In ihrem Vorstoß hatte die deutsche Wehrmacht mit Partisanen zu kämpfen. Die Widerstandskämpfer sabotierten Nachschubwege und verzögerten Angriffe. Die Wehrmacht antwortete brutal und massakrierte in wenigen Jahren 345.000 Menschen – darunter nur 10 % Partisanen. Dass diese Brutalität den Freischärlern Unterstützung zutrieb, merkten die Offiziere erst spät.

Sowjetunion-Nord.- Erschießung von Männern ("Partisanen"), Erschießungskommando bei der Exekution von sechs Männern

Erschießung von 6 Partisanen durch ein Erschießungskommando in der Sowjetunion

 

Inhaltsverzeichnis und Übersicht zum Partisanenkrieg

1. In den Planungen nicht bedacht und unterschätzt – ernsthafte Bedrohung

2. Verzögerter Angriff auf Kursk

3. Rechtliche Grundlage für brutale Gegenmaßnahmen

4. „Jeder Partisane ist ein Jude“ (Heinrich Himmler, Reichsführer der SS)

5. Spätes Umdenken der Wehrmacht

6. Literaturempfehlungen zum Partisanenkrieg

7. Verwendete Bilder (Lizenzen)

8. Fragen und Antworten

9. Forum – Diskussionen über das Dritte Reich

 

1. In den Planungen nicht bedacht und unterschätzt – ernsthafte Bedrohung

Die Gefahr, die von Partisanen ausging, wurde in der Kriegsplanung vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) nicht bedacht und unterschätzt. Das rächte sich im raschen Vorstoß in den Osten – aufgrund anfänglicher riesiger Landgewinne waren die Versorgungswege schwach ausgebaut und geschützt. Für Partisanen war es ein leichtes, Gleiswege und Vorratsdepots zu sabotieren. Diese Sabotage stellte für die Wehrmacht im weiteren Kriegsverlauf ein großes Problem dar.

 

2. Verzögerter Angriff auf Kursk

Wie stark die Wehrmacht durch die Widerstandskämpfer geschwächt wurde, zeigt das Beispiel Kursk: Partisanen bremsten die Offensive durch insgesamt 840 Angriffe auf Eisenbahnlinien aus. Dadurch geriet die Logistik der deutschen Armee in Verzug – sicher geplante Angriffstermine mussten verschoben werden und Truppen eingesetzt werden, um die Freischärler aufzuspüren. Die lokale Verwaltung mit eigener Polizei war mit dieser Aufgabe total überfordert.

 

3. Rechtliche Grundlage für brutale Gegenmaßnahmen

Die Wehrmacht reagierte mit enormer Brutalität auf den zunehmenden Partisanenkrieg – ab 1942 stellte dieser eine ernsthafte Bedrohung für die Wehrmacht. 

In den Jahren zuvor war ein Partisanenkrieg ohne Partisanen geführt worden: Obwohl Stalin die Widerstandskämpfer mit seinem Partisanenaufruf koordinieren wollte, waren es vor allem versprengte einzelne Rotarmisten, die sich aus Angst vor den Deutschen versteckten, die gejagt wurden. 

Seine rechtliche Grundlage fand der Krieg gegen die Partisanen in dem Kriegsgerichtsbarkeitserlass Barbarossa, der von Wilhelm Keitel unterzeichnet wurde. Vor diesem Erlass waren Widerständler einem kriegsgerichtlichen Verfahren unterworfen, nun konnten sie sofort getötet werden. Zudem wurde den Soldaten Straffreiheit im Rahmen von Verbrechen während der Partisanenbekämpfung gewährt.

 

Hinrichtung von Partisanen - Minsk 1942/1943

Hinrichtung von Partisanen – Aufschrift des Schildes: „Dieser Mann war Führer einer Partisanengruppe u. hat monatelang die Bevölkerung gequält u. ausgeplundert desh. wird er erhängt!“ – Schild daneben in Weissrussisch

 

4. „Jeder Partisane ist ein Jude“ (Heinrich Himmler, Reichsführer der SS)

Die Partisanenbekämpfung wurde aber als Vorwand für die Ausrottungspolitik des Dritten Reiches verwendet – so war nach Aussagen Himmlers jeder Jude als Partisan anzusehen und sofort zu erschießen. Von den 345 getöteten Menschen während des Partisanenkrieges waren nach Schätzungen nur 10 % tatsächlich Widerstandskämpfer. 

Einheiten aus SS, Wehrmacht und Ordnungspolizei verübten zahllose Massaker im Rahmen der Partisanenbekämpfung. In 55 Großaktionen wurden allein 145.000 Menschen getötet. Diese unerbittliche und exzessive Verfolgung machte auch vor vermeintlichen Partisanenhelfern (Unterstützern) und Verdächtige keinen Halt – sie wurden ohne Prüfung sofort erschossen.

 

5. Spätes Umdenken der Wehrmacht

Die Wehrmacht überdachte ihren Partisanenkrieg erst 1943, als offensichtlich wurde, dass das brutale Vorgehen, den Partisanen neue Unterstützer in die Arme trieb. Ab diesem Zeitpunkt beschränkte sich die deutschen Einheiten auf konzentrierte Aktionen. 

 

6. Literaturempfehlungen zum Partisanenkrieg

Partisanenbekämpfung im Zweiten Weltkrieg (Wikipedia)

Partisanenkrieg in der Sowjetunion (DHM LeMO)

Krieg hinter den Fronten (Das Erste, Dokumentation)

Partisanenkrieg in Griechenland (HDG LeMO)

 

7. Verwendete Bilder (Lizenzen)

Partisanenerschießung: Bundesarchiv, Bild 101I-212-0221-06 / Thiede / CC-BY-SA

Erhängter Partisane: Bundesarchiv, Bild 146-1976-127-15A / CC-BY-SA

 

8. Fragen und Antworten zum Thema II. Weltkrieg

Im Hausaufgabenbereich helfen wir Ihnen gerne bei Fragen rund um die Themen Partisanenkrieg, Partisanen, Wehrmacht und Ostfront weiter. Alle Fragen zum Thema Drittes Reich finden Sie hier (Hausaufgaben: Drittes Reich). Sie können ebenfalls mehr über Widerstandsgruppen im Dritten Reich erfahren. Neue Fragen und Antworten zu Hitler können Sie hier abrufen (Hausaufgaben: Adolf Hitler).

 

9. Forum – Diskussionen über das Dritte Reich

Gerne laden wir Sie auch ein, sich in unserem Forum zu registrieren und mit anderen Mitgliedern über das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg zu diskutieren. Aktuelle Debatten bearbeiten unter anderem den Angriff auf die Sowjetunion, Erwin Rommel und die Machtergreifung Hitlers.