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Olympische Spiele 1936 in Berlin, Siegerehrung im Weitsprung: Mitte Owens (USA) 1., links: Tajima (Japan) 3., rechts Long (Deutschland) 2., Zentralbild/Hoffmann Bundesarchiv, Bild 183-G00630 / CC-BY-SA 3.0
Olympische Spiele 1936 in Berlin, Siegerehrung im Weitsprung: Mitte Owens (USA) 1., links: Tajima (Japan) 3., rechts Long (Deutschland) 2., Zentralbild/Hoffmann, Bundesarchiv, Bild 183-G00630 / CC-BY-SA 3.0

80 Jahre sind bereits seit Hitlers berühmten olympischen Sommerspielen im Jahre 1936 vergangen.  Diese Spiele haben für einige sportliche Highlights gesorgt und werden auch für die vielen außersportlichen Ereignisse für immer in Erinnerung bleiben.

Denn das damalige Nazi-Regime nützte dank seiner für die damalige Zeit umfassenden Propaganda-Maschinerie, dieses olympische Großereignis, um der ganzen Welt sowie auch den eigenen Landsleuten, ein falsches Bild der Gastfreundlichkeit und Weltoffenheit zu präsentieren.

Natürlich stand dieses künstliche Bild ganz im Gegensatz zur Realität dieser, in der Geschichte, einmaligen Diktatur. Der Alltag war nämlich von Judenverfolgung, Ausländerhass und einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft geprägt.

Während der zwei Wochen, welche die Olympiade andauerte, zeigte sich aber das Regime ausschließlich von seiner besten Seite. Politiker, Journalisten, Sportler und die Öffentlichkeit rund um den Globus bekamen ein friedfertiges, tolerantes und weltoffenes Deutschland gezeigt.

Dieses Bild sollte dabei helfen, die wachsenden Sorgen in vielen Hauptstädten in- und außerhalb Europas angesichts der zunehmenden Verfolgung von Juden, Roma sowie politischen Gegnern zu beseitigen und Berichte darüber zu diskreditieren.

Ein marketing-technisch genialer Schachzug der Nazis war auch die Teilnahme der deutsch-jüdischen Fechterin Helene Mayer an den Spielen. Sie konnte als einzige jüdische Athletin für Deutschland eine Medaille gewinnen und zeigte bei der Medaillenübergabe, wie auch viele andere Athleten, den Hitler-Gruß. Dieser Auftritt wurde medial vom Propaganda-Ministerium dankend aufgegriffen und ging dann um die Welt.

Aber die bestens organisierte Propaganda-Maschinerie beschränkte sich nicht nur auf die Ereignisse in den Sportstätten, auch außerhalb wurde alles unternommen, um die Spuren des Gräuelregimes zu verwischen. Dazu wurden auf den Straßen Deutschlands sämtliche anti-jüdische Symbole entfernt und auch angeordnet ausländische Homosexuelle für die Dauer der Spiele nicht zu verfolgen. Mit dieser gelungenen Manipulation schaffte es Adolf Hitler eine besorgte Weltöffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Befürchtungen einer Radikalisierung Deutschlands unbegründet seien.

Erfolgreich war aber das Regime nicht nur nach außen hin, auch nach innen gelang es ihm Punkte zu sammeln. Denn Deutschland schaffte es bei den Spielen 1936 die meisten Medaillen zu gewinnen, was natürlich dem Selbstbild der Nazis als Vertreter eines überlegenen deutschen Volkes, weiteren Auftrieb gab.

Auf sportlicher Ebene bleiben zwei Athleten dieser Sommerolympiade aus unterschiedlichen Gründen in Erinnerung. Jesse Owen und Aladar Gerevich haben es zwar in Summe nicht auf die bislang unerreichten 21 olympischen Goldmedaillen des US-Schwimmers Michael Phelps geschafft, dafür sich aber zweifelsohne in der Geschichte des Sports verewigt.

Der Afro-Amerikaner Jesse Owen, weil er bei diesen Spielen die Rassen-Theorie der Nazis zur sportlichen und intellektuellen Überlegenheit der weißen Rasse mit vier gewonnen Gold-Medaillen eindrucksvoll widerlegte und der ungarische Fechter Aladar Gerevich, weil er bei den Spielen in Deutschland, wie auch bei fünf weiteren Olympiaden über einen Zeitraum von 28 Jahren, es schaffte, jeweils zumindest eine Goldmedaille zu gewinnen. Dies ist bislang keinem weiteren Sportler seit Beginn der Olympiaden geglückt.

In trauriger Erinnerung bleiben die Spiele aber in erster Linie, weil es der Weltgemeinschaft damals nicht geglückt ist, die Spiele zu boykottieren und damit rechtzeitig ein klares Signal gegen das Nazi-Regime zu setzen.  Dies hätte möglicherweise den weiteren Verlauf der Geschichte entscheidend ändern können.

Hier erhalten Sie weitere Informationen: Die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936

 

Dieser Artikel wurde von einem Werbepartner zur Verfügung gestellt.