Politische Entwicklung: Besiedlung und Entstehung > Das alte Reich > 1. Zwischenzeit > Das mittlere Reich > 2. Zwischenzeit > Das neue Reich > 3. Zwischenzeit > Spätzeit

Besiedlung und Entstehung

Seit Urzeiten war Ägypten wohl von Jägern bewohnt. Die Nilschwemme sorgte alljährlich für fruchtbaren Schlamm, so dass sich im Laufe des 8. Jahrtausends v. Chr. die ersten Bauern niederließen. Diese lebten neben dem Ackerbau auch von der Jagd und Viehzucht. Agrargesellschaften sorgten für das Entstehen von Dörfern und später auch von Städten. Um 3500 v. Chr konzentrierten sich die Hauptsiedlungsgebiete auf Unter-und Oberägypten, die sich jeweils durch ihre geographischen Eigenschaften unterschieden. Außerdem entwickelte sich (möglicherweise) unter Einfluss Mesopotamiens, die Schrift – wobei sowohl Religion als auch Kultur mit dem Totenkult, den Sonnen-, bzw. Flusszyklen einen ersten Höhepunkt erlebten. Die Reichsgründung wird traditionell Menes/Narmer zugeschrieben -allerdings gibt es bezüglich der Person, die so als Reichseiniger noch nicht gesichert ist – sowie der Einigung überhaupt – einige Unklarheiten, da oberägyptische Pharaonen sich schon davor zusätzlich als Könige Unterägyptens titulierten. Jedenfalls setzt man mit dem Pharao Narmer (manchmal mit Aha gleichgesetzt) die erste Dynastie an, bzw. das Ende der nullten an. Die beiden nun folgenden Dynastien regierten in der Frühzeit welche vom Alten Reich gefolgt werden sollte.

Das alte Reich

Das Alte Reich ist vor allem für die Pyramiden bekannt, die während dessen knapp 500 jährigen Dauer errichtet werden sollten. In der 3. Dynastie wurde die erste Stufenpyramide – die Djosers – von dessen Architekten Imhotep gebaut. Diese und die folgenden sollten die „Mastaba Gräber“ als letzte Ruhestätte der Pharaonen ablösen. Die Hauptstadt Ägyptens war während des ganzen alten Reichs Memphis, das neben seiner hohen politischen Bedeutung auch eine wichtige Rolle in der Religion spielte. Gegen Ende des Alten Reichs, während der 5. bis zur 6. Dynastie gewannen die Provinzgouverneure stetig an Macht, bis sie sich nach dem Tod des Pharao Pepis II. um die Macht stritten. Hiermit endet nun eine lange Phase der Stabilität, es beginnt die erste Zwischenzeit.

1. Zwischenzeit

In der über 100 Jährigen Zeit der Instabilität stritten sich hohe Beamte und Adlige um die Macht. Die Macht des Pharaos war größtenteils auf Memphis beschränkt – er musste sich von dort gegen diverse Invasoren verteidigen. In Mittelägypten begründete König Cheti 2160 v. Chr. die 10. Dynastie, gefolgt von einer 11. Konkurrenzdynastie in Theben. Diese konnte schließlich das Reich wieder vereinigen und eine neue Phase der Stabilität, das Mittlere Reich, einleiten.

Das mittlere Reich

Während des Mittleren Reiches erlebten die Künste, Religion, Schrift und Handwerk einen neuen Aufschwung – zudem wurde Itj-taui als Hauptstadt gegründet. Um den nahtlosen Übergang der Regierung nach dem Tod des Herrschers zu garantieren wurde die Koregentschaft, in der der Nachfolger des Pharaos noch zu dessen Lebzeiten als dessen „Vertreter“ agierte, eingeführt. Außerdem wurden die Grenzen erweitert und gesichert – so wurde beispielsweise Nubien erobert und Festungen erbaut. Außerdem gibt es Hinweise auf eine erste Berufsarmee. Große Tempel wie die in Karnak und Abydos wurden errichtet und der Gott Amun gewann an Bedeutung, wenngleich Osiris trotzdem die herausragende Gottheit blieb. Ab der 14. Dynastie war Ägypten durch das Aufkommen von Kleinkönigen, die nebeneinander regierten, so geschwächt, dass die Hyksos einen großen Teil Ägyptens unter ihre Kontrolle bringen konnten. Sie bildeten ebenfalls die 15. Dynastie.

2. Zwischenzeit

Die Hyksos, die größtenteils während der 2. Zwischenzeit regierten, hatten sich vermutlich im Mittleren Reich in Ägypten angesiedelt und übernahmen schließlich kriegerisch die Macht. Ihr Einflussgebiet scheint sich aber nicht auf ganz Ägypten beschränkt zu haben, neben ihnen regierten auch die Herrscher der 16. und 17. Dynastie, von denen die 16. zwar von den Hyksos gebilligt wurde, die 17. sich aber offen gegen sie stellte. Schließlich gelang es dieser auch die Hyksos durch eine Reihe von Feldzügen aus dem Land zu vertreiben.

Das Neue Reich

Mit dem Neuen Reich begann in vielen Ebenen die Glanzzeit Ägyptens. Nicht nur die Baukunst und Religion wurden weiter perfektioniert, auch sorgte ein stehendes Heer für eine große territoriale Ausdehnung und machte Ägypten zu einer im ganzen Nahen Osten gefürchteten Großmacht. Bekannt sind zum Beispiel die Kriege gegen die Hethiter die mit dem berühmten Friedensvertrag nach den Schlacht von Kadesch zwischen Ramses II. und Hatusili III. endeten. Aber auch gegen Mitanni wurde zu Felde gezogen und Ramses III. konnte die Invasion der Seevölker kurzzeitig stoppen. Erwähnenswert ist im Übrigen auch das Tal der Könige mit seinen unzähligen Schätzen und auch Echnatons Monotheismus des Gottes Atons muss erwähnt werden. Doch auch dieses Reich ging mit der geschwächten 20. Dynastie unter.

3. Zwischenzeit

Die Ramessiden (20. Dynastie) wurde im Lauf der Zeit immer schwächer, schließlich kam es zu Beginn der 21. Dynastie zur Teilung des Reiches und dem Beginn der 3. und letzten Zwischenzeit: Der Pharao regierte den Norden, die Priester von Theben aus den Süden, durch Heiratspolitik wurden Interessen aber bestmöglich verknüpft und das Land bewahrte eine gewisse Einheit. Schließlich regierten 3 Dynastien, die 22., die 23. und die 24 nebeneinander bis sie schließlich durch die nubische Eroberung allesamt untergingen.

Spätzeit

Die nubische 25. Dynastie hatte fast 100 Jahre bestand bis die Assyrer ins Land einmarschierten und dort die 26. Dynastie, mit einem Günstling an der Macht, begründeten. Diese löste sich nach einem Erstarken aber wieder – die Zeit der Autonomie
war aber sehr kurz, denn schon 525 fiel der Perserkönig Kambyses in Ägypten ein und setzte dort die 27. Dynastie ein. Nach knapp 120-jähriger Herrschaft löste sich Ägypten von dem Großreich nach einem Aufstand wieder, die 3 folgenden Dynastien sollten die letzten mit einem ägyptischen Pharao sein. Schließlich schafften es die Perser unter Artaxerxes II. 343 Ägypten noch einmal gut 10 Jahre unter Kontrolle zu bringen

Ptolemäische Zeit

Alexander der Große wurde in Ägypten als Retter empfangen, zum Pharao gekrönt und zum Sohn Amuns erhoben. Seine Nachfolger, darunter zuerst sein Halbbruder und dessen Sohn, später sein General Ptolemaios, tolerierten zwar die ägyptische Kultur, ließen aber auch einige griechische Bräuche einfließen und machten Griechisch zur Amtssprache. Außerdem wurde die von Alexander gegründete Stadt Alexandria zur Hauptstadt deklariert. Kleopatra VII. war die letzte Ptolemäische Herrscherin, zuerst konnte sie sich zwar durch Beziehungen mit Cäsar und Marc Anton an der Macht halten, nach dem Scheitern letzteren gegen Octavian, den späteren Augustus, beging sie aber Selbstmord, Ägypten wurde, mit Augustus als Pharao, zu einer gewöhnlichen römischen Provinz, wenn auch zu einer „besseren“.