Die Aufklärung – „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ (Kant)

 

 

Die Aufklärung ist allgemein gesagt eine geistesgeschichtliche Epoche des 18. Jahrhunderts, unter der Maßgabe einer Herrschaft der Vernunft. Dies hatte für Europa philosophische, soziale und politische Veränderungen zur Folge.

 Inhaltsangabe

 1. Geschichte

2. Autoren

3. Stilmerkmale der Aufklärung: (am Beispiel Nathan der Weise)

Geschichte

 

Im Europa des 18. Jahrhunderts herrschte eine feststehende Ständeordnung – die Macht lag bei den absolutistischen Herrschern, das einfache Volk litt an Alltagssorgen wie Missernten, Seuchen, Hungersnöte und Kriege. In dieser Gesellschaft herrschte eine unveränderbare Moralvorstellung: Gesellschaft, soziale Stellung, Alltagssorgen und Herrscher sind gottgewollt und somit nicht hinterfragbar.

Diese „gottgewollte“ Ordnung wurde durch die Aufklärer hinterfragt – durch Beobachten, Forschen und Experimentieren Dadurch wurden die vorgegebenen Dogmen der Kirche nicht mehr akzeptiert. „Die Maxime, jederzeit selbst zu denken“ (Kant) rückte die Vernunft (lat. ratio) und den Verstand in den Vordergrund. Diese Entwicklung führte zu einem Aufstieg der Naturwissenschaften und zu gesellschaftspolitischen Ideen, wie der „Gleichheit des Menschen“ (Locke) und der Gewaltenteilung (Montesquieu).

 

Allgemein kann man deshalb sagen, dass die Aufklärung eine Befreiung aus der Bevormundung in Wissenschaft und Gesellschaft ist. Diese Befreiung hatte zwei wichtige Richtungen:

  • Den französischen Rationalismus (ratio = Vernunft)

  • Den englischen Empirismus (Erfahrung sinnlicher Wahrnehmung)

Die meisten Denker der Aufklärung lehnten die Kirche trotz ihres Reichtums, Machtmissbrauchs und Dogmatismus nicht grundsätzlich ab, sie vertraten die Idee des Deismus: Gott hat die Welt erschaffen, nimmt aber später keinen Einfluss mehr auf die Geschehnisse auf der Erde.

Vor allem in der Literatur versuchten die Aufklärer sich ein Sprachrohr ihrer Ideen zu schaffen und ihre Gedanken zu verbreiten.

 

 

Autoren

 

Die meisten Autoren der Aufklärungsepoche sind fast alle Pfarrersöhne, die neben Jura und Medizin auch Theologie studierten. Vor ihrer Zeit als „Aufklärer“ sicherten sie ihre eigene Existenz als Hauslehrer bzw. auf dem Lehrstuhl einer Universität.

 

Johann Christoph Gottsched (1700 – 1766)

 

Als Professor für Philosophie und Dichtkunst reformierte er das deutsche Theater nach französischem Vorbild.

 

Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769)

 

 

Professor für Poesie und Rhetorik, der Fabeln und Erzählungen niederschrieb. Die beliebtesten und meistgelesenen Bücher der Aufklärung.

 

 

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

 

war der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen (z.B. Nathan der Weise, Minna von Barnhelm, Emilia Galotti, …) und seinen theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur wesentlich beeinflusst. Nach dem Studium von Theologie und Medizin versuchte er sich als Übersetzer und freier Schriftsteller.

 

Stilmerkmale der Aufklärung: (am Beispiel Nathan der Weise)

 

Auffallend sind die vielen Metaphern, die Nathan als einen Weisen Mann darstellen. Z.B. . „Nathan: Eine Träne fiel darauf“(Zeile 1252), „Nathan: Der große Mann braucht überall viel Boden; und mehrere, zu nah gepflanzt, zerschlagen sich nur die Äste“(1280-1282).

Natürlich sind die Werke der Aufklärung geprägt von Vernunft, Kritik, Zweifel und Toleranz zu den anderen Religionen. Auch der Umbruch der Gesellschaft ist geprägt, durch den Leitspruch „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, welcher sich auch in der Literatur bemerkbar macht.

 

Text von Ralph Feile, Fabian Haas und Michael Hirschmann
 

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