat oder Reichspräsident zu erlassen zu können – Das so genannte Ermächtigungsgesetz. Bei den Abstimmungen zu diesem Gesetz war eine 2/3 Mehrheit nötig. Diese wurde dadurch erreicht, dass abwesende Parlamentarier (vor allem gefangen genommene oder geflohene Sozialdemokraten) automatisch mit „Ja“ stimmten und die Stimmen der Kommunisten nicht gewertet wurden. Dennoch waren noch die Stimmen der bürgerlichen Abgeordneten nötig um die Mehrheit zu erreichen. Mit 444 Stimmen, darunter auch Theodor Heuss (späterer Bundespräsident), wurde das Ermächtigungsgesetz erlassen. Danach wurden die Parteien verboten, oder lösten sich teilweise unter Zwang selbst auf. Am 14. Juli 1933 erklärte ein Gesetz die NSDAP zur einzigen in Deutschland zugelassenen Partei.

Die Länder wurden bis zum April 1933 mithilfe zweier Gesetze gleichgeschaltet, damit Hitler auch die Kontrolle über die Länder bekam.

Als Reichspräsident Hindenburg und damit die letzte alte Institution, die Hitlers Machtanspruch formell noch begrenzte, am 2. August 1934 starb, vereinigte Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzler in seine Person. Fortan war er „Führer“ und Reichskanzler, und somit auch Oberbefehlshaber der Reichswehr. Die Soldaten hatten ihren Eid nun auf den „Führer“ zu schwören.

Beamte wurden im Staatsapparat ersetzt, oder mussten sich mit den Nationalsozialisten arrangieren. Auch schuf Hitler Parallelstrukturen in der Verwaltung, um die Kontrolle über die Ministerien und die Verwaltung zu bekommen. Im „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wurden unliebsame Beamte aus dem Staatsdienst beseitigt, vor allem politische Gegner und Juden.

Deutschland wurde innerhalb kürzester Zeit in eine Diktatur, das 3. Reich, umgestaltet, die Deutschland und den europäischen Kontinent in eine Katastrophe stürzte.

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Autoren: Jan Markus und Ralph Feile